asymmetrisches Anlegen

Sieh hier, wie Du die Brust tief in den Babymund bekommst

8 Kommentare

Etwas großes Weiches durch eine kleine, feste Öffnung in einen kleinen Behälter zu stecken, ist schwierig oder sogar unmöglich…

Denk einfach mal daran, wie fummelig es jedes Mal ist, beispielsweise beim Zelten morgens den großen, weichen Daunenschlafsack durch die kleine Öffnung in den kleinen Transportbeutel zu packen. Das ist gar nicht so einfach.

Den kleinen Beutel über den Schlafsack zu stülpen oder den Schlafsack einfach so hineinzustecken, klappt nicht.

Du kannst den Schlafsack höchstens nach und nach in den Beutel hineinstopfen.

Schneller und einfacher geht es aber, wenn Du den Umfang des Schlafsacks verringerst, indem Du ihn fest zusammenrollst, und diese Rolle in den Beutel hineindrückst.

Warum ich das hier beschreibe?

Nun, ganz ähnlich verhält es sich auch mit der großen, weichen Brust und dem kleinen Mund des Babys. Die Brust ist eigentlich zu groß für den Babymund.

Anleitungen zum Anlegen lauten jedoch oft:
Mit der Brustwarze die Lippen des Babys berühren, warten bis es den Mund weit öffnet und es dann mit offenem Mund schnell an die Brust heranziehen!

Damit wird dann quasi „der Babymund über oder auf die Brust(warze) gestülpt“.

Viele Mütter bewegen sich auch mit dem Oberkörper zu ihrem Baby hin und versuchen so „die Brust(warze) mittig in den Mund zu stecken“, was dann oft auch noch zu einer unbequemen Körperhaltung beim Stillen und auf Dauer zu Verspannungen der Schultern führt.

Beide „Techniken“ führen meistens nicht zum erwünschten Ergebnis – einem schmerzfreien, guten Anlegen, sondern häufig zu einem suboptimal angelegtem Baby mit wenig Brust im Mund, was in vielen Fällen mit schmerzenden, wunden Brustwarzen und ineffektiver Entleerung der Brüste einhergeht.

Ich habe hier schon oft erwähnt, dass Schmerzen zum Stillen nicht dazugehören und die asymmetrische Anlegetechnik beschrieben – als einfachen Weg, um den Mund voll Brust und die Brustwarze tief in den kleinen Babymund zu bekommen.

Nun habe ich noch ein paar Youtube-Videos herausgesucht, die Du Dir ansehen solltest, wenn Du noch keinen Weg gefunden hast, Dein Baby schmerzfrei anzulegen.

Sie zeigen das asymmetrische Anlegen, bei dem die Brust nicht mit der Brustwarze voran zentral in den Mund gesteckt wird.

Stattdessen wird die große Brust parallel zu den Lippen des Babys in der Hand oder zwischen zwei Fingern komprimiert und der Mund des Babys mit der ihm zugewandten Seite der Brust berührt, so dass die Brustwarze zur Nase des Babys zeigt.

Wenn das Baby nun den Mund öffnet, wird es mit der Unterlippe zuerst an die Brust herangebracht und die Brust von der Nase her kommend mit dem Finger in seinen Mund gerollt bzw. leicht hineingedrückt.

Hört sich kompliziert an? Eigentlich ist es aber ganz einfach…

Schau es Dir in diesen Videos an!

 

 
 
Hier siehst Du das Ganze noch einmal von oben aus der Perspektive der Mutter.

Auf Englisch wird diese Bewegung auch flipple-technique oder deep, extended bzw. exaggerated latch genannt (dt.: tiefes, ausgedehntes oder übertriebenes Anlegen), weil so viel mehr Brust tief in den Mund gelangt.

 
 
Und hier kannst Du das Reinrollen oder Reinflippen auch noch einmal ganz genau in der Zeitlupe beobachten.

 
 
Noch ein weiteres Video, von oben aufgenommen. Die Mutter hält dabei den Kopf des Babys an der Schädelbasis, um ihn besser an die Brust bringen zu können.

 
 
Probier es doch einmal aus!

Flip Deinen Nippel einfach in den Mund, anstatt die Brust in den Babymund zu stecken oder zu versuchen, ihn über Deine Brust zu stülpen!

Und berichte sehr gerne im Kommentar von Deinen Erfahrungen!
 
In dem Video-Online-Kurs „Gut Anlegen“ bekommst Du weitere Tipps und hilfreiche Infos zum Anlegen in verschiedenen Positionen.

Mehr erfahren!

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Oktober 2018
Foto: Regine Gresens

 

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Brustwarze zeigt zur Nase nicht zum Mund des Babys

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Herzlichen Dank <3

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

8 Kommentare

  1. Liebe Frau Gresens, vielen Dank für diesen Artikel. Das asymmetrische Anlegen hat mir beim Stillbeginn sehr gut geholfen und ich empfehle jeder Mutter dies so auszuprobieren. Meine wunden Brustwarzen sind mit dieser Technik schnell verheilt.
    Nun stille ich meinen Sohn schon seit fast 23 Monaten. Ihre Website hat mich in dieser Zeit immer wieder bestärkt weiter zu stillen. Herzlichen Dank dafür!

  2. Ich habe von dieser Technik auch bisher nichts gehört. Aber ich werde sie auf jeden Fall ab Januar probieren, wenn das Baby da ist. Bei meinem ersten Sohn hatte ich auch so sehr Schmerzen, dass ich das Stillen beendet und dann abgepumpt habe. So schade.

    Geht diese Technik denn mit allen Brustwarzentypen? Da bin ich noch unsicher.

  3. Diese Technik beschreiben Sie auch in Ihrem Video und in einem anderen Artikel.
    Nach 6 Wochen Stillen unter Tränen und Schmerzen und mit Stillhütchen hat mir diese Technik innerhalb von 2 Tagen geholfen, meinen inzwischen 3-jährigen Sohn schmerzfrei und noch monatelang glücklich zu stillen.
    Ich war damals am verzweifeln, weil ich nicht aufhören wollte zu stillen, aber es so unbeschreiblich geschmerzt hat.

    Meinen kleinen Sohn, jetzt 13 Wochen alt, stille ich seit dem ersten Tag ohne Schmerzen, ohne Stillhütchen, mit viel Genuss für uns beide und mit dieser Technik!!!

    Vielen, vielen, vielen Dank!!!

    • Liebe Elisabeth, das freut mich!! Ja, ich empfehle und lehre diese Technik schon seit vielen Jahren – mit besten Erfolgen. Aber es gibt leider immer noch viel zu viele, die davon noch nie etwas gehört haben.

  4. auch mir hat diese Technik erst eine dauerhafte und glückliche Stillbeziehung möglich gemacht. ich bin jeden Tag dankbar

  5. Diese Technik hat meine Stillbeziehung gerettet! Dank dieser Technik ist es mir endlich möglich das Stillen meines Sohnes zu genießen, da ich sicher weiß, dass er genug Brust im Mund hat und auch richtig angelegt ist! Vielen lieben Dank!!!

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