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Milchstau

Was tun bei einem Milchstau?

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In diesem Podcast erkläre ich Ihnen, woran Sie einen Milchstau erkennen, wie er entsteht und was Sie tun können, damit er möglichst schnell wieder vorbei ist.

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Und hier ist der Podcast auch zum Nachlesen

Fast alle stillenden Mütter haben irgendwann einmal einen Milchstau. Am häufigsten tritt er in den ersten 12 Wochen auf, meist in der 2.-3. Woche nach der Geburt.

Beim ersten Mal wird er oft nicht sofort als solcher erkannt, sondern Sie haben zunächst das Gefühl, Sie bekommen eine Grippe.
Sprich: Sie fühlen sich matt, haben Kopf- und Gliederschmerzen und oft auch Fieber über 38°C und Schüttelfrost.

Dann sollten Sie sich unbedingt als Erstes Ihre Brüste einmal im Spiegel anschauen. Sehen Sie dort einen geröteten Bereich, der auch noch verhärtet und druckempfindlich ist, haben Sie mit großer Sicherheit keine Grippe, sondern einen Milchstau.

milchstau

Ein Milchstau entsteht, wenn ein Bereich Ihrer Brust nicht gut genug entleert worden ist.

Wenn ein Milchstau nicht rechtzeitig oder nicht richtig behandelt wird, kann sich daraus auch eine Brustentzündung entwickeln, wobei der Übergang hier durchaus fließend ist und die Symptome und die Behandlung sich auch nicht großartig voneinander unterscheiden.

Wodurch kommt es zu einem Milchstau?

Die Ursache für eine ungenügende Entleerung der Brust ist meistens ein gestörter Milchspendereflex, vor allem durch Stress, sowie Erschöpfung und Überlastung oder auch durch Schmerzen, etwa durch wunde Brustwarzen oder eine schmerzende Dammnaht.

Es kann aber auch eine mechanische Ursache dahinter stehen, etwa ein zu enger BH, eine Verletzung der Brust, beispielsweise, wenn Sie sich an der Brust gestoßen haben oder wenn die Brust nicht ausreichend entleert wird, weil Sie zum z.B. zu viel Milch haben, falsch anlegen oder wenn das Baby auf einmal nachts durchgeschlafen hat.

Empfindliche Frauen können auch durch Kälte oder Zugluft einen Milchstau bekommen.

Die Behandlung eines Milchstaus

Natürlich sollten Sie versuchen, sofort Ihren Stress soweit als möglich zu reduzieren.

Daneben ist das Wichtigste, Ihre Brust jetzt so gut wie möglich immer wieder zu entleeren.

Damit Ihre Milch gut fließen kann, brauchen Sie jetzt Ruhe und Entspannung.

Am besten legen Sie sich mit Ihrem Baby ins Bett, bis Ihre Symptome wieder völlig abgeklungen sind.

Lassen Sie Ihren Haushalt Haushalt sein!
Sie sind jetzt krank!

Legen Sie Ihr Baby möglichst oft an, ca. alle 2 Stunden tagsüber und versuchen Sie auch die Nachtpause nicht allzu lang werden zu lassen.

Legen Sie Ihr Baby in einer Position an, in der sein Unterkiefer zu der gestauten Stelle zeigt. Denn mit seinem Unterkiefer und seiner Zunge entleert das Baby den Bereich der Brust am effektivsten.

Damit Ihre Milch besser läuft, können Sie Ihre Brust vor dem Stillen wärmen, z.B. mit einer heißen Dusche, feuchtwarmen Kompressen oder auch mit Rotlicht.

Nach dem Stillen können Sie Ihre Brust kühlen oder auch wärmen, je nachdem, was für Sie angenehmer ist.

Zum Kühlen empfehle ich gerne gekühlte Weißkohlblätter auf der Brust, die mit einem Nudelholz gewalkt wurden. Lassen Sie sie solange auf der Brust, wie Sie den kühlenden Effekt haben. Dann nehmen Sie neue und sparen Sie dabei aber die Brustwarze aus.

Weißkohl enthält ein Enzym, das Entzündungen reduziert, und Sie können mit den Kohlblättern im BH auch einmal kurz aufstehen und haben nicht so eine Schmiererei, wie etwa mit Quarkwickeln.

Gegen Schmerzen, Fieber und zur Hemmung der Entzündung können Sie auch in der Stillzeit Paracetamol– oder Ibuprofen-Tabletten einnehmen.

Manchmal kann ein Baby die Milch aus dem gestauten Bereich nicht ausreichend herausholen, dann versuchen Sie am besten vorsichtig von Hand etwas Milch auszustreichen, aber fügen Sie sich dabei keine weiteren Schmerzen zu.

Mit einer Milchpumpe ist die Entleerung der Brust meist nicht so erfolgreich, weil die Pumpe vor allem die nicht-gestauten Bereiche der Brust entleert.

Trinken Sie viel und nehmen Sie zusätzlich Vitamin C zu sich, um Ihre Abwehrkräfte zu stärken.

Wenn Sie alle diese Maßnahmen rechtzeitig und konsequent angewendet haben, sollten sich Ihre Symptome innerhalb von 24 Std. verbessern oder zumindest nicht schlimmer werden.

Bis die Verhärtung in der Brust gänzlich verschwunden ist, kann es allerdings etwas länger dauern.

Zum Schluss noch einmal das Wichtigste

Gehen Sie ins Bett, halten Sie Ihre Milch am Fließen und wenden Sie Wärme und Kälte an, wie Sie möchten!!

Lassen Sie sich bei einem Milchstau auch von Ihrer Hebamme beraten!

Denn solange Sie stillen, haben Sie bei Fragen oder Problemen mit dem Stillen gegenüber Ihrer Krankenkasse noch bis zu 8mal Anspruch auf die Übernahme der Kosten für die Betreuung durch Ihre Hebamme, auch nach dem Ende des Wochenbetts.

Wenn sich Ihr Befinden, trotz all dieser Maßnahmen, innerhalb von 24 Stunden weiter verschlechtert oder nicht spätestens nach 48 Stunden eine Besserung eingetreten ist, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.

Dann haben Sie vielleicht eine bakterielle Brustentzündung und benötigen ein Rezept für ein Antibiotikum.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, März 2013
Foto: Regine Gresens

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank!

  2. Pingback: Irgend etwas in mir wollte nicht aufgeben

  3. toller text

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