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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Die unglückliche Königin

Brüste speichern unterschiedliche Milchmengen

7 Kommentare

Individuelle Unterschiede der Speicherkapazität in den Brüsten sind ein weiterer Grund, nach Bedarf zu stillen.

Die Speicherkapazität ist das maximale Volumen an Milch, das für das Baby in den Brüsten bereitgestellt wird, wenn sie am vollsten sind.

Wichtig ist zu wissen, dass sie nicht von der Brustgröße abhängig ist: Auch kleine Brüste können eine große Speicherkapazität haben, und bei großen Brüsten kann die Speicherkapazität gering sein.

Forscher haben unterschiedliche Speicherkapazitäten von 80 ml bis 600 ml gemessen.
Auch kleine Brüste können eine große Speicherkapazität haben. Klick um zu Tweeten

Auch wenn Sie eine kleine Speicherkapazität in den Brüsten haben, sind Sie in der Lage in 24 Stunden genügend Milch zu bilden. Sie müssen allerdings häufig anlegen, zum Beispiel zwölfmal in 24 Stunden, davon auch mehrmals in der Nacht. Zudem wird Ihr Baby bei einer Stillsitzung oft beide Brüste trinken wollen.

Bei einer mittleren Speicherkapazität reichen Ihrem Baby wahrscheinlich acht Mahlzeiten in 24 Stunden, davon ein bis zwei in der Nacht. Es wird manchmal an einer und manchmal an beiden Brüsten trinken wollen.

Mit einer großen Speicherkapazität kann Ihr Baby auch mit nur sechs Mahlzeiten in 24 Stunden gut zunehmen. Wahrscheinlich trinkt es meistens nur an einer Brust, ist relativ schnell fertig und schläft vielleicht schon früh nachts eine längere Zeit durch, ohne trinken zu müssen. Wenn das Baby größer wird und mehr trinkt, kann es größere Portionen bekommen und so mit seltenerem Stillen seinen Tagesbedarf weiter decken.

Die meisten Mütter haben unterschiedliche Speicherkapazitäten in den Brüsten. Sieben von zehn Müttern produzieren rechts mehr Milch als links.
Sieben von zehn Müttern produzieren rechts mehr Milch als links. Klick um zu Tweeten

Zudem kann die Speicherkapazität bei einem weiteren Kind anders sein. So ist sie etwa bei einem männlichen Baby größer als bei einem Mädchen.

Auch wenn Sie bei Ihrem ersten Baby vielleicht nicht genügend Milch hatten, wird Ihre Milchmenge beim nächsten Baby höher sein. Vorausgesetzt, die Zahl der Prolaktinrezeptoren in den Brustdrüsen wird durch häufiges Entleeren der Brüste in den ersten Tagen weiter vermehrt. Nachfolgende Kinder bekommen daher bereits in der ersten Lebenswoche mehr Milch als Erstgeborene.

Stillen Sie nach Bedarf.
Ihr Baby passt sich Ihrer Speicherkapazität an, umgekehrt ist es nicht möglich.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, August 2017
Foto: Daquella manera via photopin cc

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch Intuitives Stillen*, Kösel-Verlag, 2016, S. 98/99.

 

* Affiliate-Link: Stillkinder.de erhält eine kleine Provision, wenn Du dieses Produkt über den Link kaufst, für Dich entstehen dabei keine höheren Kosten. Ich empfehle hier nur, was ich selber getestet oder gelesen habe und für gut und sinnvoll halte.

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Google+.

7 Kommentare

  1. Hallo Frau Gresens,

    Danke für den schönen Artikel und allgemein die Infos und Beiträge hier. Sie haben mir schon oft durch manch anstrengende Zeit verholfen.

    Ich selber habe nicht sonderlich große, sog. tubuläre Brüste und somit wenig(er) Milchdrüsengewebe, also eher wenig Milch, kann jedoch fast voll stillen nach harter Arbeit. Ich habe mehrere Wochen bis zu 3 mal stündlich angelegt und außer Stillen kaum etwas anderes getan, aber für die Gesundheit meines Sohnes und eine gute Stillbeziehung wollte ich es durchziehen.
    Zum einen würde ich mir mehr Infos für solche Frauen wünschen, denn es haben weit mehr diese Brustform als man denken mag. Viele Infos gibt es im Netz nicht zum Stillen mit tubulären Brüsten, und wenn dann nur, dass es wahrscheinlich nicht funktionieren wird. Dass man die Brüste aber natürlich genau wie normale trainieren kann und trotzdem jeden Tropfen nutzen sollte, dagegen kaum. Leider haben auch alle Krankenschwestern und Hebammen kein Wort darauf verwendet und mir immer nur gesagt, ich würde falsch anlegen, weil er die Brust nicht so gut festhielt und ich hätte nicht genug Milch, was ich ja für eine gängige Antwort hielt, um schnell zuzufüttern und dementsprechend ignoriert habe. Dass ich intuitiv sogar genau richtig angelegt habe und nur wunde Brustwarzen durch das vorgezeigte Anlegen bekam, ist mir erst zu Hause klar geworden… Mich hat meine Brustform nie gestört und war mir nicht einmal bewusst, dass sie so „anders“ sind… aber das nur am Rande.

    Ich frage mich, ob mein Sohn ein ruhigeres und ausgeglicheneres Kind wäre, wenn ich mehr Milch hätte, denn so hatte/hat er ja gefühlt immer Hunger und kann gar nicht so lange Trinkpausen machen wie andere Säuglinge. Er weint viel, ist unruhig und sensibel, kann schlecht vor allem am Tag einschlafen und hat sehr mit dem Aufstoßen und der Verdauung zu kämpfen, was natürlich viele Ursachen haben kann. Allerdings denke ich eben manchmal, dass es vielleicht diese kurzen, kleinen Mahlzeiten sind, die ihn so unruhig machen, da er immer denken muss, das reicht nicht, ich muss bald wieder ran, ich kann mich nicht ausruhen. Er konnte sich ja nie wirklich satt trinken. Verstehen Sie meine Gedankengänge? Ist es vielleicht besser, die Milch abzupumpen und gesammelt zu geben? Wobei das bei uns außer mit Überbrücken von viel Pre nicht möglich gewesen wäre.
    Zumal ich langsam das Gefühl habe, es reicht wirklich nicht mehr, die Brüste sind wirklich oft leer und er unzufrieden, dass nichts mehr kommt. Er ist nun 5 Monate und ich füttere seit ca. zwei paar Wochen wieder minimale Mengen Pre zu, auf Anraten einer Stillberaterin, und wir haben trotz dessen tags wie nachts inzwischen wieder 1-stündige Trinkabstände. Mit mehr Pre überfuttert er sich allerdings leicht, weswegen ich das gut dosiere.

    Das macht man alles mit, aber manchmal habe ich einfach Angst, genau damit etwas falsch gemacht zu haben, dass ich so gern (voll) stillen wollte/will. Er ist zwar gesund und vom Gewicht her okay, nicht zuviel, aber oft unglücklich und ich mache mir Gedanken, ob ich etwas hätte anders machen sollen.

    Ist Ihnen da schon mal ein Zusammenhang untergekommen zwischen Unruhe bei Säuglingen und kleinen häufigen Mahlzeiten? Dieser Gedanke kam mir erst jetzt nach dem Lesen Ihres Beitrages, die Stillberaterin vor Ort habe ich das auch noch nicht gefragt.

    Mit nächtlichen Stillgrüßen
    Mimi

    • Hallo Mimi,
      ohne genaueres über Dich und vor allem Dein Kind zu wissen, Euch auch zu sehen und beim Stillen zu beobachten, kann ich nichts zu Eurer individuellen Situation sagen, sondern nur allgemein antworten.
      1. Unruhe bei Säuglingen kann viele unterschiedliche Ursachen haben, z.B. eine Wirbelblockade oder ein sogenanntes KISS-Syndrom, einen Wachstumsschub, einen Entwicklungssprung, eine traumatische Geburt, Stress, einen beginnenden Infekt, eine Nahrungsunverträglichkeit, Zahnungsbeschwerden, Langeweile, Müdigkeit, Hunger, usw. und diese können noch dazu auch parallel vorliegen.
      2. Babys müssen keine bestimmten Mengen pro Mahlzeit trinken, sondern diese variieren, je nach dem Grund des Verlangens nach der Brust und auch nach der vorhandenen Milchmenge. Die auf Säuglingsnahrungspackungen angegebenen Mengen und Mahlzeitenzahl sind beim Stillen völlig unbedeutend. Entscheidend ist nur, dass das Baby in 24 Stunden die Menge an Muttermilch oder Nahrung erhält, die es braucht. Aus Flaschen mit Saugern läuft die Nahrung oft so schnell und von alleine, dass die Babys weitertrinken müssen und so oft viel mehr Nahrung aufnehmen als sie von sich aus benötigen. Aber natürlich gewöhnen sie sich auch an die großen Portionen, haben davon aber oft um so mehr mit Verdauungsproblemen zu kämpfen, als bei häufigeren kleinen Portionen.
      3. Aus der Beobachtung von Naturvölkern und Menschenaffen weiß man, dass das natürliche Stillmuster für Menschen mehrmaliges, mitunter nur sehr kurzes Trinken an der mütterlichen Brust ist. Über Verdauungsprobleme oder Unruhe der Babys, die meist auch kontinuierlich im Körperkontakt sind, wird auf Grund des häufigen Stillens nicht berichtet.
      4. Der verbreitete 4-Stunden-Rhythmus ist nicht physiologisch oder natürlich, sondern entstand in der Zeit als die Babys vor allem in Kliniken von Krankenschwestern mit der Flasche gefüttert wurden. Jedes Baby nach seinem Bedarf und mit häufigeren, kleinen Mengen zu füttern, war schlicht und einfach organisatorisch für das Personal möglich und ist es auch heute noch nicht.
      Soviel dazu, herzliche Grüße,
      Regine Gresens
      10 Tipps, damit das Stillkind besser zunimmt

  2. Wie verhält sich das denn wenn das zweit Kind ein Mädchen ist? Bilden sich dann keine Prolaktinrezeptoren mehr ?
    Viele Grüße
    Selli

    • Liebe Selli, die Bildung von neuen Prolaktinrezeptoren wird von der Häufigkeit der Entleerung der Brüste in den ersten Tagen bis Wochen nach der Geburt bestimmt und ist nicht vom Geschlecht des Kindes abhängig.
      Herzliche Grüße,
      Regine Gresens

  3. Liebe Frau Gresens,
    vielen Dank für den Artikel. Rückblickend erklärt er mir ein Stück die unterschiedlichen Stillstarts bei meinen beiden Kindern.
    Viele Grüße
    Sternie

    • Liebe Sternie,
      ja, die Speicherkapazität kann sich bei verschiedenen Kindern durchaus unterscheiden.
      Wenn das zweite Kind männlich ist und in den ersten Tagen die Brüste häufig gut geleert werden, bilden sich weitere neue Prolaktinrezeptoren, die dann dafür sorgen, dass eine größere Milchmenge bereit gestellt werden kann.
      Liebe Grüße,
      Regine Gresens

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