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Der Stillbeginn ist manchmal schwierig

Schwerer Stillstart im Krankenhaus

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Nils wurde Anfang Oktober 2007 geboren. Nach einer recht schnellen und unkomplizierten Geburt war ich überglücklich den kleinen Mann endlich im Arm halten zu können.

Noch im Kreißsaal wurde er mir an die Brust gelegt, aber doch eher etwas halbherzig. Er trank nix. Nils wurde eingepackt und wir beide kamen auf die Station.

Er spuckte noch eine ganze Weile lang Fruchtwasser und das Anlegen wollte nicht klappen. Er nahm die Brust kurz, um sie sofort wieder loszulassen.

Er wurde immer unruhiger, weil hungriger, und ich auch. Die Schwestern hatten viel zu tun und waren keine wirklich Hilfe. Ich solle es einfach weiter versuchen, es werde schon irgendwann klappen, sagte man mir.

Inzwischen war Nils 36 Stunden alt und hatte Bärenhunger. Ich sagte einer Schwester, dass da doch etwas nicht stimmen kann. Er saugte wie wild an meinem Finger, also an seiner Technik konnte es nicht liegen.

Nun brachte sie mir endlich ein Stillhütchen. Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt. Sie erklärte mir den Umgang damit und es klappte auf Anhieb.

Er bekam wohl meine Brustwarze nicht zu fassen und konnte deshalb nix trinken. Bevor ich nach Hause ging hat sie mir noch kurz erklärt, dass ich es auch hin und wieder ohne Hütchen versuchen sollte. Erst kurz ansaugen lassen, meinte sie, und es dann wegnehmen. Meist klappe es dann.

Wir übten eifrig und irgendwann hat er die gesamte Mahlzeit ohne Hütchen getrunken. Ich war überglücklich und entsorgte das Ding ein paar Tage später, weil mir das Stillen mit dem Hütchen eher Schmerzen bereitete.

Wieder zu Hause angekommen, lief alles bestens, bis ich eine Blasenentzündung bekam. Aufgrund einer Medikamentenallergie musste ich Medikamente nehmen, die Nils nicht vertrug, und wir mussten eine Stillpause einlegen.

Er bekam die Flasche und wir beide litten fürchterlich. Die erste Nacht hat er quasi nur geschrien. Er verstand die Welt nicht mehr. Ich pumpte aber fleißig ab (und warf die Milch weg), damit wir dann später weiterstillen könnten.

Doch auch diese 10 Tage meisterten wir. Meine Hebi meinte auch noch, ich solle nicht enttäuscht sein, wenn er nicht sofort wieder auf die Brust umsteigen will: Das kann passieren, wenn die Kleinen zwischendurch die Flasche bekommen.

Aber als ich ihn dann das erste Mal wieder anlegte, saugte er so eifrig, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Inzwischen ist er fast 7 Monate alt, stillt ohne Probleme und auch schon lange ohne Stillhütchen (ich mochte dieses Ding nicht) und bekommt schon erste Löffelchen Beikost.

Wir genießen aber auch beide noch jede Stillmahlzeit, die uns bleibt. Meist schläft er dabei zufrieden nuckelnd ein.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie schön das ist. Mal sehen wer von uns beiden zuerst bereit ist, das Stillen aufzugeben.
Ich jedenfalls bin noch lange nicht soweit.

Originalbericht von Nils‘ Mutter
Foto: Martin Gommel via photopin cc

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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