„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

Stillen ist auch Kopfsache

Von Nancy |
Liebe stillende Mamis oder bald Mamis,

ich möchte euch auch meine zweite Stillgeschichte erzählen. In diesem Text geht es um meine Tochter Sophia, auch wir hatten anfangs Probleme. Deshalb erzähle ich es euch, falls ihr auch Schwierigkeiten habt: Bleibt dran, es lohnt sich! 💖

Meine Tochter Sophia kam am 3.2.20 im Geburtshaus zur Welt. Dazu hatte ich mich recht kurzfristig entschieden, da ich erfuhr, dass man mit einem vorangegangen Kaiserschnitt – egal aus welchem Grund er war, bei einer erneuten Schwangerschaft während der Geburt zum Risiko zählt.

Da wir alternativ angehaucht sind 😉, hatte ich darauf keine Lust. Ich spürte in mir, dass alles gut ist und wollte deshalb der Geburt so natürlich wie möglich ihren Lauf lassen. Das Buch „Die selbstbestimmte Geburt„* hat mir dabei sehr geholfen.

Ich hatte eine ganz tolle einzigartige Geburt, für die ich sehr dankbar bin. Sophia trank an der Brust so viel wacher und kräftiger wie Lukas, so dass ich mir sicher war, dass auch das Stillen ganz anders werden würde.

Sophia war die ersten Tage nur an der Brust und sehr motiviert dabei. Ich war überglücklich, meine Hebamme kontrollierte das Gewicht. Sie war nun bereits nahe der 10% Marke. Wir entschieden abzuwarten, weil es ja anscheinend gut klappte.

Am nächsten Tag stand sie vom Gewicht. Wir dachten, da der Milcheinschuss kam, nun wird’s werden.

Am darauf folgenden Tag hatte sie aber nun unerwartet erneut abgenommen, mehr als 10%. Ich ahnte, was kommen sollte. Es hieß mal wieder Abpumpen. Mir kam es schon ein bisschen wie ein Déjà-vu vor. Ich erzählte, dass meine Brustwarzen blau wurden damals bei meinem Sohn.

Deshalb nahmen wir die Pumpaufsätze eine Nummer größer. Dennoch passierte es wieder. Diesmal konnte ich aber besser unterscheiden, dass die blauen Brustwarzen nicht vom Saugen sondern vom Pumpen kamen.

Meine Milchmenge beim Pumpen war wieder eher bescheiden. Es gibt wohl Brüste, da kommt übers Pumpen einfach nicht viel. Zu den Frauen gehöre ich wohl…

Beim Wiegen fiel dies nun auch wieder auf. Wieder mussten wir zusätzlich Pre-Nahrung nehmen. Ich versuchte so positiv wie möglich zu bleiben, was mir schwer fiel. Ich hatte es mir diesmal anders vorgestellt.

Da ich auch ein altes lockeres Sportbustier* mit eingeschnittenen Löchern aufgehoben hatte, welches ich zum Pumpen überzog, hatte ich die Hände frei. Ich war im Ablauf noch erstaunlich routiniert, sodass ich mit allem in einer dreiviertel Stunde fertig war. Genervt davon war ich trotzdem. Und mit nun zwei Kindern zu Hause war es ein großer Balanceakt dennoch beiden gerecht zu werden.

Ich vereinbarte außerdem sofort einen Termin beim Osteopathen und beim Zahnarzt. Der Osteopath fand nur kleine Baustellen.

Das Zungenband war auch okay. Ich sah bereits, dass Sophias Zunge viel voller den Mund ausfüllte als es bei Lukas der Fall war. Wollte aber sicher gehen, dass es vielleicht nicht das hintere Zungenband ist. Aber wie gesagt, da war alles gut.

Also hieß es mal wieder weiter durchhalten, sie muss nur stark genug werden, um an der Brust zu trinken. So stillten wir mit Zufüttern alle 3 Stunden.

An der Brust passierte nicht wirklich viel, darüber war ich sehr unglücklich. Logischerweise nahm sie nun zu, aber trank an der Brust weiterhin schlecht. Mit dem Brusternährungsset* kam ich bei ihr nicht zurecht, vielleicht war ich auch zu ungeduldig…

Ich entschied mich dazu die Stillberaterin zu kontaktieren. Welch ein Dilemma, sie macht dieses Jahr Pause aus privaten Gründen. Oh nein, dachte ich, was soll jetzt nur werden. In unserer Gegend ist es sehr mau mit Stillberatungen.

Eine weitere kompetente Stillberaterin, die ich fand, bot es nur bei sich im Haus an. Mit zwei Kindern daheim war es zu diesem Zeitpunkt für mich nicht möglich 1,5 Stunden dahin zu fahren.

Ich hielt weiterhin durch. Ich wusste aber, wieder 6 Monate schaffe ich diesmal mit zwei Kindern nicht. Wieder holten mich Gefühle ein, die mich über diesen Zustand sehr traurig stimmten. Ich will doch einfach nur stillen…

Ich suchte dann alte Unterlagen von meinem Sohn heraus bezüglich Stillen. Erinnerte mich an die Worte der Stillberaterin und optimierte so selbst nochmal das Anlegen. Es wurde etwas besser, aber nicht wesentlich.

Sophia weinte sehr viel. Es kostete viel Kraft und Nerven.

Dann kam mir die Idee, eine Hebamme zu kontaktieren, bei der ich einmal in der Schwangerschaft beim Wasser-Shiatsu war. Sie erschien mir sehr kompetent, wohnte aber für eine regelmäßige Betreuung zu weit weg.

Wir telefonierten per Videochat und sie überprüfte erstmal die Gewichtsentwicklung. Die war nun super. Sie sagte: „Sophia kann das. Wie soll ich es dir sagen?“ Ich: „Immer ganz direkt und geradeaus!“ – Sie: „Es liegt an dir. Du vertraust deinem Mutterdasein nicht dein Kind nähren zu können, glaube ich.“

Ich fing sofort an zu weinen, denn sie hatte ins Schwarze getroffen. Nur war es mir vorher nicht bewusst. Immer wenn Sophia weinte, dachte ich, sie hat noch Hunger, also Flasche rein ins Kind. Wenn sie wieder weinte: Vielleicht war es noch zu wenig Pre? Dabei wollte sie wohl einfach nur, dass ich ihr zuhöre an der Brust.

Die Hebamme fragte auch, wie es meine Mutter gehandhabt hatte bei mir als Baby. Wieder weinte ich. 

„Ja, meine Mutter hat ausschließlich abgepumpt, weil das Stillen nicht klappte.“ „Klar, damals war die Empfehlung alle 4 Stunden anzulegen, wie soll da das Stillen klappen?“ 

So kam eben unbewusst bei mir mit: ‚Wenn es bei meiner Mutter auch schon nicht richtig geklappt hat…‘ 

Verrückt, wie es sich überträgt.

Bereits nach diesen ausgesprochenen Worten, trank Sophia besser an der Brust. Während ich sie anlegte, sagte ich mir gedanklich: ‚Ich kann dich nähren‘ – wie ein Mantra. 

Ich stellte mir die Milchdrüsen vor, wie sie arbeiten, um die Milch zu geben und Sophia immer hübscher werden zu lassen. 🤗 Ich glaube, diese bildliche Vorstellung hilft, den Milchspendereflex auszulösen.

Wenn sie weinte, sprach ich mit ihr und sie erzählte mir tatsächlich ihren Kummer.

Ich legte sie häufiger an, oft auch viel eher schon bei dem kleinsten Hungerzeichen und im Halbschlaf. Anfangs bei dieser Umstellung manchmal sogar stündlich. Nur wenn gar nichts mehr ging, fütterte ich zu.

Ich kaufte noch das Buch „Intuitives Stillen„* von Regine Gresens und stillte sie entsprechend. Wie hilfreich dieses Buch ist, ein Segen und Muss für jede Mama!

So waren wir – bis auf abends – innerhalb von 3 Tagen weg von der Flasche hin zum Stillen. Nach 2 Wochen ließ ich die abendliche Zufütterung auch weg. Wir wissen ja eigentlich, dass abends die Milch auch reicht 😉

Ich konnte so nach 8 Wochen voll stillen. ENDLICH!

Ich war und bin so erleichtert darüber. Das macht es mit zwei Kindern soooo viel einfacher, wenn ich sie einfach nur anlege ohne pumpen, Pre-Nahrung warm machen, alles abwaschen und abkochen.

Es ist so toll! Und ich bin voller Freude, wie lange unsere Stillbeziehung dauern darf. Sophia wird irgendwann entscheiden, wann es vorbei ist.

Verrückt finde ich dennoch, wie man sich selbst im Weg stehen kann. Der Glaube versetzt tatsächlich Berge oder spendet Milch. 😉

Also liebe Mamis oder bald Mamis: Glaubt an euch! Ihr könnt euer Kind ernähren. Schließlich kann ich es auch und das obwohl wieder so viele gesagt haben, du hast zu wenig Milch. NEIN! Ich habe genügend für meine Maus.

Wenn ihr Schwierigkeiten habt, haltet durch und holt euch Hilfe. Auch wenn es schwer ist, es lohnt sich. Denn einmal geschafft, macht es alles viel einfacher – unabhängig davon, dass Muttermilch das Beste für das Baby ist und auch uns als Müttern so viel gibt. Ich jedenfalls möchte es nicht missen.

Hier geht es zum Stillbericht von meinem zauberhaften Sohn Lukas.

Es grüßt euch Nancy Römer mit ihren zwei Kindern Lukas und Sophia

Originalbericht einer Mutter, Mai 2020
Foto: Nancy Römer

 

Liebe Nancy,
herzlichen Dank auch für diesen Bericht. Ob das Stillen gut klappt, ist sicher nicht nur eine Kopfsache. Es gibt auch körperliche, hormonelle und technische Ursachen für eine geringe Milchbildung.
Aber der Kopf oder die eigenen, eventuell auch unbewussten Gedanken spielen schon eine wichtige Rolle. Denn Stress, z.B. Anspannung, Angst, Schmerzen etc., hemmt den Milchspendereflex, so dass die Milch nicht gut fließt und das Baby bekommt dann oft tatsächlich nicht so viel Milch, wie eigentlich möglich wäre. Diesen Stress zu reduzieren und zu entspannen, ist daher auf jeden Fall wichtig und notwendig.
Und falls das nicht reicht, ist es immer schlau, sich frühzeitig kompetente Hilfe zu suchen.
Ich wünsche Dir noch eine schöne weitere Stillzeit, so lange wie es für Euch richtig ist.
~ R. Gresens

 

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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1 Kommentar

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  1. Eine schöne und ermutigende Geschichte! Besonders berührt haben mich die Worte „… gedanklich: ‚Ich kann dich nähren‘ – wie ein Mantra. “ Das ist ein Gedanke, der selbstverständlich sein sollte – es leider aber oft wohl nicht immer ist. 🙁
    Eine wunderschöne Stillzeit noch!

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