„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Wozu diese Mützchen?

Autorin: Diane Wiessinger |
Dein wundervolles Baby ist auf der Welt – nach einer perfekten Geburt. Es liegt auf Deiner Brust, Du beugst den Kopf zu ihm hinunter und nimmst einen tiefen Atemzug von dem Geruch von seinem…

… Mützchen??

Wo kommt dieses Mützchen her?

Schau Dir mal eines der üblichen Geburtsvideos an!

Du wirst darauf wahrscheinlich Hände sehen, die sofort nach der Geburt ins Bild kommen, um eine Mütze auf das noch feuchte Köpfchen zu setzen.

Aber wozu?

Diese Mütze ist wahrscheinlich ein Überbleibsel aus der Zeit, als Neugeborene von ihren Müttern getrennt wurden und ihre Körpertemperatur auf anormale Weise selbst aufrecht erhalten mussten, ohne sich an einen großen, liebevollen „Mama-Ofen“ kuscheln zu können.

Heute bleiben neu geborene Babys bei ihren Müttern.

Aber anstatt beide zusammen mit einer warmen Decke einzuhüllen, die die Botschaft vermittelt: „Hier, Mama und Baby, wärmt Euch zusammen als Einheit!„, fliegt rasch eine Mütze herab, die sagt: „Hier, Baby, es ist eine kalte Welt und Du bist jetzt ganz auf Dich gestellt.“

Aber ist das wirklich eine gute Sache?

Nun, es gibt mit Sicherheit keine wissenschaftliche Studie, die belegt, dass eine Mütze hilfreich ist, wenn Mutter und Baby im Hautkontakt sind.

Aber es gibt Studien, die zeigen, dass es im Falle einer Hirnblutung nach der Geburt wichtig ist, den Kopf des Babys zu kühlen.

Und wir wissen auch sicher, dass eine Mütze den Anblick eines Neugeborenen ändert, von dem weisen Aussehen einer Person von einem entfernten Stern zu dem leicht dümmlichen Aussehen einer Person, die gerade von einer erfolgreichen Einkaufstour zurückgekehrt ist.

Gibt es diese Mütze, weil alle kommerziellen Unternehmen – sogar Krankenhäuser – gerne kostenlose Geschenke an ihre Kunden verteilen?

Gibt es die Mütze, weil Andere zeigen wollen, dass sie die Kontrolle haben?

Weil jemand meint, dass es süß aussieht, so wie die überflüssige Schleife vom Hundefriseur?

Diese Mütze stört die ersten kostbaren Blickkontakte, die Du und Dein Baby miteinander habt.

Sie bedeutet ein weiteres Paar Hände in einem Moment, in dem Du Dir gerade wünschst, dass der Rest der Welt verschwinden möge.

Die Mütze behindert Deine Möglichkeit, Dein Neugeborenes zu riechen und zu spüren.

Es gibt keine Studien, die ihre Verwendung stützen. Sie ist ein Relikt dieser unglücklichen Zeit, als Neugeborene nach der Geburt von ihren Müttern getrennt wurden.

Mutter Natur hat viele menschliche Neugeborene mit einem prächtigen Haarschopf ausgestattet, aber viele andere haben keine Haare.

Wenn ein warmer Kopf nach der Geburt so wichtig wäre, würden dann nicht alle menschlichen Babys den Kopf voller Haare haben?

Ohne diese Mütze, beugt eine Mutter ihren Kopf vor, um am Köpfchen des Neugeborenen zu schnuppern und ihre Wange an ihn zu legen, während sie dabei ganz normal atmet.

Und genau diese Nähe ihres Gesichts, ihrer Wangen und ihres Atems wärmen und trocknen den Kopf des Babys und leisten vermutlich einen Beitrag zu dieser frühen, starken, lebenslangen Liebesbeziehung.

Setz dem Baby eine Mütze auf – und die Mutter schnuppert nicht und reibt ihre Wangen nicht am Kopf des Babys oder macht irgend eine andere von diesen instinktiven kleinen Berührungen am Köpfchen des Neugeborenen oder falls sie es doch macht, erhält sie dabei nicht dasselbe Feedback wie ohne Mütze.

Ob das wichtig ist?

Wer weiß es genau?

Was wir wissen, ist jedoch, dass es keine wissenschaftlichen Studien gibt, die die Verwendung von Mützen unterstützen.

Und wir wissen nicht, wie wichtig es ist, keine Mützen zu verwenden.

Vertraue darauf, dass Du für Dein Baby eine gute Mutter bist.
Sei wachsam für die vielen winzigen Störungen dieses lang erprobten Systems.

Behalte Dein Baby am Körper
und lass die Anderen die Mütze tragen, wenn sie das unbedingt möchten.

Original: „Off With Their Hats?“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2008
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2014
Foto: Jane Fader via photopin cc

 

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Ein Neugeborenes mit Mütze

Fürs Liken, Teilen und Pinnen sage ich herzlich Danke! 

Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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11 Kommentare

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  1. Oh, wow, selten so einen Beitrag gelesen. Wer weiß wie viele
    Mutterkind-Beziehungen durch ein unschuldiges Mützchen vollständig zerstört wurden. Hätte es nicht eine schöne Familie werden können und nun hasst die Mutter ihr Kind aufgrund eines Mützchens. *Ironie aus
    Der Grund für ein Mützchen ist der große Wärmeverlust über den Kopf. Alternativ (so wird es in unserem Kreissaal gemacht) kann der Wärmeerhalt auch durch ein großes Handtuch erfolgen, welches über Kind (auch am Kopf) und mütterliche Brust gelegt wird – doch auch dieses stört am Kopf des Kindes die mütterliche Nase. Interessanterweiße habe ich jedoch noch NIE eine Mutter gesehen, die sich hierdurch vom Schnuppern und Kuscheln hat irritieren lassen. Glücklicherweiße besteht so ein Neugeborenes ja auch nicht nur aus Hinterkopf sondern hat sogar ein Gesicht. Bei sehr kleinen und untergewichtigen Kindern wird tatsächlich häufig rasch ein Mützchen aufgezogen, da diese noch schneller auskühlen und dadurch dann auch in eine (schwere) Unterzuckerung geraten können. Und wenn schon ein Mützchen die Familie zerstört, wie schrecklich muss dann erst ein Aufenthalt in der Kinderklinik sein.

    Der Hinweis auf eine (angebliche) Kopfkühlung bei Hirnblutungen ist nicht nur vollständig unangemessen (und WENN das Kind eine Neugeboreneninfektion hat bekommt es Antibiotika, WENN es nicht atmet wird es maschinell beatmet. Beides bedeutet nicht dass man es vorsorglich auch bei gesunden Kindern durchführen sollte!) sondern auch grob falsch! Bei einer Gehirnblutung findet KEINE Hypothermiebehandlung statt. Eine größere Blutung ist sogar ein Ausschlusskriterium, da durch die Kälte die Blutgerinnung verschlechtert ist und sich eine Blutung verschlechtern kann. Eine Kühlung wird bei einer ausgeprägten Asphyxie
    (= Sauerstoffmangel während der Geburt) durchgeführt.
    Bitte überdenken Sie zukünftig Ihre Texte vor dem Posting, bevor Sie solche Dinge in die Welt setzen und Mütter/ werdende Mütter vollständig unnötig verunsichern.

    Mit freundlichen Grüßen, eine schockierte Kinderärztin

  2. Direkt nach der Geburt kenne ich das auch nicht, dass sofort ein Mützchen aufgesetzt wird. Doch danach finde ich es sehr sinnvoll. Mutternatur hin oder her. Wie oft liegen die Kleinen alleine auf einer Decke, im Kinderwagen etc. Der Kopf beim Neugeborenen ist ein Drittel (im Vergleich zu uns Erwachsenen) und das heisst das Kind ist zu einem Drittel nackt. Darüber verliert es ganz viel Wärme. Wir laufen auch nicht mit nacktem Oberkörper rum. Bis die Babys ihren Wärmehaushalt wirklich stabil halten können, vergeht einige Zeit und da macht es durchaus Sinn auch in Räumen (gerade wenn die Kinder bodennah sind) ein kleines Mützchen anzuziehen.

  3. Ich habe meine 4 Kinder immer gut behütet, auch im wahrsten Sinn des Wortes.
    Liebe Grüße

  4. Mir hat die Hebamme das Mützchen damit begründet, dass der Babykopf bei der Geburt so strapaziert wird und daher zunächst sehr empfindlich sei oder sogar schmerze. Die Mütze sei dann auch mechanischer Schutz vor unangenehmen Berührungen. Meine Tochter mochte sie jedoch nicht tragen, daher habe ich sie bald weggelassen.

  5. Pingback: Dinge, die den Start in die Elternschaft erleichtern können - Geborgen Wachsen
  6. Ja, aber Mutter Natur weiß nicht, dass das Baby evtl im KH zur Welt kommt, wo oft Durchzug ist und Klimaanlage… Bei uns gabs deswegen Mützchen- aber nicht auf Anraten des KH, sondern weil ich es wollte. War übrigens die Einzige auf Station, deren Baby Mützchen trug.

  7. haha das spricht mir aus der seele.

    2013 bekam mein kind gleich nach der geburt ein mützchen.
    ich wollte sie abziehen.
    da meinte die krankenschweister ganz schön dominant: NEIN die bleibt drauf. das ist wichtig!

    und ich habe ihr geglaubt. kam mir unlogisch vor, aber ich dachte, sie würde es sicher besser wissen und habe nicht daran gedacht, das begründen zu lassen:-)

  8. Kein so toller Artikel würde ich sagen ;).
    bei uns gabs zur Geburt kein Mützchen auf …. Und auch danach war es einem selber überlassen …. Ich setze meiner Maus seit Herbst ein Mützchen Nachts auf… Da sie noch nicht so viele Haare hat und sonst nachts zuviel Wärme über den Kopf verliert … Genau dafür sind diese Mützchen da…

  9. Wunderschöner Artikel. Genau so ist es… Vielen Dank dafür und diese wunderbare und wichtige (!!!) Seite! Danke.

  10. Ich bin sehr froh, dass ich bei allen drei bisherigen Geburten so lange an meinen Babys schnuppern und mit ihnen kuscheln durfte und konnte, wie ich wollte. Es gab kein störendes Mützchen und wir bekamen mit dem Papa zusammen alle Zeit der Welt. Und das, obwohl ich sie im Krankenhaus bekommen habe (1997,2000,2010) 😉
    Und ich hoffe sehr, dass ich auch nächstes Jahr, bei der Geburt unseres vierten Kindes, genauso viel Zeit bekommen werde.

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