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Zwiegespräche für die Partnerschaft

Zwiegespräche für die Partnerschaft

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Paare, die regelmäßig miteinander reden, sind glücklicher. In manchen Partnerschaften kommt allerdings das Gespräch und damit auch oft die Sexualität und die Liebe zum Erliegen.
Was können Paare dann tun, um sich wieder näher zu kommen?

Was sind „Zwiegespräche“?

Meiner Erfahrung nach sind Zwiegespräche hier eine gute Möglichkeit. Zwiegespräche basierend auf den Erkenntnissen der Psychoanalyse und verändern das Paarleben oft erstaunlich schnell, indem sie die wechselseitige Einfühlung verbessern, die Konfliktfähigkeit entwickeln und die Dialogbereitschaft der Partner erhöhen. Durch das Ende der Sprachlosigkeit wird meist auch die verschüttete erotische Beziehung des Paares wieder lebendig.

Die Methode des „Zwiegesprächs“ besteht in dem ungestörten Sprechen der Partner miteinander über eine Dauer von etwa 1,5 Stunden, in denen dem Anderen das je eigene Erleben dargestellt wird.

Für wen sind „Zwiegespräche“ geeignet?

  • Für Paare, die aktiv dazu beitragen möchten, dass ihre Beziehung lebendig bleibt oder wieder lebendig wird;
  • Für Eltern, die ihren eigenen Kindern die bestmöglichen seelischen Entwicklungsbedingungen bieten möchten;
  • Für Paare, die lebensverändernde Ereignisse besser verarbeiten möchten (Schwangerschaft, Geburt, Krisen, Berufsveränderung, Krankheit, Trauer u.a.).

Was bewirken „Zwiegespräche“?

Zwiegespräche vertiefen eine Zweierbeziehung vor allem durch die Steigerung der wechselseitigen Einfühlung. Sie folgt aus dieser Form des Gesprächs von selbst, indem jeder dem Anderen berichtet, wie er sich selbst, den Anderen, die gemeinsame Beziehung und die jeweilige Situation gerade erlebt.
So machen Sie sich gegenseitig für den Anderen einfühlbar und warten nicht passiv auf die Einfühlung des Partners.

Welche Vorbereitungen sollten vor den eigentlichen „Zwiegesprächen“ getroffen werden?

In so genannten Vor-Zwiegesprächen von 90 Minuten Dauer klären Sie miteinander zu zweit (oder ggf. mit einem Coach):

  • Welche Fragen zu den „Zwiegesprächen“ sind noch ungeklärt?
  • Welche Befürchtungen, Ängste, Vorbehalte, Skepsis usw. sind vorhanden?
  • Gibt es innere Abwehr? Wenn ja, warum?
  • Passt sich einer dem Wunsch des anderen zum „Zwiegespräche“ an?
  • Sind beide Personen in etwa gleicher Weise entschlossen, „Zwiegespräche“ zu machen?
  • Ist es für beide sinnvoll, „Zwiegespräche“ einzuführen?

Welche Vereinbarungen werden vor den „Zwiegesprächen“ getroffen?

  • Beide Partner sind sich einig, „Zwiegespräche“ durchführen zu wollen.
  • Beide vereinbaren gemeinsam mindestens einen festen Haupt- und einen Ausweichtermin von 90 Minuten Dauer pro Woche.
  • Alle denkbaren Störungen von außen (Telefon, Hausklingel, Kinder …) werden unmöglich gemacht.
  • Eine Uhr befindet sich für beide in Sichtweite.
  • Ausgefallene Termine, werden in der folgenden Woche als Bündelung nachgeholt, d.h. 2x 90 Minuten mit 15 Minuten Pause an einem Tag.

Welche Regeln gelten bei den „Zwiegesprächen“?

  • Setzen Sie sich zum Zwiegespräche von Angesicht zu Angesicht gegenüber.
  • Keine Ablenkungen durch Essen, Trinken, Rauchen, Laufen usw.
  • Einigen Sie sich, wer anfangen soll.
  • Die beginnende Person geht auf die Frage ein:
    Was bewegt mich im Moment am stärksten? An mir selbst, an meinem Leben, an unserer gemeinsamen aktuellen Lage, an unserer gemeinsamen Beziehung, an Dir – meinem/r Partner/in?
  • Nur diese eine Frage zu diesen fünf Bereichen steht im Mittelpunkt des „Zwiegesprächs“ – nichts anderes.
  • Die jeweils sprechende Person spricht nur von sich selbst. Keine Verallgemeinerungen, kein Sprechen für oder über den Anderen.
  • Sie hat 15 Minuten Sprechzeit.
  • Die zuhörende Person wird 15 Minuten lang die sprechende Person nicht unterbrechen – egal was kommt. Keine bohrenden Fragen, kein Drängen und keine sanften oder gar heftigen Versuche, den anderen einfach zu übergehen.
  • Schweigen und Schweigen lassen, wenn es sich ergibt. Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang.
  • Nach 15 Minuten wechseln sich beide ab.
  • Nutzen Sie Bildersprache: die sprechende Person erläutert sich in konkreten gemeinsam erlebten kleinen Szenen.
  • Pünktlich beginnen, pünktlich aufhören. Die Zwiegespräche nie verlängern oder verkürzen. Nach 90 Minuten ist Schluss.

Woran liegt es, wenn „Zwiegespräche“ nicht stattfinden oder wieder einschlafen?

Misslingen Zwiegespräche, liegt es fast immer daran, dass wichtige Vorbereitungen oder Regeln der Zwiegespräche unbeachtet blieben. Dann hilft die gemeinsame Untersuchung folgender Fragen:

  • Haben die Zwiegespräche regelmäßig einmal in der Woche stattgefunden oder – wie beschrieben – ersatzweise gebündelt?
    Wenn nicht, ist der unbewusste rote Faden gerissen.
  • Gingen sie über 1,5 oder 2 Stunden?
    Waren sie zu kurz, so blieben sie oberflächlich und enttäuschten. Waren sie zu lang, so hat sich das Paar überfordert.
  • Ist jeder bei sich geblieben, erkannten beide, wenn sie für oder über den anderen gesprochen haben?
    Häufig agieren Paare ihre unbewussten Schuldgefühle in einem „Streitgespräch zum festen Termin“ aus. Sie entwickeln die Abwehrform der „Beziehungskiste“, in der jeder seinen inneren Schwerpunkt in den anderen verlagert hat.
  • Blieben die Gespräche ungestört durch äußere Einflüsse?
    Jede Ablenkung, ja schon die Erwartung einer Störung, behindert die unbewusste Wahrnehmung und die Konzentration. Dadurch geht beim Spaziergang übers Feld, im Auto oder durch das Klingeln des Telefons, viel Austausch verloren.
  • Hat sich jeder von beiden für die Zwiegespräche entschlossen, sind sie gemeinsam für diesen Termin verantwortlich?
    Viele Partner gehen auf die Wünsche ihres Partners ein, ohne es selbst zu wollen. Wer Zwiegespräche „für den Anderen mitmacht“, ist sich seines abgestimmten Verhaltens noch nicht bewusst.
  • Ist das Sprechen – über mehrere Zwiegespräche hin – ungefähr gleich verteilt?
    In dem Schweigenden sammelt sich oft das, was aus der Beziehung herausgehalten werden soll. Sein Wort ist wesentlich. In vielen Paaren gibt es eine Seite, die viel und leicht redet, und die andere Seite, der sprechen schwerer fällt. Beide sollten dafür sorgen, dass jeder gleichviel Zeit während des Zwiegesprächs erhält – und sei es, indem der leichter Sprechende einfach schweigt. Manche Paare brauchen lange, bis sich das Ungleichgewicht ausbalanciert hat. Auf keinen Fall sollte die Asymmetrie dazu führen, dass sich die Polarisierung verfestigt.

Was macht ein Coach bei den begleiteten „Zwiegesprächen“?

Besonders in schwierigen Beziehungssituationen macht der Coach die Verabredung und die Einhaltung der „Zwiegespräche“ verbindlicher und verlässlicher. Seine unparteiische Anwesenheit kann entschärfend und entspannend wirken. Ein Coach achtet auf die Einhaltung der bekannten Regeln und gibt die Themen für die „Zwiegespräche“ vor (Beziehungsfenster):

  1. Wie erleben wir unsere augenblickliche Beziehung?
  2. Wie waren die ersten drei Minuten mit Dir?
  3. Welche drei entscheidenden seelischen Qualitäten faszinierten mich an Dir so sehr, dass ich mich verliebte?
  4. Was waren die drei besten Eigenschaften unserer Verliebtheitsbeziehung im Vergleich mit anderen Beziehungen in meinem Leben oder dem von Freunden und Bekannten?
  5. Wie hat sich unsere Beziehung seit dieser Zeit bis heute weiter entwickelt?
  6. Welche Lebens- und Liebesbedingungen waren in der Verliebtheitsphase gegeben, die heute nicht mehr vorhanden sind? Und wie könnten sie heute wieder den Alltag eingebaut werden?
  7. Die eigene Kindheit: Wie waren die emotionale Beziehung zur Mutter, zum Vater, das Erlebnis der Eltern-Beziehung, die emotionale Beziehung zu den Geschwistern (falls vorhanden) und zu weiteren wichtigen Bindungspersonen?

Literatur:
Michael Lukas Moeller: Die Wahrheit beginn zu zweit – Das Paar im Gespräch*
Mathias Jung: Das sprachlose Paar – Wege aus der Krise*
Foto: Vermin Inc via photopin cc

 

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Berichte mir doch gerne von deinen Erfahrungen mit den Zwiegesprächen!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

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