Stillkinder.de

Intuitives Stillen – leicht gemacht

Du bist hier: Stillkinder.de > Stillen > Probleme lösen > Steigern der Milchmenge mit Domperidon
Steigern der Milchmenge

Steigern der Milchmenge mit Domperidon

27 Kommentare

Autoren: Dr. Jack Newman & Edith Kernerman (2009)
Domperidon (Handelsname: Motilium®) ist ein Arzneimittel, das als eine Nebenwirkung die Milchproduktion steigert, wahrscheinlich indem es in der Hirnanhangdrüse die Produktion von Prolaktin erhöht.

Prolaktin ist das Hormon, das die Milchbildungszellen in der mütterlichen Brustdrüse anregt, Muttermilch zu produzieren. Domperidon steigert die Sekretion des Prolaktins indirekt, indem es die Aktivität des Hormons Dopamin reduziert. Eine der Aktivitäten von Dopamin ist die Bildung von Prolaktin in der Hirnanhangsdrüse zu hemmen.

Domperidon wird allgemein bei Störungen des Magen-Darm-Trakts eingesetzt. Es ist nicht als Mittel zur Förderung der Milchproduktion zugelassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht zu diesem Zweck verordnet werden kann, sondern vielmehr, dass der Hersteller seinen Einsatz zur Steigerung der Milchmenge nicht fördert.

Allerdings gibt es mehrere Studien, die zeigen, dass es die Milchbildung anregt und dass es ein relativ sicheres Medikament ist. Es wurde viele Jahre lang bei jungen Säuglingen mit Erbrechen und Gewichtsabnahme eingesetzt, vor einigen Jahren wurde es jedoch für diesen Zweck von einem neueren Wirkstoff namens Cisaprid (z.B. Propulsin®) ersetzt. (Cisaprid ist inzwischen in vielen Ländern vom Markt genommen worden, weil es Herzrhythmusstörungen verursacht.) Domperidon gehört nicht zur selben Medikamentengruppe wie Cisaprid.

Auch von Metoklopramid (z.B. Paspertin®), einem anderen, aber älteren Mittel, ist bekannt, dass es als Nebenwirkung die Milchbildung fördert. Metoklopramid hat jedoch häufige Nebenwirkungen, wie etwa Müdigkeit, Reizbarkeit, Depression, die seine Einnahme für viele stillende Mütter nicht akzeptabel machen. Domperidon hat sehr viel weniger Nebenwirkungen, weil es die Blut-Hirn-Schranke nicht passiert und daher nicht in signifikanten Mengen in das Hirngewebe gelangt.

Im Juni 2004 warnte die Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung (FDA) der USA vor Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Domperidon. Dieser unselige Schritt wurde unternommen ohne die Tatsache zu berücksichtigen, dass die Herzrhythmusstörungen nur nach intravenöser Injektion bei darüberhinaus sehr schwer kranken Patienten aufgetreten  waren.

In all den Jahren, in denen ich Domperidon bei einer großen Zahl von Müttern eingesetzt habe, habe ich noch niemals von irgendwelchen Herzrhythmusstörungen als Nebenwirkung erfahren, die definitiv dem Arzneistoff zugeordnet werden konnten. An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass die FDA außerhalb der USA keine Autorität hat und selbst in den USA werden Patienten von Apotheken, die Medikamente herstellen und nicht von der FDA reguliert werden, weiterhin mit Domperidon versorgt.
(Weitere Informationen über die FDA und Domperidon)

Wann ist eine Anwendung von Domperidon angezeigt?

Domperidon sollte nie der erste Ansatz bei der Lösung von Stillschwierigkeiten sein. Domperidon ist keine Therapie für alle Fälle. Es sollte nur in Verbindung mit einer Korrektur aller anderen Faktoren, die zu einer ungenügenden Milchproduktion führen können, eingesetzt werden.

Was sollte noch gemacht werden?

  1. Halten Sie Ihr Baby so viel wie möglich im Haut-Haut-Kontakt, während des Stillens und auch zwischendurch.
  2. Korrigieren Sie das Anlegen, damit das Baby die vorhandene Milch optimal aus den Brüsten entleeren kann. Eine Korrektur des Anlegens kann alles sein, was nötig ist, um aus einer Situation mit „zu wenig Muttermilch“ eine mit „reichlich Muttermilch“ zu machen.
  3. Nutzen Sie Brustkompression, um die Muttermilchaufnahme zu erhöhen.
    [Anm. d. Übers: Bei der Brustkompression wird beim Stillen, wenn das Baby nicht mehr effektiv saugt und schluckt, die Brust weit genug vom Mund des Babys mit Daumen und Fingern einer Hand komprimiert, so dass der Milchfluss zum Kind verstärkt wird und dieses dadurch zum Saugen animiert wird.]
  4. Wenn Sie ausschließlich stillen, versuchen Sie nach dem Anlegen die Brüste gründlich zu entleeren. Einige Minuten manuelles Ausstreichen nach dem Stillen, kann sehr effektiv sein, um die Milchmenge zu erhöhen. Manche Mütter bevorzugen vielleicht nach dem Stillen 10 – 15 Minuten mit einer elektrischen Klinikpumpe abzupumpen. Dies kann für manche sehr gut funktionieren und für andere überhaupt nicht. Machen Sie es, wie es für Sie am besten geht. Eine vom Pumpen erschöpfte Mutter wird ihre Milchmenge kaum steigern können.
    Und ja, es ist nicht zwingend erforderlich, die Brüste zu entleeren, wenn dies eine übergroße Belastung für Sie ist und dazu führt, dass Sie komplett mit allem aufhören möchten.
  5. Korrigieren Sie Saugstörungen und verwenden Sie keine künstlichen Sauger. Nutzen Sie alternative Zufütterungstechniken, z.B.: Brusternährungsset, Becherfütterung.

Die Anwendung von Domperidon zur Förderung der Milchproduktion

In folgenden Situationen wirkt Domperidon besonders gut zur Förderung der Milchproduktion:

  • Bei Müttern, die für ein krankes oder frühgeborenes Baby in der Klinik Muttermilch abpumpen und etwa 4 – 5 Wochen nach der Geburt einen Rückgang der abgepumpten Milchmenge feststellen. Die Gründe für diesen Rückgang sind wahrscheinlich vielfältig, (das Baby wurde nicht frühzeitig genug zum Stillen angelegt, keine echte Känguru-Pflege mit der Mutter, usw.), aber Domperidon bringt in der Regel die abgepumpte Milch wieder auf die vorherige oder sogar eine größere Menge zurück.
  • Bei Müttern, deren Milchmenge nach ein paar Monaten abgenommen hat, was häufig mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille in Verbindung steht. Vermeiden Sie östrogenhaltige Anti-Baby-Pillen, aber auch reine progesteronhaltige Anti-Baby-Pillen oder Progesteron-Spiralen in der Stillzeit. Was immer der Grund für den Rückgang Ihrer Milchproduktion ist, versuchen Sie alles zu korrigieren, was korrigiert werden kann.

Domperidon wirkt ebenfalls in diesen Situationen, wenn auch oft weniger dramatisch:

  • Bei Müttern, die für ein krankes oder frühgeborenes Baby abpumpen, aber noch keine volle Milchproduktion entwickelt haben.
  • Bei Müttern, die versuchen eine volle Milchproduktion aufzubauen, um ein Adoptivbaby zu stillen.
  • Bei Müttern, die versuchen die Zufütterung von künstlicher Säuglingsnahrung bei ihren Babys zu reduzieren.

Nebenwirkungen von Domperidon

Bei allen Medikamenten sind Nebenwirkungen möglich und zahlreiche wurden auch bei Domperidon gemeldet. (Lehrbücher listen häufig jeden Nebeneffekt auf, der jemals erwähnt wurde, aber die berichteten Symptome sind nicht notwendigerweise auf das Medikament zurückzuführen, das eine Person einnimmt.)
Es gibt nicht das 100 % sichere Medikament.
Allerdings hat die klinische Erfahrung mit Domperidon gezeigt, dass Nebenwirkungen bei der Mutter extrem selten vorkommen, abgesehen von der Steigerung der Milchproduktion.

Einige der berichteten Nebenwirkungen von behandelten Müttern (sehr selten, nicht gravierend):

  • Kopfschmerzen, die nach wenigen Tagen verschwanden oder wenn die Dosis reduziert wurde (wahrscheinlich die häufigste Nebenwirkung)
  • Bauchkrämpfe
  • Mundtrockenheit
  • Menstruationsveränderungen, meistens Ausbleiben der Regelblutung, aber auch Durchbruchblutungen sind möglich. Während der Stillzeit ist es normal, mehrere Monate keine Menstruationsblutung zu haben.
  • Sehr wenige Mütter, die viele Monate lang, meist > 1 Jahr, Domperidon eingenommen haben, berichteten von Unruhe, Schlaflosigkeit, Appetitverlust und anderen Symptomen, wenn sie die Einnahme von Domperidon plötzlich beendet haben.

Die in die Muttermilch übertretende Menge von Domperidon ist so gering, dass Nebenwirkungen beim Baby nicht zu erwarten sind. Mütter haben uns in vielen Jahren der Verwendung keine mitgeteilt, jedenfalls keine Symptome, die definitiv der Einnahme von Domperidon zugeordnet werden konnten. Mit Sicherheit ist die Menge, die das Baby über die Milch erhält, ein winziger Teil dessen, was Babys bekommen, wenn sie wegen Erbrechen behandelt werden. Denken Sie daran, dass dieses Mittel Babys mit Reflux oft verabreicht wird.

Gibt es langfristige Risiken bei der Verwendung von Domperidon?

Der Hersteller bemerkt in seiner Literatur, dass eine Langzeitbehandlung mit Domperidon bei Ratten zu einer erhöhten Anzahl von Brusttumoren bei den Tieren geführt hat. In der Literatur heißt es weiter, dass dies noch nie bei Menschen dokumentiert wurde. Dabei sollte man bedenken, dass Toxizitätsstudien von Medikamenten gewöhnlich die Behandlung mit sehr hohen Dosen über Zeiträume brauchen, die den größten oder gesamten Teil der Lebenszeit der Tiere dauert. Es ist ebenfalls zu bedenken, dass nicht zu stillen das Risiko für Brustkrebs erhöht und dass das Brustkrebsrisiko sinkt, je länger gestillt wird. Bedenken Sie auch, dass Domperidon in Kanada seit mehr als 20 Jahren zur Steigerung der Milchmenge eingesetzt wird.

Die Anwendung von Domperidon

In der Regel beginnen wir jetzt die Behandlung mit Domperidon mit einer Dosierung von 30 mg (drei Tabletten a 10 mg) dreimal täglich. In manchen Situationen erhöhen wir die Dosierung bis auf 40 mg viermal täglich. [Anm. d. Übers.: Das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin empfiehlt die Dosierung von 30 mg/Tag für 1 – 2 Wochen.] Im Beipackzettel wird oft empfehlen, Domperidon 30 Minuten vor dem Essen zu nehmen, aber das bezieht sich auf seinen Einsatz bei Verdauungsstörungen. Obgleich es stimmt, dass die Absorption von Domperidon in einem leeren Magen größer ist. Sie können Domperidon etwa alle 8 Stunden einnehmen, wenn es zeitlich passt. (Es ist nicht notwendig nachts aufzustehen, um den Abstand von 8 Stunden einzuhalten – es macht keinen wirklichen Unterschied.) Die meisten Mütter nehmen Domperidon für 3 – 8 Wochen. Aber es gibt auch Situationen, in denen eine längere Einnahme erforderlich ist und manchmal ist es für Mütter nicht möglich ihre Milchmenge aufrecht zu erhalten, wenn sie das Domperidon nicht weiternehmen. Mütter, die ein Adoptivbaby stillen, müssen das Mittel sehr viel länger einnehmen. Menschen, die Domperidon wegen Verdauungsstörungen bekommen, nehmen es oft mehrere Jahre lang ein.

Nach Beginn der Einnahme von Domperidon kann es 3 – 4 Tage dauern, bis ein Effekt auf die Milchbildung festzustellen ist, obwohl manche Mütter innerhalb von 24 Stunden eine Wirkung bemerken. Es scheint 2 – 3 Wochen zu dauern bis der maximale Effekt erreicht ist. Aber manche Mütter haben auch erst nach 4 oder mehr Wochen einen positiven Effekt bemerkt. Es ist sinnvoll, Domperidon mindestens 4 oder sogar besser 6 Wochen lang einzunehmen, bevor die Einnahme beendet wird, weil sie keine Wirkung zeigt.

Dauer der Domperidoneinnahme

In der Zeit als Domperidon bei Babys eingesetzt wurde (und jetzt nachdem Cisaprid vom Markt genommen wurde, wieder eingesetzt wird), war es üblich, dass die Babys das Medikament mehrere Monate oder noch länger erhielten. Da die Wirkstoffmenge, die über die Muttermilch zum Baby gelangt, tatsächlich sehr gering ist, sollte es kein Problem sein, wenn eine Mutter mehrere Monate lang Domperidon einnimmt, um ihre Milchmenge zu erhöhen.

Unsere Erfahrung mit diesem Medikament ist, dass kurzfristige Nebenwirkungen sehr selten und fast immer sehr gering sind. Weltweite Erfahrungen mit Domperidon über mindestens 20 Jahre weisen daraufhin, dass auch langfristige Nebenwirkungen selten sind. Einige Mütter aus unserer Klinik, die adoptierte Babys gestillt haben, haben das Medikament 18 Monate ohne irgendwelche auffälligen Nebenwirkungen eingenommen. Wie weiter oben bereits erwähnt, nehmen Personen mit Verdauungsstörungen Domperidon manchmal für mehrere Jahre ein. Wir hoffen, Sie müssen Domperidon nicht sehr lange nehmen, aber wenn es erforderlich ist und hilft, bleiben Sie dabei.

Wie lang dauert es bis Domperidon wirkt?

Das hängt von der jeweiligen Situation ab. Wenn eine Mutter eine gute Milchproduktion hatte, die aber aus irgendeinem Grund zurück gegangen ist, tritt die Milchmengen steigernde Wirkung oft sehr schnell ein. Häufig kann die Mutter schon innerhalb von 1 – 2 Tagen eine Veränderung feststellen (und ihr Baby ebenfalls). Aber so ist es nicht immer. In vielen Situationen kann es eine Woche oder länger dauern, bis die Mutter beginnt eine Wirkung zu spüren. Gelegentlich hatten wir Mütter, die erst nach einem Monat oder länger anfingen einen positiven Effekt zu bemerken. Aus diesem Grund empfehlen wir, dass Domperidon mindestens 6 Wochen lang eingenommen wird, um sicher zu gehen, ob es wirkt oder nicht.

Unser Eindruck ist, dass Domperidon nach den ersten paar Wochen nach der Geburt am besten wirkt, (in der Regel nach ungefähr 4 Wochen). Dies ist nicht belegt, aber es gibt theoretische Erklärung, warum es so sein könnte. Darum warten wir oft mit dem Verschreiben von Domperidon, bis das Baby wenigstens 3 Wochen alt ist. Vor allem, da wir verhindern möchten, dass die Mutter entmutigt wird, falls sie keinen schnellen Anstieg ihrer Milchmenge feststellt. Dies im Hinterkopf behaltend, kann Domperidon dennoch vor der 3. oder 4. Woche einen Versuch wert sein, weil es manchmal auch schon früher gute Wirkung zeigt.

Wann und wie die Einnahme beenden?

Üblicherweise empfehlen wir der Mutter, Domperidon als Minimum wenigstens 2 Wochen einzunehmen und dann erst ihre Situation erneut zu bewerten.

Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Die Milchmenge hat sich deutlich gesteigert, so dass keine Zufütterung von künstlicher Säuglingsnahrung mehr erwogen werden muss oder die Mutter die Zufütterung einstellen konnte und das Baby beim ausschließlichen Stillen weiter gut an Gewicht zunimmt.
  • Die Milchmenge hat sich soweit gesteigert, dass die Mutter damit zufrieden ist. Zum Beispiel kann es sein, dass sie weiterhin künstliche Säuglingsnahrung zufüttern muss, aber das Baby nicht mehr an der Brust weint, sondern zufrieden trinkt.
  • Die Milchmenge hat sich nur wenig oder überhaupt noch nicht gesteigert. Dann hilft es häufig, noch weiter abzuwarten oder die Dosis zu erhöhen.

In der ersten Situation (aber nicht unbedingt in jedem Fall), können wir der Mutter vorschlagen, die Domperidoneinnahme auf diese Weise zu reduzieren:

  1. Wenn Sie soweit sind, die Domperidoneinnahme zu verringern, lassen Sie eine Tablette weg. Also statt 9 Tabletten am Tag, nehmen Sie nur noch 8 Tabletten am Tag.
  2. Warten Sie 4 – 5 Tage ab, oder eine Woche, wenn Sie möchten. Wenn Sie keine Veränderung in Ihrer Milchmenge bemerken, lassen Sie eine weitere Tablette am Tag weg.
  3. Warten Sie wieder 4 – 5 Tage ab. Wenn sich Ihre Milchmenge nicht verändert, nehmen Sie wieder eine Tablette weniger.
  4. Machen Sie so weiter, bis Sie bei 0 Tabletten am Tag angekommen sind. Wenn sich Ihre Milchmenge nicht verringert oder nur geringfügig verringert, ohne dass es sich auf das Stillen oder die Gewichtszunahme Ihres Babys auswirkt, ist das genau das, was wir uns erhoffen und viele Mütter kommen damit gut zurecht.

Wenn sich die Milchmenge stark verringert:

  • Falls Ihre Milchmenge sich deutlich reduziert, nehmen Sie wieder die Dosis ein, die zuvor einen guten Effekt erzielt hat und reduzieren Sie die Dosis mindestens einige Wochen lang nicht wieder.
  • Wenn Sie die Einnahme von Domperidon unbedingt beenden möchten, nachdem Sie einige Wochen dieselbe Dosis eingenommen haben, fangen Sie an 1 Tablette weniger am Tag zu nehmen, wie oben unter Schritt 1 beschrieben. Manchen Müttern, die beim ersten Versuch der Schritte 1 – 4 die Einnahme von Domperidon nicht beenden konnten, gelingt dies beim zweiten oder dritten Mal.
  • Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie eine bestimmte Dosis weiternehmen müssen, um Ihre Milchmenge zu behalten. Aber, wenn Sie den Schritten 1 – 4 folgen, gelangen Sie zu der für Sie niedrigsten, wirksamen Dosis.

Es ist möglich, dass 2 Wochen nach Beginn der Einnahme von Domperidon der gewünschte Effekt noch nicht erzielt worden ist. In diesem Fall sollten Sie das Domperidon weiter einnehmen. Falls nach 2 – 6 Wochen Einnahme der gewünschte Effekt noch immer nicht eingetreten ist, ist es an der Zeit etwas intensiver über das Domperidon nachzudenken. Wenn Sie künstliche Säuglingsnahrung zufüttern und Sie die Zufütterungsmenge von 400 ml auf 300 ml reduzieren konnten, ist das soviel wert, dass es sich lohnt, dafür ein Medikament einzunehmen? Ich würde sagen, ja, aber das müssen Sie selbst entscheiden. Wenn Sie das Gefühl haben, es lohnt sich, dann nehmen Sie es weiter, aber versuchen Sie die Zahl der täglichen Tabletten, die Sie einnehmen, wie oben beschrieben auf das Minimum zu reduzieren. Wenn Sie nicht das Gefühl haben, dass es sich lohnt, dann versuchen Sie die tägliche Tablettenzahl wie beschrieben zu reduzieren und wenn Sie keine Veränderungen feststellen, wenn Sie bei 0 Tabletten pro Tag angekommen sind, wunderbar. Wenn Sie allerdings bei der Reduktion der Tabletten eine echte Veränderung Ihrer Milchmenge bemerken, könnte es sein, dass Domperidon doch einen größeren Effekt hat, als Sie gedacht haben. (Denken Sie daran, nach einigen Wochen ist Ihr Baby deutlich schwerer und es kann sein, dass es statt 400 ml Säuglingsnahrung ohne Domperidon inzwischen tatsächlich 600 ml Säuglingsnahrung benötigt, um weiterhin gut zuzunehmen. In diesem Falle hat Domperidon doch eine erhebliche Wirkung).

Noch einmal zum Schluss:
Bevor Domperidon eingesetzt wird, sollte die gesamte Stillsituation so schnell wie möglich optimiert werden. Dazu gehört:

  • Legen Sie bestmöglich an, so dass Ihr Baby viel Brust im Mund hat. Schon dies allein kann dazu führen, dass das Baby genug Milch erhält.
  • Setzen Sie beim Stillen Brustkompression ein, um die Milchaufnahme Ihres Babys zu erhöhen.
  • Lassen Sie das Baby die erste Brust gut „leeren“, bevor Sie ihm die zweite anbieten.
  • Geben Sie nicht nur eine Brust, wenn das Baby nicht gut zunimmt. Wechseln Sie die Seite, sobald das Baby auch mit der Brustkompression keine Milch mehr erhält.
  • Wechseln Sie hin und her, so lange Ihr Baby weitertrinken möchte und hörbar schluckt.
ACHTUNG:
Domperidon ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es sollte niemals ohne ärztliche Anordnung und professionelle Begleitung eingenommen werden. Während der Behandlung mit Domperidon ist es wichtig, regelmäßig Kontakt mit der betreuenden Hebamme, Laktationsberaterin bzw. dem Arzt zu halten. Dabei wird aufgrund der individuellen Situation entschieden, was weiterhin geschehen sollte.

Falls während der Einnahme von Domperidon außergewöhnliche Symptome auftreten, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt.

 

Original: Domperidone, Getting Started (2009) und Domperidone, Stopping (2009) von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC und Edith Kernerman, IBCLC
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2013
Foto: alberth2 via photopin cc

Weitere Informationen zu Domperidon finden Sie hier:

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

27 Kommentare

  1. Hallo Regine,
    seit einer Woche nehme ich auf Anraten meiner Hebamme mcp-Tabletten, doch bis jetzt hat sich noch nichts getan. Wenn ich nach 2-3 Stunden abpumpe komm ich nur auf 50ml. Meine Brust füllt sich erst wieder in ca 5 Stunden gut auf (ca.110ml), aber das reicht meinem Sohn leider nicht.
    Ich bin wirklich frustriert. Ich trinke 3l, esse gut und trinke stilltee.
    Meine Frage: helfen die mcp-Tabletten auch genauso wie die domperidon???

    Ich danke für diese tolle Seite und die tollen Tipps!

    LG Susan

  2. Guten Tag Frau Gresens,

    meine Frauenärztin möchte mir Domperidon nicht verschreiben, da es hierfür nicht zugelassen ist und sie keine Erfahrung damit hat. Meine Hebamme sowie meine Stillberaterinnen kennen das Medikament überhaupt nicht.
    Wie kann ich einen Arzt finden, der erfahren ist und mir das Medikament veschreiben würde, wenn es bei mir angezeigt ist. Ich bin nach meiner Entbindung schwer erkrankt (Gehinblutung) und hatte große Schwierigkeiten mit dem Stillen und habe bereits wie oben beschrieben alles unternommen, um die Milchmenge zu steigern. Nach nun 3 Monaten muss ich soviel zufüttern, dass ich denke, dass sich das Stillen gar nicht mehr lohnt. Ich habe das Gefühl, dass fast nichts mehr kommt. Ich nehme auch extra nicht die Pille.

    Für Ihren Rat, besten Dank im Voraus.

  3. Hallo Frau Gresens,
    meine Stillberaterin hat mir empfohlen, 3x10mg Domperidon einzunehmen. Sie empfehlen auf Ihrer Internetseite eine viel höhere Einnahme. Ist 3x 10mg überhaupt ausreichend? Nehme es jetzt seit 4 Tagen und spüre noch keinen Unterschied. Was empfehlen Sie mir?
    Danke und Gruß

    • Hallo Waldkaktus,
      Domperidon ist ein hochpotentes Medikament, daher ist es auch rezeptpflichtig.
      Die Empfehlung Ihrer Stillberaterin entspricht der Empfehlung von Embryotox. Es gibt aber auch andere Dosierungen, die der verordnende Arzt wählen kann. Da ich kein Arzt bin und zudem von Ihnen überhaupt nichts weiß, kann ich auch keine individuelle Empfehlung abgeben.
      Besprechen Sie diese Fragen am besten mit Ihrem Arzt, der Sie und Ihre Situation kennt und einschätzen kann, welche Dosierung in Frage kommt.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Regine Gresens

  4. Hallo Frau Gresens,

    Habe wieder das Donperidon von meinem Frauenarzt verschrieben bekommen (kenne es von meiner 1. Tochter noch)
    Hab mit 30mg angefangen, aber da nichts kam, hab ich erhöht auf 40mg alle 8 std, so wie ich es bei meiner Tochter schon genommen habe und jetzt hab ich wieder von 0 auf 100ml pro Pumpen. Offiziell darf ich ja aber nur max 30mg nehmen, aber sobald ich es reduziere wird die Milch weniger! Habe es 2 Wochen mit 30mg genommen und kam gar nichts.
    Kann ich es weiter so nehmen oder was können Sie mir empfehlen?
    Danke im Voraus für Ihre Mühe

    Mit freundlichen Grüßen

  5. Hallo,
    wie sind denn Ihre Erfahrungen mit Domperidon bei der Brustfehlbildung „tubuläre Brust“? Ich habe leider dieses Krankheitsbild und wurde wegen der optisch sehr belastenden Situation mit 19 Jahren operiert (Silikon) mit sehr gutem, natürlichem Ergebnis. Der Arzt sagte, das Brustdrüsengewebe sei verklebt gewesen und in den unteren Quadranten praktisch nicht vorhanden.
    Nachdem ich mit Anfang 30 mein Kind bekommen habe, hätte ich keinerlei Milcheinschuss, lediglich ein kleines Rinnsal rechts und links so gut wie garnicht. Rechts habe ich lustigerweise (nach 4,5 Jahren ) immer noch etwas Milch, wenn ich die Brust zusammendrücke.
    Sollte ich nochmal ein Kind bekommen, wäre Domperidon sinnvoll? Kann man aus etwas kaum vorhandenen mehr rausholen? Ich würde so gerne stillen und als Flaschenmutter wird man doch sehr oft schräg und vorwurfsvoll angeschaut. Diesen „Supermüttern“ hätte ich das manchmal am Liebsten ins Gesicht geschrien, aber eine Rüsselbrust ist ja nichts, worauf man stolz ist und gerne mit an die Öffentlichkeit geht.

    • Hallo Eva,
      da muss ich leider passen, Erfahrungen mit Domperidon bei tubulären Brüsten und Silikonimplantaten habe ich nicht.
      Zudem ist es immer sehr vom individuellen Einzelfall abhängig, vielleicht könnte man mit Domperidon die Milchmenge ein klein wenig steigern. Ich würde aber eher dazu raten, das Stillen mit einem Brusternährungsset zu versuchen, so wie beim Stillen von Adoptivkindern, und mir nicht allzu viel Stress wegen der eigenen Milchproduktion zu machen.
      Es geht ja beim Stillen nicht nur um die Milch… 🙂
      Hier erfährst Du etwas mehr zum Zufüttern mit Stillhilfe.
      Außerdem wäre es sicher gut, wenn es wieder soweit ist, schon vor der Geburt Kontakt mit einer Stillberaterin aufzunehmen.
      Herzliche Grüße, Regine Gresens

  6. Hallo,meine tochter kam mit 2300gr und 46cm zur welt.hatte eine saugschwäche und eine kopfgelenksasymitrie.sie hat probiert jede stunde zu trinken mindestens für 40 minuten.nach 8 wochen hatte sie immer noch nicht zugenommen und ich gab auf,sie wurde immer schwächer und schlief nur noch und war kraftlos.hatten eine schwere zeit mit viel krankengymnastik,oesteopathi,ärzten usw…meine kraft war auch am ende.mit der flasche konnte sie einfacher trinken mit der saugschwäche.
    Und ich konnte sie besser halten mit der fehlstellung am rücken und kopfgelenk,die flasche war einfach besser in der zeit und es ging uns beide besser damit. Sie nahm zu und war endlich satt und war glücklich über jedes gramm.aber nach und nach ging es mir doch nicht gut dabei.bei jeder flasche habe ich geweint,wenn ich sie beim schlafen beobachtet habe,habe ich geweint,und jetzt wein ich gerade wieder weil ich an die zeit zurück denke.nunja aufjedenfall ging es mir ganz doll schlecht weil ich das stillen vermisst habe und bei jeder flasche tat es mir weh,es hat mein herz zerrissen.ich war totunglücklich das ich abgestillt hatte.ich wollte unbedingt wieder stillen jetzt wo es ihr besser ging.und ich habe den schweren weg gewagt von keiner milch auf heute vollstillen. Mit 8 wochen habe ich abgestillt mit 12 wochen habe ich begonnen wieder milch zu bekommen.mit 15 wochen konnte ich sie vollstillen 🙂 nun ist sie 24 wochen und ich bin die glücklichste mutter auf der ganzen welt. Mit viel gedult,mühe,willenskraft und vor allem LIEBE habe ich es geschafft.und domperidon hat mir im letzten schritt geholfen dabei.ich nehme es immer noch weil leider die milch weg geht wenn ich es absetzte aber es ist ok es gibt keine nebenwirkung weder bei mir noch bei meiner kleinen.
    Wenn jemand hilfe und tips braucht kann man mich ruhig anschreiben. Es ist auf jedenfall möglich milch zu bekommen auch wenn man abgestillt hat.
    Ich bin so glücklich <3 PS.groß und klein schreiben war schwierig vom smartphone 🙂

    • Hallo,
      Als erstes bei meinem 1. Kind habe ich Domperidon (stillberaterin vom kh hat es verschrieben)schon ab dem 4. Monat nehmen müssen wegen einer brustentzündung konnte aber daraufhin noch ein halbes Jahr länger stillen???
      Jetzt zu meinem 2. kind?
      Kam leider wieder mit Ks nach geburtstillstand zur Welt,
      Stillen war von Anfang an schwierig da er ein richtiges schreikind war und er wegen nackenschiefstellung behandelt werden musste.
      Mein Einschuss kam schon ab dem 2. Tag aber durch den ganzen Stress(umzugsstress kam auch noch dazu) wurde die Milch immer weniger und jetzt reicht es nur noch auf 150ml pro 24 std?(kleine ist jetzt 4,5monate)
      Da ich beim 1. Kind schon Domperidon bekommen hatte und es super geholfen hat, wollte ich es jetzt auch wieder probieren, leider ist in dem Krankenhaus eine neue stillberaterin die absolut kein Domperidon verschreibt und meine Frauenärztin sich auch weigert weil sie es nicht kennt!
      Muss leider seit es weniger Milch geworden ist zufüttern, was ich gerne wieder aufhören würde, zumal das 1. mal Domperidon super geholfen hat, nur wo bekomme ich es her wenn es die stillberaterin es nicht aufschreibt?
      Danke im Voraus
      Liebe Grüße Tanja Waldherr

      • Hallo Tanja,
        Domperidon ist rezeptpflichtig, d.h. es muss von einem ARZT verordnet werden.
        Eine Stillberaterin, die nicht auch Ärztin ist, kann und darf keine rezeptpflichtigen Medikamente verordnen.
        Sie können aber jeden beliebigen Arzt fragen, z.B. Ihren Hausarzt, ob er das Rezept ausschreibt.
        Aus meiner Sicht wäre es jedoch sinnvoller, die Milchmenge zu erhöhen, indem Sie zunächst den Stress reduzieren und ganz oft anlegen oder zusätzlich noch mit einer Pumpe stimulieren.
        Mehr Milch durch Brustmassage und Powerpumpen
        10 Tipps, damit das Stillkind besser zunimmt

        • Guten Morgen, die stillberaterin ist auch Ärztin und hätte es verschreiben können aber sie sagt das sie es nur ganz am Anfang verschreibt! Den Stress konnte ich reduzieren sodass ich jetzt entspannter bin und mich auf das stillen konzentrieren kann.
          Das Problem ist mein Hausarzt ist grad 3 Wochen in Urlaub und kann da nicht nachfragen! Ich pumpe schon seit 6 Wochen mit einer elektrischen Pumpe ab, trotzdem würde es immer weniger.

          Mit freundlichen Grüßen

    • Hallo Jami,

      meine Kleine ist 3 Monate alt. Wir haben von Anfang an große Stillprobleme. Seit einer Woche nehme ich Domperidon alle 6 Std. 40mg. Ich spüre leider nur einen minimalen Unterschied. Wie lange hat es bei dir gedauert, bis es die Wirkung gezeigt hat? Und welche Dosis hast du genommen? Es wäre sehr lieb, wenn du antworten würdest.. Da ich total verzweifelt bin.

    • Hallo jami, in welcher Dosierung hast du es denn genommen? Und ab wann hat es gewirkt? Ich bin auch vor ein paar Tagen mit Domperidon angefangen, allerdings auf Empfehlung meiner Stillberaterin nur 3x10mg.
      LG

  7. Hallo,

    ich habe mich nach der Entbindung für die Abstilltabletten entschieden.
    Im Internet habe zahlreiche Foren durchblättert um doch Muttermilch zu bekommen , aber leider ohne Erfolg.

    Nun will ich unbedingt mein Kind stillen, aber es kommt leider nichts aus meinen Brüsten.

    Als ich eben den Beitrag von Milchproduktion durch das Medikament gelesen, wollte ich jetzt wissen, ob ich doch eine Chance durch Domperidon habe, um Muttermilch zu produzieren.

    Ich bedanke mich und ein frohes Neues

    Liebe Grüße

    Madi

  8. Ich wollte mich einmal bedanken:

    Wir hatten wegen Kaiserschnitt, leichter Gelbsucht, meinen Schmerzen n.d.KS u. der damit verbundenen Bewegungseinseinschränkung einen schwierigen Stillstart. Schlechte Beratung zum Stillen im KH, starker Gewichtsverlust und sind leider nach 14 Tagen vergeblichem Stillens und weiterer Abnahme beim Zufüttern gelandet, nie war wirklich klar, wie viel mein Kleiner sich aus der Brust tatsächlich holt. Alles versucht, jede Technik, zusätzlich gepumpt. Am Ende war ich verzweifelt.

    Über den Begriff Laktation bzw. Relaktation u. ein youtube-Video bin ich dann hier gelandet und habe den FA bei der Abschlussuntersuchung einfach mal gefragt nach dem Medikament. Nun, 2 Wochen später, kann ich nahezu voll stillen, nur hin und wieder besonders in den müden Abendstunden gibt es mal zusätzlich ein Fläschchen. Danke, dass hier über so etwas berichtet wird, leider wird man nicht so gut beraten bzw. ist dies nicht so bekannt. Bin übrigens nebenwirkungsfrei.

    Wer sich hier beschwert, dass ein Medikament empfohlen wird, sollte mal doppelt nachdenken: Wie groß sind die Nebenwirkungen und wie groß ist der Vorteil vom Stillen gegenüber Pre-Nahrung?! Mal davon abgesehen, bekommen es einige Kinder direkt bei Magenproblemen in den ersten Lebenswochen, da ist der Teil, der in die Muttermilch übergeht, wohl verschwindend gering!!!

    Ich denke, der Hersteller möchte auch einfach kein muttermilchförderndes Produkt auf den Markt bringen, denn da haben die Säuglingsmilchhersteller sicher was gegen.

    Danke also 😀

    • Liebe Alina, erst einmal Glückwunsch zu Ihrem Stillerfolg. 🙂
      Die Säuglingsnahrungsindustrie hätte sicher auch etwas gegen muttermilchfördernde Medikamente. Aber für den Hersteller von Domperidon ist es nicht von Interesse eine weitere Zulassung des Medikaments zur Steigerung der Milchmenge zu beantragen, weil so ein Zulassungsverfahren a) sehr langwierig und teuer ist und b) die Zahl der Mütter mit zu wenig Milch zwar leider heute ziemlich hoch ist, aber verglichen mit der Zahl von Menschen mit Magen-Darm-Problemen, eben doch recht gering ist.

  9. Hallo Regine,
    habe zufällig diesen Artikel gefunden, während ich auf der Suche war für etwas das die Milchproduktion anregt.
    Ich hatte bei meinem ersten Kind immer genug Milch u kann mich an Probleme gar nicht erinnern.
    Bei meinem zweiten und meinem dritten Kind allerdings galt/gilt es immer die Milchproduktion aufrechtzuerhalten. Wenn er mal eine gute Nacht hat und super durchschläft (6-8 Stunden), dann muss ich mich schon darauf vorbereiten, dass ich in den Nächsten Tagen kaum Milch habe. Dazu kommt, dass die beiden ein zu tief sitzendes Lippenbändchen haben und dadurch das Stillen noch mehr erschwert wird.
    Wenn die Milch sowieso wenig ist, ist es für ihn höchst anstrengend trotzdem weiter zu saugen, da er die Brustwarze nicht mit dem ganzen Mund umschließen kann, um ein gutes Vakuum zu erzeugen. Er verliert ständig die Brust und schnappt oft Luft ein.
    Aufgrund dieser Probleme ist es äußerst schwer die Milchbildung aufrechtzuerhalten. Er ist inzwischen fast 4 Monate und ich denke darüber nach es mit diesem Medikament zu probieren, dass mein Kind endlich genug Milch zu trinken hat.
    Wäre das vertretbar?

    • Es tut mir leid, aber diese Frage kann und will ich so mal eben auf die Schnelle hier nicht beantworten, schon gar nicht bei einer anonymen Fragestellung, dafür ist das Thema Domperidon einfach zu komplex.
      Aus Gründen der Qualitätssicherung wäre hier aus meiner Beratungserfahrung eine eingehende persönliche Stillberatung zwingend erforderlich, bei der noch wesentlich mehr Informationen über Sie und Ihr Kind erhoben werden müssten, um Ihre Gesamtsituation zunächst überhaupt richtig einschätzen und dann die angemessenen Maßnahmen empfehlen zu können.
      Wenden Sie sich dazu am besten vor Ort an eine examinierte Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Sie kann Ihnen helfen, Ihre Stillposition, Ihre Anlegetechnik und die Saugtechnik Ihres Babys zu optimieren und ggf. mit Ihnen besprechen, ob und wie Sie Ihre Milchmenge idealerweise steigern können.
      Zudem muss auch die Einnahme von Domperidon unbedingt ärztlich verordnet und überwacht werden, um mögliche Neben- oder Wechselwirkungen auszuschließen.
      Adressen und Telefonnummern von Stillberaterinnen IBCLC in Ihrer Nähe finden Sie hier: http://www.stillen.de/laktationsberatung-finden/

      • Es tut mir leid, aber ich habe wohl vor lauter schreiben ganz vergessen meinen Namen anzugeben. War ein versehen!!!
        Trotzdem danke für ihre Stellungnahme!
        Mir ist bewusst, dass das etwas komplexer ist und man es nicht einfach so hier besprechen kann.
        Trotzdem hatte ich mir erhofft eine Meinung dazu zu hören.
        Ich habe meinen älteren Sohn ein Jahr lang und meine zweite Tochter ein Jahr und 10 Monate gestillt, sodass ich über etwas Erfahrung verfüge, aber Domperidon war neu für mich.
        Danke für den informativen Artikel!!!

  10. Hier werden wohl Nachrichten, welche nicht der eigenen Meinung entsprechen ignoriert.

    Nochmal: Stillen mag das natürlichste Nahrungsmittel für Säuglinge sein. Ok! Aber ein Medikament zu empfehlen, welches erwiesenermaßen Nebenwirkungen hat, ist total unverantwortlich!!!

    Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA möchte außerdem die Dosis begrenzen und die Behandlungsdauer auf maximal eine Woche limitieren. Grund ist das Risiko von schweren Herzrhythmusstörungen.

    Domperidon gehört zu den Wirkstoffen, die die QT-Zeit verlängern und dadurch das Risiko von ventrikulären Arrhythmien bis hin zum plötzlichen Herztod steigern können. Epidemiologische Studien haben den Wirkstoff auch mit diesen Ereignissen in Verbin­dung gebracht. Risikofaktoren sind ein Alter von über 60 Jahren, eine Tagesdosis von mehr als 30 mg sowie die Einnahme weiterer Wirkstoffe, die die QT-Zeit verlängern oder den Abbau von Domperidon durch das P450-Enzym CYP3A4 in der Leber hemmen.

    Quelle:
    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57878/EMA-will-Einsatz-von-Domperidon-weiter-einschraenken

    Viele Grüße

    • Hallo Denise,
      nein, andere Meinungen ignoriere ich durchaus nicht.
      Aber ich genehmige hier keine Kommentare, die anonym abgegeben werden.
      Dieses Recht nehme ich mir als Seitenbetreiberin sehr wohl heraus.
      Freundliche Grüße,

  11. Schade, dass ich von Domperidon erst jetzt höre. Eventuell hätte es etwas bei mir geholfen. Ich habe eine beidseitige tubuläre Brust, deren Äußeres mich so sehr belastete, dass es im Alter von 19 operativ mit Silikon sogar auf Versicheungskosten behoben wurde. Das Implantat liegt bei beiden Brüstem über dem Muskel. Es sieht sehr natürlich aus und der Professor, der mich operierte, meinte, ich könne vermutlich stillen.

    Leider war das nicht der Fall. Ich hatte keinen Milcheinschuss, nie :-(. Es kamen immer nur wenige Tropfen. Beim Abpumpen kam garnichts… demnach auch nicht genug für min Kind, um satt zu werden. So habe ich von Anfang an zugefüttert. Ich habe trotzdem etwa 4 Monate tapfer immer erst angelegt und dann die Flasche gegeben. Mein Kind war da zum Glück ganz entspannt und hat das alles mitgemacht. Ich war so traurig, dass es anders nicht ging. Mir hat aber auch keiner was von dem Medikament gesagt.
    Sollte ich nochmal schwanger werden (werde jetzt 37), dann würde ich das mit Domperidon ini jedem Fall ausprobieren.

    Danke für die tolle Seite!

    • Hallo Eva,
      ein Implantat ist eigentlich kein Stillhindernis. Aber tubuläre Brüste gehen öfter auch mit einem unzureichend entwickelten Brustdrüsengewebe einher. Und daran lässt sich auch mit Domperidon oder MCP leider nichts ändern. Einen Versuch wäre es vielleicht trotzdem wert.
      Außerdem gibt es aber auch noch die Möglichkeit der Zufütterung von Flaschennahrung an der Brust mit einem Brusternährungsset. Beim nächsten Kind würde ich daher auf jeden Fall eine professionelle Stillberatung schon in der Schwangerschaft empfehlen, damit Sie sich so optimal wie möglich auf das Stillen vorbereiten können.
      Letztendlich ist aber nicht die Höhe der Milchproduktion das Entscheidende für das Baby, sondern die Bindung und das adäquate Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes. Und das können Mütter, die zu wenig Milch haben, durch Kuscheln, Tragen, Familienbett usw. mit Sicherheit genauso gut erfüllen wie voll stillende Mütter.
      Ein entspanntes Kind ist jedenfalls ein guter Beweis dafür, dass alles gut war, so wie es war. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.