„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Zwiebelmütter und Schuhverkäuferinnen

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC |
„Wenn Du das Baby dauernd hoch nimmst, wirst Du es verwöhnen.“
„Wenn ein Baby an der Brust einschläft, lernt es nie alleine einzuschlafen.“

„Du brauchst auch mal Zeit für Dich.“
„Du möchtest doch das Beste für Dein Baby, nicht wahr?“

Wir Mütter bekommen von Jedem Ratschläge – selbst wenn wir nicht darum gebeten haben.

Wie können wir unterscheiden, worauf wir hören und was wir besser ignorieren sollten?

Stell Dir dazu bitte einmal vor, Du wärst eine Zwiebel. Du bist umgeben von einer Schicht „Schale“ über der nächsten.

Es begann damit, dass Du die Tochter von Jemandem warst.

Dann warst Du die Freundin von Jemandem, dann Schülerin von Jemandem, Patientin von Jemandem, Angestellte von Jemandem, Lebenspartnerin von Jemandem.

Mit jeder Schicht lerntest Du Dinge, die Du nicht instinktiv konntest, und Schicht für Schicht lerntest Du darüber hinaus nicht so sorgfältig auf Dein eigenes Herz zu hören.

Wenn Du jetzt eine Schicht abschälst, ist eine andere Schicht darunter und es kann nach all diesen Jahren sehr, sehr schwierig sein heraus zu finden, was wirklich Du selbst bist und was nur eine weitere Schicht ist.

Glücklicherweise können wir die meisten grundsätzlichen Dinge im Umgang mit Babys instinktiv richtig tun, obgleich einige Dinge – wie etwas das richtige Positionieren des Babys an der Brust – gelernt werden müssen.

Fühlt sich das, was Du tust „einfach nicht richtig“ an?

Dann versuche das zu tun, was sich richtig anfühlt, selbst wenn es nicht das ist, was Deine Freundin oder Deine Chefin oder Dein Partner sagt, das Du tun solltest.

Wenn Du all diese Schichten abschälst, um herauszufinden, was sich angenehm und richtig für Dich anfühlt, wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass auch Dein Baby damit glücklicher ist.

Das bedeutet nicht, dass Dir bei diesem Prozess keiner helfen kann.

Aber denke daran, dass jede andere Person, die Dir hilft – Deine Nachbarin und Dein Arzt und Deine Mutter – tatsächlich in der gleichen Rolle ist wie eine Schuhverkäuferin.
 

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Schuhverkäuferin

Wenn Du Schuhe anprobierst, ist die Schuhverkäuferin da, um Dir zu assistieren, um sicher zu stellen, dass Du Deine passende Schuhgröße weißt, um diese Größe für Dich zu holen, um Dir mit den Schnürsenkeln zu helfen und um Dir einen Stil vorzuschlagen, der besser zu Deinem speziellen Fuß passt.

Manche Schuhverkäuferinnen können Dir sehr viele wichtige Informationen geben. Aber sie können Dir nicht sagen, welchen Schuh Du haben möchtest.

Es ist an Dir, diese Informationen und die Unterstützung zu erhalten, anzunehmen und trotzdem Deine eigene Entscheidung zu treffen.

Manchmal wirst Du entscheiden, dass Du überhaupt gar nichts machen willst. Das ist Dein Recht als Kundin.

Die Verkäuferin wird weder mit Dir nach Hause kommen, noch wird sich das Leben der Verkäuferin durch Deine Entscheidung verändern.
Nur Dein eigenes Leben wird sich dadurch ändern.

Immer wenn Du das Gefühl hast, Du wirst zu einer Handlung gedrängt, die Dir nicht angenehm ist, denke daran, dass Du Dich nur mit einer Schuhverkäuferin unterhältst.

Tritt einen Schritt zurück und frage Dich selbst, warum Dir diese Art von Aktion empfohlen wird.

Basiert sie auf Forschungsergebnissen oder ist es eine persönliche Meinung?

Gibt es Studien, die dieses Vorgehen stützen?

Gibt es Alternativen, die sich für Andere in Deiner Situation als hilfreich erwiesen haben?

Würde diese Aktion Dir Vorteile bringen oder der Schuhverkäuferin oder Euch beiden? Oder niemandem?

Was wird mit Sicherheit passieren, wenn Du es so machst?

Was wird mit Sicherheit passieren, wenn Du es nicht so machst? Und für wen?

Überall um Dich herum, wirst Du auf Schuhverkäuferinnen treffen.

Nutze ihre Hilfe so oft und so viel, wie Du magst, stöbere in dem einen Geschäft und schaue in dem anderen durchs Fenster.

Aber denke daran, sie alle bleiben weiterhin Schuhverkäuferinnen, einschließlich der Person, von der Du diesen Text bekommen hast.

Die endgültigen Entscheidungen triffst Du selber.

Original: Onion Mothers and Shoe Salesmen von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2004
Foto: Frank C. Müller, Baden-Baden (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

 
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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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