So ist ein Neugeborenes im Familienbett sicher

Sicheres Schlafen

5 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2006
Ist es sicher mit meinem neuen Baby in einem Bett zu schlafen?
Natürlich.

Stellen Sie sich eine Mutter in der Steinzeit vor, die ihr Neugeborenes nachts in einem abgetrennten Teil ihrer Höhle schlafen legt, weit entfernt von der Wärme und dem Schutz ihres Körpers.

Das IST unsicheres Schlafen!

Es ist auch unsicher, wenn es Ritzen gibt, in die das Baby rutschen und sich einklemmen könnte, z.B. zwischen Bett und Wand oder zwischen Matratze und Bettgestell.

Oder wenn Sie Ihr Baby auf weiche Kissen, Bettdecken oder Matratzen legen, wo es sein Gesicht nicht befreien kann.

Und es ist nicht sicher mit einem Baby zu schlafen, wenn Sie massives Übergewicht haben, stark getrunken oder Drogen genommen haben, die Sie davon abhalten normal aufzuwachen.

So, das wäre geklärt.

Also, um was geht es dann noch?

Es geht um Erwachsene, die im Schlaf nie völlig bewusstlos sind (sonst würden sie nämlich aus dem Bett fallen) und die mit einem ziemlich plumpen Objekt schlafen (mit einem Kopf wie ein Stein in der Größe einer Grapefruit), das schreit, wenn es gedrückt wird.
Funktioniert bestens.

Was bringt es Ihnen?

  • Eine normale Atem- und Herzfrequenz bei Ihrem Baby, ohne die atemlosen Phasen, die so häufig bei alleinschlafenden Babys beobachtet werden.
  • Normalen Babyschlaf – was nicht heißt: lange Stunden mit tiefem, schwer zu erweckendem Schlaf, auch wenn dies wünschenswert erscheinen mag.
  • Eine gleichmäßige Körpertemperatur, wärmer und stabiler als das teuerste Krankenhauswärmebettchen es gewährleisten kann.
  • Ein friedlicheres Baby in der Nacht, das viel weniger schreit.
  • Sicherheit vor Feuer, Kidnapping und Kobolden.
  • Und viele gemütliche Kuschelstunden.

Sie gewinnen garantiert eine bedeutend einfachere Babypflege, besonders wenn Sie lernen im Liegen zu stillen, was Sie am besten tagsüber üben sollten, wenn Sie wach und experimentierfreudig sind.

Wissenschaftler, die den Schlaf von Säuglingen erforschen, glauben, dass das Alleinschlafen mit höheren Raten von SIDS (Sudden Infant Death Syndrom = Plötzlicher Säuglingstod) verbunden sein kann.

Es ist sehr schwierig diesen Zusammenhang zu beweisen, weil Schlafarrangements sich verändern und weil SIDS viele Gründe haben kann.

Aber wir wissen, dass viele der Risikofaktoren, die mit SIDS zusammenhängen, erhöht sind, wenn Babys alleine schlafen und dass Kulturen, die das Bett mit dem Baby teilen, eher eine geringe Häufigkeit von SIDS haben.

Gemeinsames Schlafen ist so alt wie die Menschheit und kleine Kinder sehnen sich danach.

Gemeinsames Schlafen gibt es in vielen Formen. In unserem Haus führte der Mangel an Kreativität dazu, dass wir in einem antiken Bett enger schliefen, als es in den heutigen Doppelbetten üblich ist. In vielen Nächten lagen wir zu viert darin!

Wenn ich es alles noch einmal machen müsste, würde ich in eine Kingsize-Matratze investieren und sie auf den Boden legen in diesen frühen Jahren des Elternseins. Jeder würde reichlich Platz haben und selbst ein akrobatisches Krabbelkind könnte nicht tief fallen.
Wir opferten den Komfort für die Konvention, in einem Teil des Hauses, den niemand außer den Schläfern selbst jemals sah oder benutzte. Dumm.

Für weitere Gedanken über das gemeinsame Schlafen mit Ihrem Baby, lesen Sie William Sears Buch „Schlafen und Wachen„*, herausgegeben von der La Leche Liga Deutschland (LLLD) und erhältlich im Online-Shop der LLLD sowie in den meisten Büchereien und Buchläden.

Süße Träume!

Und denken Sie daran, es steht nirgends geschrieben, dass Elternschaft 8 Stunden ununterbrochenen Schlaf beinhaltet.

Selber früher ins Bett zu gehen, ist die Lösung!

Original: Safe sleeping von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, April 2004
Foto: HoboMama via photopin cc

 

* Affiliate-Link: Stillkinder.de erhält eine kleine Provision, wenn Du dieses Produkt über den Link kaufst, für Dich entstehen dabei keine höheren Kosten. Ich empfehle hier nur, was ich selber getestet oder gelesen habe und für gut und sinnvoll halte.

 

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

5 Kommentare

  1. Ich finde es ganz toll, wenn Leute mit dem Familienbett so gute Erfahrungen gemacht haben. Auch ich dachte, dass das für uns der geeignete Weg wäre…
    Ich bin ein absoluter Stillfanatiker, ich stille meine beiden Kinder ( 4 Jahre und 9 Monate) tandem. Wir genießen diese Zeit sehr.
    Aber als meine ältere Tochter geboren wurde, holte ich sie gleich nach der ambulanten Geburt zu uns ins Schlafzimmer. Sie hat immer wieder geweint bis ich die Nachttischlampe angeschaltet habe. Seltsam, obwohl sie ja kein Licht kannte. Dann habe ich sie in der 3. Nacht in ihr Zimmer gebracht ( mit Angelcare atemüberwacht ). Dort hatte sie ein kleines Nachtlicht und siehe da, sie war zufrieden und hat geschlafen und geschlafen. Bei der 2. war ich dann entspannter und hab ihr gleich ihr Zimmer angeboten, was sie sofort ( diesesmal nach einer wundervollen Hausgeburt) super angenommen hat.
    Sie überstreckt sich am Abend oft im Arm und will manchmal sogar nicht mal die Brust bis sie schläft, sondern gleich in ihr Bett. Dort schläft sie seit ihrer 8. Lebenswoche zwischen 9 und 13 Stunden. Davor kam sie 1-2 mal die Nacht.
    Also nur mal für all diejenigen erwähnt, die sich schlecht fühlen, weil es bei ihnen nicht so super klappt mit dem Familienbett. Es gibt auch andere Wege, die deswegen nicht falsch sein müssen und man ist dadurch auch keine schlechte Mutter, solange man sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert!

    Grüße an alle Stillmamas,

    Christina

  2. Meine beiden Kinder haben von Anfang an, bei uns im Elternbett geschlafen. Ich habe beide lange gestillt. Ich habe sie schon im Krankenhaus, als ich entbunden hatte, zu mir ins Bett geholt. Es war für mich einfacher und für meine beiden Kinder auch. Wenn sie sich bewegten und zu wimmern anfingen, habe ich ihnen die Brust gegeben im Liegen. Sie haben getrunken und sind wieder eingeschlafen. Dadurch haben sie bereits nach 2 Wochen schon 6 Stunden durchgeschlafen. Nach 1 Monat dann 8 Stunden. Ich war immer ausgeruht, nie gereizt und was beide noch taten, sie schliefen bis 8 oder 9 Uhr durch. Mein Mann zog dann ins Kinderzimmer, da er oft sehr spät heim kam von der Arbeit und wir bereits schliefen. Ich finde es schrecklich, wenn dieses Wesen, das wir 9 Monate unter unserem Herzen tragen, das unseren Herzschlag hört, auf einmal in einem viel zu grossen Gitterbett allein schlafen muss. Und womöglich noch in einem anderen Zimmer. Ich brauchte kein Babyphon, weil meine Kinder immer bei mir waren. Am Tag schliefen sie im Stubenwagen oder am Boden auf einer Matratze. Und man legt sich nicht auf sein Kind drauf. Man bekommt den Ammenschlaf als Mutter. Sollte eine Mutter trotzdem unsicher sein, es gibt Wickelauflagen mit Luftpolster rundherum, die kann man ins Bett legen und das Baby darauf. Dann rollt es nicht runter, wenn man sich bewegt. Ausserdem ist es praktisch, wenn sie doch einmal zu nass sind und es geht etwas durch die Windel durch. L.G

  3. Ich liebe diesen Artikel und wünschte, jeder würde ihn lesen und vielleicht verstehen, dass das Kind einfach nur Nähe braucht und dass diejenigen, die es so machen wie beschrieben, keine Außerirdischen sind!

  4. Keine Frage, dieser Artikel schafft Klarheit und sollte Eltern eine große Hilfestellung sein!

  5. Danke für diesen großartigen Artikel! Man sollte ihn ausdrucken und jedem in die Hand drücken, der blöd fragt…
    Liebe Grüße
    Sternie

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