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Home > Informationen > Genug Muttermilch

So erkennen Sie in der ersten Woche nach der Geburt, dass Ihr vollgestilltes Neugeborenes genug Muttermilch erhält!


Achten Sie bei Ihrem gesunden reifen Neugeborenen auf diese drei Zeichen! Saugen, Stuhlgang und Urin.

1) Saugen an der Brust:
In den ersten Sekunden bis Minuten nach dem Anlegen macht das Baby kurze, schnelle Saugbewegungen ohne Pausen, um den Milch-spendereflex bei der Mutter auszulösen.
Wenn die Muttermilch läuft, schluckt das Baby nach 1-2x Saugen. Dabei legt es zwischen dem Öffnen und Schließen der Kiefer eine Pau-se ein, in der sich der Mund mit Muttermilch füllt, danach schluckt es die im Mund befindliche Milch.
Das Schlucken klingt wie ein ausgehauchtes "k". Gegen Ende der Still-mahlzeit, wenn weniger Milch läuft, schluckt es nur noch nach 4-5x Saugen. Dieses "Öffnen-Pause-Schließen-Schlucken-Muster" für meh-rere Minuten bei jeder Stillmahlzeit an jeder Brust, ist eines der Zei-chen, dass Ihr Baby reichlich Muttermilch erhält.
(Lassen Sie sich noch im Krankenhaus diese Art von Saug-Schluck-Muster bei Ihrem Baby zeigen!)
 
2) Stuhlgang:
1.-3. Lebenstag: Dunkelgrün bis schwarz gefärbt, zäh und klebrig.
4.-6. Lebenstag: Farbe wird heller, gelblicher, der Stuhlgang häufiger.
Ab 7. Lebenstag: Wenigstens 3-4 einmarkstücksgroße, gelbe Stühle pro Tag.
(Ab der 4. Lebenswoche haben manche voll gestillte Babys nur noch sehr selten Stuhlgang, bis zu 1x innerhalb von 10 Tagen. Wenn es dem Baby sonst gut geht, es weiterhin reichlich Urin in die Windeln macht und gut gedeiht, ist das normal.)
 
3) Urin:
1.-3. Lebenstag: Wenig, aber täglich zunehmend.
4.-6. Lebenstag: 4-5 nasse Stoff- bzw. 3-4 schwere Einmalwindeln.
Ab 6. Lebenstag: Klar, geruchlos, wenigstens 6-8 nasse Stoff- bzw. 4-5 schwere Einmalwindeln.
 
Wann ist SOFORT fachlicher Rat oder Hilfe nötig:
  • Baby geht von Anfang an nicht an die Brust.
  • Baby macht nur kurze, schnelle Saugbewegungen ohne Pausen.
  • Baby schläft ohne zu trinken an der Brust ein und wacht nicht auf.
  • Baby hat nach dem 3. Lebenstag noch immer seltene schwere (bzw. nasse) Windeln.
  • Baby lässt die Brustwarze immer wieder los, schmatzt oder klickt beim Stillen.
  • Baby hat nach dem 5. Lebenstag noch immer dunkelgrünen, fast schwarzen Stuhlgang.
  • Brustwarzen werden gleich nach dem ersten Stillen sehr wund.

Wann ist fachlicher Rat oder Hilfe nötig:
  • Baby schläft an der Brust ein und wacht wieder auf, kurz nach-dem es abgenommen wird.
  • Baby hat wenig oder keinen Stuhlgang für mehr als 12 Stunden. (Nach der 3. Lebenswoche haben manche Babys nur noch bis zu alle 10 Tage Stuhlgang.)
  • Brustwarzen schmerzen beim Stillen und/oder sind wund.
  • Bei Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt, z.B. bei einer Frühgeburt.
  • Bei gesundheitlichen Besonderheiten oder Problemen von Mutter oder Kind.
  • Baby nimmt zu wenig zu und der Kinderarzt rät zum Zufüttern und/oder Abstillen.
  • Die Mutter hat das Gefühl, das Stillen läuft nicht gut.

Wo bekomme ich fachlichen Rat oder Hilfe bei Stillproblemen:
Bei allen Problemen mit dem Stillen sollten Sie sich unbedingt frühzei-tig um Rat bemühen. Die erste Ansprechpartnerin wird meistens Ihre betreuende Kinderkrankenschwester in der Klinik oder Ihre Wochen-betthebamme sein. Auch der Kinder- oder Frauenarzt Ihres Vertrauens kann um Rat gefragt werden.
Sind Sie mit dem erhaltenen Rat nicht einverstanden, fühlen Sie sich bei der Behandlung des Problems nicht wohl oder tritt innerhalb kurzer Zeit (maximal 1 Woche) keine Besserung des Problems ein, sollte so bald wie möglich eine geprüfte Still- und Laktationsberaterin IBCLC hinzugezogen werden.
 
Still- und Laktationsberatennnen IBCLC sind Kinderkrankenschwes-tern, Hebammen, Ärztinnen u.a., die sich für das Spezialgebiet Stillen und Laktation (=Milchbildung) intensiv fortgebildet und eine internatio-nal anerkannte Prüfung abgelegt haben. Sie haben sich verpflichtet, ihr Fachwissen durch regelmäßige Fortbildung stets auf dem neuesten Stand zu halten und nach einer bestimmten Zeit die Prüfung zu wieder-holen.
Die Kosten für eine Einzelberatung durch eine Still- und Laktationsbe-raterin IBCLC müssen zumeist selbst getragen werden und können nur in einigen Fällen mit der Krankenkasse abgerechnet werden.
Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC vermieten oft auch moderne, elektrische Milchpumpen, (z.B. mit Doppelpumpset zum gleichzeitigen Abpumpen beider Brüste) deren Kosten auf ärztliche Anordnung von der Krankenkasse übernommen werden.
 
Aktuelle Anschriften von Still- und Laktationsberaterinnen in Ihrer Nähe erhalten Sie beim:

 
Stillgruppen
Stillgruppenleiterinnen und Stillberaterinnen der La Leche Liga (LLL) oder der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) sind Laienbe-raterinnen mit eigener Stillerfahrung.
Sie beraten bei leichteren Stillfragen telefonisch, was meistens kosten-frei ist, und bieten regelmäßige Stillgruppentreffen an, die dem Erfah-rungsaustausch von stillenden Müttern dienen.
Aktuelle Telefonnummern finden Sie in den Gelben Seiten der Telekom oder unter:

Regine Gresens, IBCLC, Februar 2001
 

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