Neugeborene erwarten gehalten zu werden

Was Ihr Baby nach der Geburt erwartet

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC
Nach der Geburt erwarten wir, so mit unserem Baby umzugehen, wie wir es gelernt haben – und da gibt es eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten.

Aber die „Erwartungen“ eines Babys sind nicht erlernt. Es sind dieselben Instinkte und Reflexe bei allen Babys rund um den Erdball, und sie haben sich seit Tausenden von Jahren nicht verändert.

Babys sind nicht hilflos. Sie sind bestens vorbereitet auf die Art von Welt, die sie nach ihrer Geburt erwarten.

Wenn wir ihre Welt verändern, machen wir das Leben für sie schwieriger.

Sie möchten wahrscheinlich nicht mit Ihrem Baby in einer Höhle leben, aber es ist hilfreich für Sie zu wissen, was für einen Start ins Leben Ihr Baby nach der Geburt „erwartet“.

Während des Geburtsvorgangs erwartet es, nicht von Medikamenten beeinflusst zu werden.

Ein Wirkstoff, der sich bei Ihnen nur für ein paar Stunden auswirkt, kann dem Baby tagelang Probleme bereiten, indem es ihm schwerer fällt, mit der normalen Stärke und Häufigkeit an der Brust zu trinken.

Wenn Sie sich für oder gegen ein Schmerzmittel entscheiden müssen, denken Sie daran, dass Ihre Entscheidung weit mehr als nur die Geburt beeinflussen kann.

Direkt nach der Geburt erwartet Ihr Baby, bei Ihnen zu bleiben.

Nachdem es einige Zeit im Hautkontakt mit Ihnen verbracht hat, sich an das Atmen, Sehen und Hören gewöhnt hat, wird es anfangen über seine erste Mahlzeit nachzudenken und kann dann tatsächlich aus eigener Kraft direkt bis zu Ihrer Brust kriechen, die Brustwarze finden, sich andocken und ausgiebig an Ihrer Brust saugen, ohne dass ihm jemand dabei helfen muss!

Wenn es vor seiner ersten Mahlzeit zum Baden, Wiegen und Messen von Ihnen fortgenommen wird oder wenn es mit Medikamenten zurechtkommen muss, kann es sein, dass es nicht so gut in der Lage ist, seine ersten Aktivitäten durchzuführen und auch, dass Ihre eigene instinktive Reaktion ihm gegenüber verändert ist.

Stillen funktioniert glücklicherweise unter ganz unterschiedlichen Geburtsbedingungen, aber es ist am einfachsten und befriedigt Sie beide am meisten, wenn Sie bis nach dem ersten Anlegen nicht von einander getrennt werden.

Nach dem ersten Stillen erwartet es eine lange Zeit neben Ihnen oder in Ihren Armen zu schlafen.

Es hat sein gesamtes bisheriges Leben lang Ihren Herzschlag und Ihre Atmung gehört und Ihre Wärme gespürt; und sein Herzschlag und seine Atemfrequenz werden tatsächlich regelmäßiger sein, wenn es mit Ihnen im Kontakt bleibt.

Es kann sein, dass es länger schlafen möchte, als das Krankenhauspersonal es gerne sieht. Sie möchten sicherstellen, dass bei Ihnen beiden alles gut eingespielt ist, bevor Sie nach Hause gehen. Daher werden Sie Ihr Baby vielleicht in der Anfangszeit ein wenig aufwecken müssen, um häufiges Stillen zu unterstützen.

Aber schon sehr bald wird Ihr Baby von alleine aufwachen, an der Brust trinken und sie loslassen, wenn es satt ist, genau wie jedes andere Säugetierjunge.

Zuhause erwartet es weiter, nah bei Ihnen zu bleiben. Alle Säugetierjungen haben eine besondere Technik um sich selbst zu schützen: Geschwindigkeit, Tarnung oder Sicherheit durch ihre Anzahl.

Menschliche Babys schützen sich selbst, indem sie im Körperkontakt getragen werden. Ihr Baby fühlt sich am sichersten und ruhigsten, wenn es nah bei Ihnen ist, dort wo die Tiger es nicht fressen können und die Ameisen nicht auf ihm herumkrabbeln!

Es erwartet, sein eigenes Tempo zu entwickeln – wahrscheinlich stillt es sehr viel öfter, als Sie sich vorgestellt haben – beendet die eine Brust, bevor es mit der zweiten beginnt, und vielleicht möchte es nicht jedes Mal an beiden Brüsten trinken.

Es erwartet, dass Sie schnell auf seine Äußerungen reagieren und es nicht für die Befriedigung seiner Bedürfnisse schreien muss.

Es erwartet, nah bei Ihnen zu sein, nachts ebenso wie am Tage, und es wird wahrscheinlich besser schlafen, wenn Sie neben ihm sind.

Ihr Baby „erwartet“, in Ihren Armen zu sein und es „erwartet“, dass Sie IHM zuhören, nicht der Uhr oder einem Anleitungsbuch.

Wenn Sie seine Erwartungen erfüllen, werden Sie ein glücklicheres Baby haben.
Und das heißt: ein glücklicheres Leben miteinander.

Original: What Your Baby Expects in Life von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, April 2004
Foto: premasagar via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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