Stillkinder.de

Intuitives Stillen – leicht gemacht

Du bist hier: Stillkinder.de > Stillen > So geht's > Wie ein Stillvorbereitungskurs den Stillbeginn erleichtern kann
Wie ein Stillvorbereitungskurs den Stillbeginn erleichtern kann

Wie ein Stillvorbereitungskurs den Stillbeginn erleichtern kann

Keine Kommentare

Von Tabea Laue, IBCLC
Eine Geburt ist ein völlig natürliches Ereignis, oder?
Heute in ganz vielen Fällen völlig zu Unrecht sehr technisiert – dennoch zu allererst einmal „normal“.

Einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen ist für uns Frauen heutzutage ebenso völlig normal. Und das ist gut so! Dort haben wir den Austausch mit anderen Frauen, die uns mehr über die natürlichen Vorgänge berichten können. Die uns zeigen, was unser Körper da vollbringt.

Ein Geburtsvorbereitungskurs bietet Ihnen die Möglichkeit sich einzustimmen, auf das vor Ihnen liegende, besondere Ereignis.

Nach dem ersten kräftezehrenden Akt, der Ihnen Ihr Baby in die Arme bringt, folgt eine sehr unterschiedlich lang andauernde Zeit, in der Sie Ihr Baby stillen werden.

Jeder Schluck der wertvollen, goldenen Milch wird Ihrem Baby gut tun.

Mit der Geburt Ihres Babys kommen – so ist es ja auch zu erwarten – viele Veränderungen auf Sie zu.

Da lebt nun ein kleines Menschlein mit Ihnen in der Familie, welches völlig abhängig von Ihrer Versorgung ist.

Auch das Stillen ist ein völlig normaler Prozess, der zum Beginn des Lebens dazu gehört. Würde das Stillen an sich nicht gut funktionieren können, hätten wir bis heute nie diesen modernisierten Standard in unserer Gesellschaft erreichen können.

Genau wie zur natürlichen Geburt, fehlt uns heute häufig die Erfahrung und das Wissen, wie wir in Einklang mit unserem Baby den Stillbeginn gestalten können.

Ein Stillvorbereitungskurs kann genau diese Lücke füllen.

1. Sie erhalten Informationen über Ihr Baby

Viele Eigenschaften Ihres Babys haben zwar nicht unmittelbar mit dem Stillen zu tun, beeinflussen das Stillen dennoch indirekt.

Zum Beispiel wirkt sich die kleine Magengröße – natürlich – auf die Häufigkeit der Mahlzeiten aus, die Ihr Baby trinken wollen wird.

Auch liegt in der Art und Weise, wie Ihr Baby mit Ihnen kommuniziert, häufig ein Schlüssel dazu, wie das Stillen und Anlegen viel leichter von der Hand geht.

2. Sie erhalten Wissen darüber, wie sich Ihr Körper auf die Stillzeit vorbereitet

Und was er braucht, um beim Stillbeginn Hand-in-Hand mit Ihrem Baby zu arbeiten.

Während Ihrer Schwangerschaft hat Ihr Körper sich bereits unglaublich verändert.

Ab ca. der Hälfte der Schwangerschaft haben die Hormone und alle natürlichen Vorgänge dafür gesorgt, dass Sie bereit sind Ihr Baby zu stillen.

Die Geburt und die ersten Stunden und Tage danach helfen sehr entscheidend für einen Stillbeginn ohne Umwege. Sie, Ihr Körper und Ihr Baby sind ja geradezu darauf gepolt miteinander diesen neuen Beginn zu nutzen und zu gestalten.

3. Sie können überprüfen ob etwas, von dem Sie bezüglich des Stillens gehört haben auch tatsächlich stimmt

Allerlei Ammenmärchen halten sich hartnäckig. Teilen Sie in Ihrem Stillvorbereitungskurs, was Sie schon gehört haben über das Stillen und finden Sie heraus, ob ein Funken Wahrheit darin steckt.

Im Gespräch darüber können Sie ebenso herausfinden, welche – auf Ammenmärchen basierenden – Sorgen völlig unberechtigt Ihre Gedanken beherrschen.

Aber nicht nur die Gedanken – auch Ihr Geldbeutel leidet schon jetzt in der Schwangerschaft erheblich unter den Ängsten, mit denen Sie Ihrer Stillzeit entgegen gehen.

4. Sie können herausfinden, warum es bei anderen Frauen in Ihrem Umfeld mit dem Stillen vielleicht schwierig war

Haben Sie schon einmal jemandem erzählt, dass Sie stillen wollen und umgehend eine Geschichte zu hören bekommen, dass das „bei mir ja gar nicht geklappt hat“?

Während 2% aller Frauen tatsächlich nicht ohne Weiteres reibungslos stillen können, ist in der großen Anzahl der Stillschwierigkeiten, mit denen Frauen konfrontiert werden, ein Rattenschwanz an Einflüssen erheblich am Stillbeginn beteiligt gewesen.

So konnte die Stillbeziehung unter Umständen nur kurz oder unter großer Kraftanstrengung bestehen.

Mit einer guten Vorbereitung wissen Sie genau, auf was Sie achten können, damit Sie die perfekte Ausgangsposition schaffen. Wie Sie „ungünstige Faktoren“ umschiffen. Oder alternative Wege gehen, die Ihre Stillbeziehung dennoch stärkt, statt sie zu gefährden.

5. Sie erfahren, wie Sie sich selbst helfen können

Eine „Erste Hilfe“ bei vorkommenden Herausforderungen zu Beginn der Stillzeit wirkt deutlich besser, wenn diese umgehend eingesetzt wird.

Dazu gehört Hilfe beim Milcheinschuss, bei einem Milchstau und auch bei schmerzenden Brustwarzen beim Stillen.

Mit einem „Basis-Set“ an Wissen über die ersten Maßnahmen, dem notwendigen Zubehör und kleinen Handgriffen können solche Situationen leicht gelöst werden. Ein richtiges Stillproblem muss so erst gar nicht entstehen!

6. Sie finden heraus, wer Ihnen helfen kann – und wen Sie besser nicht fragen sollten

Wen auch immer Sie in Ihrer Schwangerschaft, der Stillzeit oder überhaupt zum Leben mit Ihrem Baby ins Vertrauen ziehen – rechnen Sie mit überraschenden Antworten.

Diese besondere Lebensphase haben viele Frauen vor Ihnen durchlebt. Es ist eine besondere Lebensphase, die uns tief in unserem Innersten prägt.

Doch die Erlebnisse anderer bedeuten für Sie nicht zwingend, dass diese „erlebten Wahrheiten“ für Sie ebenso zutreffen werden.

Auch medizinisches Fachpersonal kennt die Möglichkeiten, erste Stillherausforderungen leichter zu überwinden, häufig leider nicht. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen generell schlecht ausgebildet werden. Doch Ausbilder und Ausbildungsplan haben gleichermaßen eine eher breite Aufstellung, als ein tiefes Spezialwissen im Bereich „Stillen“. Die individuelle Weiterbildung hat darüber hinaus einfach ganz unterschiedliche, persönliche Schwerpunkte der einzelnen Fachkraft.

In vielen Gegenden gibt es heute ehrenamtliche und hauptamtliche Stillberaterinnen, die Ihnen speziell zu diesem Thema besonders gut weiterhelfen können. Sie haben ihr „Inselwissen“ zum Stillen vertieft und vertiefen es weiterhin mit Weiterbildungen dazu.

7. Sie können Fragen besprechen, die Ihnen schon jetzt auf dem Herzen liegen

Legen Sie sich ruhig schon frühzeitig ein Papier und einen Stift parat, auf dem Sie Ihre Fragen notieren.

Falls Sie befürchten, Sie könnten vor der Gruppe kein Wort über die Lippen bekommen, schreiben Sie der Stillkursleitung eine nette eMail. Bitten Sie darum, dass die Fragen nicht unmittelbar mit Ihrer Person in Verbindung gebracht werden, wenn Sie das nicht möchten – das sollte kein Problem sein.

Wenn Sie im Nachgang merken, dass doch noch einige Fragen offen geblieben sind, können Sie sicher einen Termin für eine Einzelberatung vereinbaren. Bei dieser individuellen Beratung können Sie durchaus auch intimere Fragen stellen, die Sie im Rahmen eines Kurses nicht besprechen möchten.

8. Sie knüpfen Kontakte, die in der Stillzeit einen Austausch auf Augenhöhe ermöglichen

Wenn wir aktuell in einer Situation stecken, fühlen und denken wir häufig ganz anders, als wenn wir sie zurückblickend betrachten.

Deshalb ist es sehr wertvoll, die entstandenen Kontakte aus einem Vorbereitungskurs auch weiter zu halten. Das kann im Rahmen einer nachfolgenden Stillgruppe sein, die man gemeinsam besucht.

Oder natürlich auch auf einer Austauschplattform, die man im Internet nutzen kann. Gut ist es, wenn diese von einer zum Stillen weitergebildeten Person moderiert wird. Sie kann dazu beitragen, dass dort keine Ammenmärchen weiterverbreitet werden.

So ist der Austausch mit anderen Müttern möglich, die gerade ähnliches erleben oder bei denen die Erinnerungen noch ganz frisch sind!

Liegen die Erinnerungen schon mehrere Jahre zurück, sind diese gelegentlich „nur halb so schlimm“, wie es sich anfühlte, so lange man noch „drin steckte“.

Fazit.

Vom ersten Moment an eine wunderbare, innige Stillbeziehung zu haben, wünschen sich viele Frauen. Leider erleben wir immer wieder, wie der Stillbeginn zum Kampf werden kann.

Damit Sie gut gerüstet in die Stillzeit gehen, kann der Austausch mit einer Stillberaterin und anderen werdenden Müttern in einem Stillvorbereitungskurs helfen.

Auch Ihr Partner wird davon profitieren, dieses Wissen zum Stillen im Hinterkopf zu haben – denn er ist Ihr wichtigster Begleiter.

Einen speziellen Stillvorbereitungskurs in Ihrer Nähe finden Sie über Kursanbieter, Hebammeneinrichtungen oder Kliniken. Auch online gibt es die Möglichkeit sich auf die Stillzeit vorzubereiten und das Anlegen richtig zu erlernen!

War Ihnen bereits bekannt, dass es diese sinnvolle Möglichkeit gibt, sich auf die Stillzeit vorzubereiten? Nutzen Sie gerne die Buttons unter dem Artikel, um ihn mit anderen werdenden Mamas zu teilen!

Herzliche Grüße,
~Tabea Laue

Auf ihrem Blog schreibt Tabea Laue für werdende Mamas, um ihnen bei ihrer Vorbereitung auf die Geburt und die erste Zeit mit ihrem Baby zu helfen. Die Vorbereitung auf die Stillzeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

Autorin: Tabea Laue, IBCLC, Juli 2015
Foto: IMG_9361 via photopin (license)

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Ja, ich möchte auch gleich den Stillkinder-Newsletter abonnieren, um zu erfahren, wenn es hier etwas Neues gibt.