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	Kommentare zu: Vom Stillen mit Hütchen und einem langen schwierigen Stillstart	</title>
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	<description>Intuitives Stillen - leicht gemacht</description>
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		<title>
		Von: Anno		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anno]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2018 21:04:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Johanna, 
Schön, auch nochmal im Internet eine ähnliche Geschichte über Stillhütchen zu lesen/hören! Ich fühle mich zurückerinnert an meine Geschichte (die nun schon ein Jahr zurückliegt)...

Nach der Geburt wollte mir die Entbindungshebamme einen Tropf mit künstlichem Oxytocin anhängen (&quot;gegen die Blutung&quot;, sagte sie, scheinbar ein Standard-Prozedere, damit man nicht so lang auf die Plazenta warten muss). Ich verneinte, hatte aber Bedenken, sie könnte es später nochmal versuchen. Da ich wusste, dass echtes Oxytocin beim Stillen ausgeschüttet wird, wollte ich unser Baby anlegen, obwohl es noch nicht nach der Brust gesucht hatte (es war gerade ein paar Minuten alt). Die Hebamme bemerkte meinen Anlegeversuch und sagte &quot;Sie wollen es anlegen&quot;, und schob meine Brustwarze in des Babys Mund (mit Plastikhandschuhen wohlgemerkt). Da unser Baby nicht begann zu saugen, ließen wir es bleiben und versuchten es auch einige Stunden/Minuten später nicht wieder. Die Plazenta kam aber trotzdem! 
Am ersten Tag im Krankenhaus bot ich die Brust permanent im Liegen neben dem Baby an. Was ich nicht wusste - es konnte sich noch nicht &quot;heranwagen&quot;, ich hätte es eigentlich (wohl am besten in der Wiege-Haltung) sanft an die Brust nehmen müssen, weil es sich ja noch kaum selbst bewegen konnte. Im Krankenhaus herrschte die altbekannte Kontroll-Manie à la &quot;Wann hat Ihr Kind wieviel getrunken?&quot;. Weil ich mich von den Kontroll-Fragen bei der Visite unter Druck gesetzt fühlte, behauptete ich, ich hätte dannunddann &quot;gestillt&quot;, meist im erfundenen 4-Stunden-Takt, damit sie mich in Ruhe ließen. Nachdem unser Baby 24 Stunden auf der Welt war (und ich immer noch nicht wusste, wie sich &quot;saugen&quot; anfühlte) war ich überzeugt, es habe Hunger, denn es weinte. Ich ging nachts ins Stillzimmer, in dem fast nur Frauen ohne Baby waren, die abpumpen mussten. Die Nachtschwester half mir auf meinen Wunsch beim Anlegen. Mein Baby wehrte sich gegen den gewaltsamen Versuch, die Brustwarze in seinen Mund zu manövrieren (&quot;forcieren&quot; nennt man das wohl. Dabei kommt es dazu, dass das Baby die Zunge zum Gaumen hochwirft und weint). Die Nachtschwester sagte &quot;Komisch, das machen heute irgendwie alle Babys&quot;... Nach erfolglosem Helfen gab sie mir ein Stillhütchen von der Station. Ich hatte davon gelesen, äußerte Bedenken und sie sagte &quot;na, wenn&#039;s schnell geh&#039;n muss&quot;. Wir stillten dann das erste Mal mit Hütchen, Kolostrum floss, das Baby saugte so extrem fest, dass sich eine weiße böse wehtuende Beule auf dem Vorhof bildete. Nach dem Geben der linken Seite mit Hütchen hatte ich die Faxen dicke, ging wieder auf&#039;s Zimmer und beschwerte mich über die Stillhütchen bei meiner Zimmernachbarin (sie hat von Anfang an konsequent durchgestillt und war ein super Vorbild!). Ich durfte am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen (es war eine ambulante Geburt geplant, aber wegen dieserundjener Untersuchung konnten sie mich überreden, zu bleiben). Zu dem angekündigten &quot;Na, ich will nochmal sehen, wie sie anlegen&quot; einer Visite-Schwester ist es nicht gekommen. 
Zu Hause hatte ich die erste wirklich schlimme Nacht mit Baby (bis heute). Mit dem Anlegen und Ansaugen klappte es nur so semi, ich weiß nicht, ob es trank oder nicht, aber geweint hat es sehr, sehr viel (nach meinem Ermessen - es war ansonsten ein sehr ruhiges Baby). Am nächsten Morgen bin ich sofort (!) in die Apotheke gelaufen und habe die Stillhütchen und zwei Schnuller gekauft. Im Krankenhaus hatten mir meine Mutter &#038; meine Zimmernachbarin noch berichtet, dass sie beim ersten Kind auch mit Stillhütchen stillten. Also dachte ich, es wäre kein Verbrechen, sie zu benutzen, wenn man es anders nicht schafft. 
In den ersten Wochen klappte es mit den Dingern echt gut, Kind trank, Brust war okay, Milch war genug da (ich tendiere eh zu zu viel Milch, also eigentlich ein positiver side effect der Hütchen). Da ich bewusst keine Nachsorgehebamme hatte (ich bin beratungsresistent und muss immer alles allein schaffen), aber wusste, dass man sich bei &quot;Stillproblemen&quot; an Expert*innen wenden sollte, ging ich zu einem Treffen der LLL in unserer Stadt. In Youtube-Videos sagten sie &quot;Frauen lernen das Stillen durch das Beobachten anderer Mütter beim Stillen&quot;. Das wollte ich dort machen. Anlegen lernen und ggf. die Hütchen loswerden. Das Baby war damals 10 Tage alt. In meiner damaligen Lage war das schon eine lange Zeit und ich hatte mich an die Hütchen &quot;gewöhnt&quot;. Ich wusste aber, dass Sillhütchen durchaus problematisiert werden und es eigentlich ohne gehen soll (&quot;it&#039;s not the real thing&quot;). Beim Treffen kam ich zu spät, alle waren schon da, und hatten 4 Monate alte Babys dabei oder gar Kleinkinder. Sie stillten alle im 10-Minuten-Takt und plauderten über den Schlaf der Eltern mit Baby. Man fragte mich, wie alt mein Kleines sei und äußerte &quot;Oh, so klein noch und da bist du hierher gekommen?&quot; (Ich dachte, beim Stilltreffen würde einem geholfen bei Stillproblemen, deswegen war ich ja da!). Es gab aber ein Bequatsche-Thema, den Schlaf, und die anderen Mütter äußerten vor der Gruppe ihre Problemchen (z.B. eines hat einen vollgepackten Tag und nuckelt nachts durchgehend, Mutter schläft im Hohlkreuz und ist völlig übermüdet--&#062; Tipp: &quot;Na, wenn dein Kind es braucht&quot; oder &quot;Gib ihm doch ein Kuscheltier&quot;). Ich achtete darauf, niemand stillte mit Hütchen, ich wagte es nicht, die Dinger rauszuholen, versteckte sie unter einem Spucktuch, als auch ich aus Gruppenzwang anlegte. Mein Baby wurde müde, konnte aber nicht schlafen, weil es in dem Raum so laut war. Ich wollte nicht früher gehen, weil es unhöflich gewesen wäre. Zu Ende ließ ich mich von meinem Freund abholen, weil mich das Treffen an den Rand der Erschöpfung gebracht hatte. Als alle ihre Sachen packten und nach Hause gingen, kam die Gruppenleiterin zu mir und fragte mich, ob sie mir noch helfen kann, bevor ich gehe. Mehr widerwillig als aus vollem Herzen gestand ich ihr mein Problem, dass ich mich so schäme, weil alle anderen ohne Hütchen stillen konnten und es so leicht aussah, es bei mir aber nicht klappen wollte. Die LLL-Beraterin gab mir Tipps, besonders in Richtung des intuitiven Stillens, Baby auf nackte Brust, Brust suchen lassen. Sie sagte &quot;oder mal zusammen baden&quot; (mit Wochenfluss?!?!?). Sie bereitete ein Bett/Sofa, auf dem ich es mir gemütlich machen sollte, um nochmal normal anlegen zu versuchen. Als Vorführ-Objekt fungierte ihr 1 1/2-Jähriges, das bereits laufen konnte und während des Treffens mit Plastiktassen &quot;Trinken&quot; gespielt hatte. Sie &quot;legte&quot; ihn sich auf den Bauch, er nuckelte und dockte wieder ab (wie vorher auch schon die ganze Zeit). Mein 10 Tage alter Säugling tat es ihm nicht nach. Nervlich am Ende verließen wir den Raum, auf dem Flur kam die LLL-Beraterin hinter uns hergelaufen und empfahl mir folgende Seite: https://www.still-lexikon.de/stillhuetchen-ein-hilfsmittel-mit-bedingtem-nutzen/ 
Ich las zu Hause und fiel vom Hocker. Dort sind sage und schreibe 12 Negativ-Argumente gegen Stillhütchen aufgelistet. Das hat mir den Rest gegeben, ich habe nur noch geheult. Stillhütchen zu verwenden schien ein Verbrechen zu sein.

Schaut euch bitte auch diese Seite der Medaille an. Wenn ihr die Verdrehung der Gegenseite (der Säuglingsnahrungsindustrie) aufdeckt, seid bitte auch der Still-Seite gegenüber kritisch! Es nützt nichts, die stillmotivierten Mütter mit soetwas abzuschrecken. Auch gut gemeinte Beratung kann, wenn nicht ausreichend reflektiert, sehr schaden. Mit hoher Sicherheit kann keine langzeitstillende Mutter ihre Stillbeziehung mit den ersten Still-Wochen mit einem Neugeborenen vergleichen. Und nein, wir alle können uns nur bedingt in die Lage einer Wöchnerin mit ihrem frisch geborenen Baby hineinversetzen! Es zeigt sich leider all zu oft, dass die (gut gemeinte) Hilfe, das Stillen in Gang zu bringen oder es &quot;richtig&quot; zu machen, die Mütter sehr stark verunsichern, besonders wenn es etwas ist, was sie noch nie gemacht haben. Diese (positive) Stillberatung muss bereits im Kreißsaal anfangen. So manche Mutter kann vielleicht den Schluss nicht ziehen, dass ein missglückter Stillstart von Erlebnissen während der Geburt/Stunden nach der Geburt/Stress im Wochenbett herrühren! Ich denke, was die frischen Mütter brauchen, sind Menschen, die ihnen vertrauen und ihnen zuhören, nicht Menschen, die sie unter Druck setzen oder sich mit ihnen vergleichen, um als Sieger*in aus der Situation hervorzugehen. Es nützt auch nichts, den einen, goldrichtigen Weg des ausschließlichen Stillens mit Nippel vorzuzeichnen, so wie auf der Internetseite der LLL geschehen. Jede Situation/Konstellation Mutter-Baby ist hochindividuell. Es wäre blauäugig, jede Frau an Expert*innen für das Stillen zu verweisen, denn, wie in meinem Fall, kann auch eine Expert*in sehr viel kaputt machen. Ich wünsche mir, dass ihr, die Expert*innen, das berücksichtigt. Auch Still-Treffen MÜSSEN nicht zwangsläufig gewinnbringend und ermutigend sein! In unserer Gesellschaft vergleichen wir uns permanent mit anderen, sind es aber nicht gewohnt, das Anders-Sein der Anderen positiv aufzunehmen. Stattdessen messen wir uns aneinander. 

Meine Geschichte ist so geendet, dass ich aus Protest und Trotz der schlechten Beratung gegenüber noch 7 Wochen weiter mit Hütchen gestillt habe (und auch keine weiteren Normal-Anlege-Versuche gestartet habe). Danach war mein Kind in der Lage, auch ohne zu trinken. Es war einfach alt und groß genug und ich hatte genug Routine. 

Eine Beratung, die einfach nur Geduld mitbringt, hätte gereicht. Und dass Stillhütchen wirklich kein Weltuntergang sind, sollte doch eigentlich wirklich Konsens sein. ? 
In diesem Sinne, 
Haut rein! 
Wir stillen immer noch, ohne jemals wieder beraten worden zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Johanna,<br />
Schön, auch nochmal im Internet eine ähnliche Geschichte über Stillhütchen zu lesen/hören! Ich fühle mich zurückerinnert an meine Geschichte (die nun schon ein Jahr zurückliegt)&#8230;</p>
<p>Nach der Geburt wollte mir die Entbindungshebamme einen Tropf mit künstlichem Oxytocin anhängen (&#8222;gegen die Blutung&#8220;, sagte sie, scheinbar ein Standard-Prozedere, damit man nicht so lang auf die Plazenta warten muss). Ich verneinte, hatte aber Bedenken, sie könnte es später nochmal versuchen. Da ich wusste, dass echtes Oxytocin beim Stillen ausgeschüttet wird, wollte ich unser Baby anlegen, obwohl es noch nicht nach der Brust gesucht hatte (es war gerade ein paar Minuten alt). Die Hebamme bemerkte meinen Anlegeversuch und sagte &#8222;Sie wollen es anlegen&#8220;, und schob meine Brustwarze in des Babys Mund (mit Plastikhandschuhen wohlgemerkt). Da unser Baby nicht begann zu saugen, ließen wir es bleiben und versuchten es auch einige Stunden/Minuten später nicht wieder. Die Plazenta kam aber trotzdem!<br />
Am ersten Tag im Krankenhaus bot ich die Brust permanent im Liegen neben dem Baby an. Was ich nicht wusste &#8211; es konnte sich noch nicht &#8222;heranwagen&#8220;, ich hätte es eigentlich (wohl am besten in der Wiege-Haltung) sanft an die Brust nehmen müssen, weil es sich ja noch kaum selbst bewegen konnte. Im Krankenhaus herrschte die altbekannte Kontroll-Manie à la &#8222;Wann hat Ihr Kind wieviel getrunken?&#8220;. Weil ich mich von den Kontroll-Fragen bei der Visite unter Druck gesetzt fühlte, behauptete ich, ich hätte dannunddann &#8222;gestillt&#8220;, meist im erfundenen 4-Stunden-Takt, damit sie mich in Ruhe ließen. Nachdem unser Baby 24 Stunden auf der Welt war (und ich immer noch nicht wusste, wie sich &#8222;saugen&#8220; anfühlte) war ich überzeugt, es habe Hunger, denn es weinte. Ich ging nachts ins Stillzimmer, in dem fast nur Frauen ohne Baby waren, die abpumpen mussten. Die Nachtschwester half mir auf meinen Wunsch beim Anlegen. Mein Baby wehrte sich gegen den gewaltsamen Versuch, die Brustwarze in seinen Mund zu manövrieren (&#8222;forcieren&#8220; nennt man das wohl. Dabei kommt es dazu, dass das Baby die Zunge zum Gaumen hochwirft und weint). Die Nachtschwester sagte &#8222;Komisch, das machen heute irgendwie alle Babys&#8220;&#8230; Nach erfolglosem Helfen gab sie mir ein Stillhütchen von der Station. Ich hatte davon gelesen, äußerte Bedenken und sie sagte &#8222;na, wenn&#8217;s schnell geh&#8217;n muss&#8220;. Wir stillten dann das erste Mal mit Hütchen, Kolostrum floss, das Baby saugte so extrem fest, dass sich eine weiße böse wehtuende Beule auf dem Vorhof bildete. Nach dem Geben der linken Seite mit Hütchen hatte ich die Faxen dicke, ging wieder auf&#8217;s Zimmer und beschwerte mich über die Stillhütchen bei meiner Zimmernachbarin (sie hat von Anfang an konsequent durchgestillt und war ein super Vorbild!). Ich durfte am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen (es war eine ambulante Geburt geplant, aber wegen dieserundjener Untersuchung konnten sie mich überreden, zu bleiben). Zu dem angekündigten &#8222;Na, ich will nochmal sehen, wie sie anlegen&#8220; einer Visite-Schwester ist es nicht gekommen.<br />
Zu Hause hatte ich die erste wirklich schlimme Nacht mit Baby (bis heute). Mit dem Anlegen und Ansaugen klappte es nur so semi, ich weiß nicht, ob es trank oder nicht, aber geweint hat es sehr, sehr viel (nach meinem Ermessen &#8211; es war ansonsten ein sehr ruhiges Baby). Am nächsten Morgen bin ich sofort (!) in die Apotheke gelaufen und habe die Stillhütchen und zwei Schnuller gekauft. Im Krankenhaus hatten mir meine Mutter &amp; meine Zimmernachbarin noch berichtet, dass sie beim ersten Kind auch mit Stillhütchen stillten. Also dachte ich, es wäre kein Verbrechen, sie zu benutzen, wenn man es anders nicht schafft.<br />
In den ersten Wochen klappte es mit den Dingern echt gut, Kind trank, Brust war okay, Milch war genug da (ich tendiere eh zu zu viel Milch, also eigentlich ein positiver side effect der Hütchen). Da ich bewusst keine Nachsorgehebamme hatte (ich bin beratungsresistent und muss immer alles allein schaffen), aber wusste, dass man sich bei &#8222;Stillproblemen&#8220; an Expert*innen wenden sollte, ging ich zu einem Treffen der LLL in unserer Stadt. In Youtube-Videos sagten sie &#8222;Frauen lernen das Stillen durch das Beobachten anderer Mütter beim Stillen&#8220;. Das wollte ich dort machen. Anlegen lernen und ggf. die Hütchen loswerden. Das Baby war damals 10 Tage alt. In meiner damaligen Lage war das schon eine lange Zeit und ich hatte mich an die Hütchen &#8222;gewöhnt&#8220;. Ich wusste aber, dass Sillhütchen durchaus problematisiert werden und es eigentlich ohne gehen soll (&#8222;it&#8217;s not the real thing&#8220;). Beim Treffen kam ich zu spät, alle waren schon da, und hatten 4 Monate alte Babys dabei oder gar Kleinkinder. Sie stillten alle im 10-Minuten-Takt und plauderten über den Schlaf der Eltern mit Baby. Man fragte mich, wie alt mein Kleines sei und äußerte &#8222;Oh, so klein noch und da bist du hierher gekommen?&#8220; (Ich dachte, beim Stilltreffen würde einem geholfen bei Stillproblemen, deswegen war ich ja da!). Es gab aber ein Bequatsche-Thema, den Schlaf, und die anderen Mütter äußerten vor der Gruppe ihre Problemchen (z.B. eines hat einen vollgepackten Tag und nuckelt nachts durchgehend, Mutter schläft im Hohlkreuz und ist völlig übermüdet&#8211;&gt; Tipp: &#8222;Na, wenn dein Kind es braucht&#8220; oder &#8222;Gib ihm doch ein Kuscheltier&#8220;). Ich achtete darauf, niemand stillte mit Hütchen, ich wagte es nicht, die Dinger rauszuholen, versteckte sie unter einem Spucktuch, als auch ich aus Gruppenzwang anlegte. Mein Baby wurde müde, konnte aber nicht schlafen, weil es in dem Raum so laut war. Ich wollte nicht früher gehen, weil es unhöflich gewesen wäre. Zu Ende ließ ich mich von meinem Freund abholen, weil mich das Treffen an den Rand der Erschöpfung gebracht hatte. Als alle ihre Sachen packten und nach Hause gingen, kam die Gruppenleiterin zu mir und fragte mich, ob sie mir noch helfen kann, bevor ich gehe. Mehr widerwillig als aus vollem Herzen gestand ich ihr mein Problem, dass ich mich so schäme, weil alle anderen ohne Hütchen stillen konnten und es so leicht aussah, es bei mir aber nicht klappen wollte. Die LLL-Beraterin gab mir Tipps, besonders in Richtung des intuitiven Stillens, Baby auf nackte Brust, Brust suchen lassen. Sie sagte &#8222;oder mal zusammen baden&#8220; (mit Wochenfluss?!?!?). Sie bereitete ein Bett/Sofa, auf dem ich es mir gemütlich machen sollte, um nochmal normal anlegen zu versuchen. Als Vorführ-Objekt fungierte ihr 1 1/2-Jähriges, das bereits laufen konnte und während des Treffens mit Plastiktassen &#8222;Trinken&#8220; gespielt hatte. Sie &#8222;legte&#8220; ihn sich auf den Bauch, er nuckelte und dockte wieder ab (wie vorher auch schon die ganze Zeit). Mein 10 Tage alter Säugling tat es ihm nicht nach. Nervlich am Ende verließen wir den Raum, auf dem Flur kam die LLL-Beraterin hinter uns hergelaufen und empfahl mir folgende Seite: <a href="https://www.still-lexikon.de/stillhuetchen-ein-hilfsmittel-mit-bedingtem-nutzen/" rel="nofollow ugc">https://www.still-lexikon.de/stillhuetchen-ein-hilfsmittel-mit-bedingtem-nutzen/</a><br />
Ich las zu Hause und fiel vom Hocker. Dort sind sage und schreibe 12 Negativ-Argumente gegen Stillhütchen aufgelistet. Das hat mir den Rest gegeben, ich habe nur noch geheult. Stillhütchen zu verwenden schien ein Verbrechen zu sein.</p>
<p>Schaut euch bitte auch diese Seite der Medaille an. Wenn ihr die Verdrehung der Gegenseite (der Säuglingsnahrungsindustrie) aufdeckt, seid bitte auch der Still-Seite gegenüber kritisch! Es nützt nichts, die stillmotivierten Mütter mit soetwas abzuschrecken. Auch gut gemeinte Beratung kann, wenn nicht ausreichend reflektiert, sehr schaden. Mit hoher Sicherheit kann keine langzeitstillende Mutter ihre Stillbeziehung mit den ersten Still-Wochen mit einem Neugeborenen vergleichen. Und nein, wir alle können uns nur bedingt in die Lage einer Wöchnerin mit ihrem frisch geborenen Baby hineinversetzen! Es zeigt sich leider all zu oft, dass die (gut gemeinte) Hilfe, das Stillen in Gang zu bringen oder es &#8222;richtig&#8220; zu machen, die Mütter sehr stark verunsichern, besonders wenn es etwas ist, was sie noch nie gemacht haben. Diese (positive) Stillberatung muss bereits im Kreißsaal anfangen. So manche Mutter kann vielleicht den Schluss nicht ziehen, dass ein missglückter Stillstart von Erlebnissen während der Geburt/Stunden nach der Geburt/Stress im Wochenbett herrühren! Ich denke, was die frischen Mütter brauchen, sind Menschen, die ihnen vertrauen und ihnen zuhören, nicht Menschen, die sie unter Druck setzen oder sich mit ihnen vergleichen, um als Sieger*in aus der Situation hervorzugehen. Es nützt auch nichts, den einen, goldrichtigen Weg des ausschließlichen Stillens mit Nippel vorzuzeichnen, so wie auf der Internetseite der LLL geschehen. Jede Situation/Konstellation Mutter-Baby ist hochindividuell. Es wäre blauäugig, jede Frau an Expert*innen für das Stillen zu verweisen, denn, wie in meinem Fall, kann auch eine Expert*in sehr viel kaputt machen. Ich wünsche mir, dass ihr, die Expert*innen, das berücksichtigt. Auch Still-Treffen MÜSSEN nicht zwangsläufig gewinnbringend und ermutigend sein! In unserer Gesellschaft vergleichen wir uns permanent mit anderen, sind es aber nicht gewohnt, das Anders-Sein der Anderen positiv aufzunehmen. Stattdessen messen wir uns aneinander. </p>
<p>Meine Geschichte ist so geendet, dass ich aus Protest und Trotz der schlechten Beratung gegenüber noch 7 Wochen weiter mit Hütchen gestillt habe (und auch keine weiteren Normal-Anlege-Versuche gestartet habe). Danach war mein Kind in der Lage, auch ohne zu trinken. Es war einfach alt und groß genug und ich hatte genug Routine. </p>
<p>Eine Beratung, die einfach nur Geduld mitbringt, hätte gereicht. Und dass Stillhütchen wirklich kein Weltuntergang sind, sollte doch eigentlich wirklich Konsens sein. ?<br />
In diesem Sinne,<br />
Haut rein!<br />
Wir stillen immer noch, ohne jemals wieder beraten worden zu sein.</p>
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