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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Was tun bei einem Milchbläschen?

Was tun bei einem Milchbläschen?

8 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, 2006
Ein Milchbläschen ist ein weißer Punkt auf der Brustwarze, der so aussieht, als ob sich in einer kleinen Blase unter einer dünnen Hautschicht Muttermilch angesammelt hat.

Häufig, aber nicht immer, geht ein Milchbläschen mit einem gestauten Bereich tiefer in der Brust einher.

Es ist nicht genau bekannt, wodurch ein Milchbläschen entsteht, daher gibt es viele unterschiedliche Ideen dazu, wie es aufgelöst oder vermieden werden kann.

Normalerweise wird der gestaute Bereich in Ihrer Brust schnell weicher, sobald das Milchbläschen sich öffnet oder verschwindet.

Der Inhalt des Milchbläschens kann eingedickt sein, mit einer ähnlichen Konsistenz wie Zahnpasta oder Spagetti. Er kann kleine Körnchen enthalten, die Sie zwischen den Fingern spüren können.

Vielleicht stellen Sie auch nur fest, dass nach einer Stillmahlzeit Ihres Babys der Schmerz, das Milchbläschen und der Stau einfach weg sind.

Die hier aufgelisteten Vorschläge zum Umgang mit einem Milchbläschen und einem damit verbundenen Milchstau stammen von Stillfachleuten aus verschiedenen Ländern. Vielleicht passen einige der Tipps auf Ihre Situation.
Die fettgedruckten Empfehlungen könnten besonders hilfreich für Sie sein.

Beim Stillen

  • Stillen Sie so oft wie möglich, um die betroffene Brust so weich wie möglich zu halten.
  • Legen Sie Ihr Baby in der Rückenlage auf den Boden oder aufs Bett. Sie können es zusätzlich auf eine zusammen gefaltete Decke legen, so dass sein Hinterkopf vom Rand der Decke leicht herabhängt und sein Gesicht zur Zimmerdecke zeigt. Knien Sie sich nun im 4-Füßler-Stand über Ihr Baby , so dass Ihre Brüste nach unten hängen und stillen Sie in dieser Position.
  • Legen Sie Ihr Baby so an, dass sein Kinn in die Richtung des gestauten Bereichs zeigt.


Das Bläschen eröffnen

  • Entleeren Sie die Brust von Hand und kneten und bewegen Sie vorsichtig die Brustwarze.
  • Duschen Sie oder weichen Sie die Brustwarze mit feuchtwarmen Kompressen oder im Wasserbad ein und reiben Sie danach vorsichtig auf der Spitze der Brustwarze, um das Bläschen zu öffnen.
  • Nehmen Sie eine sterile Nadel, heben Sie das Häutchen über der Blase damit leicht an und öffnen Sie es vorsichtig mit der Nadel. Falls erforderlich ziehen Sie mit einer sterilen Pinzette etwas von der Haut ab. Tragen Sie für einige Tage mehrmals täglich nach dem Stillen eine antibiotische Salbe auf der Brustwarze auf. Manche Mütter ziehen es vor, das Bläschen von einem Arzt öffnen zu lassen, anderen ist es angenehmer die Kontrolle über die Nadel selbst zu haben. Das Vorgehen ist dabei das gleiche, wie beim Eröffnen einer Blase am Fuß.
  • Massieren und bewegen Sie die Brustwarze vorsichtig und wenden Sie hinter der Brustwarze oder eventuell hinter dem gestauten Milchgang leichten positiven Druck an.

Äußerliche Behandlung

  • Verteilen Sie nach dem Stillen eine kleine Menge einer antibiotischen Salbe auf Ihrer Brustwarze, besonders an den ersten ein bis zwei Tagen nachdem das Bläschen verschwunden ist oder eröffnet wurde.
  • Reiben Sie die Brustwarze mehrmals täglich nach dem Stillen mit Calendula-Öl ein.
  • Massieren Sie Ihre Brust, den Warzenhof und die Brustwarze mit einer Mischung aus Olivenöl und einigen Tropfen Grapefruitsamen-Extrakt (GSE) oder Zitrussamen-Extrakt.
  • Lassen Sie sich in einer Apotheke All-Purpose-Nipple-Ointment (APNO) nach dem Rezept von Dr. Jack Newman zubereiten und wenden Sie diese Salbe auf Ihrer Brustwarze an.
  • Sprühen Sie Ihre Brust und die Brustwarze nach dem Duschen mit einer leicht sauren wässrigen Lösung ein (1/4 Tasse Essig in 2 Tassen Wasser mit 5 Tropfen Grapefruit-Samen-Extrakt (GSE).

Einweichen der Haut

  • Legen Sie einen mit Olivenöl getränkten Wattebausch in Ihrem BH auf die Brustwarze.
  • Tragen Sie eine mit Essig (kann Kalkablagerungen auflösen) oder Essigwasser getränkte Stilleinlage.
  • Baden Sie die Brustwarze viermal täglich mit Epsom-Salzen (2 Teelöffel auf 1 Tasse warmes Wasser).
  • Feucht-warme Kompressen.

Vermeiden von Milchstaus

  • Tragen Sie keinen BH.
  • Tragen Sie keinen Bügel-BH.
  • Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten die Brust mit Ultraschall (Echotherapie) behandeln. (Nach Aussage mehrerer australischer Stillexperten reicht in der Regel eine einzelne Behandlung aus.)
  • Behandeln Sie den gestauten Bereich selbst mit einem Vibrator. Mögliche Alternativen für einen Vibrator: ein Massagegerät, ein Elektrorasierer, eine elektrische Zahnbürste oder sich gegen eine Waschmaschine zu lehnen, während gerade der Schleudergang läuft.
  • Legen Sie Weißkohlblätter oder rohe Kartoffelscheiben auf alle gestauten Bereiche in der Brust.
  • Tragen Sie einen BH mit Push-Up-Polstern, um Druckpunkte auf die Milchgänge zu reduzieren.

Ernährung

  • Trinken Sie mehr.
  • Vermeiden Sie einige oder alle folgenden Nahrungsmittel, besonders jene, die Sie normalerweise eher reichlich zu sich nehmen: Milchprodukte, Zucker, Erdnüsse, Schokolade, Fette (besonders gesättigte tierische Fette), Koffein, entkoffeinierte Produkte.
  • Essen Sie mehr Salz. Falls Sie eher schon „zu viel“ Salz nehmen, versuchen Sie es zu reduzieren.
  • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte, z.B. mit Vitamin C.
  • Nehmen Sie pro Tag 1 Esslöffel Lezithin ein. (Lezithin erhalten Sie in Drogerien, Apotheken und Reformhäusern.)

Weitere Empfehlungen

  • Nehmen Sie Ibuprofen, um die Entzündung zu reduzieren.
  • Verwenden Sie kein Antiperspirant.
  • Lassen Sie Ihren Eisenwert überprüfen und behandeln Sie ggf. einen Eisenmangel.
  • Lassen Sie sich auf Herpes Simplex untersuchen, da Herpes-Viren Brustwarzenbläschen verursachen können.
  • Reduzieren Sie Stress.
  • Lassen Sie sich von einer Stillexpertin beraten.
    Warum alles allein machen?

 

Original: Dealing With Blebs von Diane Wiessinger, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2014
Foto: Regine Gresens

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

8 Kommentare

  1. Hallo an alle.
    Also mir hat nach Wochen des Rumexperimentierens meine Frauenärztin geholfen, hab alles versucht, nichts hat geholfen.

    Mein Tipp wäre Lasern lassen, aber von einem Spezialisten.
    Nach ein paar minütigen Sitzungen mehrmals in der Woche endlich Bläschen und Schmerzen weg.

    Hat mich gerettet.

  2. Hallo Frau Gresens.

    Da ich in meiner Stillzeit, bisher etwas über 15 Monate und Ende offen, bereits mehr als 150 Milchstaus hatte, interessiere ich mich für die Echotherapie, welche Sie in dem Bereich Milchstaus vorbeugen erwähnt haben.

    Leider finde ich im Netz nicht für Echotherapie außerhalb von Krebsbehandlung. Hier vor allem Schilddrüse.

    Auch meine Physiotherapeutin hat noch nichts gehört.

    Da sie selbst auch viele Milchstaus hatte, würde sie gerne helfen. Sie fragt parallel bei Kollegen an, ob diese schoneinmal was gehört oder es angewendet haben.

    Wo können wir etwas zu dem Thema finden?
    Wo gibt es Informationen zu Stärke, Dauer etc.?
    Unter welchem Begriff finden wir die australische Studie?

    Ich hoffe, Sie können mir/uns weiterhelfen. Werde die Infos auch gern an meine Stillberaterin geben, damit mehr Stillmamas geholfen werden kann.

    Einen schönen Abend noch für sie.

  3. Hallo Frau Gresens,
    ich kann ein Lied von diesen Bläschen singen. Monatelang hatte ich Probleme damit.
    Das ganze hat im dritten Stillmonat angefangen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich rausgefunden habe, dass es sich um Bläschen bzw. wie ich es nenne „Körnchen“ handelt. Am besten hat es unter der Dusche funktioniert, diese rauszuholen. Ich habe einmal sogar bis zu 12 Stück rausgedrückt. Was noch hilft, die Brustwarze aufzuweichen und den Prozess zu beschleunigen, ist die Brust für kurze Zeit in warmem Zitronenwasser zu halten.
    Und nun meine persönliche Einschätzung zur Entstehung. Ich glaube, dass es zum Teil an den Hormonen liegt. Auffällig war, dass die Bläschen immer zum Monatswechsel von meinem Sohn kamen und dann 1-2 Wochen anhielten. Danach wurde es weniger oder gar nicht und so bis zum 9. Monat. Dann drei Monate Pause und ein Bläschen wieder.
    Lecithin hat mir nicht geholfen.
    Viele Grüße

  4. Hallo Frau Gresens,
    meine Tochter ist fast 5 Wochen alt und wird vollgestillt. Habe seit Wochen nun wahnsinnige Schmerzen auf der einen Brustwarze, auf der sich ein Milchbläschen gebildet hat. Habe es vor ein paar Tagen vorsichtig geöffnet, war allerdings nur eine Schicht „Hornhaut“, die sich entfernen liess, und der weisse Punkt blieb weiterhin bestehen. Habe es mit Octenisept lokal desinfiziert und vor der nächsten Mahlzeit von der Brust abgewischt. Ich denke, es wurde sogar kurzzeitig besser.

    Nun sind die Schmerzen wieder da, gefühlt noch stärker als vorher (stechende Schmerzen, die teilweise bis in den Rücken ziehen). Die andere Brust ist vollkommen i. O., ein leichtes Stechen beim Milchspendereflex, aber absolut unproblematisch.

    Was könnte ich noch machen?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüsse!

    • Liebe E.,
      ich mache auf diesem Blog und per Email aus Gründen der Haftung und der Qualitätssicherung keine Einzelfallberatung, da ich für eine qualifizierte Beratung eine Diagnose benötige und dafür erst einmal eine vernünftige Diagnostik und eine Anamnese nötig ist, inklusive körperlicher Untersuchung und Beobachtung eines Stillvorgangs.
      Es gibt beim Stillen einfach zu viele Faktoren, die eine Rolle spielen können und beachtet werden müssen.
      Bitte haben Sie dafür Verständnis.

      Näheres zu meinem Beratungsangebot finden Sie hier.

      Wenden Sie sich daher am besten für eine persönliche Stillberatung an eine examinierte Still- und Laktationsberaterin IBCLC in Ihrer Nähe.
      Kontaktdaten finden Sie hier:
      http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html
      http://www.stillen.de/laktationsberatung-finden/

      Mit freundlichen Grüßen,
      Regine Gresens

  5. Hallo Frau Gresens!

    Welche antibiotische Salbe könnte mir meine Frauenärztin denn verschreiben? Ich habe ein hartnäckiges Milchbläschen, welches zwar offen bleibt aber bein stillen immer Schmerzen bereitet. Ich glaube es hat sich auch entzündet.
    Meine Frauenärztin ist sich nicht sicher, welche Salbe da hilft (und auch während des Stillens aufgetragen werden darf).

    Über Ihre Hilfe würde ich mich freuen!

    • Ich bin keine Ärztin und kann daher auch keine Tipps für verschreibungspflichtige Medikamente geben, zudem ist dies auch ohne eine eigene Diagnose gestellt zu haben nicht möglich.

      Ihre Ärztin sollte sich bei Embryotox informieren, welche antibiotische Salbe in der Stillzeit verordnet werden kann.

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