Vom Fläschchen zurück an die Brust

Vom Fläschchen zurück an die Brust

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Mit diesem Beitrag möchte ich gerne alle Mamas motivieren, die Probleme mit dem Stillen haben, aber gerne stillen würden. Hier ist meine Geschichte:

Aufgrund eines Kaiserschnittes (ich hatte eine Beckenendlage bei sehr großem Kind) dauerte es etwas länger bei mir, bis der Milcheinschuss kam.

Ich hatte mir ganz fest vorgenommen zu stillen, weil ich überall gelesen hatte, dass es sowohl gesundheitlich, als auch emotional das Beste für ein Baby ist.

Obwohl ich also am Anfang keine Milch hatte, legte ich mein Baby immer wieder an. Er saugte auch ein wenig, aber gab meistens relativ schnell wieder auf, was ja auch kein Wunder war.

Wenn ich ihn dann noch weiter anlegte, wurde der Kleine manchmal sogar wütend und wendete sich ab.

Leider wog er dann auch zu wenig und ich musste mit einem Fläschchen zu füttern, um ihn aufzupäppeln.

Aus der Flasche trank mein Baby ohne Probleme. Ich las, dass die Flasche abgewöhnen gar nicht so einfach ist, und machte mir schon Sorgen, legte mein Baby aber immer wieder an, ganz egal, ob er saugte oder nicht.

Wenn er sich doch mal wieder über das Anlegen aufregte und ablehnend reagierte, hörte ich auf.

Ich fing auch an Milch abzupumpen, um anstatt der Säuglingsnahrung echte Muttermilch füttern zu können.

Da das mit dem Anlegen irgendwie immer noch nicht klappte, dachte ich mir, dass ich es wenigstens schaffen könnte, die Säuglingsnahrung irgendwann komplett durch Muttermilch zu ersetzen. Bekanntlich ist die Muttermilch viel gesünder als Säuglingsnahrung.

Das Abpumpen war – selbst mit auf Rezept verordneter elektrischer Pumpe – total anstrengend.

Sogar nachts musste ich alle zwei Stunden aufstehen und abpumpen. Ohne Doppelpumpset inklusive BH, der das Ganze festhält, so dass ich wenigstens die Hände frei hatte, hätte ich es nicht durchgehalten.

Irgendwie wollte ich das Stillen schon aufgeben, aber ab und zu saugte er doch manchmal ganz kurz.

Aber leider hatte er es eben immer wieder schnell satt, insofern, dass er die Brust vor Wut sogar anschrie, weil die Milch aus der Brust eben nicht so schnell herauskam, wie aus der Flasche.

Ich habe auch von der sogenannten Saugverwirrung gelesen, aber die Krankenschwester im Krankenhaus meinte, das würde nur bei 0,3 % der Babys vorkommen und es sei gar kein Problem, sie zurück an das Stillen zu gewöhnen.

Mich ließ das Thema nicht los und ich suchte nach Hilfe und stieß auf den Videokurs zum richtigen Anlegen und habe mit den Tipps aus dem Kurs und ganz viel Geduld es tatsächlich geschafft, mein Baby zu motivieren aus der Brust zu trinken.
 
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Nun wusste ich, dass es geht, und war total froh und stolz darauf.

Zuerst habe ich es geschafft, tagsüber ausschließlich zu stillen. Nachts habe ich weiter abgepumpt.

Als ich merkte, wie gut das klappte, habe ich die Pumpe einfach zurückgegeben. Das war zwar riskant, aber ich dachte mir, wenn die Pumpe nicht da ist, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als zu stillen.

Und so war es dann auch. Ich habe es von einem Tag auf den anderen hinbekommen, ausschließlich zu stillen.

Das Gefühl, sein eigenes Kind ernähren zu können, ist einfach wunderschön und ich wünsche auch allen anderen Mamas dieses wunderbare Erlebnis! Man gibt soviel Wärme und Liebe durch das Stillen ans Baby weiter, das ist für jedes Baby das Beste.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr die gerne unter dem Beitrag stellen und ich schau von Zeit zu Zeit nach und werde gerne antworten.

Marie, 32, Hamburg

Originalbericht einer Mutter, September 2016
Foto: Marie

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

7 Kommentare

  1. Hallo,

    Also bei mir ist das zur Zeit so ein Durcheinander…. meine kleine kam 2 Wochen zu früh ( hatte das helpp Syndrom ) ich war auf der intensiv Station 2 Tage und konnte sie somit nicht stillen.. ihr wurde von Anfang an die Flasche gegeben … ich habe weiterhin gepumpt aber hatte durch die “ Krankheit“ und 2 op s ( Ärzte hatten es verpfuscht ) keine Kraft alle 2 std zu pumpen … vorallem nachts nicht … ich hab trotzdem weiter gepumpt und könnte dann nach paar Tagen zusätzlich die kleine stillen und mit Baby Nahrung zufüttern … jetzt ist sie 6 Wochen alt und bekommt beides und ist dadurch natürlich total durcheinander und trinkt unregelmäßig … mir ist stillen in der Öffentlichkeit unangenehm deshalb habe ich immer eine Flasche dabei …. ich würde gerne auf stillen umswitschen aber habe das Gefühl nicht genug Milch zu haben da ich ja imme rtugefüttert habe – wie mach ich das nun am besten ? Vielen Dank, Johanna

    • Hallo Johanna,
      da habt ihr wirklich einen schwierigen Start gehabt. Toll, dass du dran geblieben bist!!
      Ob du genug Milch hast, lässt sich aus der Ferne aber für mich leider nicht beurteilen.
      Daher würde ich dir unbedingt raten, dich für eine persönliche Stillberatung an deine Hebamme oder eine zertifizierte Still- und Laktationsberaterin IBCLC zu wenden, damit sie sich ein vollständiges Bild deiner Situation machen und die geeigneten Maßnahmen zur Steigerung der Milchproduktion mit dir besprechen kann.
      Kontaktdaten einer Still- und Laktationsberaterin in deiner Nähe findest Du hier:
      http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html
      http://www.stillen.de/laktationsberatung-finden/
      Weitere allgemeine Infos gibt es auch hier.
      Viel Erfolg und herzliche Grüße,
      Regine Gresens

  2. Hallo Marie,
    Ihr Beitrag macht auch mir Mut und Hoffnung. Darf ich fragen, wann bei Ihnen der Milcheinschuss kam? Ich hatte einen ungeplannten Kaiserschnitt. Heute bin ich am 17. Tag nach der Geburt, aber der Milcheinschuss ist nicht wirklich da und ich bekomme ganz wenige Milch (ca. 15ml) raus…
    Besten Dank!
    Yan

  3. Hallo Marie,
    wirklich toll, dass es bei Euch geklappt hat. Wir sind in der gleiche Situation – es war so schwierig sie anzulegen, und wenn es geklappt hat, hat sie wirklich wenig getrunken. Da war mir auch wichtiger Muttermilch zu bekommen und habe abgefangen jede zweite Stunde abzupumpen. Anfangs habe ich ihr die MuMi mit Softcup gegeben und es war nicht so gut – sie hat sich öfter verschluckt und es war wirklich Stress für sie und mich. Dann habe ich letztendlich eine „Stillberaterin“ gefunden (wir leben in Indien) und sie ist zu uns gegangen. Das war als Viktoria 3 Wochen alt war. Sie hat sich alles angeschaut und gemeint, dein Baby hat seinen Saugreflex wegen dem Softcup verlernt, versuche sie an die Flasche mindestens zu gewöhnen 🙁 dann habe ich auch das gemacht und in 4 Tagen konnte unsere Kleine schon von der Flasche trinken. Allerdings mit jeder Trinkmahkzeit hat sie weniger und weniger Lust und Geduld an der Brust angelegt zu werden. Mittlerweile wird sie diese Woche 2 Monate alt und ich will nicht die Hoffnung abgeben, dass sie wieder die Brust nehmen wird und ich sie stillen kann. Für jeden Tipp werde ich sehr dankbar, wie ihr das geschafft habt. Liebe Grüße Vanya und Viktoria

  4. Hallo,
    Meine kleine ist 4 Monate und wird voll gestillt, nur leider klappt das seit 2 Tagen nicht 🙁
    Sie will nicht an die Brust. Schreit sie an und saugt immer nur kurz und dann wird sie wütend.
    Auf die schnelle ein Fläschchen gemacht und sie war satt (pre Nahrung war für Notfall da)
    Ich hab nur eine Handpumpe da und hoffe jetzt, dass ich die Milch wieder in Gang kriege.
    Ich hab Angst, dass sie durch meinen psychischen Stress weggeht :-\
    Ich bin gerade am Ende, denn es ist so schön zu stillen und ich genieße es 🙂
    Lg Silvi

    • Hallo Silvi,
      bei mir war das genauso mit dem Anschreien der Brust und dann Wut. Es hat mir geholfen, mich einfach mit Baby ins Bett zu legen und ganz ruhig zu bleiben und trotz Wut immer wieder die Brust anbieten. Irgendwann hat mein Baby dann trotzdem wieder gesaugt und hatte auch mehr Ruhe, weil ich einfach ruhig geblieben bin.

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