„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

Schon fast 14 Jahre stillend

Von Isabel |

Nach vierzehn Jahren fast durchgängiger Stillzeit, in der ich sechs Kinder gestillt habe und stille, hätte ich nie gedacht, dass mich irgendetwas zum Thema Stillen noch aus der Bahn werfen kann…

Der Stillstart meines ersten Kindes, ein Junge, war alles andere als einfach. Ich hatte mir zwar vorgenommen zu stillen, aber mich weiter nicht mit dem Thema beschäftigt.

Der Kleine kam per Kaiserschnitt zur Welt und ich lag damals ganze 7 Tage danach im Krankenhaus und war zu Anfang ziemlich unbeweglich. Ich hatte Milch ohne Ende, doch der Kleine schaffte es einfach nicht, die Brustwarzen so weit in den Mund zu bekommen, dass er anfangen konnte zu saugen. Die Brüste waren einfach zu prall.

Ich war in einem stillfreundlichen Krankenhaus und alle waren sehr bemüht mir zu helfen. Wir fütterten meinen Sohn zusätzlich Muttermilch per Fingerfeeding, da er wohl zu viel an Gewicht verloren hatte.

Als es am Ende der Woche immer noch nicht klappen wollte mit dem richtigen Saugen, gaben mir die Schwestern ein Stillhütchen mit. Das war unheimlich anstrengend… Ständig pladderte die Milch vorbei, so dass mein Kind und ich nach dem Stillen völlig in Muttermilch gebadet waren.

Die Hebamme schaffte es zu Hause tatsächlich meinen Sohn ohne Stillhütchen anzulegen. Ich war begeistert und wollte das unbedingt auch schaffen. Ein nervenaufreibendes Unterfangen…

Es dauerte tatsächlich noch einige Tage bis auch ich es endlich schaffte, mein Baby ohne Stillhütchen zu stillen. Erst als die Hebamme mir den Drei-Finger-Griff zeigte, klappte das Anlegen ohne Probleme.

Dabei umfasste ich, um die linke Brust zu stillen, den Kopf meines Kindes mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand. Die anderen beiden Finger lagen im Nacken des Kindes. So konnte ich das Köpfchen problemlos an die Brust bringen, ohne dass der Mund beim nach Vorne bringen zuklappte. Mit der linken Hand konnte ich die Brust etwas zusammen drücken, so dass der Kleine die Brustwarze besser ansaugen konnte.

Ich war so glücklich, dass es endlich mit dem Stillen klappte.

Als der Kleine mit 7 Monaten keinen Brei wollte, war ich total erleichtert, dass ich, laut Kinderarzt, auch ohne Probleme ein Jahr voll stillen konnte, wenn er satt würde. Auch als er dann Beikost akzeptierte, stillte ich einfach trotzdem weiter; bis ich wieder schwanger wurde.

Mein Kleiner war 2 1/4 als er sich im 7. Schwangerschaftsmonat von allein abstillte. Er sagte zum Beispiel nach kurzem Ansaugen: „Mama, die Brust schmeckt nicht.“ „Die ist leer“ und „Die ist alt“… Er hatte sich abgestillt und es war für uns beide okay (auch wenn ich ein ganz kleines bisschen gekränkt war).

Das zweite Kind war wieder ein Junge. Auch er stillte sich in der dritten Schwangerschaft mit 2 1/2 von alleine ab.

Das dritte Kind war wieder ein Junge. Da er erst 13 Monate alt war, als ich erneut schwanger wurde, stillte er sich nicht ab und so stillte ich Sohn Nummer drei und Sohn Nummer vier Tandem.

Dies war zu Anfang sehr anstrengend, da beide Kinder nur an der Brust einschlafen konnten. Manchmal wünschte ich mir Brüste, die ich links und rechts zur Seite klappen konnte… 😉

Wir fanden dann die Lösung, dass ich mich schräg auf die linke Seite drehte und das Kleinkind links und das Baby auf meinem Bauch liegend rechts stillte.

Die beiden stillte ich bis der Größere 5 1/2 und der Kleinere 3 3/4 war. Ich war erneut schwanger und fragte die Jungs, ob es in Ordnung wäre, wenn wir erstmal mit dem Stillen aufhören würden, bis das Baby da ist und die Milch wieder schmeckt. Dann dürften sie ruhig noch einmal probieren.

Als Sohn Nummer 5 da war, probierten sie zwar die Milch, aber sie hatten mittlerweile vergessen, wie man an der Brust saugt…

Sohn Nummer 5 war erst 14 Monate, als ich erneut schwanger wurde. Er stillte sich nicht ab, so dass ich nun ihn und seine kleine Schwester wieder Tandem stille.

Das Tandemstillen

Das Ganze gestaltet sich zur Zeit viel weniger anstrengend als bei Nummer drei und vier…. Es ist sogar richtig schön zu sehen, wie der große Bruder beim Stillen die Hand seiner kleinen Schwester hält und die beiden sich beim Stillen anschauen und zusammen glücklich sind.

Von Eifersucht ist überhaupt nichts zu merken, obwohl die Kleine mittlerweile 7 Monate alt ist.

Das Stillen fügt sich völlig unkompliziert in unseren Alltag ein. Wir haben keine festen Stillzeiten. Das Baby will meistens nur trinken, wenn es müde ist oder Hunger hat. Der Große braucht die Brust auch häufig zum Trost, wenn er sich zum Beispiel weh getan hat. Meistens stille ich jedoch beide zusammen, da der eine auch will, wenn er sieht, dass der andere gerade die Brust bekommt…

Vor dem Mittagsschlaf und vor dem Nachtschlaf und jeweils nach dem Schlafen bekommen die beiden ganz ritualisiert immer die Brust. Unser Einschlafritual sieht zum Beispiel so aus, dass ich erst die beiden stille, dann jedem die Zähne putze und anschließend dem Baby auf dem Arm noch ein Schlaflied singe. Danach legen wir uns ins Bett, ein Kind links und ein Kind rechts von mir. Beide schlafen ganz schnell angekuschelt an mir ein.

Ich sehe in dieser Vorgehensweise folgende Vorteile:

  1. Wenn ich den Großen zum ins Bett bringen mit dem Stillen locke, kommt er unheimlich gerne ins Bett und versucht nicht, wie viele andere Kinder, das Schlafengehen herauszuzögern.
  2. Putzen wir nach dem  Stillen noch die Zähne, so dass das Kariesrisiko gesenkt wird.
  3. Kann das Baby während des Singens auf dem Arm noch sein Bäuerchen machen.
  4. An mich angekuschelt fühlen sich die beiden so wohl, dass sie ohne Probleme und zügig einschlafen.

Der Stillstreik

Tatsächlich hat mich nun allerdings letzte Woche gerade ein Stillstreik meiner Tochter ziemlich belastet. So etwas kannte ich von meinen Söhnen bisher nicht. Als meine Tochter mich letztens am Abend beim Stillen biss, schrie ich aus Versehen kurz auf, woraufhin sie die Brust los ließ und bitterlich zu weinen begann.

Am Tag darauf bäumte sie sich weg und fing jedesmal wütend an zu schreien, wenn ich sie stillen wollte. Drei Tage dauerte der Spuk. Teilweise machte sie Stillabstände von 14 Stunden. Nur ab und zu schaffte ich es sie zu stillen. Ansonsten ließ ich, während des Stillens des Großen, Muttermilch in einen Becher fließen und gab ihr die Milch danach mit einem Löffel.

Da so aber nicht gerade viel bei ihr ankam und ich mir Sorgen machte, hörte ich mich in meinem näheren Umkreis um. Von überall her wurde mir gesagt, dass Mädchen nun mal anders seien und dass sie sich nun abstillen würde.

Ziemlich verzweifelt kochte ich ihr Gemüse, was sie tatsächlich gerne aß. Immer wieder versuchte ich sie anzulegen. Im Halbdunkel, wenn sie wirklich müde war, klappte es manchmal.

Am nächsten Tag meckerte sie kurz auf, als ich sie stillen wollte, doch dann nahm sie doch die Brust. So ging es die nächsten Stillmahlzeiten immer, als wenn sie erst wieder neu lernen musste, dass die Brust „etwas Gutes“ ist.

Den Tag darauf klappte das Stillen wieder wie früher, als wäre nichts gewesen…

Warum sich das Stillen lohnt

Ich kann nur jeder Mutter, die stillen möchte, empfehlen durchzuhalten, auch wenn es am Anfang Probleme gibt. Es lohnt sich wirklich. Stillen ist das Beste für Mutter und Kind.

Stillen ist für mich einfach auch unheimlich praktisch. Wenn ich sehe, was andere Mütter teilweise für Ausflüge mit dem Kind einpacken, wunder ich mich sehr. Da gibt es eine Thermoskanne und Milchpulver, Flaschen, Sauger, Lätzchen, Gläschen, Löffel, Baby-Kekse usw… Das braucht man alles nicht, wenn man stillt. Man hat nämlich alles dabei.

Wenn wir hier in unserer Großfamilie einen Ausflug machen, muss an so vieles gedacht werden, dass ich froh bin, wenn Wickelzeug und Wechselkleidung für die Kleinen alles ist, was ich für sie einpacken muss. Andernfalls würde ich wohl auf so manchen Ausflug verzichten…

Ein Kleinkind zu stillen hat übrigens auch, was Wutanfälle betrifft, einen Vorteil. Wer schon mal einen Wutanfall eines Kleinkindes erlebt hat, der weiß, dass diesem mit keinen Argumenten der Welt beizukommen ist. Wenn das Kind jedoch die Brust bekommt, ist es danach oft in einem völlig neuen Gemütszustand und der Wutanfall ist verflogen.

Wieder ein Grund mehr, warum Stillen für mich keine Belastung, sondern eine Entlastung ist.

Ein bisschen plump ausgedrückt könnte man sogar sagen, dass Stillen das beste Werkzeug im Alltag einer Mutter ist 🙂

Meine Kinder, auch die, die ich nicht mehr stille, sind fast nie krank. Auch mit der Haut haben sie keine Probleme, obwohl mein Mann und ich als Kind viel mit Neurodermitis zu tun hatten.

Manchmal erzählen mir Nummer drei und vier davon, wie schön das früher immer war, gestillt zu werden. Das ist klasse, dass die beiden sich daran erinnern können.

Mein Leben mit den Stillkindern

Wie schon bei dem ersten Tandem-gestillten Geschwisterpaar hat jedes Kind seine eigene Brust. Links der Große, rechts das Baby. Ich stille beide in der „Fußballerhaltung“, wenn sie gleichzeitig trinken wollen.

Als das Baby im Stillstreik war und die Brust schmerzte, da sie so voll war, bat ich mein Kleinkind, mal aus der Brust des Babys zu trinken, anstatt aus seiner. Das tat er auch. Aber nur vier Schlückchen und das auch nur um mir einen Gefallen zu tun. Das fand ich echt interessant, da er von „seiner eigenen“ Brust eigentlich fast nie genug bekommen kann…

Tandemstillen

Mein Mann steht voll und ganz hinter mir. Zusätzliche Unterstützung, z.B. im Haushalt, habe ich nicht, sondern erledige alles ohne Unterstützung von außen.

Zeit für mich selbst habe ich daher nicht viel. Aber ich habe welche… Ich gehe circa jeden zweiten Tag joggen oder fahre mit dem Rennrad. Das mache ich während das Baby schläft und mein Mann zu Hause ist.

Auszehren tut mich das Stillen auch nach vierzehn Jahren Stillzeit übrigens überhaupt nicht, obwohl ich seit fast 20 Jahren Vegetarierin bin…. Ich ernähre mich meistens gesund. Ich integriere viele Nüsse, Samen und Kerne in meine Ernährung. Außerdem koche ich normalerweise jeden Tag frisches Gemüse. Auch frisches Obst gibt es fast täglich. Ich trinke keinen Alkohol und Kaffee meistens koffeinfrei. Rauchen tue ich auch nicht. Es gibt jedoch auch Tage, an denen man zum Beispiel viele Termine hat. Dann gibt es mal nur was Schnelles und das ist auch kein Problem.

Durchgeschlafen habe ich nun seit circa vierzehn Jahren nicht mehr… Das finde ich aber eigentlich nicht schlimm, da die beiden Kleinen direkt links und rechts neben mir im Bett liegen, so dass ich ohne großen Aufwand nachts stillen kann und sofort wieder einschlafe. Zur Zeit weckt mich jedes Kind circa ein bis zweimal pro Nacht. Das ist Luxus. Da gab es beim Tandem-Stillen der Kinder drei und vier ganz andere Zeiten… Ich lege mich, wenn möglich beim Mittagsschlaf auch mit hin, so dass ich genügend Schlaf bekomme.

Was die Kinderbetreuung betrifft, kann ich mir auch gar nicht vorstellen, meine beiden Kleinen in einer Krippe oder einer Kita abzugeben. Ich finde es am besten, wenn kleine Kinder bis zum Alter von drei Jahren bei der Mutter sind. Ich habe mal gehört, dass Stillen bewirkt, dass man immer bei seinem Kind sein möchte. Das kann ich nur bestätigen.

Gerne nehme ich mir mal ein Stündchen Zeit für mich, aber ich freue mich, wenn wir wieder zusammen sind und würde nicht im Traum auf die Idee kommen, meine Kleinen über Nacht von einer anderen Bezugsperson betreuen zu lassen.

Ich habe mein erstes Kind am Ende meines Studiums bekommen. Ich habe Mathematik und Chemie auf Gymnasial-Lehramt studiert. >Das Examen und die Examensarbeit habe ich gemacht, als mein erstes Kind 4 bzw. 11 Monate alt war. Das war wirklich eine anstrengende Zeit. Da der Kleine mit 11 Monaten voll gestillt wurde und ich zwei vierstündige Examensklausuren schreiben musste, kam meine Schwiegermutter mit auf den Campus, so dass ich kurz vor und direkt nach den Klausuren stillen konnte.

Da mein Kinderwunsch nach einem Kind nicht abgeschlossen war, wollte ich erst noch ein Zweites bekommen, bevor ich ins Referendariat ginge, damit der Altersabstand der Kinder nicht zu groß würde. Und so ging es weiter, bis ich im Oktober letzten Jahres Kind Nummer 6 bekam.

Ich könnte nun immer noch ins Referendariat gehen und habe wegen der gefragten Fächer wohl auch Aussichten auf einen Job. Da das Referendariat jedoch auch ohne Kinder ein sehr zeitraubendes Unterfangen ist, werde ich wohl erstmal in Kürze noch nicht dazu kommen…

Umgang mit Kritik oder Druck von außen

Zu Anfang hat mein Umfeld toll darauf reagiert, dass ich so gut stillen konnte (als es endlich klappte). Die Generation meiner Mutter, die sich mit ihren Kindern zum Füttern meistens an Vier-Stunden-Rhythmen gehalten hat, hatte den Erzählungen nach immer zu wenig Milch und musste zufüttern. Umso mehr bewunderten mich Mutter und Schwiegermutter, dass ich es schaffte mein Kind nur mit Muttermilch satt zu bekommen.

Diese positive Stimmung flachte jedoch ab, als das Kind im Beikost-Alter war. Gerade meine Mutter hat und plädiert immer noch dazu, dem Kind doch einen Brei zu kochen. Häufig musste ich mir anhören, dass die Muttermilch nun wertlos sei und dass das Kind Brei brauche. Da ich es aber besser wusste, konnte ich mich bei jedem Kind besser von solchen Aussagen distanzieren.

Heute geht das Gerede, wenn es mal wieder kommt, eher an mir vorbei. Meine Tochter ist im Gegensatz zu meinen Söhnen schon jetzt mit sieben Monaten sehr am Essen interessiert. Sie reißt es mir förmlich aus der Hand. Ich koche ihr jedoch keinen Brei. Hier ein Stück Brokkoli, oder ein Stück gekochte Möhre. Dort eine halbe Kartoffel. Ich lege ihr einfach was auf den Tisch, wenn wir essen. Sie sitzt auf meinem Schoß und holt sich das, was sie essen möchte. Das funktioniert wunderbar. So brauche ich keinen Brei kochen und habe nicht die Pladderei und sie lernt gleich den Eigengeschmack eines Gemüses kennen und nicht die Mischung.

Insgesamt äußert sich mein Umfeld mittlerweile nur noch selten wegen des langen Stillens. Alle haben sich mittlerweile daran gewöhnt und wissen auch, dass es keinen Zweck hat, mich diesbezüglich zu kritisieren.

Schade finde ich, dass meine Mutter manchmal nun versucht, mein Kleinkind zu bequatschen, dass es schon groß sei und keine Brust mehr bräuchte, da die was für Babys sei. Ich signalisiere dann meinem Kind, dass wir einfach nicht auf Oma hören… 🙂

Meine Schwiegermutter fragte einmal meinen ersten Sohn, als er fast zwei war und noch gestillt wurde: „Was möchtest du heute essen? Soll ich dir Nudeln oder Kartoffeln oder Suppe kochen?“ Mein Sohn überlegte kurz und antwortete: „Hmm, eine Brust.“ 🙂

In der Öffentlichkeit zu stillen macht mir wenig aus. Auch mein Kleinkind stille ich in der Öffentlichkeit. Ich bin stolz darauf und mir ist es relativ egal, was andere denken. Wer ein Problem mit langem Stillen hat, ist einfach nicht richtig informiert.

Nur Tandem stille ich in der Öffentlichkeit nicht so gerne, da dies nur sehr unbequem möglich ist, wenn man nicht das Sofa oder Bett dabei hat ;-). Außerdem sind dabei die Brüste ein bisschen zu gut zu erkennen.

Wenn das Kleinkind jedoch keine Ruhe gibt und unbedingt auch gestillt werden will, kann es sich an seine Brust stellen und bekommt sie im Stehen, während ich das Baby im Wiegegriff stille.

Nerven tut es mich manchmal, wenn Bekannte mich bequatschen, dass das Kind doch zu groß zum Stillen sei. Früher hatte ich nicht den Mumm in einer solchen Situation fest hinter dem Langzeit-Stillen zu stehen und habe meistens gesagt, dass das Kind halt noch gestillt werden will und es so dargestellt, als wenn ich zu schwach wäre das zu unterbinden.

Mittlerweile verhalte ich mich anders und nenne gleich die Vorteile des langen Stillens und dass ich dahinter stehe. Ich werde zwar immer noch komisch angeguckt, aber zumindest bekomme ich keine Abstilltipps mehr… 😉

Langes Stillen bereichert

Stillen ist für mich absolut wichtig. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wohl sein wird, irgendwann gar nicht mehr zu stillen.

Es ist praktisch, da man es immer dabei hat. Man kann nachts ohne Aufwand das Baby satt bekommen, kann es trösten oder ihm helfen abzuschalten. Außerdem ist es kuschelig und es tut gut zu erfahren, wie glücklich es die Kleinen macht. Stillen ist tatsächlich ein Allheilmittel.

Es ist jedoch, was das Stillen eines Kleinkindes betrifft auch manchmal anstrengend, wenn man zum Beispiel gerade etwas anderes zu tun hat und das Kleinkind, nur weil es vielleicht schon müde ist, unzufrieden ist, sich weh getan hat oder ihm langweilig ist, an die Brust will und man seine Arbeit unterbrechen muss.

Häufig tue ich dies dann auch, da ich weiß, dass es dem Kind dann besser geht und ich dann ohne Genöle meine Arbeit erledigen kann. Ich merke dann, dass mir die kurze Auszeit auch gut tut. Manchmal ist es mir aber einfach in bestimmten Fällen zu viel und dann sage ich ihm das auch.

Gerade bin ich zum Beispiel dabei, dem Kleinkind zu erklären, dass ich wegen der Brust nicht mehr geweckt werden möchte. Ich finde, dass ein Kind mit Zweieinhalb dies zumindest reduzieren kann.

Aus der Erfahrung mit meinen ersten beiden Tandem-gestillten Kindern, weiß ich, dass dies ab einer gewissen Reife möglich ist. Mit Kind Nummer drei hatte ich damals zum Beispiel abgemacht, dass es die Brust nur noch morgens, nach dem Aufstehen, mittags, nach dem Essen und abends vor dem Schlafengehen bekommt. Das hat sehr gut geklappt.

Man muss immer bedenken, dass Stillen eine Beziehung ist und beide Partner ihre Bedürfnisse einbringen können und man Kompromisse finden kann. Wenn man das bedenkt, ist das Langzeit-Stillen keine Belastung, sondern eine unheimliche Bereicherung.

Was das Abstillen betrifft, muss ich gestehen, dass ich mich auch bei dem sechsten Kind nicht damit auskenne. Ich kann dazu nur Folgendes sagen: Die Vorstellung, meinem Kind die Brust komplett zu entziehen, erschreckt mich sehr. Das muss psychisch unheimlich belastend für ein Kind sein.

Ich erinnere mich, dass ich schon ein bisschen getroffen war, als mein erstes Kind sich damals von allein abgestillt hat. Da will ich gar nicht wissen, wie verletzend das für ein Kind sein muss, wenn die Mutter die Stillbeziehung beendet…

Ich denke, dass es das Beste ist, wenn sich das Stillen irgendwann ganz langsam von alleine ausschleicht, wenn beide dafür bereit sind. Auf keinen Fall sollte eine Stillbeziehung enden, nur weil die Mutter sich von ihrem Umfeld unter Druck setzen lässt.

Ich persönlich denke, dass das lange Stillen außerdem eine sehr positive Wirkung auf die emotionale Entwicklung eines Kindes hat. Ohne angeben zu wollen, wird mir häufig gesagt, was für freundliche und soziale Kinder ich habe. Ich denke, dass dies auch auf eine liebevolle Stillbeziehung zurückzuführen ist.

Positive Nebeneffekte sind übrigens auch, dass durch das Stillen recht schnell überflüssige Schwangerschaftspfunde purzeln und man seiner Gesundheit etwas Gutes tut.

Mein Fazit

Ich denke, dass Mütter sich generell gerade am Anfang einfach zu viele Gedanken machen und sich das Stillen viel zu anstrengend vorstellen.
Ernähre ich mich gesund genug? Bekommt das Kind alles, was es braucht?
Es muss doch im eigenen Bettchen schlafen, warum wacht es ständig auf?
Kann es jetzt schon wieder Hunger haben?
Ich stille doch erst seit 3 Minuten. Kann das Baby schon satt sein?
Was mache ich, wenn das Baby unterwegs Hunger hat?
Was denken die Leute, wenn ich in der Öffentlichkeit stille?
Alle anderen haben schon abgestillt, sollte ich das ebenfalls tun?

Ich möchte kurz eine Situation schildern, die ich hatte, als ich wegen der Geburt meines fünften Kindes im babyfreundlichen Krankenhaus war: Im Nachbarbett lag eine junge Mutter, die ihr erstes Kind bekommen hatte. Sie wollte stillen, war aber total unsicher. Da kam ein Schwester rein und erklärte ihr, wie das mit dem Stillen funktioniere: Mindestens 12 Mal am Tag anlegen und alles, was unter 20 Minuten Stilldauer liege, könne nicht als Stillmahlzeit gewertet werden. Das hat mich damals total erschreckt, dass bei einem solch intuitivem Thema, wie dem Stillen, solche Vorgaben gemacht werden.

Wie häufig ich am Tag stille, kann ich auch jetzt noch nicht sagen, da ich es einfach mache, wenn Bedarf besteht, ohne mir das zu merken oder zu notieren. Meistens endet die Stillmahlzeit schon nach 5 Minuten. Die Kleinen sind dann einfach satt und zufrieden. Das hängt auch immer von der Milchmenge ab. Es kann doch nicht sein, dass solche Mahlzeiten theoretisch nicht als Stillmahlzeit gewertet werden können. Dann hätten wir ja fast keine… 😉

Ich bin der Meinung, dass Stillen nicht von außen bewertet werden sollte. Weder wie oft, wie lang und bis zu welchem Alter man stillt. Frauen wissen intuitiv, was wann zu tun ist. Wenn man sich nicht ständig über alles Mögliche Gedanken macht und darauf vertraut, dass alles von der Natur gut geregelt ist, dann ist Stillen nicht belastend und man kann lange, lange stillen. Ich bin gespannt, wie lang diese Stillzeit nun dauern wird…

Ich denke, dass viele Mütter in Deutschland länger stillen würden, wenn das Umfeld insgesamt stillfreundlicher wäre: Diejenigen, die am meisten gegen das lange Stillen wettern, sind häufig Frauen aus der Generation unserer Mütter. Diese Generation ist sehr Flaschenkinder-geprägt und ich vermute, dass sie vielleicht auch aus einem gewissen Neid heraus lange Stillbeziehungen verurteilt. Da müssen wir Mütter drüber stehen und immer bedenken, dass diese älteren Frauen es einfach nicht besser wissen, weil sie es nie kennengelernt haben. Des Weiteren darf Müttern das Stillen in der Öffentlichkeit nicht unangenehm sein. Das wird umso weniger der Fall sein, je mehr Mütter dies tun.

Liebe Mamas, lasst euch nicht um die schöne Stillzeit mit euren Kindern bringen. Nehmt das Zufüttern nicht als ersten Schritt zum Abstillen und lasst euch nicht von anderen Menschen vorschreiben, wie lange ihr zu stillen habt. Denkt immer daran: Ihr wisst es besser! Ihr tut eurem Kind und euch etwas Gutes!

Und wenn man sich das bewusst macht, dann kann man ganz freundlich und bestimmt auf eventuelle Anfeindungen reagieren und je mehr man sich seiner Sache sicher ist, desto weniger Gegenwind bekommt man meiner Erfahrung nach. Wenn ihr signalisiert, dass es für euch völlig in Ordnung ist und das Normalste auf der Welt, euer Kind lange zu stillen, dann hört das Umfeld ganz schnell auf, euch zu nerven und auf euch einzuwirken. Denn es merkt, ihr seid felsenfest von dem was ihr tut überzeugt.

Die Liebe und Verbundenheit, die jedes Kind durch das Stillen erfährt und dieses Plus für die Gesundheit eures Kindes und auch für euch, sind es wert.

Lasst uns zusammen die Sicht auf das lange Stillen revolutionieren 🙂

Isabel

Originalbericht einer Mutter, Mai/Juni 2020
Foto: Isabel

Liebe Isabel,
herzlichen Dank für diesen ausführlichen Bericht.
Ich bin sicher, so manche Mutter wird sich dadurch ermutigt fühlen, ihrem Gefühl zu folgen und sich auf das lange Stillen ihres Kindes und vielleicht auch aufs Tandemstillen einzulassen. Denn wir Mütter sind durchaus dazu fähig jahrelang zu stillen, ohne davon ausgezehrt zu werden.
Ich wünsche Dir noch eine wunderbare Stillzeit, bis sie auf ganz natürliche Weise allmählich endet.
~ R. Gresens


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Tandemstillen

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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12 Kommentare

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  1. Respekt für das lange Stillen. Ich sehe es auch so, dass jede Mutter mit ihrem Kind selbst entscheiden muss, wie lange gestillt wird.
    Bei uns war dies aber wesentlich kürzer. Der Große wurde ca. 6 Monate gestillt und hat dann aber schon so super Brei gegessen und durchgeschlafen, dass wir auch die letzte Mahlzeit durch ein Fläschchen ersetzt haben.
    Bei meiner Kleinen habe ich mit leicht schlechtem Gewissen aber schon nach 3 Monaten aufgehört. Ich hatte mir fest vorgenommen wieder 6 Monate zu stillen, aber es hat einfach nervlich zu sehr an mir und dann auch an der Kleinen gezerrt. Ich fing schon an zu heulen, wenn ich nur ans Stillen dachte und die Kleine war dadurch auch sehr unruhig an der Brust. Immer wieder hatte ich den Gedanken, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, aber ich sollte doch. Es ist doch so gut für die Kleine. Erst als ich den Gedanken meiner Mutter, einer Kinderkrankenschwester, gegenüber aussprach und sie mir sagte, dass ich nicht stillen muss, konnte ich die Entscheidung treffen langsam abzustillen. Jetzt (die Kleine ist fast 4 Monate und wir fangen bald mit Brei an, geht es uns beiden ganz gut mit Fläschchen und viel Kuscheln. Und der Große (2) freut sich, dass er beim Füttern helfen darf. Gerade nachts vermisse ich aber manchmal die Einfachheit des Stillen.
    Aber das zeigt halt, dass jede Stillbeziehung anders ist und auch sein darf.

  2. Diese Frau finde ich echt bewundernswert. Meinen Großen habe ich damals mit 14 Monaten abrupt abgestillt, da er außer Brust nix mehr essen wollte und unser KA meinte, dass es aufgrund der Nährstoff-Versorgung besser sei. Eine Handlung mit vielen Tränen und Schmerzen, die ich immer bereuen werde.
    Dieser Druck, Einfluss und die unzähligen Ratschläge von den Ärzten, Omas, Mamas u.s.w. verunsichert junge Mütter. Manchmal weiss ich nicht, ob es wirklich das Beste ist für mein 12 Monate altes Kind, wenn es nur voll gestillt wird. Bekommt es alles, was es braucht um zu wachsen und gedeihen?

  3. Ihr Lieben, ich muss unbedingt noch was anfügen, was mir sehr wichtig ist. Mein Sohn und meine Schwiegertochter hatten sich im Krankenhaus für die Woche nach der Geburt ein Familienzimmer angemietet, denn sie wollten von Anfang an beide für ihr Kind da sein. Schwiegertochter lag zwei Tage in den Wehen ehe es doch noch ein Notkaiserschnitt wurde. Sie war sehr froh, dass mein Sohn ihr das Baby zur Brust reichte und es wickelte, denn sie konnte ja nicht aufstehen. In der Klinik klappte das Stillen noch ganz gut, aber kaum zu Hause, es kam zwar immer die Hebamme vorbei, klappte es immer schlechter. Aber was das Wichtigste war und auch heute noch ist, dass das Baby zum Schmusen auf den Bauch gelegt wird und zwar von beiden Elternteilen. Er will an keine Brust, jetzt mit fast 4, aber er sagt, wann er schmusen möchte. Der Kleine hat deswegen auch eine sehr enge Papa-Sohn-Beziehung. Ich finde es schön, dass mein Sohn so in seiner Vaterrolle aufgeht und diese so intensiv leben darf. Die Still-Mamis dürfen ruhig auch den Vätern mal diese Nähe gönnen. Der Kleine ist ein richtiges Papa-Söhnchen geworden, läuft ihm hinterher wie ein kleines Entchen, OBWOHL Papa ja nicht gestillt hat.

    1. Liebe Karin,
      selbstverständlich können Väter von Anfang an eine gute Bindung mit ihren Kindern aufbauen, auch wenn diese (lange) gestillt werden. Das schließt sich überhaupt nicht aus.

      Voraussetzung ist allerdings: Der Vater bringt sich auch von Beginn an intensiv in der Betreuung des Babys ein, indem er eben alles andere mit ihm macht – außer es zu stillen; denn das sollte und kann er dann ruhig und ohne Neid dem Stillpaar überlassen.
      Stillen lohnt sich nämlich für ALLE!

      Falls Sie mehr über „Väter und Stillkinder“ erfahren möchten, lesen Sie doch mal hier:

      Viele Grüße,
      Regine Gresens

  4. Eine Geschichte aus dem Reich der Phantasie!
    1. Fehler: Wer am Anfang einen Kaiserschnitt hatte, kann danach nicht noch 5 Kinder auf normalem Wege gebären.
    2. Fehler: Das Ganze kann tatsächlich klappen, wenn man 2 Kinder hat, aber mit 6 Kindern kommen immer 4 zu kurz.
    3. Fehler: 14 Jahre mit ständig unterbrochenem Schlaf überlebt niemand. Das ist eine Foltermethode, die man sich niemals antun sollte. Ich kenne eine Frau, die zwei Kinder gestillt nach Bedarf bis das Jüngste Kind 5 war. Am Schlafmangel wäre sie beinahe gestorben, da die Kinder sie alle Viertel-/halbe Stunde weckten.
    Die Mutter ebenfalls Vegetarierin, verursachte mit der konzentrierten Muttermilch beim kleinen Kind eine unbeschreiblich schwere Karies. Die Zähne kamen schon als schwarze verfaulte Stummel aus dem Zahnfleisch. Ihre Muttermilch bestand praktisch nur noch aus Zucker. Das wünscht man keinem Kind.
    Und da erzählt uns Isabel tatsächlich, dass sie 6 Kinder gestillt hätte ohne Erholungsjahre dazwischen. Allein mir fehlt der Glaube!

    1. Dieser Kommentar ist gruselig für mich zu lesen.

      Da ich mein Kind inzwischen seit 5 1/2 Jahren stille und das auch noch mehrfach nachts (2-3 x), kann ich bestätigen, dass das nächtliche geweckt werden einfach zur Gewohnheit wird. Ich kenne es gar nicht anders. Ich werde auch nicht richtig wach. Es ist eher eine Art Halbschlaf. Und das Stillen dauert auch nicht sehr lange. Nicht länger als 5 Minuten. Mein Sohn nutzt es als Übergangshilfe von einer Schlafphase in die nächste. Hätte er das Stillen nicht, würde er oft deutlich weniger schlafen, da er dann nicht mehr einschlafen kann und unsere Tage wären deutlich unentspannter.
      Das nächtliche Stillen ist eine Routine geworden. Und für uns das normalste der Welt und kein bisschen anstrengend.
      Ich kann das bestätigen, dass es es den Kindern leicht macht, ihren Tank wieder zu füllen. Mein Sohn macht auf mich einen zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck und geht offen auf Menschen zu. Das freut mich jeden Tag.
      Ich bedanke mich immer wieder bei meinem vergangenen Ich, dass sich zu unserer Frühchenzeit so dafür eingesetzt hat, von der Flasche über das Stillhütchen zum „Einfach-nur-Stillen“ zu kommen. Denn es waren anstrengende Monate. Und hätte ich versucht abzustillen, es hätte sich angefühlt, als würde ich mutwillig diesen Erfolg kaputt machen. Das hätte ich nicht gekonnt.

      Lasst euch von unqualifizierten Kommentaren und Meinungen nicht beirren. Ich versuche das auch jeden Tag.

  5. Liebe Isabel!
    Danke für diesen tollen Artikel. Ich habe meinen Sohn 3 1/2 Jahre gestillt, bis es ok für ihn war, damit aufzuhören. Das habe ich mir so immer gewünscht, dass er mir signalisiert, wenn er dazu bereit ist. Zwischendurch habe ich manchmal daran gezweifelt, ob er wirklich von selbst aufhören würde, da es ihm immer sehr wichtig war. Aber es hat geklappt und nun weiß ich, dass es absolut der richtige Weg war, dass es vieles leichter gemacht hat und dass es für ihn wichtig und gut so war und auch für mich. Ich bin stolz darauf, dass ich mich nicht habe verunsichern lassen, denn das Stillen ist allein Sache der Mutter und des Kindes und jede Mutter-Kind-Kombi ist anders und jedes Kind braucht diese Art von Nähe unterschiedlich lange und unterschiedlich intensiv! Leider mischen sich viele ein und kommentieren es, daher habe ich kaum ehrlich dazu gestanden. Ab ca. 1 Jahr habe ich auch nicht mehr in der Öffentlichkeit gestillt. Das Bett war dafür unser Rückzugsort (dazu kam es aber auch ganz selbstverständlich und ohne Geweine und Protest) aber das war absolut ok so für meinen Sohn, er war sogar eher verwirrt, wenn ich mal versucht habe ihn woanders zu stillen 🙂 Er hat sich zu einem wunderbaren, sensiblen, verständnisvollen, liebevollen und ausgeglichenen Kind entwickelt und ich würde genau diesen Weg immer wieder so gehen! Liebe Mütter, habt Mut auf eure Intuition zu hören, ihr wisst, was euer Kind braucht und was ihr braucht und keiner sonst kann es euch besser erklären. Lässt euch nicht beirren. Und danke Isabel, dass du so ehrlich berichtet hast von deinem Stillalltag. Ich hatte dazu nicht den Mut, aber es sollte viel lockerer darüber gesprochen werden!

  6. Liebe Isabel,
    was für ein wundervoller Artikel von dir! Meine Tochter ist gerade zehn Monate alt und ich wurde schon häufiger gefragt, ob ich noch stille und wann ich denn abstillen will. Ich liebe das Stillen und kann mir gar nicht vorstellen, abzustillen, auch wenn wir gerade schon über das nächste Kind nachdenken. Tatsächlich habe ich mit dem Zufüttern begonnen, weil mein Umfeld immer wieder gefragt hat, wann wir denn damit anfangen. Meine Tochter liebt ihren Brei und ihr Fingerfood, gestillt wird sie aber trotzdem gern. Oft auch nur drei Minuten. Und auch, wenn sie gefühlt gerade ihre Zähnchen an meinen Brüsten wetzt freue ich mich darauf, sie so lange zu stillen, wie sie mag!
    Liebe Grüße und danke für die Inspiration! Bri

  7. Hallo Isabel,
    meine „Stillzeit“ begann vor fast genau 12 Jahren mittlerweile und ich erinnere mich auch an die sehr (!) vielen Hürden beim ersten Kind 😉
    Die Beratungslektüre der BzgA hat mich damals gerettet, mich allen Stillskeptikern erfolgeich zur Wehr zu setzen 😛
    Tandem habe ich nie gestillt, weil ich gegen Ende der zweiten Schwangerschaft einfach keine Kraft mehr hatte, 10 Mal nachts zu stillen, dadurch hat meine große Tochter allerdings noch lange getrauert, weil sie erst 20 Monate alt war… :-((( So mussten sie viele Kakaopüllis trösten, was sich nun an ihrer Kieferfehlstellung mehr als deutlich abzeichnet. Alle anderen habe ich dann immer mit zwei Jahren abgestillt, um mal wieder nachts schlafen zu können. Respekt, dass du das so lange aushälst. Mit zwei Jahren hat es dann bei uns tatsächlich auch geklappt, dass sie immer von gefühltem nächtlichen Dauernuckeln auf Durchschlafen umgestiegen sind und die Trauer war nur ein einziger trotziger Abend und dann vergessen – ganz im Gegensatz zu der großen, die eindeutig zu jung zum Abstillen war 🙁
    Ich hab allerdings auch die Kinder (Studium und Ref) immer mit einem Jahr in die Krippe gegeben, aber das war fürs Stillen kein Problem.
    Das von dir beschriebene 5-Minuten-Stillen kenne ich von meinen Kindern nicht, die sind überwiegend sehr lange und ausgiebig angedockt (gewesen). Dafür gibt es dann auch wieder viele, die meinen, dass das ‚unnormal‘ sei… Aber wenn die Kinder es brauchen und es keine Not gibt, sie abzudocken, warum sollte ich das dann tun…? Ich finde auch, jeder sollte seinen Stillweg gehen, diese alten Vorgaben kann ich auch nur immer müde belächeln, von wegen bei jeder Mahlzeit beide Brüste geben, irgendwelche künstlichen Abstände zwischen den Mahlzeiten etc. Oder wenn ich von Hebammen den Rat höre, abzupumpen und zuzufüttern, weil die Milch nicht reicht!? Dann bin ich froh, wenn ich einer Freundin in dem Fall sagen kann, dass das der Weg zum Abstillen ist, aber nicht zum Weiterstillen. Beides ist ok, aber bewusst sollte man sich dessen schon sein. Schade, dass manche Hebammen leider keine Ahnung haben vom Stillen. Gut, wenn man eine Freundin hat, die mehr Stillerfahrung hat 😉
    Ich denke, das Kind weiß schon, was es braucht – genau wie die Mutter! Und so kann ich nur raten, dass alle Mütter auf ihr Gefühl hören sollen und sich nicht beirren lassen sollen, wenn sie ein munteres und kerngesundes Kind einfach so stillen wie sich für sie richtig anfühlt und nicht nach Anleitung. Nur das Anlegen sollte gut gezeigt werden, das ist viel wert.
    Danke für diesen Bericht und ich bin gespannt, ob ich dieses Mal wieder mit zwei Jahren dann abstille oder darauf warte, dass es von allein passiert. Den Tandemstillbericht finde ich sooo super und hätte mir im Nachhinein bestimmt damals geholfen, das hatte ich mir nämlich auch nicht zugetraut und so ausführliche Berichte gab es damals noch nicht.
    Alles Gute weiterhin

    1. Liebe Isabel!
      Wow!
      Was für eine bewundernswerte Geschichte.
      Nimm es mir nicht übel, an einer Stelle musste ich lachen: Nämlich, als du schriebst, du würdest seit Kind Nr. 1 dein Referendariat aufschieben. Denn ich bin im Referendariat und schwanger geworden und schiebe nun mein Referendariat auch immer weiter auf (verlängere ständig meine Elternzeit) 😉
      Denn ich möchte nun auch noch ein weiteres Kind. Das Stillen gehört zu einer meiner schönsten Erfahrungen des Mutterseins und ein Baby durch Körperkontakt und Stillen zu umsorgen macht mich glücklich.
      Nichtsdestotrotz ist der Alltag für mich auch anstrengend. Ich arbeite nun in der Elternzeit an einer Schule, aber nur sehr geringfügig und selbst das empfinde ich als eine Anstrengung. Muttersein und Berufstätigsein – wie geht das? Ich wünsche mir, mit gleichen Gefühlen von Liebe und Glück in meinen Beruf gehen zu können, wie ich (meistens, manchmal bin ich auch etwas gestresst) in Bezug auf meine Tochter empfinde. Ich glaube, nur so kann das Muttersein und Arbeiten funktionieren: Wenn man die ganzen positiven Gefühle des Mutterseins mit in die Arbeit trägt – aber andersherum den Stress und die Ängste der Arbeit nicht mit nach Hause nimmt….
      Und wenn man eben erst dann geht, wenn man sich soweit fühlt (wenn man sich das irgendwie finanziell leisten kann). Ich glaube schon, dass eine Zeit kommen wird, in der ich weiß, dass meine Tochter gut ohne mich zurecht kommt. Aber wann das sein wird, so dass ich wieder ins Referendariat gehen könnte, das weiß ich noch nicht so genau. Vermutlich werde ich mich beruflich umorientieren und einen Job wählen, der für mich einfacher zu erreichen ist, ohne dass ich mich so aufreiben muss (ständiges nächtliches Arbeiten, diverse Prüfungen etc.) und der deshalb mit meinem Wunsch, positiv zu arbeiten, mehr entgegenkommt. Denn das Referendariat ist (glaube ich) nur für diejenigen positiv zu überwinden, die eine ungeheure intrinsische (starkes ehrliches Interesse) oder extrinsische (finanzielle Sicherheit) Motivation mitbringen oder eine dicke Haut haben gegenüber dem Leistungsdruck, dem sie ununterbrochen ausgesetzt sind.
      Ich denke jedoch die meiste Zeit des Tages nur an meine Tochter und könnte eine Prüfung derzeit nicht wichtiger nehmen, als ihr Wohlergehen. (Außer natürlich, unser gesamtes finanzielles Auskommen hinge davon ab. Meinen Studienabschluss habe ich glücklicherweise schon in der Tasche.)
      Ich bin sehr gespannt, meinen Weg zwischen Beruf und dem Muttersein zu finden! Ich bin jedoch nicht bereit folgenden Satz zu meinem Lebensmotto zu machen „Muss ja!“. Denn wenn es nicht wirklich sein muss, dann lasse ich es bleiben und widme mich meiner Tochter.

      Arbeit, die ich gerne mache und mich nicht zwingt, ständig äußerlich (und innerlich) von meiner Tochter getrennt zu sein, werde ich aber weiterhin suchen, denn ich möchte ansich gerne arbeiten, damit mein Mann auch Zeit für seine Tochter hat, nur möchte ich eben etwas finden, das zu meinem Leben und dem Muttersein passt, so wie es mir Freude macht: Viel Nähe und so viel wie nötig Stillen. Oder wenn die Kinder dann größer sind: Zumindest eine Zeit des Tages uneingeschränkt für sie dasein können und nicht am Abend noch vor dem Rechner sitzen…das laugt mich ziemlich aus… oder ständig dieses schlechte Gefühl, wenn das Kind krank ist und man nicht zur Arbeit gehen kann… ich wünsche mir für all diese Selbstverständlichkeiten (denn natürlich möchte ich meine Tochter pflegen, wenn sie krank ist und natürlich möchte ich, nach einem Tag mit Arbeit und Kinderbetreuung abends auch ganz gerne mal selber ins Bett…) mehr Verständnis im Berufsleben. Denn wenn sie krank ist, möchte sie bei mir an die Brust und nicht irgendwo anders hin (zumindest ist es zur Zeit so…)

      Viele Grüße Marie

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