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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Wie wir Milch bilden

Wie wir Milch bilden

9 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2006
Die Brüste von Müttern, die Flaschennahrung geben, platzen nicht. Das liegt daran, weil wir aufhören Milch zu bilden, wenn keine Milch entnommen wird. Wenn eine Frau nur einmal am Tag stillt oder abpumpt, hat sie nur ganz wenig Milch.

Wenn sie 5mal am Tag stillt, hat sie viel mehr. Wenn sie 10mal am Tag stillt, hat sie sogar noch viel mehr Milch.

Je öfter die Brüste entleert werden, desto mehr Milch bilden wir.

Okay, wenden wir uns dem unweigerlichen Vergleich zu.

Stellen Sie sich eine Kuh vor! Eine Kuh, die 3mal am Tag gemolken wird, gibt pro Tag mehr Milch als eine Kuh, die nur 2mal am Tag gemolken wird.
(Bauern beschränken die Melkzeiten nur deshalb auf 2mal am Tag, weil sie die Lohnkosten für die Melker begrenzen müssen, nicht um die Produktion zu maximieren.)

Und ein Baby, das nur ein paar Mal am Tag an der Brust trinkt, wird keine sehr große Milchmenge stimulieren.

Häufigeres Stillen bringt unsere Brüste zu einer höheren Produktion.

Nun stellen Sie sich eine Kuh vor, die den ganzen Tag an eine Melkmaschine angeschlossen ist. Aber stellen Sie sich vor, es wäre eine sehr schlechte Melkmaschine, die nur ganz kleine Mengen Milch entnimmt oder nur ganz langsam.

Diese Kuh würde nur noch sehr kleine Milchmengen produzieren, selbst wenn ständig Milch entnommen würde.

Für eine gute Milchproduktion muss die Milch effizient entnommen werden.

Was geschieht bei einem Baby, das sehr oft an der Brust ist, aber nicht effektiv trinkt?

Genau wie die ineffiziente Melkmaschine, kann es den ganzen Tag damit verbringen, zu „stillen“ und dabei trotzdem nicht die Brüste leeren … oder seinen Magen füllen. Und wenn es nicht genug Milch entnimmt, bilden wir nicht genug Milch.

Schlecht trinkende Babys führen zu geringen Milchmengen.

Wir bilden dann gerade am schnellsten Milch, wenn sich unsere Brüste am leersten anfühlen. Wir bilden dann gerade am langsamsten Milch, wenn sich unsere Brüste am vollsten anfühlen.

Also, was passiert, wenn wir mit dem Stillen warten, bis „sich unsere Brüste gefüllt haben“?

Wenn wir die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößern, verringern wir die Anzahl der möglichen Brustentleerungen pro Tag. Und das bedeutet: weniger Milch.

Unsere Brüste immer voller und voller werden zu lassen, führt schlicht und einfach dazu, dass die Milchbildung immer langsamer und langsamer wird. Und das bedeutet: weniger Milch.

Die Milch oft zu entnehmen und effektiv zu entnehmen, sind das Signal für unsere Brüste mehr Milch zu bilden.

Was ist am frühen Morgen, wenn wir uns am vollsten fühlen und das Baby am meisten schluckt?

Nun, es hat sich viel Milch angesammelt – das ist es, was das Baby trinkt – aber unsere Milchproduktionsrate ist in diesem Moment ziemlich niedrig.

Und später am Tag, wenn das Baby anscheinend dauernd trinkt und wir das Gefühl haben, als wäre keine Milch mehr da?

Dann ist nicht viel angesammelte Milch in den Brüsten und das Baby hat sie schnell geleert, aber die Rate unserer Milchproduktion ist wahrscheinlich auf ihrem Höhepunkt während des gesamten Tages.

Manche Mütter sind frustriert, wenn sie häufiger pumpen und bei jedem Pumpvorgang weniger Milch gewinnen.
Das ist verständlich, aber wenn sie vorher zum Beispiel alle 4 Stunden 60 ml hatten, also insgesamt 360 ml in 24 Stunden, haben sie nun, sagen wir 45 ml alle 2 Stunden und damit insgesamt 540 ml in 24 Stunden.

Die Gesamtmenge in 24 Stunden ist größer und darauf kommt es an.

Häufiges Stillen und effektives Stillen.
Das sind die Schlüssel zu einer guten Milchbildung.

Original: How We Make Milk von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2013
Foto: GuilleDes via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

9 Kommentare

  1. Pingback: ᐅ Es geht auch ohne Schnuller - Erfahrungsbericht für Familien

  2. Hallo! Bin gerade auf die Seite gestoßen und sehr dankbar. Aber was genau meint nun effektiv trinken? Mein Kind ist aktuell gefühlt ständig an der Brust, aber nach fünf Minuten spätestens hört es wieder auf oder nuckelt nur noch ohne zu schlucken oder schläft ein….
    Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar!!!!!

  3. Ich danke für diese seite, ich bin immer soooo unsicher gewesen, wenn mein sohn (15 wochen) nach dem eigendlichen“essen“ wieder an die brust wollte.
    Natürlich habe ich ihn gelassen-wobei immer die frage aus der umgebung kam: wird er denn noch satt?
    Ja er wurde satt aber er wollte meine nähe, geborgenheit spüren…
    ich war jedoch immer unsicher ob das auch stimmt was ich den leuten da erzähle, nun weiss ich jedoch das es genau so ist wie ich es empfand

    ich hätte jedoch gerne gewusst warum mein sohn immer so hastig trinkt und dann nur noch nuckelt, so ausgehungert sollte er eigendlich nicht sein können…
    vielleicht kann mir das auch noch jemand erklären

  4. Und was mache ich in dem Fall….?? Mein Kleiner ist 6 Wochen alt…
    Er trinkt alle 3 stunden aber nicht effektiv genug. Fängt dann immer zum Weinen an…
    Und das endet somit meistens in ner zusätzlichen, zwar kleinen, aber PRE Babynahrung…
    Was ich aber nicht möchte. Habe aber immer das Gefühl, er mag sich nicht mehr anstrengen… Der erste Hunger wird 5 Minuten lang an der Brust gestillt und dann mag er nicht mehr weiter trinken ist aber immer noch hungrig… Weiß nicht mehr weiter…
    Wäre über eine Antwort sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen. Tanja Pock

    • Liebe Tanja Pock,
      ich rate Ihnen schnellstmöglich einen persönlichen Beratungstermin bei einer Still- und Laktationsberaterin IBCLC in Ihrer Nähe zu vereinbaren, um die Ursachen für den Milchmangel und/oder Saugschwäche zu erkennen und adäquate Lösungswege zu überlegen. Wenn der Kleine an der Brust nicht satt wird und zu wenig Muttermilch da ist, sollte PRE-Säuglingsnahrung nach Bedarf zugefüttert werden, während aber gleichzeitig auch daran gearbeitet wird, die Milchmenge zu steigern. Alles Gute, Regine Gresens

  5. Ich finde es in einer Stillseite immer wieder erschreckend, dass immernoch von leer getrunkenen Brüsten gesprochen wird. Genau das ist es, was Müttern Angst macht. Warum werden nicht neuere Therorien preisgegeben und den Müttern erklärt, dass die Brüste nie leer sein können und eine stetige Produktion stattfindet.????

    • Natürlich ist die Brust nie komplett leer getrunken, im Sinne von „knochentrocken“.
      Aber die Produktionsrate in den Milchdrüsen ist auch nicht gleichbleibend und stetig, sondern passt sich daran am, wie voll oder leer die Brust gerade ist. Wenn sich die Brust nach dem Stillen leer anfühlt, läuft die Milchproduktion auf Hochtouren. Und je voller sie wird, desto weniger aktiv wird in den Drüsenzellen neue Milch produziert. Auch wenn sich die Brust noch nicht wieder voll anfühlt, ist schon wieder Milch darin enthalten und ein hungriges Baby sollte auf jeden Fall wieder angelegt werden. Andererseits gibt es aber auch Fälle, in denen das Baby fast unentwegt an der Brust liegt, aber eben nicht effektiv trinkt.

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