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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Tipps zum Stillen nach der Säuglingszeit

Tipps zum Stillen nach der Säuglingszeit

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Sie können nach der Säuglingszeit unbedenklich weiter stillen, solange sich das Stillen für Sie und Ihr Kind gut anfühlt und Ihr Mutterinstinkt Ihnen sagt, dass es so richtig ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weltweit für alle Kinder ausschließliches Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten und danach bei geeigneter Beikost ein Weiterstillen bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus, um optimales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu gewährleisten und den steigenden Nährstoffbedarf von Kleinkindern zu decken.

Die vielen positiven Auswirkungen der Muttermilch und des Stillens für Ihr Kind (z.B. Nährstoffversorgung, Infektabwehr, Vorbeugung vor Allergien, Förderung der seelischen und geistigen Entwicklung und des Sozialverhaltens), aber auch für Sie als Mutter (z.B. geringeres Risiko für Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs und Osteoporose), nehmen mit der Länge der Stilldauer zu, nicht ab.

Informieren Sie sich über die Vorteile des langen Stillens, lesen Sie dazu z.B. das Buch „Wir stillen noch: Über das Leben mit gestillten Kleinkindern“* von Norma J. Bumgarner. Da Sie wahrscheinlich in der Zeit um den 1. Geburtstag Ihres Kindes herum häufiger kritische Bemerkungen, wie z.B. die Frage: „Stillst Du immer noch?“, und von vielen Personen, auch Fachleuten, Vorurteile über das lange Stillen hören werden, gibt es Ihnen Sicherheit zu wissen, wie die Fakten tatsächlich sind.

Suchen Sie auch den Kontakt und Austausch mit anderen länger stillenden Müttern, um sich den Rücken zu stärken. Sie finden diese in Stillgruppen der La Leche Liga (LLL) oder der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen (AFS) und über Stillforen im Internet. Dort können Sie erfahren und erleben, dass langes Stillen auch hier ganz normal ist und wie es praktisch ablaufen kann.

Ihr Partner ist Ihr wichtigster Unterstützer in der Stillzeit, besprechen Sie mit ihm, warum das Stillen Ihnen wichtig ist. Beziehen Sie ihn soviel wie möglich in die Betreuung des Kindes mit ein und pflegen Sie auch Ihre Beziehung als Paar weiter.

Gönnen Sie sich auch während des Tages regelmäßige Ruhepausen, halten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Mittagsschläfchen, schlafen Sie mit ihm im selben Raum und gehen Sie auch ab und zu abends früher ins Bett! Dann fühlen Sie sich durch das Stillen während der Nacht weniger belastet.

Ernähren Sie sich regelmäßig, abwechslungsreich, ausgewogen und gesund, damit Sie während der Stillzeit genügend Kalorien und alle benötigten Nährstoffe zu sich nehmen. Sie benötigen pro Tag für das Stillen lediglich ca. 200 – 300 kcal zusätzlich. Trinken Sie nach Durst.

Wenn Sie im turbulenten Alltag mit einem lebhaften Kleinkind wenig Zeit finden, um regelmäßig zu kochen und in Ruhe zu essen, können die Extrakalorien auch mal zwischendurch in Form von gesunden Müsliriegeln, fettreichem Brotbelag, wie z.B. Camembert, Wurst, oder Sahnejogurt aufgenommen werden.

Das lange Stillen muss für Sie keine Einschränkung bedeuten. Sie können Ihr größeres Stillkind auch unbesorgt, mehrere Stunden am Tag oder auch mal ein ganzes Wochenende beim Vater oder einer anderen vertrauten Person lassen, um zu arbeiten oder ein Seminar zu besuchen.

Nimmt es schon andere Nahrung zu sich, wird es in dieser Zeit ohne zu stillen auskommen und sich um so mehr freuen, wenn Sie wieder zusammen sind und gestillt werden kann. Auch Ihre Brüste passen sich den längeren Abständen zwischen den Stillmahlzeiten an und müssen nur in seltenen Fällen währenddessen etwas entleert werden.

Selbst wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, kann Ihr Arzt in der Regel ein Mittel für Sie auswählen, das mit dem Stillen vereinbar ist. Fragen Sie dazu auch den Kinderarzt, ob bei Ihrem Baby irgendwelche Besonderheiten bestehen, die gegen ein Stillen unter der Medikamenteneinnahme sprechen!

In Zweifelsfällen sollte Ihr Arzt unbedingt Kontakt mit dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie aufnehmen und sich informieren.

Lassen Sie sich nicht von kritischen Bemerkungen Ihrer Umwelt verunsichern oder unter Druck setzen, nun doch endlich abzustillen.

Sondern vertrauen Sie darauf, dass Sie am besten selbst erkennen können, wann der richtige Zeitpunkt zum Beenden des Stillens für Sie und Ihr Kind erreicht ist.
 

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, 2012
Foto: paxye via photopin cc
Original: „Praktische Tipps für Mütter, die auch nach der Säuglingszeit stillen möchten“ in Praxisbuch – Besondere Stillsituationen* von Deutscher Hebammenverband (Hrsg.), S. 503

 

* Affiliate-Link: Stillkinder.de erhält eine kleine Provision, wenn Du dieses Produkt über den Link kaufst, für Dich entstehen dabei keine höheren Kosten. Ich empfehle hier nur, was ich selber getestet oder gelesen habe und für gut und sinnvoll halte.

 

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

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