Geringe Gewichtszunahme beim Stillkind

10 Tipps, damit das Stillkind besser zunimmt

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Wenn Ihr gestilltes Baby nicht genug an Gewicht zunimmt, sollten Sie sofort geeignete Maßnahmen ergreifen. Das Zufüttern von künstlicher Säuglingsnahrung ist aber in den meisten Fällen nicht als erste Maßnahme erforderlich.

Meistens reicht es schon aus, wenn Sie Ihr bisheriges Stillverhalten in einigen Punkten deutlich verändern.

Hier sind 10 Tipps für eine bessere Zunahme bei gestillten Babys

  1. Optimieren Sie Ihre Anlegetechnik
    Nur wenn Ihr Baby viel Brust im Mund hat, kann es die vorhandene Milch effektiv aus den Brüsten holen.

    Ein angenehmes, schmerzfreies Anlegen ist das A und O des Stillens.

    Falls Sie Schmerzen beim Stillen haben, sind es häufig nur geringfügige Kleinigkeiten, die Sie möglicherweise bisher noch nicht richtig machen.
     
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  2. Stillen Sie häufiger
    Warten Sie nicht mit dem Anlegen, bis Ihr Baby superhungrig ist.

    Sie müssen auch keine bestimmten Abstände zwischen den Stillmahlzeiten einhalten, damit sich die Brüste wieder „gefüllt“ haben oder die frische Milch im Magen des Babys „verdaut“ ist.

    Stattdessen sollten Sie jede Gelegenheit nutzen, um Ihr Baby auch zwischendurch für kurze Zeiten an Ihre Brüste zu legen.

    Wenn es dabei nur ein paar Schlucke Muttermilch nimmt, bekommt es durch diese kleinen Zwischenmahlzeiten mehr Kalorien und wichtige Nährstoffe, die ihm gut tun.

  3. Legen Sie länger an
    Der Fettgehalt der Muttermilch erhöht sich mit der Entleerung der Brust.

    Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, dass Baby für eine bestimmte Zeitdauer an einer Brust zu lassen, wenn es dabei nicht trinkt oder es nach einer bestimmten Zeit an die andere Brust zu legen, obwohl es die Erste noch nicht geleert hat.

    Solange Ihr Baby also aktiv an der Brust saugt und Sie es dabei schlucken hören, sollte es daher auch an dieser Brust bleiben.

    Motivieren Sie es dazu weiter zu saugen, indem Sie mit ihm sprechen, seine Handflächen oder Fußsohlen leicht drücken oder es vorsichtig am Kiefergelenk massieren.

    Aber ziehen Sie nicht an der Brust, da Sie dabei die Brustwarze auch etwas aus dem Mund ziehen und das Baby dann nicht mehr optimal angelegt ist.

  4. Unterstützen Sie Ihren Milchfluss
    Lösen Sie vor dem Anlegen Ihren Milchspendereflex aus.

    Nehmen Sie dazu eine bequeme Position ein, entspannen Sie sich, wärmen Sie Ihre Brüste, z.B. mit Rotlicht oder feuchtwarmen Umschlägen, und massieren Sie die Brüste und die Brustwarzen zärtlich, damit Ihre Milch schnell und gut fließt, wenn Sie das Baby anlegen.

    Wenn Ihr Baby nicht mehr aktiv saugt und hörbar schluckt, können Sie durch Brustkompression einen neuen Milchspendereflex simulieren. Der Geschmack der Milch in seinem Mund motiviert es, aktiver zu saugen.

  5. Wechseln Sie häufiger die Seiten
    Junge Babys schlafen häufig beim Stillen ein, wenn keine Milch mehr fließt, obwohl sie noch nicht fertig getrunken haben.

    Wenn dies bei Ihrem Kind der Fall ist, sollten Sie es von der Brust nehmen, wenn es nicht mehr aktiv saugt und schluckt, machen sie es wieder etwas wach und legen Sie es an die andere Brust an. Dort wird der Milchfluss schneller wieder in Gang gesetzt und das Baby beginnt wieder zu trinken.

    Unter Umständen müssen Sie die Brüste anfangs schon nach wenigen Minuten wechseln und bei einer Stillmahlzeit etwa 3 – 4mal an jeder Brust anlegen.

  6. Legen Sie Ihr Baby mehrmals am Tag auch in der Seitenhaltung an
    In der Seitenhaltung (auch Rückengriff genannt) werden die äußeren Bereiche der Brüste vom Unterkiefer und der Zunge des Babys besser entleert.

    Das ist besonders zur Steigerung der Gewichtszunahme empfehlenswert, da dort das meiste Drüsengewebe vorhanden und demzufolge auch die meiste Milch zu holen ist.

  7. Damit das Stillkind besser zunimmt

  8. Verwenden Sie keine Stillhütchen
    Beim Anlegen mit Stillhütchen kann das Baby die Brüste nicht so gut entleeren, wie beim optimalen Anlegen ohne Stillhütchen.

    Meist hat es dabei nicht genug Brust im Mund, um die Brust mit der Zunge zu melken, und der Milchspendereflex setzt später ein, weil der Saugreiz an der Brustwarze durch das Hütchen gedämpft wird.

  9. Geben Sie ihm keinen Schnuller
    Das Saugen an einem Schnuller reduziert das Saugen an der Brustwarze.

    Das Saugbedürfnis von Babys ist aber eng an ihren Hunger sowie an ihr Bedürfnis nach körperlicher Nähe gekoppelt.

    Auch beim kurzen Saugen an der Brust, etwa zur Beruhigung oder zum Trost, bekommt das Baby ein paar Schlucke Muttermilch, die ihm Kalorien liefern, und gleichzeitig wird die Milchbildung in Ihren Brustdrüsen zusätzlich angeregt.

  10. Pumpen Sie nach dem Stillen ab und füttern Sie die abgepumpte Milch zu
    Wie schon erwähnt, ist Ihre Milch umso fetthaltiger, je leerer die Brüste sind.

    Babys leeren die Brüste jedoch oft nicht vollständig.

    Wenn Ihr Baby also mehr Muttermilch und mehr Kalorien benötigt, sollten Sie ihre Brüste nach dem Stillen mit einer elektrischen Milchpumpe gut entleeren und Ihrem Baby diese abgepumpte Muttermilch zufüttern.

    Ideal ist es, wenn Sie die abgepumpte Hintermilch mit einem Brusternährungsset beim Stillen zufüttern.

    Lassen Sie sich dazu von Ihrer Hebamme oder einer qualifizierten Stillberaterin beraten.

  11. Steigern Sie Ihre Milchproduktion
    Die wichtigste Maßnahme zur Steigerung Ihrer Milchmenge ist das häufige, gründliche Entleeren der Brüste!!

    Zur Unterstützung können Sie auch noch weitere Methoden anwenden, z.B. Homöopathie, Akupunktur, Stilltee, Malzbier, Medikamente etc., die alleine jedoch nicht ausreichen werden.

    Lassen Sie sich dazu von Ihrer Hebamme oder einer qualifizierten Stillberaterin beraten.

Wenn Ihr Baby trotzdem weiterhin nicht genug zunimmt, füttern Sie, möglichst mit einem Brusternährungsset, nach der abgepumpten Hintermilch noch so viel künstliche Säuglingsnahrung zu, wie nötig.

Dadurch gewinnen Sie die notwendige Zeit, um in Ruhe Ihre eigene Milchmenge zu steigern, ohne dass Ihr Baby zu wenig Nahrung bekommt.

Versuchen Sie mit Hilfe Ihrer Hebamme oder einer qualifizierten Stillberaterin die Ursachen für die geringe Gewichtszunahme festzustellen und eine für Sie individuell zugeschnittene Lösung zu erarbeiten.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, März 2014
Foto: David Leo Veksler via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

10 Kommentare

  1. Wie mache ich das, wenn ich noch ein Kind habe und nicht 24 h zum Stillen bereit sein kann, weil auch der Zweijährige mal seine Zeit braucht?
    Wenn es nach mir ginge, dann könnte ich sie dauernd stillen, aber manchmal geht es einfach nicht alle 10 Minuten.

    Ich habe auch das Problem, dass meine Tochter recht schnell nach dem Stillen unzufrieden ist. Die Unzufriedenheit kommt in Wellen und ich höre Püpse, daher vermute ich Verdauungsprobleme, aber sicher bin ich eben auch nie. Zwischen den Schrei-Wellen nickt sie ein.

  2. Wenn man keinen Schnuller gibt und das Baby dann zwischendurch nur kurz an der Brust saugt und die Brust dabei nicht richtig entleert, führt das dann nicht auch wieder eher zu einer Verringerung der Milchmenge?

  3. Hallo, war zur U5 und die Kinderärztin meinte, mein Sohn hat nicht genug zugenommen. Ich stille voll. Geburtsgewicht war 3255gr und mit 6,5 Monaten wiegt er 6800gr. Er schläft nachts 7-9h. Ist mobil und lacht viel. Ich soll unbedingt zufùttern. Es ist mein 4. Kind, ich habe alle gestillt und bin trotzdem verunsichert. Habe Möhrenbrei versucht, aber er schluckt ihn nicht. Bitte um Rat.

  4. Hallo Frau Gresens,

    jetzt habe ich auch mal eine Frage bzgl. einer Steigerung der Milchbildung:
    Sie betonen immer wieder – so konnte ich lesen – dass ggf. eine elektronische Milchpumpe nützlich wäre. Ich habe allerdings eine Handpumpe von einer guten Marke. Ginge eine Handpumpe auch, oder muss ich doch noch mal mit meinem Kinderarzt sprechen, dass er mir eine elektronische verschreibt?

    Danke schon mal und liebe Grüße!

    • Hallo Aada,
      wenn es darum geht, die Milchproduktion zu steigern, ist häufiges gutes Entleeren der Brüste wichtig. Dies kann auch mit der Hand oder mit einer guten Handpumpe erfolgen, ist aber oft zeitaufwändiger und dadurch schwiergier durchzuhalten.
      Mit einer guten elektronischen Milchpumpe lässt sich mit einem Doppelpumpset durch zeitgleiches Abpumpen beider Brüste die Abpumpdauer halbieren, so dass sie häufiger geleert werden können und dadurch die steigernde Wirkung erhöht werden kann.

      Am effektivsten ist jedoch eine Kombination aus Brustmassage, doppelseitigem Abpumpen und anschließendem wechselseitigem Abpumpen und/oder Entleeren per Hand. So wie es in diesem Video gezeigt wird: Maximizing Milk Production

      Da die Milchpumpe der Mutter verordnet werden muss, ist der Kinderarzt hier nicht der richtige Ansprechpartner, sondern ein Arzt (Frauenarzt, Hausarzt), bei dem die Mutter Patientin ist.

      Alles Gute und herzliche Grüße,
      Regine Gresens

  5. Ich habe eine Frage zum Abpumpen zur Steigerung der Milchmenge.
    Wie lange sollte man nach dem Stillen warten, um der Brust eine weitere Stillmahlzeit vorzutäuschen? Und wie lange soll man dann abpumpen? Ich habe das Gefühl, dass wenn ich zu lange mit dem Abpumpen warte und dann zu lange pumpe, dass die Milch dann bei der nächsten Stillmahlzeit fehlt.
    Meine Zwillinge trinken immer nur kurz zufrieden und werden dann unruhig, zappelig, ziehen ab und werden unzufrieden. Und je kürzer die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten, desto schneller stellt sich die Unzufriedenheit ein. Meistens. (Einen Schub schließe ich aus.)
    Danke 🙂

    • Hallo Prema,
      aus meiner Sicht gibt es keine festen Regeln, wie man beim Abpumpen vorgehen sollte. Schließlich gibt es große Unterschiede, sowohl in den einzelnen Trinkmengen der Kinder (sogar während eines Tages bei ein und demselben Kind), als auch bei den in den Brüsten gebildeten Milchmengen (von Frau zu Frau, zwischen den einzelnen Brüsten einer Frau und auch im Verlauf des Tages).
      Um die Milchmenge zu steigern, ist es wichtig, die Brüste immer wieder gut zu leeren, weil die Milch um so aktiver neu gebildet wird, je leerer die Brust ist. Auch die Dauer des Pumpens spielt keine so große Rolle: wenn die Brüste „leer“ sind, kann aufgehört werden. Meldet sich das Kind dann kurz darauf wieder zum Stillen, hat sich natürlich zwar noch nicht wieder so viel Milch in den Brüsten angesammelt, aber wenn das Kind die zuvor abgepumpte Milch während des Stillens oder danach zugefüttert bekommt, erhält es mit Sicherheit mehr, als ohne das Abpumpen.
      Um zu klären, warum die Kinder beim Stillen unzufrieden sind, würde ich eine persönliche Stillberatung empfehlen.
      Liebe Grüße,
      Regine Gresens

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