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Brüste speichern unterschiedliche Milchmengen

4 Kommentare

Individuelle Unterschiede der Speicherkapazität in den Brüsten sind ein weiterer Grund, nach Bedarf zu stillen.

Die Speicherkapazität ist das maximale Volumen an Milch, das für das Baby in den Brüsten bereitgestellt wird, wenn sie am vollsten sind.

Wichtig ist zu wissen, dass sie nicht von der Brustgröße abhängig ist: Auch kleine Brüste können eine große Speicherkapazität haben, und bei großen Brüsten kann die Speicherkapazität gering sein.

Forscher haben unterschiedliche Speicherkapazitäten von 80 ml bis 600 ml gemessen.
Auch kleine Brüste können eine große Speicherkapazität haben. Klick um zu Tweeten

Auch wenn Sie eine kleine Speicherkapazität in den Brüsten haben, sind Sie in der Lage in 24 Stunden genügend Milch zu bilden. Sie müssen allerdings häufig anlegen, zum Beispiel zwölfmal in 24 Stunden, davon auch mehrmals in der Nacht. Zudem wird Ihr Baby bei einer Stillsitzung oft beide Brüste trinken wollen.

Bei einer mittleren Speicherkapazität reichen Ihrem Baby wahrscheinlich acht Mahlzeiten in 24 Stunden, davon ein bis zwei in der Nacht. Es wird manchmal an einer und manchmal an beiden Brüsten trinken wollen.

Mit einer großen Speicherkapazität kann Ihr Baby auch mit nur sechs Mahlzeiten in 24 Stunden gut zunehmen. Wahrscheinlich trinkt es meistens nur an einer Brust, ist relativ schnell fertig und schläft vielleicht schon früh nachts eine längere Zeit durch, ohne trinken zu müssen. Wenn das Baby größer wird und mehr trinkt, kann es größere Portionen bekommen und so mit seltenerem Stillen seinen Tagesbedarf weiter decken.

Die meisten Mütter haben unterschiedliche Speicherkapazitäten in den Brüsten. Sieben von zehn Müttern produzieren rechts mehr Milch als links.
Sieben von zehn Müttern produzieren rechts mehr Milch als links. Klick um zu Tweeten

Zudem kann die Speicherkapazität bei einem weiteren Kind anders sein. So ist sie etwa bei einem männlichen Baby größer als bei einem Mädchen.

Auch wenn Sie bei Ihrem ersten Baby vielleicht nicht genügend Milch hatten, wird Ihre Milchmenge beim nächsten Baby höher sein. Vorausgesetzt, die Zahl der Prolaktinrezeptoren in den Brustdrüsen wird durch häufiges Entleeren der Brüste in den ersten Tagen weiter vermehrt. Nachfolgende Kinder bekommen daher bereits in der ersten Lebenswoche mehr Milch als Erstgeborene.

Stillen Sie nach Bedarf.
Ihr Baby passt sich Ihrer Speicherkapazität an, umgekehrt ist es nicht möglich.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, August 2017
Foto: Daquella manera via photopin cc

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch Intuitives Stillen*, Kösel-Verlag, 2016, S. 98/99.

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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4 Kommentare

  1. Wie verhält sich das denn wenn das zweit Kind ein Mädchen ist? Bilden sich dann keine Prolaktinrezeptoren mehr ?
    Viele Grüße
    Selli

    • Liebe Selli, die Bildung von neuen Prolaktinrezeptoren wird von der Häufigkeit der Entleerung der Brüste in den ersten Tagen bis Wochen nach der Geburt bestimmt und ist nicht vom Geschlecht des Kindes abhängig.
      Herzliche Grüße,
      Regine Gresens

  2. Liebe Frau Gresens,
    vielen Dank für den Artikel. Rückblickend erklärt er mir ein Stück die unterschiedlichen Stillstarts bei meinen beiden Kindern.
    Viele Grüße
    Sternie

    • Liebe Sternie,
      ja, die Speicherkapazität kann sich bei verschiedenen Kindern durchaus unterscheiden.
      Wenn das zweite Kind männlich ist und in den ersten Tagen die Brüste häufig gut geleert werden, bilden sich weitere neue Prolaktinrezeptoren, die dann dafür sorgen, dass eine größere Milchmenge bereit gestellt werden kann.
      Liebe Grüße,
      Regine Gresens

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