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So finden Babys die Brust

So finden Babys die Brust

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2007
Dein Baby ist ein Säugetier, nicht mehr und nicht weniger.
Und, wie jedes andere neugeborene Säugetier, folgt es vorgegebenen Verhaltensmustern, um die Brust zu finden.

Für die meisten Babys können wir die Abfolge der Verhaltensmuster verkürzen, dennoch ist es äußerst hilfreich zu wissen, was das Baby bei seiner Suche erwartet.

Menschen sind Zweibeiner.

Genau wie Menschenaffen (Primaten) verbringen wir unser Leben in aufrechter Haltung.

Schau Dir Bilder von Babys in anderen Kulturen an. Die Babys sind fast immer aufrecht – oft sogar während sie trinken.

Alle Neugeborenen von Säugetieren brauchen Sicherheit von Vorne.

Jedes neugeborene Säugetier möchte sich an den Boden schmiegen oder im Falle der Primaten an das Muttertier drücken.

Nur wenn sie mit dem Bauch sicher ihre Mama spüren, können Babys anfangen, über Nahrung nachzudenken.

Wenn Dein Baby unzufrieden ist, nimmst Du es instinktiv hoch, hältst es dabei in einer aufrechten Haltung und gibst ihm die Sicherheit von Vorne. Du klopfst es zärtlich und sprichst beruhigend mit ihm – das ist alles Instinkt!

Was Du dabei machst ist, es in eine Position zu bringen, aus der es seine Nahrungsquelle selbständig erreichen kann. Das ist nichts Anderes, als wenn sich eine Hündin auf die Seite rollt, um ihren Welpen ihren Bauch zu zeigen.

Bevor wir Möbel zum Sitzen hatten, hatten wir keinen Schoß.

Denk einfach darüber nach! Eine hockende Menschenaffenmutter hat genug Platz an ihrer Vorderseite, um ihr Baby aufrecht zu halten, während es trinkt.

Erst als wir anfingen mit waagerechten Oberschenkeln aufrecht auf Stühlen zu sitzen, wurde der Platz weniger.

Aber Du kannst Dein Baby immer noch schräg vor Dich halten, so dass sein Po auf Deinem Oberschenkel ruht, während es trinkt. Es ist gut möglich, dass es etwas aufrechter trinken möchte, als es in den üblichen Anleitungen vorgeschlagen wird!

Ob Dein Baby aus einer aufrechten Position an Deiner Schulter nach unten rutscht oder schon mit seinem Gesicht in der Nähe Deiner Brust startet, es erwartet jedenfalls mit seiner unteren Gesichtspartie Deine Haut zu berühren.

Wenn es hungrig ist, beginnt es bei dieser Berührung damit, den Kopf (wie ein Specht) auf und ab zu nicken, zur Seite zu drehen oder einfach die Brust zu erfassen, indem es den Kopf anhebt und seinen Mund weit öffnet. „Ich hab die Brust gefunden“, sagt es auf diese Weise, „Und wo ist jetzt die Brustwarze?“

Wenn Du Deine Brust nicht mit Deiner Hand hältst, wird es die Brustwarze genau dort finden, wo Mutter Natur sie bei Dir platziert hat, und Du musst dann Deine Brust auch während des Stillens nicht stützen.

Neugeborene können sich vorwärts bewegen, aber nicht rückwärts.

Dein Baby erwartet Deine Brustwarze oberhalb seines Gesichts zu finden, nicht unterhalb davon.

Es erwartet sie mit leicht nach hinten gestrecktem Kopf vorwärts zu erreichen, nicht aber die Brustwarze direkt vor seinem Mund zu haben oder, noch schlimmer, unten in der Nähe seines Kinns.

Wenn Du seinen Rücken und seine Schultern gut unterstützt und es seinen Kopf frei nach hinten bewegen kann, spürt es einen „festen Boden“ unter sich und kann den Kopf so anheben, dass es seinen Mund extraweit öffnen kann.

(Versuche einmal selbst, mit dem Kinn auf Deiner Brust Deinen Mund zu öffnen! Deine Zunge zieht sich nach hinten und Dein Unterkiefer drückt gegen Deinen Brustkorb. Niemand versucht in dieser Körperhaltung ein Glas in einem Zug auszutrinken.)

Wenn Dein Baby seinen Mund weit öffnet und viel Brust auf seiner Zunge spürt und etwas Brustwarze irgendwo kurz oberhalb von seinem Mund, wird es versuchen seinen Mund zu füllen, indem es ein großes Stück Brust hineinzieht und anfängt zu saugen.

Halte es weiter an Rücken und Schultern eng an Dich – so eng, dass Du seinen Mundwinkel nicht sehen kannst – und Du wirst wahrscheinlich das Stillen sehr viel angenehmer empfinden als in anderen Positionen.

Original: Your Baby’s Feeding Sequence von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2007
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2013
Foto: Smithsonian’s National Zoo via photopin cc

In einer zurückgelehnten Stillposition gelingt es dem Baby noch leichter mit Hilfe seiner Reflexe selbst die Brust zu finden.

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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