Wirkt sich meine Ernährung auf die Muttermilch aus?

Wirkt sich meine Ernährung auf die Muttermilch aus?

Keine Kommentare

Muss ich extra viel trinken, damit meine Milch mehr wird?
Gibt es bestimmte Getränke oder Lebensmittel zum Steigern der Milchmenge?

Kann ich mit meiner Ernährung die Inhaltsstoffe der Muttermilch beeinflussen?
Kann mein Essen Farbe oder Aroma meiner Muttermilch verändern?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 
In diesem Beitrag geht es darum, ob und wie sich Deine Nahrung in der Stillzeit auf die Menge oder die Qualität Deiner Muttermilch auswirken kann.

Eine Frage, die mir dazu oft gestellt wird, ist: Muss ich zusätzlich trinken, damit meine Milch mehr wird?

Nein, Deine Milchmenge steigerst Du nicht durch vermehrtes Trinken.

Im Gegenteil, wenn Du zu viel trinkst, steigt Deine Urinausscheidung an und Deine Milchmenge nimmt sogar ab.

Wenn Du zu wenig trinkst, sinkt Deine Urinausscheidung, aber es kommt nicht zu einer Reduktion der Milchmenge. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, zum Abstillen oder beim initialen Milcheinschuss die Trinkmenge zu verringern.

Die Milchmenge wird erst weniger, wenn Du selbst durch starkes Erbrechen oder Durchfall einen akuten Flüssigkeitsmangel hast und Deine eigene Urinausscheidung schon sehr signifikant – also deutlich messbar – reduziert ist.

Und was ist mit Stilltees?

Es gibt leider nur ganz wenige wissenschaftliche Belege über die Wirksamkeit und auch über die Nebenwirkungen von pflanzlichen Kräutern, sowohl zur Steigerung, als auch zur Verringerung der Milchmenge.

Es gibt jedoch bekannte Risiken. Zum Beispiel können, je nach Herkunftsland, gefährliche Mengen an Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln oder auch anderen toxischen Stoffen in den Kräutern, aus denen der Tee zubereitet wird, enthalten sein.

Und Kräuter sind Arzneimittel. Sie sollten nicht bedenkenlos oder exzessiv konsumiert werden, da sie Nebenwirkungen haben können und auch gesundheitsschädigend sein können.

Was ist mit Bier? Davon soll doch die Milchmenge mehr werden.

Ja, das stimmt tatsächlich.

Gerste und Malz erhöhen die Ausschüttung von Prolaktin, das ist wissenschaftlich belegt. Prolaktin ist das Milchbildungshormon.

Daher können Malzbier oder auch alkoholfreie Biere tatsächlich getrunken werden, um die Milchmenge zu steigern.

Aber Du solltest sie auch nur dann trinken, wenn sie Dir schmecken und, wie schon gesagt, sie müssen nicht über den Durst hinaus getrunken werden, da das überhaupt keinen Effekt hätte.

Kann ich durch meine Ernährung die Zusammensetzung der Muttermilch beeinflussen?

Sie zum Beispiel nahrhafter machen, damit mein Baby besser zunimmt?

Da muss ich Dich leider enttäuschen.

Selbst, wenn Du Dich nicht wirklich gut ernährst, enthält Deine Muttermilch trotzdem alles, was Dein Baby braucht. Durch Deine Ernährung kannst Du da nur sehr wenig Einfluss nehmen.

Der Kaloriengehalt der Muttermilch ist zum Beispiel völlig unabhängig von Deiner Ernährung. Du hast auch keinen Einfluss auf den Gehalt an Eiweiß und an Laktose – also dem Milchzucker.

Die Mineralstoffe kannst Du in der Menge nicht beeinflussen, mit Ausnahme von Jod, Fluor und Mangan.

Und auch fettlösliche Vitamine lassen sich nur schwer beeinflussen. Kurzfristige Veränderungen der Ernährung haben da überhaupt keinen Einfluss.

Nur bei unterernährten Müttern kann durch zusätzliche Gabe von Vitamin A und Vitamin K – die auch fettlöslich sind – der Gehalt in der Muttermilch erhöht werden.

Bei Müttern mit einem ausgewogenen Ernährungszustand ist das nicht möglich und hier bei uns haben eigentlich alle Mütter – oder so gut wie alle Mütter – einen guten Ernährungszustand.

Nur die wasserlöslichen Vitamine B und C sind stark von der Ernährung der Mutter abhängig und können daher auch von ihr beeinflusst werden.

Der Fettgehalt der Muttermilch

Die Fettmenge der Muttermilch ist auch unabhängig von Deiner Ernährung.

Der Fettgehalt verändert sich zwar in der Milch, aber er steigt mit der Entleerung der Brust und variiert auch je nach Tageszeit.

Aus einer vollen Brust kommt wasserhaltigere Milch mit einem geringen Fettgehalt, was auch an dem dünnen Fettfilm zu sehen ist, der sich absetzt, wenn die Milch eine Weile steht.

Je leerer die Brust wird, desto fetthaltiger wird die Milch, was an ihrer Farbe und am dickeren Fettfilm zu erkennen ist.

Nur die Zusammensetzung des Fettes, das heißt: die Art der Fettsäuren und das Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fetten, kannst Du mit Deiner Ernährung beeinflussen.

Bunte Muttermilch

Farbveränderungen der Muttermilch fallen normalerweise nur in abgepumpter Muttermilch auf. Sie entstehen durch Farbstoffe, die die Mutter über die Nahrung, über Medikamente, Kräuter oder pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen hat.

Eine orange-rosa Färbung der Muttermilch, entsteht z.B. durch Rote Beete. Aber auch andere rote und gelbe Farbstoffe, wie etwa in Karotten, Fruchtgetränken und Gelatine-Desserts, Sunkist oder anderen Orangegetränken, können eine orange-rosa Milch machen.

Eine rosa-gefärbte Milch entsteht meistens durch kleine Blutbeimengungen, etwa durch blutige Brustwarzen.

Und eine rote Milch durch rote Farbstoffe.

Muttermilch mit einer grünlichen Färbung entsteht beispielsweise durch Getränke wie Gatorade oder Powerade oder auch Seetang, wie etwa Kelp in Tablettenform, viel Spinat oder Brennesseltee und auch andere natürliche Vitamine, die beispielsweise auch den mütterlichen Urin grün färben, können so eine grüne Milch machen.

Es gibt auch schwarze Milch, die durch ein Antibiotikum verursacht wird, das Minocyclin, das gegen starke Akne verordnet wird.

Solche Farbveränderung der Muttermilch sind eine ganz normale Folge der mütterlichen Ernährung und sind auch ungefährlich für das Baby.
Wenn Du durch eine Veränderung der Farbe beunruhigt bist, könntest Du Deine Ernährung überprüfen und dann gegebenenfalls verdächtige Nahrungsmittel absetzen. dann sollte sich eigentlich binnen kurzer Zeit, das heißt innerhalb von 1 bis 2 Tagen, die Farbe der Milch wieder normalisieren.
Können durch die Ernährung das Aroma und der Geschmack der Muttermilch verändert werden?
Ja, Nahrungsmitten, die selber ein starkes Aroma haben, wie z.B. Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Vanille, Curry, Pfefferminz, Eukalyptus und andere, können den Geschmack und auch das Aroma der Muttermilch verändern.
Meist geschieht das aber nur, wenn wirklich höhere Mengen der Aromastoffe aufgenommen werden.
Das muss aber gar keine negativen Folgen haben. Nach dem Genuss von Knoblauch wurde zum Beispiel beobachtet, dass die Babys länger und mehr aus der Brust tranken als sonst.
Außerdem lernen die Kinder durch die unterschiedlichen Aromen und Geschmäcke der Muttermilch schon ganz nebenbei die übliche Familienkost kennen und wenn ihnen dann später die Lebensmittel angeboten werden, nehmen sie diese gerne an, weil ihnen das Aroma ja schon vertraut ist.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, März 2014
Foto: YIM Hafiz via photopin cc

 
Ob sich Deine Ernährung in der Stillzeit auf das Baby auswirken kann, erfährst Du in diesem Video.

Und hier erfährst Du, wie Du Dich in der Stillzeit gesund und ausgewogen ernähren kannst.

Findest Du diesen Beitrag hilfreich? Wenn ja, bitte teile, kommentiere und like ihn auf Facebook. Oder nimm ihn mit auf Pinterest, hier ist Dein Pin:

Knoblauch

Fürs Liken, Teilen und Pinnen sage ich herzlich Danke!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC und Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG). Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.