„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Tätowierungen in der Stillzeit

Frage:
Ich hätte eine Frage: Ist es bedenklich sich während der Stillzeit tätowieren zu lassen?


Allerdings habe ich Angst, es zu machen, da ich kein Risiko eingehen möchte, dass meine Tochter irgendwas davon abbekommen könnte.
Deswegen habe ich den Termin erst einmal wieder abgesagt.

Antwort:
Ganz so einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Es sind dabei nämlich mehrere verschiedene Risiken zu bedenken.

Vorausgesetzt, der Tätowierer arbeitet professionell, das heißt: er hält sich beim Tätowieren an die gesetzlich vorgeschriebenen Hygieneregeln…

Und weiter vorausgesetzt, das Tattoo wird auch nach dem Stechen ordnungsgemäß versorgt und gepflegt…

Dann ist das Risiko einer Infektion durch das Tätowieren lassen, zum Beispiel mit HIV oder Hepatitis B, in der Stillzeit nicht höher als zu anderen Zeiten.

Es kann aber, wie zu allen anderen Zeiten auch, trotzdem immer auch danach noch zu einer lokalen Wundinfektion des Tattoos kommen.

Da davon ausgegangen wird, dass der Heilungsprozess Zeit braucht und länger dauert, wenn die Mutter währenddessen stillt, lehnen viele verantwortungsbewusste Tätowierer es daher grundsätzlich ab, stillende Mütter überhaupt zu tätowieren.

Das Risiko eines Übertritts von Farbstoffen in das Blut der Mutter, und damit möglicherweise in die milchbildenden Zellen in der Brust, und weiter über die Muttermilch auf das gestillte Kind, ist jedoch vernachlässigbar.

Es könnte jedoch bei der Mutter auch zu allergischen Reaktionen auf die Farbstoffe kommen, die eventuell auf das Stillkind übertragen werden könnten.

Letzten Endes bleibt es eine Frage, bei der Du hauptsächlich Dein persönliches Risiko gegen den „Gewinn“ für Dich selber abwägen musst und das hängt vor allem von der richtigen Auswahl des Tätowier-Studios und der anschließenden Pflege des Tattoos ab.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, April 2016
Foto: Javmorcas via photopin cc


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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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6 Kommentare

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  1. Darf ich mich tätowieren lassen wenn ich nur noch 1 Mal am Tag mein 17 Monat altes Kind stille?

    1. Hallo Sonja,
      das musst/kannst Du selbst abwägen und entscheiden. Die Risiken für Dich bleiben ja gleich, egal wie alt das Kind ist oder wie oft es noch gestillt wird.
      Beste Grüße,
      Regine Gresens

  2. Hallo,
    Ich möchte mich auch tätowieren lassen. Es ist nicht mein erstes Tattoo und ich stille meinen Sohn auch nur noch abends. Was meint ihr, wieviele Tage sollte ich evtl auf das Stillen verzichten? Ganz aufgeben möchte ich es nicht…

  3. Also ich habe mich auch stillend zum ersten mal tattoowieren lassen. Allerdings nur ein sehr kleines. Und hatte keine Probleme. Bis auf, dass die Farbe blau anstatt braun wurde =D

  4. Nach dem Kommentar auf Twitter auch hier nochmal. Hier ein wenig ausführlicher: Ich habe mich in der Stillzeit tätowieren lassen. Fast den halben Arm, also ein großes Tattoo mit mehreren Sitzungen.

    Mein persönlicher Grund dafür war, zum einen meine Lebens- und Stillplanung (die mehrere Kinder und Langzeitstillen, ggf. auch Tandem, aber kein Abstillen in den nächsten +/- 10 Jahren vorsieht) und zum anderen, dass die Chance mit diesem Künstler wohl recht einmalig bleiben wird.

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass die Haut in der Tat anders reagiert (es war nicht mein erstes Tattoo). Die ersten 1-2 Tage waren viel schlimmer, als ich es gewohnt war und es hat richtig wehgetan.

    Und ich habe plötzlich auf die Creme, die ich beim letzten Tattoo noch problemlos nutzen konnte, mit Pickeln und Brennen reagiert.

    Was ich jedoch absolut toll fand, war dann meine Lösung, das Tattoo jeweils mit Muttermilch zu behandeln. Ich habe die ersten 3 Tage also feuchte Wundheilung mit Muttermilch-Wickeln gemacht (etwa alle 4 Stunden Tattoo waschen, trocken tupfen, dann in Muttermilch getränkte Tücher oder Watterpads auflegen, wieder in Folie verpacken). Danach war „das Schlimmste“ vorbei und die Pflege mit einem guten Tattoo-Balsam, half hauptsächlich noch gegen die trockene, juckende, sich schälende Haut.

    Ich würde jedoch aus meiner persönlichen Erfahrung heraus dringend davon abraten, sich in der Stillzeit zum ersten Mal zu tätowieren, weil man sonst nicht weiß, inwiefern man es überhaupt verträgt (z. B. Allergie gegen die Farbe, Kreislaufprobleme, auch ohne Stillen Schwierigkeiten mit der Heilung etc.) und weil man sich sonst auch ggf. schwer tut, zwischen den normalen Beschwerden einer frischen Tätowierung (Rötung, Schmerz, Hitze) und den Symptomen einer behandlungsbedürftigen Entzündung zu unterscheiden.

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