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Beikost? Nicht übereilen ..."
Originaltext: "Solids? Wait a bit ... " von Diane Wiessinger, MS, IBCLC Einem gut gedeihenden, gestillten Baby in den ersten Monaten andere Nahrung zu zufüttern, kann seine Gesundheit beein-trächtigen.
Sogar eine einzige Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung oder Getreideflocken führt zu Veränderungen im Körper eines jungen Babys und kann Allergien auslösen, die sich hätten vermeiden lassen. Junge Babys können Stärke nicht gut verdauen, daher können die frühen Flocken zwar ihren Magen füllen, haben aber keine hohe Nahrungsqualität. Frühe Gabe von Früchten oder Gemüse kann die Eisenaufnahme stören. Und wissenschaftliche Studien ergaben, dass Babys anfangen nachts durchzuschlafen, wenn sie von ihrer Entwick-lung reif dafür sind, nicht wenn mit der Beikost begonnen wird. Die amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) empfiehlt, zu warten bis das Baby etwa 6 Monate alt ist, bevor etwas zur Diät eines gesun-den, gestillten Babys hinzugefügt wird. Nimmt Ihr Baby schlecht zu? Das Zufüttern kann Ihre Milchmenge noch weiter reduzieren. Wenn Sie sich Sorgen wegen der Gewichtszunahme Ihres Babys machen, rufen Sie eine Stillexpertin an, die Ihnen hilft, Ihr Baby gut zu ernähren und zu stillen.
Und wann ist das Baby bereit für Beikost? Wenn Ihr Baby etwa sechs Monate alt ist, alleine sitzen kann, nach Essen greift, es in seinen Mund stecke, kaut und schluckt und mehr davon möchte, dann ist es bereit und kann selber essen, ohne die Unterstützung der Babynah-rungsindustrie zu benötigen. Im Gegensatz dazu zeigt das bekannte Bild einer Mutter, die geduldig mit dem Löffel pürierte Nahrung in den Mund des Babys schiebt, während das Baby sie wieder ausspuckt, ein Baby, das einfach noch nicht bereit dafür ist.
Die alten Richtlinien mit der Empfehlung "mit vier bis sechs Monaten" mit Beikost zu beginnen, beziehen die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefütterten Säuglinge und die wenigen gestillten Babys, deren Wachstum wirklich stockend ist, mit ein. Für ein Baby, das sich ausschließlich mit Muttermilch gut entwickelt, ersetzt frühe Beikost eine vollständige, gut verdauliche Nahrung durch eine unvoll-ständige, schlecht verdauliche. Sie kann zu Fettleibigkeit, Allergien und niedrigem Eisenwert führen. Es gibt gute Gründe bis zum Alter von etwa sechs Monaten zu warten, besonders wenn es in der Familie bereits Allergien gibt.
Einige Säuglinge im Alter von vier und fünf Monaten möchten sich alles in den Mund stecken und erwecken den Eindruck unbe-dingt essen zu wollen. Trotzdem ist es wahrscheinlicher, dass sie auf etwas beißen, trainieren oder einfach nur dabei sein möchten. Häufig sind sie völlig zufrieden, mit den Großen am Tisch zu sitzen und mit Tassen, Löffeln und Tellern spielen zu können. Es ist auch möglich, dass sie nach weiteren Gelegenheiten suchen, zur Ernährung oder zur Beruhigung zu stillen. Andererseits kennt ein Baby, das auf Beikost besteht, bevor es sechs Monate alt ist, seinen eigenen Körper. Es ist ein menschliches Wesen, kein Kalender. Bieten Sie ihm altersgerechtes Fingerfood an und lassen Sie es damit selbst hantieren. Das wird den Unterhaltungswert steigern, die Unordnung und die Kosten gering halten und Sie brauchen sich nicht zu sorgen, es möglicherweise zu überfordern.
Andere Babys sind vielleicht nicht an fester Nahrung interes-siert, bis weit nach ihrem 6-Monats-Meilenstein. Das ist kein Problem, so lange sie weiterhin normal zunehmen. Überlassen Sie Ihrem Baby die Führung. Es wird mit der Zeit mehr feste Kost essen, wenn Sie sie ihm am Familientisch verfügbar machen.
Muttermilch (oder künstliche Säuglingsnahrung, wenn Sie das Stillen einschränken) sollte mindestens für das erste Lebensjahr die Haupt-nahrung Ihres Babys sein. Seien Sie versichert, Ihre Milch ist ein voll-ständig nährendes Nahrungsmittel solange Ihr Baby es mag. Gestillte Kinder sind bestens ernährt. Also, entspannen Sie sich und haben Sie Spaß an der Ernährung. Es ist nicht nötig, sich zu eilen.
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2004
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