Werfen, Tunken und Ablehnen von Speisen

Werfen, Tunken und Ablehnen von Speisen

2 Kommentare

Autorin: Dr. Gill Rapley, 2017
Das Verhalten von Babys beim Essen verändert sich oft, wenn ihr erster Geburtstag naht. Aber sie werfen, tunken und lehnen Nahrungsmittel nicht einfach nur ab, um Mama und Papa zu ärgern.

Hier sind einige Tipps, was dieses Verhalten bedeutet und wie Du damit umgehen kannst.

Werfen von Lebensmitteln

Mögliche Gründe, warum Dein Baby mit Lebensmitteln wirft:

  • „Ich habe genug gegessen, danke!“ oder „Ich möchte etwas zu essen, aber nicht dieses Essen!“
  • „Ich möchte jetzt nicht essen, (ich würde lieber etwas anderes tun).“
  • Sie benötigen weniger Nahrung als vorher. Babys wachsen in ihrem zweiten Lebensjahr langsamer als im ersten, es ist daher normal, dass ihr Appetit etwas abnimmt.
  • Allgemeine Müdigkeit, eine sich anbahnende Erkrankung oder Frustration über etwas, wie zum Beispiel sich im Hochstuhl ‚eingesperrt‘ fühlen (siehe unten).

Was tun:

  • Hör auf die Lebensmittel vom Boden aufzuheben und ihm zurückzugeben oder ihm mehr anzubieten, so wie Du es mit einem jüngeren Baby machen würdest, das noch am experimentieren ist.
    Dein älteres Baby versucht, Dir etwas mitzuteilen und aus seiner Sicht, hörst Du ihm nicht zu. Dies kann schnell zu einer überwältigenden Frustration bei ihm führen (auch bekannt als Wutanfall…).
  • Akzeptiere, was Dein Baby versucht Dir mitzuteilen. Mach entweder mit dem nächsten Gang weiter, beende die Mahlzeit oder…
  • … Hebe das runtergeworfene Essen auf und lege es an den Rand Deines eigenen Tellers. So kann Dein Baby es weiterhin sehen und es wieder zurück verlangen, wenn es das möchte.

Essen in Becher tunken

Babys tun dies:

  • aus Experimentierfreude: Dinge in andere Dinge hineinzustecken und zu werfen sind wichtige Wege der Babys, um etwas über Größe, Form und Schwerkraft zu lernen. (Denk an die Art des Spielzeugs, die wir ihnen aus diesem Grund geben.)
  • Aus der Perspektive Deines Babys, ist das Fallen lassen eines Rosenkohls in eine Tasse Wasser nicht grundsätzlich anders, als das Eintunken von Brot in eine Suppenschüssel oder das Dippen eines Gurkensticks in etwas Hummus.

Was tun:

  • Nichts, außer es stört Dich wirklich ungemein. Das Bedürfnis, auf diese Weise zu experimentieren, vergeht, sobald Dein Baby gelernt hat, was dabei passiert und merkt, dass Du es selber nicht so machst.
  • Wenn es Dich wirklich extrem stört, könntest Du freundlich die Hand Deines Babys auf dem Weg zur Tasse abfangen und dabei etwas sagen wie „Nicht da rein, X – Kannst Du es mir geben, bitte?“ oder…
  • … stelle die Tasse (und Dein eigenes Glas!) außer Reichweite bis Dein Baby signalisiert, dass es etwas trinken möchte.
  • Vor allen Dingen bemühe Dich ruhig zu bleiben und fokussiere auf Vormachen und Führen, nicht Schimpfen oder Bestrafen.

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Kleinkind mit Mütze

Ablehnen von Finger Food und Verlangen von Essen in kleinen Stückchen

Mögliche Gründe:

  • Dein Baby wird größer und erlernt neue Fertigkeiten. Genau wie beim Laufen, Sprechen usw. möchte es üben und geschickter werden.
  • Es möchte Andere nachahmen.

Was tun:

  • Dem nachzugeben, kann die Mahlzeiten anfänglich langwieriger machen, besonders wenn es den Umgang mit Besteck übt. Versuche Dich darüber zu freuen und die Fortschritte Deines Babys zu sehen.
  • Wundere Dich nicht, wenn es auf babyhaftere Wege zurückgreift, wenn es krank, müde oder gestresst ist.

Denke daran: Was immer Dein Baby in diesem Alter beim Essen macht, tut es nicht um Dich absichtlich zu ärgern – allerdings bedeutet, sich für Baby-led Weaning (BLW) zu entscheiden auch nicht, dass Du alles und jedes tolerieren musst!

Nimm Dir etwas Zeit und denk darüber nach, warum Dein Baby sich auf diese Weise verhält. Und versuche dann ein Gleichgewicht zu finden, zwischen Vormachen, welche Art von Verhalten am Tisch erwartet wird, und Verstehen, welche Bedürfnisse Dein Baby bei dieser Mahlzeit gerade hat.

Autorin: Dr. Gill Rapley, September 2017
Original: Challenging behaviour at one year #1 – Throwing, dunking and rejecting food
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2018
Foto: geirt.com point of you via photopin (license)
 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Artikel!

    Unser Sohn ist jetzt gut 14 Monate alt. Die oben beschriebenen „Probleme“ kennen wir auch, die machen mir aber gar nicht so viel aus. Viel anstrengender ist, dass er seit einiger Zeit alleine aus seinem Hochstuhl raus- und wieder reinklettern kann und das beim Essen auch fleissig ausprobiert. Ausserdem scheinen die Essenszeiten für ihn der beste Moment zu sein, laufen zu üben… Ich bin also permanent dabei, ihn wieder zurückzurufen (worauf er null hört), wieder zurückzuholen und ihn in den Stuhl zu setzen, ihm dann ein Stück Essen hinzuhalten (auch wenn er mengenmässig ganz gut isst, scheint es mir oft, als hätte er selten wirklich richtig „Kohldampf“ und isst fast nur, wenn er dazu animiert wird, dh. ich ihm einzelne Stücke hinhalte oder auf der Gabel präsentiere) und dann isst er oft einen Bissen und klettert schon wieder aus dem Stuhl, um eine kleine Entdeckungstour durchs Wohnzimmer anzutreten, bis zum nächsten Bissen.

    Wie kann ich darauf reagieren?
    Für mich ist es in Ordnung, wenn sich das als eine Phase herausstellt, durch die man halt durch muss, aber ich habe auch Angst, dass er, wenn ich jetzt nicht die Weichen stelle, auch später beim Essen nicht stillsitzen kann, immer rumrennt und man mit ihm nicht in Gesellschaft essen kann, weil er allen anderen auf die Nerven geht…

    Vielen Dank schon mal!

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