„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

Tief in mir wusste ich, dass es möglich ist

Von Andrea | 
Ich hatte eine schnelle, natürliche Geburt ohne Schmerzmittel oder andere Interventionen – wunschgemäß Zuhause mit meiner Hebamme und meinem Mann an meiner Seite. Anschließend haben wir gekuschelt, dennoch ging es recht lange, bis mein Sohn an der Brust trank.

Er ging danach zwar jeweils gut an die Brust, ich hatte aber bald wunde Brustwarzen und empfand es stets als schmerzhaft.

Meine Hebamme sagte mir, es dauere einige Wochen bis es nicht mehr schmerzt. Sie half mir mit der Stillposition, aber Erik zog manchmal ruckartig an meiner Brust. Ich habe vor allem links einen sehr starken Milchspendereflex und daran hat er sich öfter verschluckt.

Wegen der wunden BW legte ich Salbeitee-Kompressen auf, ließ Muttermilch eintrocknen, rieb Lanolin* ein, nutzte Wolle-Seide-Stilleinlagen* und schließlich ging ich zum Lasern zur Stillberaterin IBCLC.

Diese gab mir noch eine Idee meine Stillposition zu verbessern, damit Erik sich nicht mehr so oft verschluckt und an der Brust reißt. Sie riet mir „bergauf“ zu stillen. Vor allem in der Wiege konnte ich das gut, indem ich ihn, statt auf meinen Bauch, unter meiner Brust eher auf meine Brust legte, so dass sein Bauch etwas gegen unten zeigte und er quasi gegen die Schwerkraft trank.

Das half auch, aber das Stillen blieb schmerzhaft.

Ich hab dann aber von der einen Hebamme auch einen Link zu deiner Seite erhalten, was man beim starken Milchspendereflex bzw. zu viel Milch tun kann. Danach habe ich dann längere Zeit nur eine Brust gegeben und erst dann gewechselt, aber ohne davor leer zu pumpen, weil ich keine optimale Pumpe und wunde BW hatte. Das Problem mit dem spritzigen MSR hatte ich nur links und noch jetzt mit knapp sechs Monaten trinkt er in gewissen Situationen lieber rechts…

Ich war insgesamt dreimal zum Lasern bei der IBCLC-Sprechstunde, hatte drei verschiedene Stillberaterinnen und keine sah sich Eriks Mund an oder wie ich stille. Sie laserten einfach meine Brust und fertig.

Immerhin reduzierte das die Schmerzen ein wenig und die Heilung der BW ging voran. Zur Unterstützung besorgte ich mir noch Silberhütchen*, was mir vor allem gut tat, da nichts mehr an der BW klebte.

Ich trug die Silberhütchen rund um die Uhr. Die BW waren bald nur noch gerötet und geschwollen, aber nach wie vor sehr schmerzhaft, insbesondere bei einem Kältereiz. Deswegen erhielt ich die Verdachtsdiagnose Raynaud Syndrom. Daraufhin schaute ich besonders darauf, immer warm zu haben, vor allem am Oberkörper, Duschen wurde zum Spießrutenlauf…

Die Silberhütchen waren leider auch kalt und zudem drückten sie rund um die BW in die Brust, was mit der Zeit ebenfalls schmerzhaft war.

Von einer anderen Hebamme erhielt ich dann eine ätherische Ölmischung, welche durchblutungsfördernd wirkt. Ich rieb damit täglich die Fußreflexzonen für die Brust ein und spürte dabei einen wärmenden Effekt.

Zudem gab sie mir ein Muster von Mepilex-Pflastern*, die ebenfalls eine feuchte Wundheilung ermöglichen, jedoch nicht auf der Brustwarze festkleben oder andere Druckstellen verursachen.

Als dritten Tipp, gab sie mir den Link zu dieser Homepage mit dem Tipp die asymmetrische Anlegetechnik zu versuchen.

Endlich konnte ich schmerzfrei stillen, zumindest teilweise. Bis alles verheilt war und ich das mit dem Raynaud soweit im Griff hatte und in allen Positionen eine asymmetrische Anlegetechnik durchführen konnte, war Erik schon ca. 7 Wochen alt.

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Da ich zu Beginn solche Schmerzen hatte, schob ich jede weitere Stillmahlzeit so lange wie möglich raus. Erik wollte teils im Stundentakt an die Brust, also gab ich ihm auch mal Kamillentee, was ihm aber nur Durchfall bescherte und mir vielleicht 20min länger Pause, die ich aber mit Windeln wechseln verbrachte.

Natürlich war dann die Kinderärztin bei der Vier-Wochen-Kontrolle nicht zufrieden mit der Gewichtszunahme von Erik und sagte mir, ich solle entweder pumpen, um die Milch noch mehr anzuregen, oder Anfangsmilch zufüttern, was ich auf keinen Fall wollte, weil ich wusste, dass dann meine Milch zurück geht.

Ich wusste einfach nicht, wann ich noch pumpen sollte. Das Baby war ja ständig an meiner Brust, dazwischen war ich mit der Brustwarzenpflege beschäftigt oder wickelte.

Ich aß teilweise erst um drei Mittagessen, weil ich nicht dazu kam oder das Baby auf mir einschlief und ich ihn nicht ablegen konnte, aus Angst, er würde erwachen und wieder die Brust wollen.

Er schlief sowieso viel zu wenig, das Problem haben wir mit 14 Wochen immer noch, er schläft nur ca. 12h in 24h.

Ich las dann viele Beiträge hier und fühlte mich bestärkt im Stillen nach Bedarf, obwohl mich die Kinderärztin sehr verunsicherte, ob ich genug Milch hätte.

Ich erhielt dann den Tipp einer Freundin, Bockshornkleetabletten* für die Milchbildung zu nehmen, das gab mir zusätzlich Sicherheit.

Bei der Zwei-Monats-Kontrolle war die Kinderärztin wieder zufrieden mit Eriks Gewicht, endlich konnte ich beruhigt sein.

Er ist jetzt 14 Wochen alt, ich benütze immer noch Mepilex*, da ich schon sehr empfindliche BW habe. Aber sie sind nicht mehr geschwollen oder wund; und das Wichtigste, ich kann das Stillen und die innige Verbindung mit meinem Sohn endlich genießen.

Mein Tipp für andere Mütter und Schwangere: Hör auf deine Intuition und deinen Körper. Auch wenn die richtige Antwort auf offene Fragen manchmal auf sich warten lässt, sie ist da und kann gefunden werden, auch wenn es manchmal Geduld braucht.

Ich hatte fast den Glauben daran verloren, dass Stillen auch ohne Schmerzen geht und einige Momente sogar nachgedacht darüber, wie lange ich das durchhalten kann und ob ich abstillen muss.
Aber irgendwo in mir drin wusste ich, dass es möglich ist…

Vielen Dank Frau Gresens! Meiner Hebamme habe ich die Seite auch empfohlen, sie kannte das asymmetrische Anlegen nicht…

Originalbericht von Andrea, Mai 2020
Foto: Andrea

Liebe Andrea,
vielen Dank für Deinen Bericht.
Leider werden Schmerzen beim Stillen (vor allem zum Beginn der Stillzeit) für normal gehalten und toleriert, so dass es dann schnell zu wunden Brustwarzen kommt. Wenn dann die Stillmahlzeiten hinausgezögert oder verkürzt werden – was ich absolut verstehen kann, geht oft auch noch die Milchproduktion zurück und das Baby nimmt nicht mehr genug zu…. Daraufhin wird zwar alles mögliche unternommen. Nur wird leider oft nicht nach der Ursache gesucht und diese dann auch nicht gelöst –  sehr oft liegt es am suboptimalen Anlegen. Dagegen arbeite ich hier im Blog schon seit Jahren und bin sehr froh, wenn dies gelingt so wie in Deinem Fall.
Ich wünsche Dir und Erik noch eine angenehme und glückliche Stillzeit. Liebe Grüße, Regine Gresens

 

In dem Video-Online-Kurs „Gut Anlegen“ bekommst Du ausführliche Tipps und hilfreiche Infos zum Anlegen in unterschiedlichen Positionen.

 

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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