Dafür lohnt es sich zu kämpfen

Wofür tue ich das alles??

7 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2008

Warum sich der Kampf ums Stillen lohnt

Sie haben gepumpt, gekämpft, Schmerzen ertragen, seit Tagen oder sogar seit Wochen nicht mehr geschlafen. Um was geht es dabei überhaupt?
Den Traum vom Stillen aufzugeben, erscheint langsam immer verlockender…

Sie kämpfen für das Gehirn Ihres Babys

Ohne Muttermilch wird sich das Gehirn Ihres Babys nicht so gut entwickeln. Es kann auch mit Flaschennahrung sehr schlau werden, aber es wird nicht so schlau sein, wie es hätte sein können.

Und wenn es nicht dafür gemacht ist, brillant zu werden, wird der Verlust dieser wenigen IQ-Punkte durch die Flaschennahrung für Ihr Kind ein noch größerer Verlust sein.

Sie kämpfen für die Gesundheit Ihres Babys

Je empfindlicher Ihr Baby ist, desto mehr braucht es Ihre Milch. Ein Frühgeborenes muss schwere Kämpfe bestehen, einfach nur, weil es zu früh geboren wurde. Ihre Milch liefert ihm Hilfsmittel, die es dabei unterstützen, und sorgt dafür, dass seine Ernährung nicht einen weiteren – möglicherweise lebensbedrohenden – Kampf bedeutet.

Bei einem Reifgeborenen erhöht die Verwendung von Flaschennahrung das Risiko für viele, viele Probleme, von Diabetes über SIDS (Plötzlicher Säuglingstod) bis hin zu Übergewichtigkeit. Ihr harter Einsatz jetzt ist eine kurzdauernde Investition in die lebenslange Gesundheit Ihres Babys.

Sie kämpfen für eine der besten Beziehungen Ihres Lebens

Es ist nicht möglich, beim Füttern mit der Flasche eine Stillbeziehung herzustellen. Nicht für Sie und nicht für Ihr Baby.

Sie kämpfen für den Tag, an dem diese einfache, enge und freudvolle Beziehung für Sie beide erblühen kann.

Sie zahlen gerade den Preis, um eine dieser Mütter zu werden:

„Ich dachte das Pumpen und Abwaschen der Flaschen würde ewig weitergehen. Aber jetzt ist mein Baby 18 Monate alt und seit 15 von diesen 18 Monaten sind wir glücklich am stillen.“

„Die Stillschwierigkeiten meines Kindes stellten sich als frühe Symptome von anderen Schwierigkeiten heraus. Sein Sprachtherapeut sagt, ihn zu stillen war das Beste, was ich für ihn tun konnte. Ich bin so froh, dass ich es gemacht habe!“

„Stillen war einfach nicht möglich. Das hieß aber nicht, dass mein Kind leiden musste. Ich habe die ersten 6 Monate meine Milch für ihn abgepumpt. Das war mein Geschenk für ihn und ich werde immer stolz darauf sein, was ich geschafft habe.“

„Ich dachte, ich kann einfach nicht mehr weitermachen. Aber ich entschied mich, weiter zu pumpen, während wir zur Flaschennahrung wechseln, nur für alle Fälle. Das war gut so, denn sie vertrug die Flaschennahrungen überhaupt nicht. Da ich immer noch pumpte, konnten wir direkt zu der Nahrung zurückkehren, die sie gesund hielt. Auch wenn das hieß, dass ich wieder zurück bei der alten Plackerei war. Und jetzt stillen wir und es ist s-o-o-o-o einfach.“

„Ich fing an alles abzulehnen, die Pumpe, meinen Partner, meine Familie – alles. Aber ich wollte nicht aufgeben bis zum 3. Monat. Und nach 2,5 Monaten begann alles gut zu funktionieren.“

„Ich habe Flaschennahrung gefüttert und ich habe gestillt. Ich werde mich immer schlecht fühlen, weil meine Beziehung zu meinem Flaschenkind nicht so eng ist, wie zu meinen Stillkindern. Ich gebe es den meisten Menschen gegenüber nicht zu, dass es einen Unterschied gibt. Aber es gibt einen.“

„Ob ich froh bin, dass ich durchgehalten habe? Aber ja, auf jeden Fall!“
 
Original: Why am I doing this?? von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2008
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2013
Foto: dianaschnuth via photopin cc
 
Zum Weiterlesen:
Bestätigt – Stillen ist gut fürs Baby-Hirn
Bindung und Stillen
Was ist, wenn ich abstillen möchte

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

7 Kommentare

  1. Ich finde Stillen super, aber was ist das denn bitte für ein pauschalisierter Schwachsinn zu behaupten, dass nicht gestillte Kinder weniger schlau sind als gestillte? Und dass Stillen das Kind lebenslang gesund macht? Geht’s noch??? Das lässt sich wissenschaftlich überhaupt nicht beweisen. Vielleicht ist das Kind einfach mit einem super Immunsystem ausgestattet.
    Schonmal darüber nachgedacht, dass auch gestillte Kinder im Laufe des Lebens unabhängig von der Familiengeschichte z. B. Allergien oder Erkrankungen entwickeln können?
    Dieser Artikel ist an Überheblichkeit nicht zu übertreffen!!! Arme Mütter, die nicht auf ihr Bauchgefühl vertrauen, sondern dieser Gehirnwäsche verfallen und sich monatelang mit Abpumpen quälen, weil sie denken, dass ihr Kind mit Flaschenmilch sonst schlechte Startbedingungen für ein gesundes Leben hat.

    • Danke!!! Furchtbarer Text…. Ich habe fünf Kinder 12 Monate (!) vollgestillt, und bisher vier davon haben schweres Asthma, Schuppenflechte und weitere Dinge sind auch noch zu bieten.

      Gene gibt es z. B. auch.

  2. Bei uns hat das Stillen leider nicht geklappt, deshalb pumpe ich. Inzwischen schon seit 13 Monaten und kein Ende in Sicht. Ich hoffe unsere Bindung leidet nicht unter der Flasche.

    • Liebe Christina, ich bin mir sicher, dass du eine wunderbare Mutter bist. Schau doch mal dein Kind beim Trinken an. Ist es unzufrieden oder zufrieden, wenn es aus der Flasche trinkt? Wenn es mit dem Stillen nach so einer langen Zeit nicht klappt, dann zieh einen Schlussstrich. Wenn es doch noch klappen sollte, dann hat sich die Mühe ausgezahlt. Mach dich aber bitte nicht verrückt. Deinem Kind geht es erst wirklich gut, wenn du selbst gesund und zufrieden bist und dies übertragen kannst.

  3. Ich bin in den 80ern als Frühchen geboren und konnte (u.a. wegen der damaligen Trennung von Mutter und Kind) nicht gestillt werden. Dennoch habe ich eine sehr enge Bindung zu meiner Mutter- bis heute! Ich kenne kaum jemanden der eine derartige Beziehung zu seiner Mutter hat. Von daher ist ein gutes Bonding auch ohne Stillen möglich.

    Reines Schwarz/weiß-Denken hilft niemandem weiter. Aber ich denke,dass ein positives Bild des Stillens doch noch weiter in die Welt hinaus getragen werden sollte, damit mehr Frauen sich „trauen“ es durchzuhalten; auch bei Schwierigkeiten.

  4. Ich bin sehr fürs Stillen und allen Vorteilen die damit einher gehen.Es ist wunderschön zu sehen,wie Mutter und Kind ihre Bindung stärken und es genießen.Aber mich macht es traurig,dass Flaschenkinder dumm werden sollen und „Stillen ist Liebe“ heißt es…was ist dann mit Flaschenkindern?Bekommen sie weniger Liebe? Wir in unserem babyfreundlichen Krankenhaus fördern auch die Bindung nichtgestillter Kinder und unterstützen Mütter beim Stillen und Mütter zu erschöpft sind weiter zu stillen, indem wir sie tolerieren und ihnen helfen,die best mögliche Entscheidung für das Baby UND für sich zu finden.Schade,dass es so oft noch ein schwarz weiß denken gibt.Sollten wir nicht offener sein?

  5. Meine Mutter konnte mich Anfang der 80er Jahre nicht stillen, sie hatte nicht genügend Milch, sagte sie. Ich stille unsere Tochter seit ihrer Geburt vor drei Monaten und hoffe, dass wir eine bessere Bindung und Beziehung zu einander haben werden als ich sie zu meiner Mutter habe.

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