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8 Tipps für leichtere Nächte mit dem Stillkind

8 Tipps für leichtere Nächte mit dem Stillkind

20 Kommentare

Kleine Babys brauchen viele kleine Mahlzeiten – rund um die Uhr.
Aber auch ältere Babys wollen oft mehrmals in der Nacht an die Brust, weil sie Hunger haben oder Nähe brauchen.

Das ist ganz normal, denn erstens kann der Babymagen nur eine begrenzte Menge Volumen aufnehmen. Der Magen eines 1 Monat alten Babys hat nur eine Speicherkapazität von 80 – 150 ml.

Und zweitens wird die Muttermilch relativ schnell, d.h. innerhalb von etwa 90 Minuten, im Magen des Babys verdaut.

Häufige Mahlzeiten sichern Ihrem Baby daher eine ausreichende Nahrungsaufnahme sowie Ihre schützende Nähe und damit sein Überleben.

Obwohl manche Babys schon relativ früh mehrere Stunden am Stück „durchschlafen“, ist dies nicht die Regel, sondern eher ein glücklicher Zufall.

Freuen Sie sich, falls Ihr Baby Ihnen diesen Gefallen tut!
Aber erwarten Sie nicht, dass dies auch in den nächsten Monaten so bleiben wird.

Babys verändern sich und auch ihr Schlafverhalten ändert sich immer mal wieder, und zwar ohne, dass die Eltern großen Einfluss darauf haben.

Trotzdem können Sie einiges tun, damit das nächtliche Stillen Sie weniger anstrengt und Sie auch selber ausreichend Schlaf bekommen.

Hier sind 8 Tipps, die Ihnen das Stillen in der Nacht leichter machen

  1. Schlafen Sie mit Ihrem Baby im selben Raum. Dann synchronisieren sich nämlich Ihre Schlafzyklen. Sie müssen nicht erst vom Schreien des Babys aus dem Tiefschlaf geweckt werden, sondern werden selbst wach, wenn es gerade dabei ist zu erwachen und können es noch im Halbschlaf direkt anlegen.
  2. Stillen Sie es nachts in Ihrem Bett. Das ist weniger aufwändig, als sich zum Stillen in einen Sessel zu sitzen, der vielleicht sogar noch in einem anderen Raum steht, und auf dem Sie sich während des Stillens zudem noch selbst aufrecht und wach halten müssen. Üben Sie das Stillen im Liegen (siehe Tipp 3 – 5) zunächst am Tage, wenn es hell ist und Sie beide wach und ausgeruht sind.
  3. Legen Sie sich mit leicht erhöhtem Oberkörper bequem auf den Rücken, z.B. mit einem Stillkissen oder mehreren Kissen U-förmig unter Kopf und Armen. Und legen Sie sich das Baby beim Stillen bäuchlings auf Ihren Bauch, ziehen Sie Ihren (mit Kissen abgestützten) Arm etwas näher an Ihr Baby heran, damit es sein Köpfchen seitlich daran anlehnen kann. So können Sie sich während des Stillens optimal entspannen und auch Ihr Baby liegt stabil und sicher und kann sich dabei sogar selbst bedienen.
  4. Oder stillen Sie es in der Seitenlage. In dieser Position ist jedoch das gute Anlegen etwas schwieriger für Sie, als in der oben beschriebenen Rückenlage. Wenn Ihr Baby an der ersten Brust fertig getrunken hat und Sie es zur anderen Brust bringen möchten, halten Sie es eng an sich gedrückt, drehen sich mit Baby auf Ihrem Körper von der ersten Seite auf den Rücken und von dort weiter auf die andere Seite. Das kostet weniger Energie und Zeit, als wenn Sie sich und Ihr Baby separat umbetten oder selbst über das Baby zur anderen Seite krabbeln.
  5. Geben Sie Ihrem Baby beide Brüste in derselben Seitenlage. Dazu neigen Sie Ihren Körper für die obere Brust nur etwas weiter zum Baby hin und drehen das Baby vielleicht etwas mehr auf den Rücken, damit es die zweite Brust auch gut erreichen kann.
  6. Stillen Sie tagsüber mindestens einmal im Liegen, am besten um die Mittagszeit oder genau dann, wenn Sie während des Tages am müdesten sind. Und bleiben Sie nach dem Stillen weiter liegen, lesen Sie, dösen Sie, hören Sie entspannende Musik, oder tun Sie, was immer Ihnen gut tut und eine kleine Erholung ermöglicht. Schon das einmalige Liegen und Ruhen am Tag führt dazu, dass Sie das nächtliche Stillen weniger anstrengt.
  7. Wecken Sie Ihr Baby noch einmal zum Stillen, wenn Sie selbst abends erst einige Stunden nach ihm ins Bett gehen. Damit haben Sie eine größere Chance, dass es Sie nicht weckt, kurz nachdem Sie gerade eingeschlafen ist, weil es wieder Hunger hat.
  8. Schlafen Sie morgens länger aus. Und gehen Sie ab und an schon früher mit Ihrem Baby schlafen. Besonders, wenn Sie von den nächtlichen Unterbrechungen sehr erschöpft sind oder gerade an starkem Schlafmangel leiden, ist dies sehr zu empfehlen, da die erste Schlafphase eines Babys üblicherweise die längste ist. Wenn Sie also unbedingt selbst mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen müssen, tun Sie dies am besten gemeinsam mit Ihrem Baby!

Und last, but not least, denken Sie immer daran, diese ersten Wochen und Monate gehen vorbei.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Januar 2015
Foto: Torsten Mangner via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

20 Kommentare

  1. Ich finde, dass es am wichtigsten ist, dass die Mutter engen Kontakt zum Baby hat. Dadurch lernt sie die Signale richtig deuten.

    Mir geht es dabei um Punkt 7. Aus meiner Sicht ist das nicht unbedingt nötig.

  2. Pingback: Tipps zum Stillen in der Nachts - Heiabubu.de

  3. Alles schöne tolle Tipps, allerdings bin ich Mama von 3 Kindern und da ist es nicht mehr so einfach sich tagsüber einfach mal mit schlafen zu legen oder in der früh ausschlafen, wenn doch Kindergartenzeit ist. Eigentlich bin ich gerade nur noch am Ende mein Kleiner schläft meistens bei mir im Bett oder im Beistellbett, kommt alle 2 – 3 Stunden und ich habe nur noch Augenringe, abstillen will ich auf gar keinen Fall. Er ist gerade 5 Monate, aber so langsam komm ich auf dem Zahnfleisch daher. Ich liebe meine Kinder und ich will auch jedem gerecht werden, aber im Moment ist das schwer. Hat jemand Tipps, wie ich ihn dazu bekomme, länger am Stück zu schlafen?

  4. Punkt Nr 7 geht zu weit, finde ich.

    • „Wecken“ ist falsch. Das ist nämlich gar nicht nötig. Man kann das Kind einfach im Schlaf anlegen, sogenanntes „Dreamfeeding“. Man bietet dem Kind die Brust an ohne es zu wecken (klappt natürlich am besten im Familienbett) es trinkt dann ruhig im Schlaf bis es satt ist und schläft dann einfach wieder tiefer ein.

      Der Tipp hat mir beim ersten Kind wirklich einige ruhige Schlafstunden erbracht.

  5. Mein Sohn ist 7 Monate alt und seit 2 Monaten schläft er nicht mehr durch davor hat er anfangs 7 std. dann 10 std. durchgeschlafen. er wacht jede Nacht einmal auf, er isst und schläft direkt danach wieder ein. es ist nicht sehr tragisch aber ich wünschte er würde wieder durchschlafen. gibt es tipps? und eins würde ich gern noch wissen, ist es normal ? er fängt auch direkt an zu weinen wenn er aufwacht also gebe ich ihm die Brust. ich rede mir ein, dass es an der Muttermilch liegt, kriegt er vielleicht nicht mehr genug um die Nacht durchzuhalten ?

  6. Die Kinderärzte warnen aber davor, die Kinder im Elternbett schlafen zu lassen. Aufgrund der Gefahr des plötzlichen Kindstodes.

  7. Tja, schön wäre es, wenn es nach ein paar Monaten vorbei wäre, das nächtliche Stillen alle 2-3 Stunden, mein Kind ist jetzt 2,5 Jahre und ich war bislang zu schwach oder zu lieb, um abzustillen… Der Schlafmangel geht aber langsam echt an die Substanz!

  8. Leider funktionieren diese tips nur, wenn das kind mitspielt! Leider hat mein kleiner nicht mitgespielt. Nachts hat er bei mir im bett geschlafen und ich habe ihn im liegen gestillt, trotzdem ist er monate lang alle halbe stunde bis stunde wach geworden und hatte hunger. Auch dazu füttern hat nichts gebracht. Es wurde erst besser, als er im eigenen bett schlief und dann auch im eigenen zimmer. Mädels, so kann es gehen. Jedes kind ist anders. Die welt geht nicht unter, wenn es nicht funktioniert. Es kommen auch bessere zeiten.

    • Sicherlich ist jedes Kind anders und man muss für sich sowie sein Baby das Richtige finden. Mein 1. Kind schläft ab 6. Monate im eigenen Bett und Zimmer… Und das zweite Kind kam dann mit 8 Mon. ins Kinderzimmer dazu. Das hat bei uns gut geklappt.

      Kind Nr. 1 litt übrigens die ersten 3,5 Mon. unter Koliken und da war es egal, wo er schlief. Mein Mann war jeden Abend mit ihm min. 1-2 Std. spazieren, damit er schläft und auch ich 🙂

    • selbes hier. sobald eigenes Zimmer und abgestillt…durchgeschlafen! vorher alle 2 bis 3 Stunden gekommen und genuckelt

  9. Klasse Beitrag, dank meiner guten Hebamme waren sie mir nicht neu. Aber es ist auch schön, das mal bestätigt zu bekommen.

    Nur mit dem Punkt 7 bin ich nicht einverstanden… Naja, zumindest habe ich keines meiner Kinder zum Stillen geweckt.
    Im selben Raum schlafen, ist für mich eine Pflicht, um auch in den ersten Monaten gut zu schlafen. Ein Beistellbett kann ich nur empfehlen, da muss man gar nicht aufstehen 🙂

  10. Ich habe die ersten 4 Wochen mit Baby auf unsrer sehr breiten Couch geschlafen, so konnte ich die ganz kleine Maus nachts auf dem Bauch liegend (halb sitzend) stillen und wir sind beide so wieder eingeschlafen. Als die ersten Wochen um waren, sind wir ins Familienbett umgezogen, und sie schläft stillend an der Brust (Seitenlage) ein . Wir liegen die ganze Nacht Seite an Seite, wenn die Maus (jetzt 6 Monate) das Bedürfnis hat, stillt sie kurz und schläft sofort weiter. Ich werde oft gar nicht davon wach. Wir sind beide ausgeschlafen und munter seit dem ersten Tag.
    Ich kann jedem nur empfehlen mit dem Baby zu schlafen, denn wer zum Stillen nicht aufstehen muss, wird dabei gar nicht richtig wach. Mein Baby hat zudem noch nie nachts geweint, außer es hat mal schlecht geträumt.

    • Hm, aber wie machst Du das mit Deiner Decke und Deinen Armen?! Wo sind die, wenn Du nachts so nah am Baby schläfst? Zudem hätte ich etwas Sorge, dass mein Baby nicht richtig andockt *autsch*

      • Ich kann nur für mich sprechen, wir haben ein Bettgitter an meiner Bettseite befestigt sodass das Baby sowohl zwischen mir und meinem Mann als auch zwischen dem Bettgitter und mir schlafen kann.

        Die wichtigste Änderung für mich war, dass ich mein Kopfkissen gegen ein kleines dünnes Couchkissen (20×20) ausgetauscht habe. Das tat meinem Rücken sowieso besser und weil es so klein ist verschwindet es fast komplett unter meinem Kopf sodass kein Kind drunter rutschen kann.

        Ich hatte eigentlich schon immer eine relativ leichte Decke und gerade am Anfang bewegen sich die Kinder ja nicht viel. Meine Tochter hat zu Beginn im Schlafsack geschlafen, da hab ich die Decke dann recht eng um mich gelegt, später (so ab 6 Monaten) hab ich sie einfach mit zugedeckt. Mein Sohn hat den Schlafsack nie ausstehen können, den hab ich von Anfang an mit zugedeckt.

        Wenn man so nah am Baby schläft kriegt man sowieso jede Bewegung des Kindes mit.

        Mit meinen Armen 😉 Naja im Moment braucht mein Sohn meist einen meiner Arme zum Kuscheln, mit dem anderen halte ich das Kissen oder meine Tochter fest 😉 Ne Spaß, hängt von der Position ab, aber das war eigentlich nie ein Problem.

        Das muss man einfach mal probieren. Ich hab mich zuerst auch nicht getraut, ist eher aus Zufall passiert und dann war es echt eine Erlösung.

      • Ich hatte das auch die ersten 7 oder 8 monate gemacht, ich habe auf der linken Seite geschlafen und der linke Arm war oberhalb vom Kopf meines Sohnes, er dockt sich richtig an, er bewegt sich und macht etwas Geräusche, da hilfst du ihm mit der Brust und die 2. Seite etwas zum baby drehen und die 2.Seite geben

    • Ist bei uns auch so. Bei meinem Sohn hab ich die ersten 6 Wochen noch Angst gehabt ihn mit ins Bett zu nehmen weil ich dachte ich zerquetsche ihn oder ich könnte ihn mit dem Kissen oder Decke ersticken. Ich litt so unter Schlafmangel dass ich Abends schon Angst vor der Nacht hatte. Als ich meinen Sohn dann mit ins Bett nahm wurde es viel angenehmer und ruhiger. Wenn man es mal gemacht hat – beim ersten Mal passierte es eher aus Versehen – wird man ruhiger.

      Bei meiner kleinen Tochter hab ich es gleich so gemacht und wenn sich andere Mütter beschweren und sagen „ich bin heute Nacht wieder 4 Mal geweckt worden..“ muss ich ganz ehrlich sagen „..keine Ahnung… sie hat getrunken aber wann und wie oft.. ich werd nicht richtig wach und weiß es daher nicht“. So hatten wir trotz teilweise zwei Kindern im Familienbett von Anfang an ruhige Nächte mit unserer Tochter.

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