Neugeborenes kuschelt sich an seine Mama

Wenn Stillen nicht geht, warum nicht Abpumpen?!!

3 Kommentare

Mein erstes Kind sollte gestillt werden! Ich war fest davon überzeugt, dass es klappen wird – und warum auch nicht?

Ich habe mich hervorragend vorbereitet.

Alles gelesen und gesehen, was es zum Thema gab. Kurse besucht und eine Stillbetreuung gebucht, die mich in der Zeit nach dem Krankenhaus zusätzlich unterstützen sollte.

Wer hätte gedacht, dass noch was schief gehen könnte?

Bei all der guten Vorbereitung wurde eine Kleinigkeit übersehen. Meine Brustwarzen sind sowohl zu flach, als auch sehr groß.

Schon ging es los:
Wunde Brustwarzen, unglaubliche Schmerzen, Milchpilz, abgeklemmte Milchkanäle, Mastitis.
Brusthütchen waren zu klein. Die handelsübliche Pumpe nicht stark genug und mit zu kleinen Brustschalen.

Die Rettung kam aus der Apotheke. Wir besorgten uns eine gute Klinik-Milchpumpe mit Brustschalenaufsatz XXL.

Und beinah über Nacht hatte ich doppelt soviel Milch! Wo ich vorher auf Milchnahrung zurückgreifen musste, war jetzt der Kühlschrank voll von Milch und ich wusste nicht wohin!

Ich möchte mit diesem Beitrag Müttern Mut machen, die verzweifelt sind und das Stillen aufgrund der Schmerzen aufgeben möchten.

Wenn es wirklich vor Schmerzen nicht geht, aber ihr unbedingt stillen möchtet, ist Abpumpen eine gute Möglichkeit beides unter einen Hut zu bekommen.

Die Pumpe gibt es auf Rezept. Die Krankenversicherung bezahlt die ersten 4-6 Monate, je nach Versicherung oder man mietet sich selber.

Dieser Weg macht das Stillen nicht einfacher, er macht es nur möglich!!!

Ihr müsst die ersten Wochen konsequent mindestens alle 2 Stunden für 20-30 Minuten pumpen, auch in der Nacht!
Also genau so, wie das Trinkverhalten eines Säuglings ist.

Meine Empfehlung: Mindestens 8x in 24 Stunden pumpen und anschließend die restliche Milch von Hand ausstreichen, um die Milchproduktion optimal anzuregen und einen kleinen Vorrat an abgepumpter Milch anzulegen. 10x in 24 Stunden wäre großartig, ist aber schwierig. 6x in 24 Stunden ist absolutes Minimum. Mindestens 1x sollte auch in der Nacht gepumpt werden.
Powerpumpen und Brustmassage sind auch sehr hilfreich.
~ R. Gresens

Am besten pumpt man beide Seiten gleichzeitig und hat das Baby in der Nähe, damit der Milchspendereflex besser greift.

Da sind schlaflose Nächte vorprogrammiert! Aber es lohnt sich!!!

Zum einen wird das Baby optimal versorgt.

Zum anderen, wenn endlich genug Milch da ist, kann auch mal Papa oder Oma das Fläschchen geben und Mama kann sich ausruhen oder sogar für zwei Stunden ins Kino gehen.

Nach 2 Monaten hatte ich ausreichend Milch, so dass ich viermal am Tag, also alle 6 Stunden, abpumpen konnte.

Nach 6 Monaten klappte dann auch das Anlegen. Vielleicht weil mein Kleiner größer geworden ist, vielleicht weil die Brustwarzen weiter rauskamen?

Mit 1 Jahr hörte ich auf zu stillen, der Übergang machte meinem Sohn nichts aus, weil er weiterhin Mamas gefrorene Milch bekommen hat, bis die Vorräte ausgingen und die „Neue“ auf einmal komisch schmeckte.

Ich wünsche euch das Beste!

Genießt eure Babys, habt kein schlechtes Gewissen, wenn es doch nicht alles so klappt, wie man sich wünscht oder es einem eingeredet wird.

Ihr habt 40 Wochen euer Bestes getan, um das kleine Wesen gesund auf die Welt zu bringen und die Geburt gemeistert.

Was euer Kleines jetzt braucht, ist vor allem Liebe und Zuwendung.

Liebe Grüße, Allmas

Originalbericht einer Mutter, November 2018
Foto: maessive via photopin (license)

Liebe Allmas, danke für Deinen wichtigen Bericht. Ich finde es super, dass Du Dich für diesen Weg entschieden hast und wie toll ist es, dass das Stillen nach 6 Monaten doch noch geklappt hat. ~ R. Gresens

 
Hast Du selbst eine schwierige Situation mit Deinem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchtest Du Deine Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreib mir doch Deinen eigenen Bericht!

 

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Ein Neugeborenes kuschelt sich an seine Mutter

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest und Youtube.

3 Kommentare

  1. Hallo,
    Vielen Dank für diesen tollen Bericht. Meine Geschichte ist ähnlich nur hatte ich zum Glück weniger Schmerzen ( Mastitis etc.) es hat einfach nicht funktioniert. Mit einem Alter von 4,5 Monaten und zwei Zähnen im Schlepptau hat es dann aber doch noch geklappt. Aus der Not heraus , da ich keine Milch warm hatte, hab ich den kleinen angelegt ( eigentlich nur zum beruhigen…) und plötzlich war es als hätte er nie eine Flasche gesehen.

    Liebe Grüße Lenchen

  2. Danke für deinen mutmachenden Bericht! Ich und mein kleiner Sohn, Frühchen, jetzt 3 Monate nach ET, sind in einer Pumpstillsituation, aber es wäre so langsam mehr als Zeit zum richtigen Stillen zu finden. Du schreibst „Nach 6 Monaten klappte dann auch das Anlegen“, wie habt ihr also dem Übergang von Flasche zur Brust erfolgreich geschafft? Ich kriege das Anlegen bei meinem flaschengewöhnten Kind trotz Stillberatung immer noch nicht hin 🙁

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