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Wann welche Pumpe?

Wissenswertes über Pumpen

3 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2006
Entleeren der Brüste mit der Hand
wird von den meisten erwerbstätigen Mütter auf der Welt praktiziert. Es braucht etwas Übung, aber wenn Sie es erst einmal erlernt haben, ist es schnell und einfach.

Versuchen Sie anfangs in eine große Schale oder eine saubere Margarinedose auszustreichen.

Massieren Sie Ihre Brüste und schütteln Sie sie vorsichtig.

Legen Sie Ihren Daumen auf einer Seite der Brust auf den Rand der Areola (den dunklen Bereich um Ihre Brustwarze herum) und zwei Finger auf den gegenüberliegenden Rand.

Drücken Sie leicht in Richtung Brustkorb. Nun drücken Sie Ihren Daumen und die Finger zusammen und ziehen Sie sie von Ihrem Brustkorb weg nach vorn.

Schieben Sie Ihre Finger nicht über Ihre Haut, sondern schieben Sie Ihre Haut über das darunter liegende Gewebe. Es ist ein bisschen so, wie Zahnpasta aus dem hinteren Ende der Tube in Richtung Öffnung zu schieben.

Nach einigen Wiederholungen, bewegen Sie Ihre Finger auf neue Positionen am Rand Ihrer Areola und machen Sie weiter.

Wenn Sie Milch spritzen sehen, wissen Sie, dass Sie das Richtige machen.

Mietpumpen

sind in der Regel die effektivsten Pumpen, nach dem Baby.

Die größeren Pumpen bringen etwas mehr Leistung als die leichteren, wenn Sie für ein Baby pumpen, das nicht stillen kann, aber die meisten erwerbstätigen Mütter kommen mit den leichteren Modellen gut zurecht.

Die Kosten liegen gewöhnlich unter 270 Euro für 6 Monate – etwa das Gleiche wie künstliche Säuglingsnahrung für 2,5 Monate, ohne die zusätzlichen Ausgaben für medizinische Behandlungen.

Wenn es mechanische Probleme gibt, ist der Vermieter verantwortlich.

Der Unterdruck und der Pumprhythmus (etwa ein Zyklus pro Sekunde) sind ähnlich wie die durch das Baby, obwohl Babys die Milch auch aus der Brust herausstreichen – das ist etwas, was keine elektronische Milchpumpe gut kann.

Alle Mietpumpen ermöglichen das „Doppelpumpen“ – das gleichzeitige Pumpen beider Brüste – was die notwendige Zeit reduziert und etwas mehr Milch erbringt.

Sehr effektiv ist es auch vor, während und nach dem Pumpen die Brüste auch zu massieren.

Die meisten Frauen sind mit einer Mietpumpe sehr zufrieden, und es ist gewöhnlich die beste Wahl, wenn Sie zur Lösung eines Stillproblems pumpen müssen.

Gekaufte große elektrische Doppelpumpen

können ein guter Ersatz für eine Mietpumpe sein, wenn Sie keine Stillprobleme haben. Fragen Sie nach der Garantiezeit und denken Sie daran, dass alle Mängel nach der Garantiezeit Ihr eigenes Problem sind.

Bei gekauften kleinen elektrischen Doppelpumpen

muss irgendetwas geopfert werden, um die Kosten niedrig zu halten.

Entweder ist das Vakuum geringer oder die Geschwindigkeit ist langsamer – wenn der Unterdruck erzeugt wird, indem Sie mit einem Finger ein Loch abdecken oder öffnen, kann sie bis zu einem Zyklus pro 12 Sekunden langsam sein.

Sie erhalten das, was Sie bezahlen und es hat einen Grund, warum diese Pumpen weniger kosten. Trotzdem sind sie eine gute Wahl für manche Frauen.

Fragen Sie nach der Garantie. Viele dieser Pumpen sind nicht dafür konstruiert, über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich benutzt zu werden, und sie werden bei einer erwerbstätigen Mutter nicht lange gut funktionieren.

Kleine elektrische Einzelpumpen,

die manchmal als „Samstagabends-Modell“ bezeichnet werden, haben alle oben aufgeführten Nachteile, und können nur eine Seite zur Zeit abpumpen. Für jede kleine Pumpe, auf die eine Mutter schwört, gibt es eine andere Mutter, die nicht damit zufrieden ist. Manche Frauen kaufen sich zwei Einzelpumpen, und dann noch eine Doppelpumpe.

Suchen Sie nach Pumpen von Herstellern, die nur Stillhilfsmittel herstellen (Anmerkung der Übersetzerin: In Deutschland sind dies Pumpen der Firma ARDO und MEDELA).

Bei Pumpen von Herstellern von Säuglingsnahrung, Babykost und Flaschen können Sie davon ausgehen, dass die Hersteller damit rechnen, mit Ihnen Geschäfte zu machen, auch wenn die Pumpe versagt – vielleicht sogar besonders, wenn Ihre Pumpe versagt.

Bringen Sie unbedingt jede Pumpe zurück, die für Sie nicht funktioniert, damit die Geschäfte sich darauf einrichten, gute Pumpen anzubieten.

Achten Sie auf die Möglichkeit des Strombetriebs. Batterien entladen sich zu schnell, um absolut zuverlässig zu sein, heben Sie sie also besser für Situationen auf, wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Ansonsten benutzen Sie die Steckdose.

Und denken Sie daran, nach der Garantie zu fragen.

Mit einer Handpumpe

brauchen Sie mehr Zeit als mit elektrischen Pumpen und benötigen darüber hinaus mehr Konzentration.

Auf der anderen Seite brauchen Sie dazu keine Steckdose. Sie sind hauptsächlich für Mütter, die gelegentlich eine Flasche abpumpen wollen, nicht so sehr für Mütter, die Vollzeit arbeiten.

Auch hier, hüten Sie sich vor Pumpen von Firmen, die andere Gegenstände für die Ernährung von Säuglingen herstellen.

Allgemeine Regeln

Stillprobleme? Mietpumpe.
Berufstätige Mutter? Große Doppelpumpe mieten oder kaufen.
Gelegentlicher Gebrauch? Kleine elektrische oder Handpumpe.

Und das Entleeren per Hand kann von allen genutzt werden, ist absolut kostenfrei und immer verfügbar.

Original: About Pumps von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, November 2004
Foto: bettina n via photopin cc

Hier finden Sie weitere Tipps zum Abpumpen.

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Ich hab die elektr. Pumpe genutzt. Es lief aber von Anfang an immer eher schlecht als recht. Ich konnte nie viel abpumpen, da nach 1-2 Milchspendereflex-Auslösen meist wieder Schluss war. Mit heiss duschen kurz davor und Massage kam jeweils etwas mehr raus. Aber insgesamt nicht wirklich viel. Anfangs, als mir geraten wurde neben dem Stillen auch noch abzupumpen und zuzufüttern, hat mich das psychisch richtig fertig gemacht, dass da einfach nicht mehr rauskommen wollte. In allen Anleitungsvideos, die ich im Internet gesehen hab, waren da immer Frauen, die unheimliche Mengen abgepumpt haben! Ich dachte dann deswegen wirklich ’ne ganze Zeit lang, dass ich wohl nicht genug Milch hab. Die Mütterberaterin, welche ich zu diesem Zeitpunkt hatte, wusste es leider auch nicht besser und wollte mir Formula einreden (da angeblich weniger stressig für Mutter). Ich hab nicht auf sie gehört bzw hab dann einfach versucht öfter kleine Mengen abzupumpen und zu sammeln. Heute weiss ich, dass ich nicht zu wenig Milch hatte/hab. Stille meinen Kleinen seit nunmehr drei Jahren. Er beschwert sich nicht über die Trinkmenge. Deshalb sag‘ ich heute jeder verunsicherten Frau, welche sich für dieses Thema interessiert: die abgepumpte Milchmenge sagt nichts über die in der Brust verfügbare bzw produzierte Milchmenge aus! Entscheidend ist es, ob es der Pumpe oder Frau gelingt den Milchspendereflex auszulösen. Und ich glaube, es hat vielleicht auch etwas damit zu tun, wie kurz oder lang die üblichen Stillabstände mit Baby sind, wie viel man dann pro Mal abpumpen kann??

  2. Also ich muss sagen, dass ich von der Motorleistung keinen Unterschied feststellen konnte zwischen der großen Medela Symphonie und der Medela Swing Maxi! Ich Pump Stille nun seit einem Jahr! (dh. meine Kleine bekommt KEINE Fertigmilch, sondern ausschließlich abgepumpte Muttermilch seitdem sie 4 Wochen alt ist, davor haben wir uns mit dem Stillen „abgekämpft“)! Die Milchpumpe ist bei mir im täglichen Dauereinsatz! Einen Motor der Medela Maxi habe ich schon „fertig“ gepumpt -war aber noch in der Garantiezeit!
    Bin mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus zufrieden, v.a. da man die kleine Swing Maxi auch überall mit hinnehem kann, was bei mind. alle drei Stunden am Anfang der Stillzeit abpumpen schon von großem Vorteil ist! Nun mit einem Jahr pumpe ich noch 4 Mal täglich (insgesamt 750 ml) ab!

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