Stillen nach Brustwarzen-Piercing

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Du bist schwanger und hast ein Brustwarzenpiercing – und fragst Dich nun, ob und wie das Stillen nach einem Brustwarzenpiercing möglich ist.

Brustwarzenpiercing und Stillen – ein Problem?

Gepiercte Brustwarzen sind kein Grund nicht zu stillen.

Wegen der zahlreichen positiven Effekte für Mutter und Kind wird das Stillen auch bei gepiercten Brustwarzen empfohlen.

Viele Frauen mit Brustwarzenpiercing stillen ohne Probleme.

Allerdings gibt es dabei schon einige Risiken und mögliche Probleme beim Stillen, die Du kennen und berücksichtigen solltest.

Grundsätzlich sollten Piercings immer nur von einer qualifizierten Fachperson unter absolut hygienischen Bedingungen gestochen werden, da sonst durch unsteriles Arbeiten Infektionskrankheiten, wie z.B. HIV oder Hepatitis, übertragen werden können.

Dennoch kommt es bei Piercings häufig zu Komplikationen.

Laut einer englischen Studie traten bei 38,3% der Brustwarzenpiercings (beziehungsweise bei 30,9% aller Körperpiercings) Komplikationen auf, wie z.B. Schwellungen, Früh- und Spätinfektionen, Blutungen, Allergien, Ausreißen und Sonstige.

Auch in Deutschland gibt es bereits einige Fallberichte von Brustabszessen nach Brustwarzenpiercings.

Rauchen, Stress, Schlafmangel und schlechte Ernährung verzögern die Heilung und erhöhen das Infektionsrisiko.

Diabetikerinnen, Frauen mit angeborenem Herzfehler oder mit Brustimplantaten sollten sich wegen ihrem ohnehin erhöhten Infektionsrisiko überhaupt nicht piercen lassen.

Kann ich mich während einer Schwangerschaft piercen lassen?

Nein, in der Schwangerschaft solltest Du Dich auf keinen Fall piercen lassen, da ein Piercing einen unnötigen zusätzlichen Stress für Deinen Körper bedeutet.

Seriöse Piercing-Studios lehnen deshalb auch das Piercen von Schwangeren prinzipiell ab.

Darüber hinaus sollte der Piercing-Kanal bis zum Eintritt einer Schwangerschaft unbedingt komplett abgeheilt sein, was mitunter bis zu ein Jahr dauern kann.

Wenn Du Dir die Brustwarze piercen lassen willst, solltest Du dies daher mindestens 12 bis 18 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft durchführen.

So kann der Stichkanal abheilen, bevor die körperlichen und hormonellen Veränderungen durch die Schwangerschaft einsetzen.

Was muss ich als Schwangere bei einem abgeheilten Brustwarzenpiercing beachten?

Wie auch außerhalb einer Schwangerschaft, muss das Piercing regelmäßig gereinigt und gut gepflegt werden.

Viele Frauen haben in der Schwangerschaft empfindlichere Brustwarzen, so dass manchen Schwangeren das Tragen des Piercing-Schmucks unangenehm wird und sie ihn herausnehmen. Dabei besteht die Gefahr, dass der Stichkanal ganz oder teilweise zuwächst.

Wenn Du den Stichkanal offen halten möchtest, solltest Du daher regelmäßig, z.B. einmal täglich, einen Dehnungsstab einführen.

Hat sich der Stichkanal allerdings wieder verschlossen, warte mit einem erneuten Durchstechen bis mindestens drei Monate nach dem Abstillen.

Da die Brüste und die Brustwarzen in der Schwangerschaft wachsen, kann es auch erforderlich sein, die Größe des Schmucks anzupassen, damit es nicht zu Druckstellen kommt.

Insbesondere ein zu kleiner Ring stellt durch seine größere Krümmung eine stärkere Reizung der Brustwarze und damit auch ein höheres Entzündungsrisiko dar als ein Stab.

Soll ich den Schmuck vor der Geburt und zum Stillen herausnehmen?

Ja, vor der Geburt und beim Stillen solltest Du den Piercing-Schmuck herausnehmen.

Er könnte sich sonst während des Saugens öffnen und das Baby im Mund verletzen oder von ihm verschluckt werden.

Darüber hinaus könnten über den Schmuck Bakterien in den Mund des Babys übertragen werden.

Manche Schwangere ersetzen ihren Schmuck durch einen flexiblen Kunststoff-Retainer (aus Polytetrafluorethylen (PTFE) oder Teflon) und stillen damit ohne Probleme.

Das Entfernen des Schmucks erleichtert allerdings auch das Anlegen, da sich Deine Brustwarze so leichter dem Mund des Babys anpassen kann.

Auch wird das Baby dann beim Erfassen der Brust nicht so leicht irritiert.
 

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Gepiercte Brustwarzen

Wie kann sich ein Brustwarzenpiercing auf das Stillen auswirken?

Viele Mütter stillen nach einem Brustwarzenpiercing völlig problemlos.

Du solltest jedoch von Anfang an auf eine sehr gute Anlegetechnik achten, damit Deine Brustwarzen nicht wund werden und es dadurch nicht zu einer Infektion der Brustwarzen und des Stichkanals kommen kann.

Nimm daher Schmerzen beim Stillen unbedingt ernst und lass Dir von Deiner Hebamme oder einer Stillberaterin zeigen, wie Du besser anlegen kannst.

Während des Stillens kann Muttermilch auch aus dem Stichkanal austreten. Bei einem starken Milchfluss aus dem Stichkanal kann es sein, dass sich Dein Baby beim Stillen häufiger verschluckt.

Manche Frauen haben jedoch trotz einer guten Anlegetechnik beim Stillen dauerhaft Schmerzen in der gepiercten Brustwarze.

Da durch das Piercing auch Nerven verletzt werden können, kann die Sensibilität Deiner Brustwarze reduziert sein, was Deinen Milchspendereflex behindern und zu einer ungenügenden Entleerung der Brust führen kann. Als Folge dessen kann Deine Milchmenge unzureichend sein.

Ein australisches Forschungsteam hat drei Mütter mit Brustwarzenpiercings und einseitiger geringer Milchproduktion oder Milchstau in der gepiercten Brust mit Ultraschall untersucht. Dabei stellten sie in zwei Fällen eine deutlich reduzierte Durchblutung der Brust und bei der dritten Mutter Verengungen in den Milchgängen fest.

Informiere daher Deine Hebamme schon vor der Geburt über Dein Brustwarzenpiercing und achte nach der Geburt darauf, dass Dein Baby genug Muttermilch erhält und ausreichend zunimmt.

Durch Infektionen und mehrfaches Durchstechen des Stichkanals kann sich in der Brustwarze Narbengewebe bilden, das die Milchausführungsgänge blockieren und zu Milchstau und Brustentzündung führen könnte.

Bei einem noch nicht verheilten Stichkanal erhöht Stillen das Risiko für Infektionen und verzögert den Heilungsprozess. Zudem gibt es dann häufiger schmerzende und wunde Brustwarzen beim Stillen.

Suche daher bei Entzündungszeichen des Piercings, wie z.B. Rötung, Schwellung, Wärme, Pochen, Schmerzen oder eitrigen Absonderungen aus dem Stichkanal, sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Mai 2013
Foto: Piercy via Wikimedia Commons

Stillst Du mit einem Brustwarzenpiercing oder hast Du damit gestillt?
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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  1. Ich habe bisher zwar noch nicht gestillt, bin aber schwanger und hatte an einer Seite (beide BW waren gepierct aber das ist schon 14 Jahre her) eine Schwellung der obersten Hautschicht der Mamille. Diese zeigte sich in einer verfärbten Haut, stecknadelkopfgroßen Einziehungen der Haut und tiefen Abdrücken vom BH).
    Im Nachhinein erinnerte ich mich, dass an der betroffenen Seite das Stechen nicht ganz „glatt lief“. Die Piercerin meinte, sie wäre etwas in die Tiefe abgerutscht. Ich spürte beim Stechen ein Ziepen ziemlich weit drin in der Brustwarze. Bisher bilden beide Seiten etwa gleichviel Kolostrum, jedoch bin ich ein bisschen besorgt, wie das Stillen wohl klappen wird. Die Schwellung ist mittlerweile (nach etwa zwei Monaten) fast weg. Die Ärztin vermutet einen erschwerten Abtransport von Lymphflüssigkeit.

  2. Ich hatte in beiden Brustwarzen Piercings, die waren lange vor der Schwangerschaft (ca. 5 Jahre) draußen. Deshalb habe ich meine blau anlaufenden Warzen anfangs nicht mehr damit in Verbindung gebracht. Nachdem eine Stillberaterin es als Raynaud-Syndrom bezeichnete, fiel bei mir der Groschen. Es hat lange gedauert bis es besser würde. Jetzt nach 6 Monaten laufen sie nicht mehr an. Ich nehme an, dass das vernarbte Gewebe Probleme gemacht hat und sich nun das Gewebe wieder gelockert hat.

  3. Ich stille meine Zwillinge und brauche beide Brüste. Das Piercing ist schon mehrere Jahre raus. Der Stichkanal ist gut verheilt. Ich habe mir in der Schwangerschaft schon immer viel Kolostrum aus den Löchern geputzt. Jetzt tropft es oft stark aus den Löchern.
    Die ehemals gepiercte Brust gibt beim Abpumpen etwas weniger als die andere. Beim Stillen ist es kein Problem. Diese Brust ist aber auch bisschen kleiner.
    Ich wechsle durch, so dass jeder mal diese Seite hat.
    Das mit dem Spritzen aus den Restlöchern, finde ich spannend, da werden ich mal drauf achten.

  4. Ich habe beide Piercings, die ich viele Jahre lang hatte, herausgenommen, als wir uns entschieden haben, schwanger zu werden.
    Beide waren schnell zugewachsen, zumindest passten keine Piercings mehr durch.
    Ich stille meinen Großen seit 2 Jahren und den Kleinen seit 5 Wochen.
    Probleme hatte ich in Form von verletzter Brustwarze bis beginnende Brustentzündung am Anfang beim Großen, aber beides nicht wegen den ehemals gepiercten Brustwarzen.

    Obwohl die Piercings schon so lange raus sind, läuft immer noch sehr schnell Milch aus den “Löchern“ seitlich raus, das stört uns zwar nicht, aber ich finde es interessant und hätte es nicht erwartet.

  5. Ich hatte ein Brustwarzenpiercing welches zum Zeitpunkt der Geburt und auch SS schon rausgenommen und abgeheilt war, trotzdem hat diese Brust mehr Probleme gemacht, sodass ich seitdem mein Sohn 6 Monate alt ist nur noch mit einer Seite stille, ich hatte zwar keinen Milchstau oder Entzündungen aber die seite wo das Piercing war war viel empfindlicher und hat wesentlich weniger Milch gebildet!

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