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Papa und Baby

Und der Papa?

3 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Seitdem es Babys gibt, gibt es auch Väter.  Aber kein Vater in der Geschichte der Menschheit hat jemals ein Baby gestillt.  

Wenn Vaterschaft nicht bedeutet, das Kind zu ernähren, was bedeutet es dann?
Alles Andere!

Väter sind anders als Mütter. Sie haben eine haarige Brust, tiefe Stimmen, große Hände, breite Schultern – Unterschiede, die Babys schätzen lernen.

„Ma-ma.“ „Na-na.“ Dies sind leise, bedürftige Töne – Rufe nach der Weichheit und Milch, die Hunger und Unruhe vertreiben. Tatsächlich war „Mama“ wohl schon in lateinischer Babysprache das Wort für „Brust“.

„Pa-pa!“ und „Da-da!“ sind fröhliche, verspielte Laute, die Babys überall auf der Welt machen.

Am Abend, wenn Mama und Baby völlig erschöpft sind, hat Papa vielleicht genau den anderen Geruch, das Gefühl, die Stimme und den Umgangsstil der Beide wieder aufbaut.

Tragen Sie Ihr Baby in einem Tragetuch und gehen Sie spazieren. Babys sind soziale Wesen und lieben es in der Regel sich auf Augenhöhe mit dem Publikum zu bewegen und zu tanzen.

Lesen Sie Ihrem Baby die Zeitung vor, oder halten Sie ein Nickerchen mit ihm auf Ihrer nackten Brust.

Erzählen Sie ihm etwas von den Dingen in Ihrem Haus; der tiefe Klang Ihrer Stimme ist faszinierend.

Gehen Sie nach den ersten Wochen zusammen in die Badewanne.

Wenn es lernt, dass es die sichere Basis „Mama“ jederzeit für einen Snack aufsuchen kann, wird es sich bei Ihnen mehr und mehr wohl fühlen.

Nehmen Sie Ihr Baby für kuschelige, unkomplizierte Nächte und ein starkes Familiengefühl mit zu sich ins Ehebett.

Der „Kolik-Tanz“ ist die Spezialität des Vaters.
Halten Sie Ihr unruhiges Baby, indem Sie seinen Po in die Hand nehmen, so dass sein Bauch auf Ihrem Unterarm liegt und sein Kopf nahe bei Ihrer Ellenbeuge ruht und jeweils einer seiner Arme an den Seiten Ihres Armes herabhängt.

Sie können es auf diese Weise mit dem Blick nach vorne aufrecht halten oder horizontal mit Blick zum Boden.

Fast alle Babys entspannen sich in diesem „magischen Griff“, vor allem, wenn Sie dabei umher gehen.

Oder schaukeln Sie Ihr Baby seitlich hin und her. Babys mögen es lieber, seitlich hin und her bewegt zu werden, als vor und zurück, ob nun an einer Schulter oder in einem Autositz.

Machen Sie den Windelwechsel zu einem sozialen Moment.
Nach den ersten Wochen wird das Windelwechseln meistens zu einer beliebten Zeit für Spiel und Unterhaltung. Und Muttermilch-Windeln riechen angenehm: nach Popcorn, Buttermilch oder vielleicht Cheddarkäse.

Stillen und Mama sind der „Mittelpunkt der Welt“ eines neuen Babys. Stillen ist sein Beruf, sein Hobby, sein Bedürfnis.

Aber seine Welt wird immer größer werden und die erste Person, die es zu seiner Welt hinzufügt, sind Sie. Sie sind DIE sichere Person, die nicht Mama ist und Ihr sehr anderer Stil wird Ihrem Baby allmählich beibringen, dass anders auch gut sein kann. In der Zwischenzeit …

Die Hauptaufgabe eines neuen Vaters ist, den einzigartigen weiblichen Prozess des Stillens zu unterstützen, nicht damit zu konkurrieren, und wie lang ein Kind gestillt wird, hängt stärker von Ihnen ab, als von irgend einer anderen Person.

Eine „Beruhigungsflasche“ anzubieten scheint vielleicht hilfreich, aber in den ersten Wochen ist es wahrscheinlicher, dass dies zusätzliche Probleme verursacht: wunde Brustwarzen, Brustverweigerung, zusätzliche Arbeit und – wenn in der Flasche Säuglingsnahrung ist – gesundheitliche Probleme für Ihr Kind.  

Seien Sie stattdessen besser das Bollwerk Ihrer Partnerin gegen Kritik.

Sorgen Sie dafür, dass sie sich gut ernährt.

Helfen Sie ihr, kompetente und positive Hilfe zu finden.

Kümmern Sie sich um sie, so dass sie sich um Ihr Kind kümmern kann.

Ihre beiden unterschiedlichen Aufgaben werden sich dazu verbinden, ein starkes, sicheres Sicherheitsnetz für das beste Baby der Welt zu bilden.

Original: What about Dad? von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2004
Foto: HoboMama via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Nun, es gibt Väter, die stillen. Viele Männer haben etwas Drüsengewebe in der Brust und nur der richtigen Stimulation können da auch ein paar Tropfen Milch rauskommen. Hab ich selbst gesehen. Ist super zum beruhigen, wenn Mama nicht da ist.

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