Der Stillbeginn kann schwierig sein

Was eine gute Hebamme ausmacht

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Am 05.07.06 wurde unser Sohn Corvin geboren. Er ist unser 2. Kind und daher war ich bei vielen Themen (z.B. beim Stillen) entspannter, als bei unserem ersten Kind, Tochter Amy, geboren am 01.05.04.
Ich hatte meine damalige Wochenbett-Hebamme erneut angesprochen, ob sie bei Corvin auch wieder für mich da sein wollte, allerdings nur „Stand-by“, denn ich fühlte mich nicht mehr so unsicher, wie beim ersten Kind. OK, kein Problem für sie.

Bei Amy hatte ich anfangs wunde Brustwarzen und habe dann doch ohne Hilfsmittel 22 Monate gestillt, davon 9 Monate voll. Auch dank meiner Hebamme, die mich immer wieder motiviert hat, nicht aufzugeben.

Bei Corvin hingegen lag der Fall etwas anders: Meine Brustwarzen taten schon im Krankenhaus so weh, dass ich Silikon-Stillhütchen von Medela bekam und sogar Fingerfeeding machen musste, weil ich meinen Sohn nicht mehr anlegen konnte. Kaum zu Hause, rief ich meine Hebamme an, ob sie nicht kommen könnte, ich hätte massive Stillprobleme. Klar, sie kam und zeigte mir nochmals die richtige Anlegetechnik (unglaublich, wie man in 2 Jahren verlernen kann, ein Neugeborenes zu stillen), ermutigte mich, von den Stillhütchen wegzukommen und kontrollierte Corvins Gewicht. Als es nicht besser wurde und Corvin zu stark abnahm, gab sie mir die Telefon-Nummer einer befreundeten Stillberaterin: Regine.

Das Telefonat mit Regine baute mich etwas auf, zweifelte ich doch schon an meiner Fähigkeit, auch mein 2. Kind stillen zu können. Wir machten einen Termin und bis dahin sollte ich ruhig ausschließlich Fingerfeeding machen, damit mein Sohn nicht noch weiter abnahm und sich gleichzeitig meine Brustwarzen erholen konnten.

Regine kam, informierte sich umfassend über unsere Situation sah sich unser Stillproblem an, lieh mir eine Elektropumpe und machte mir Mut mit einer speziellen Anlegetechnik. Sie ließ sich auch weiterhin von mir bzw. meiner Wochenbett-Hebamme über den Verlauf der Dinge informieren: Wie klappt es mit dem Anlegen, wie geht es den Brustwarzen, was macht Corvins Gewicht, wie klappt es mit dem Pumpen? etc.

Die Zusammenarbeit von Regine mit meiner Hebamme war wirklich prima. Beide haben verstanden, dass ich den unbändigen Willen hatte, zu stillen und gingen darauf ein. Beide ermutigten mich immer wieder. Beide ergänzten sich und verhalfen mir mit ihrem Wissen zu einer gut funktionierenden Stillbeziehung.

Dass das nicht selbstverständlich ist, habe ich erst durch viele Gespräche mit anderen Müttern herausgefunden. Mütter, deren Kinder, entgegen der Absprache, bereits im Krankenhaus zugefüttert wurden. Mütter, denen im Krankenhaus gesagt wurde, dass Stillen nach Kaiserschnitt nur schwer zu erreichen ist. Mütter, denen von ihrer Wochenbett-Hebamme empfohlen wurde, abzustillen, weil sie nicht genug Milch hatten. Mütter, deren Wochenbett-Hebammen nur 5 Minuten bei ihnen waren, um einige Broschüren loszuwerden, etc. pp.

So wichtig, wie der Wille einer Mutter ist, ihr Kind stillen zu wollen, so wichtig ist auch die externe Unterstützung, die sie bei Schwierigkeiten bekommen muss: Im Krankenhaus, von der Wochenbett-Hebamme und auch zur Not durch eine Stillberaterin.

Ich persönlich finde es so schade, dass stillwilligen Müttern oft unnötig Steine in den Weg gelegt werden.

Also, Mütter, lasst Euch nicht entmutigen – es geht auch anders.

Mit den besten Grüssen,
Anneke,
die inzwischen wieder sicher ist, ihren Sohn solange stillen zu können, wie er es möchte und auch braucht.

Originalbericht von Corvins Mutter
Foto: PhylB via photopin cc

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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