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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Wir sollten lernen, wieder uns und unseren Babys zu vertrauen

Wir sollten lernen, wieder uns und unseren Babys zu vertrauen

3 Kommentare

Liebe Regine, liebe pro Kind Mütter,
ach, ich könnte einen Roman schreiben, wie sehr mir diese Seite geholfen hat, auf mein Bauchgefühl zu hören, wie sehr sie mich in meinen Ansichten bekräftigt hat – mehr als mein Umfeld – und mir letztlich dazu verholfen hat, mich als gute Mutter zu fühlen.

Dies wiederum spürt mein Baby und ich spüre, wie eng unser Band geworden ist und wie groß meine Mutterliebe. Im Nachfolgenden möchte ich kurz mein Stillerlebnis schildern.

Vom Stillen:
Wir sollten lernen, wieder uns und unseren Babys zu vertrauen

Meine Tochter Milla hat nach der Geburt und in den ersten Tagen danach noch nicht getrunken. Ihre Zunge ist recht lang und sie wusste nicht, was sie damit und mit meiner Brustwarze machen soll.

Im Krankenhaus folgten 2-3 recht unsanfte Stillversuche durch die Hebammen sie anzulegen und danach hieß es recht schnell: ‚Sie müssen alle 3 h abpumpen und Milla muss alle 3 h trinken!‘

Erst einmal kommt der Gedanke ‚Lehnt mich mein Baby vielleicht ab?‘. Alles ist neu und man hat ja keine Ahnung.

Zack, die erste Zeit mit Baby und schon geht der Stress los.

30 min Abpumpen, Füttern, 30 min Abpumpen (für 50 ml..) und dafür die Kleine mitten aus dem Schlaf reißen und vollpumpen.

Jeden Tag das bange Wiegen, in der Hoffnung (endlich) heim zu dürfen, raus aus dem Krankenhaus-Stress, Tür auf, Tür zu, Tür auf, Tür zu.. usw…

Zuhause angekommen, das nächste Abpumpen schon im Nacken und die Angst, Milla bekommt nicht genug zu trinken.

Der Freund nervt, ‚Jetzt leg sie einfach an‘ und sofort fällt einem der Satz der Hebamme ein ‚Es müssen 2h zwischen den Mahlzeiten liegen sonst trifft frische Milch auf unverdaute‘ – und man traut sich nicht die Kleine anzulegen, will man ihr ja keine Bauchschmerzen bescheren.

Abends doch einfach mal probiert und tada – die Kleine schluckt=) Jippiee! So hört es sich also an, wenn sie schluckt!

Die nächsten Tage hat Milla getrunken, allerdings nur schluckweise und ist immer wieder weggedöst.

Also gibt’s Tricks von der Hebamme, wie die Kleine aus dem Dämmerzustand geärgert wird.

Am Kinn und Hinterkopf rumschuren, ausziehen, dass sie durch die Kälte wach wird, oder hochnehmen und zur Seite ‚kippen‘, bis sie wach ist und meckert.

Ich fand das alles nicht so tragisch, Babys nehmen ja nicht gleich 2 Kilo ab.

Dann auf die Waage und ‚Hm, das ist zu wenig, ich mache mir Sorgen‘..?

Also fester Stillplan, Dokumentation der Mahlzeiten und du bist verängstigt ‚Oh nein, muss ich wieder ins Krankenhaus, wenn meine Kleine nicht richtig zunimmt?‘.

Dann hatte ich zwei Hardcore-Maßnahmen zur Wahl.

Entweder Milla alle 2 h meine Brustwarze in den Mund stopfen oder sie so lange nicht von mir aus füttern, bis sie richtig vor Hunger weint und checkt ‚Entweder Brust oder gar nichts‘.

Ich habe so weiter gemacht wie bisher. Wenn sie vor Hunger weinte, angelegt und dösen lassen – irgendwann wurde sie wacher.

Die Lösung kam mit Ende der Betreuung durch die Hebamme und Recherche im Internet (hatte mir geschworen, mein Wissen nicht aus dem Netz zu holen – aber: Hoch lebe Stillkinder.de).

Heute weiß ich:

  1. Lieber öfter anlegen (wenn es noch nicht trinkt) – Übung macht das Baby zum Meister.
  2. Das Baby ist ein cleveres Persönchen – es nimmt sich, was es braucht – und holt es irgendwann wieder auf, auch wenn es einmal eine Mahlzeit verschläft.
  3. Würde nochmal einen Teufel tun und mir meine ersten Tage mit meinem Baby durch feste Stillzeiten oder gar der Dokumentation von Mahlzeiten versauen. Jetzt habe ich das Gefühl, die erste Zeit gar nicht richtig erlebt zu haben, weil ich so auf die Stillabstände und das Zunehmen fixiert war (wurde).
  4. Es gibt nun mal Babys, die weniger trinken und nicht mit dem Gewicht explodieren – solange sie trinken und gedeihen ist alles gut.
  5. Der Natur, dem Baby und meinem Bauchgefühl zu vertrauen.

Milla liebt es, im Liegen beim Trinken einzuschlafen, zwischendurch zu nuckeln und dann wieder einen kräftigen Trunk zu nehmen. Das sehe ich daran, wie zufrieden sie mit geschlossenen Äuglein trinkt, ihren Arm auf meine Brust legt und wie ausgeglichen sie ist, wenn sie aufgewacht ist.

Ich liebe es, mit ihr zu kuscheln, ihre Zufriedenheit zu spüren und wenn sie mit ihren kleinen, warmen Händchen meine andere Brust streichelt.

Das Stillen ist so eine intensive Zeit. Ich habe mich erst durch die Erfahrungsberichte der Stillkinder.de-Seite auf diese wundervolle Situation mit Herz und Seele eingelassen.

Ich bin dankbar, dass ich (voll) stillen kann und hoffe, es noch eine Weile zu können.
Vorher fand ich den Gedanken etwas merkwürdig, dass mein Baby etwas trinkt, was aus mir ‚herauskommt‘ =).

Mamas, wir können nicht alles von Anfang an perfekt machen oder wissen.

Wir können aber (unser Baby) beobachten und auf unser Herz und unser Bauchgefühl hören.

Unser Baby verzeiht uns unsere Unsicherheit und Fehler.

Manchmal ist es besser, nicht zu viel vorher zu wissen, sondern es beim ‚Machen‘ zu lernen.

Danke für diese tolle Seite, Regine, und die tollen Mütter, die tolle Kinder haben werden.

Alles Gute!

Viele Grüße,
Frau Fanti

P.S. Meine Kleine ist jetzt 4 Monate alt und schon ganz schön in die Länge gewachsen. Und dicke Schenkelchen hast sie auch=)

Originalbericht einer Mutter, Februar 2016,
Foto: Frau Fanti

Hast Du selbst eine schwierige Situation mit Deinem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchtest Du Deine Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreib mir doch Deinen eigenen Bericht!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

3 Kommentare

  1. Ich erkenne so viele Situationen wieder… und auch mir hat die Seite viel mehr gebracht. Im nachhinein frag ich mich, warum selbst ein babyfreundliches Krankenhaus, das mit seiner Stillberaterin wirbt, gar nicht diese wichtigen kleinen Sachen erklärt wie z.B. Schluckgeräusche erkennen (hab ich auch erst hier gelernt). Das nach Uhrzeit Stillen hat mich auch sooo verunsichert und dauernd die Frage, hat das Kind auch an beiden Seiten getrunken…. Naja, ich denke immer wieder, dass diese Art so viel von der Anfangszeit kaputt gemacht hat…

  2. Ich kann mich nur anschließen. Wir haben die gleiche Prozedur mitgemacht: Stillhütchen, zufüttern, alle 2 Stunden wecken und füttern bis er sogar schon abwehrte, Wiegeproben und Dokumentation über die getrunkene Milchmenge. Erst der Ratschlag vom Kinderarzt, abzuwarten bis er sich selbst meldet, half weiter. Das Kind zeigte schließlich gesunde Reaktionen. Es dauerte einen halben Tag nach dem letzten Stillversuch, dann wurde er wach, trank und forderte fortan von sich aus alle 2 Stunden die Mahlzeit ein. Jetzt ist er 3 Monate alt, wird voll gestillt und wächst und gedeiht prächtig. Wir wurden viel zu verrückt gemacht von all den starren Mengen- und Zeitangaben, die keine individuellen Abweichungen erlauben.
    Im Nachhinein kann ich sagen, es besserte sich erst alles, als ich selbst ruhiger und entspannter würde. Die Begleitung durch meine Hebamme war zwar sehr wichtig, aber die eigene Intuition sollte man nicht vernachlässigen, die ist am Ende doch das wichtigste.

  3. Mir ging es genau so, ich hab mein erstes Baby und im Krankenhaus wurde mir relativ brutal gezeigt „wie stillen geht“. Wir sind aber nicht so schnell zurecht gekommen, dann wurde schon vom Arzt angeordnet, dass zugefüttert werden muss. Ich war total am Boden! Man gab mir dann Stillhütchen, na gut besser als nichts, dachte ich…aber Stillhütchen machen es nicht besser, durch die lernt das Baby erst recht nicht das Trinken an der Brust. Ach, das war ein Teufelskreis, ich hätte nur heulen können… Zuhause angekommen, lief es dann einwandfrei! Ich hab immer mal das Stillhütchen weggelassen und nehme es jetzt gar nicht mehr. Umso besser das Stillen klappt, umso wütender werde ich aufs Krankenhaus! Die ersten Stunden/Tage haben die mir schön versaut 🙁

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