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Zwei Sorten Muttermilch gibt es nicht

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Muttermilch verändert sich beim Stillen. Veränderungen der Stillintervalle hängen daher auch mit den Inhaltsstoffen der Muttermilch zusammen.

Denn Muttermilch ist nicht immer gleich. Zwar bleiben die Inhaltsstoffe immer dieselben, aber ihr Verhältnis zueinander ist veränderlich.

Aus einer vollen Brust erhält das Baby anfangs Milch mit hohen Anteilen Wasser und Laktose und relativ geringem Fettanteil.

Am Beginn des Stillvorgangs oder wenn es nur kurz trinkt, wird also erst einmal sein Durst gelöscht.

Dies ist von der Natur so eingerichtet, weil Menschen ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht lange überleben können.

Bei hohen Außentemperaturen oder bei Fieber ist es daher ganz normal, wenn das Baby sehr oft (mehrmals pro Stunde) für kurze Zeit an der Brust trinken möchte.

Im Sommer oder bei Krankheit Wasser oder Tee zu geben, ist also unnötig.

Je mehr sich die Brust leert, desto höher steigt ganz allmählich der Fettgehalt der Muttermilch. Diese fetthaltige Milch liefert Kalorien und macht das Baby satt und zufrieden.

Es gibt nicht zwei Sorten Muttermilch: eine „schlechte“, dünne und eine „gute“, fette Sorte, die erst nach einer bestimmten Zeit des Saugens plötzlich von der Brust gebildet wird.
Es gibt keine zwei Sorten Muttermilch. Klick um zu Tweeten

Die Brüste produzieren kontinuierlich Milch mit gleichbleibend hohem Fettanteil.

Der Fettgehalt der entnommenen Milch hängt allerdings vom Füllungsgrad der Brust ab. Die Fettmoleküle haften an den Innenwänden der Milchdrüsen.

Während die Brüste entleert werden, lösen sich die Fette von den Wänden und vermischen sich mit dem wässrigen Anteil der Milch.

Je leerer die Brust wird, desto fetthaltiger ist die Milch.

Im Verlauf eines Tages verändert sich auch die Milchmenge in den Brüsten. Dementsprechend unterscheidet sich auch der Fettgehalt der Milch bei Beginn einer Entleerung.
Je leerer die Brust wird, desto fetthaltiger ist die Milch. Klick um zu Tweeten

Nachts und am Vormittag enthalten die Brüste meist mehr Milch, die daher anfangs nicht viel Fett enthält.

Nachmittags und abends sind die Brüste leerer, dafür bekommt das Baby gleich zu Beginn fetthaltigere Milch.

Muttermilch beim Stillen in „Vor(der)milch“ und „Hintermilch“ zu unterscheiden, ist irreführend. Fachleute bezeichnen so lediglich Milchproben aus der Brust, die jeweils vor und nachdem das Baby getrunken hat, entnommen werden können.

Wird also an einer leereren Brust angelegt, hat die „Vor(der)milch“ bereits einen hohen Fettgehalt.

Aus einer vollen Brust, die beim Stillen nur wenig geleert wurde, enthält auch die „Hintermilch“ nicht viel Fett.

Die Dauer des Saugens an der Brust und die getrunkenen Milliliter sagen nichts über den Kalorien- oder Fettgehalt der getrunkenen Muttermilch.

Das Entscheidende ist die gute Entleerung der Brust.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, August 2017
Foto: Mateus André DSC_1803 via photopin (license)

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch Intuitives Stillen*, Kösel-Verlag, 2016, S. 100/101.

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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