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Zeit für das Große

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Die Ankunft eines neuen Geschwisterchens ist für ältere Geschwister aufregend und schön, bringt aber in der Regel zugleich auch einschneidende Veränderungen ihres bisherigen Lebens mit sich.

Nach der ersten Freude tritt oft nach einiger Zeit eine leichte Enttäuschung ein, weil der neue kleine Bruder oder die kleine Schwester doch noch kein geeigneter Spielkamerad für das Große ist.

Vor allem aber nimmt die Versorgung und auch das Stillen des Babys jetzt viel Deiner Zeit und Energie in Anspruch, die vorher vielleicht ausschließlich auf das Große gerichtet war.

Oft verbringt der Papa nun deutlich mehr Zeit mit dem oder der Großen. Idealerweise sollte dies schon während der Schwangerschaft beginnen, um das ältere Geschwister auf die bevorstehenden Veränderungen und auf das neue Baby vorzubereiten.

Um in der Anfangszeit in Ruhe das Zweite stillen zu können, ist es gut, das Große währenddessen in Deiner Nähe zu beschäftigen, damit es sich nicht langweilt oder ausgeschlossen fühlt.

Mit etwas mehr Routine wirst Du später Dein Baby auch öfter einfach einmal nebenbei stillen können, während Du Dich mit Deinem Größeren beschäftigst.

Im Wohnzimmer und im Spiel- bzw. Kinderzimmer und auch im Garten – also da, wo sich das Leben Deines Großen überwiegend abspielt – solltest Du Dir in den ersten Monaten jeweils eine Liegemöglichkeit einrichten, um dort auch im Liegen stillen zu können, aber auch einfach nur, um Dich auszuruhen und Deinen Beckenboden zu entlasten.

Damit Dein großes Kind keine Eifersuchtsgefühle entwickelt oder falls diese bereits vorhanden sind, ist es am besten, wenn du möglichst von Anfang an, jeden Tag fest eingeplant einige Zeit NUR mit Deinem Großen verbringst.

Wichtig ist jedoch, dass das Kleine währenddessen gut versorgt ist (z.B. vom Papa oder der Oma), damit Du Dich entspannt auf Dein Großes konzentrieren kannst und das KLeine ihm nicht zwischendurch ständig die Mama wieder „wegnimmt“.

Was Ihr in dieser exklusiven Mama-Zeit zusammen macht, wann sie am Tag ist und wie lange sie dauern kann, solltet Ihr für Eure Familie klären und dann auch entsprechend organisieren.

Aber es gibt noch einige andere Dinge, die das Leben mit Kindern einfacher machen und damit Zeit und Stress sparen.

Tipps für mehr Zeit mit Kindern

Diese fünf Bausteine helfen Dir, Euren Alltag mit wenig Stress und mehr Zeit zu organisieren:

  1. Stillen:
    Nimm Dir vor, mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen, und danach weiter zusätzlich zur Beikost.
    Wende Dich bei Stillschwierigkeiten frühzeitig an eine Stillberatung, damit sich Probleme schnell auflösen lassen und das Stillen einfach und angenehm wird.
    Still Dein Baby auch vor Dritten und in der Öffentlichkeit, dadurch gewinnst Du mehr Freiheit und fühlst Dich durch das Stillen nicht ans Haus gebunden, sondern kannst mit Deinen Kindern auch problemlos Zeit auf Spielplätzen oder an Gruppen teilnehmen.
  2. Tragen des Babys in einer Tragehilfe:
    Kontinuierlicher Körperkontakt ist eines der Grundbedürfnisse von Babys. Werden diese erfüllt, sind sie meistens wach und zufrieden oder schlafen.
    Tragen im Haus und unterwegs macht Dir aber auch die Hände frei für das Große, so dass Du dabei Basteln, Memory spielen, im Sandkasten schaufeln oder zusammen Pudding kochen und vieles andere tun kannst.
    Wenn Dein Kleines alt genug ist, fang damit an, es häufiger auf dem Rücken zu tragen, das schont Deinen Rücken und macht es einfacher, Dein Großes in Deine Arme zu nehmen, so dass es sich dabei auch an Dich schmiegen kann.
  3. Unaufwändige Körperpflege:
    Es ist absolut nicht notwendig, Dein Baby täglich zu baden.
    Normalerweise reicht es auch völlig, Gesicht, Hände, usw. regelmäßig mit einem Waschlappen zu waschen. Auch für die Haarwäsche tut es zu Beginn ein feuchter Waschlappen.
    Die Windel muss nur gewechselt werden, wenn Dein Baby Stuhlgang hatte, oder wenn sie nach mehreren Stunden stark mit Urin gefüllt ist.
    Mit der Windelfrei-Methode* ist es sogar möglich, weitgehend ohne Windeln und Wickeln auszukommen.
  4. Einfache Haushaltsführung:
    Mach es Dir im Haushalt so einfach wie möglich.
    Verzichte aufs Bügeln, Fensterputzen und …
    Reduziere Deine Ansprüche, was den Haushalt angeht, und lass Dir auch von Anderen keinen Druck machen.
    Nimm jede private Hilfe an, die Dir angeboten wird.
    Bitte auch Deine Besucher, Angehörige, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung und teile ihnen dann konkret mit, was sie für Euch tun können, z.B. Einkaufen, etwas Leckeres kochen, etc.
    Gönn Dir im ersten Jahr eine Haushaltshilfe gegen Bezahlung, für die Grundreinigung, wie z.B. Saugen, Wischen, Bäder putzen.
  5. Keine spezielle Babynahrung:
    Wenn Dein Baby reif für die Beikost ist, bereite ihm keinen Extra-Brei zu, sondern lass es weiche, ungewürzte Bestandteile Eures Familienessens selbst in die Hand nehmen oder fütter ihm diese in pürierter Form (vorausgesetzt, Ihr ernährt Euch gesund).

Noch ein Tipp:
Lasst Euch zur Geburt des Zweiten Geld schenken, statt weiterer Babykleidung oder -spielsachen, die Ihr bereits zur Genüge habt. Damit könnt Ihr Euch dann „Zeit kaufen“, z.B. um eine Hilfe im Haushalt zu bezahlen oder um ein neues Haushaltsgerät zum Zeitsparen anzuschaffen, etwa einen Wäschetrockner.

Oft dauert es einige Monate, bis sich ALLE Familienmitglieder an das Leben mit dem neuen Baby gewöhnt haben und wieder Alltag und Routine eingekehrt sind.

Trotzdem sind diese „Flitterwochen zu Viert“ eine ganz besondere Zeit, die viel zu schnell vergeht und die Ihr daher alle miteinander auch genießen können solltet.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, April 2017
Foto: gemsling via photopin cc

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Die 5 Punkte kann ich absolut bestätigen, auch wenn die Großen bei mir “nur“ Hund und Katze sind.

  2. Ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen und habe mich total „festgelesen“ 🙂 auf diesem Weg möchte ich dir ein großes Kompliment für die vielen inspirierenden Beiträge danken.

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