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Schmerzhafter Milchspendereflex durch Soor

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Mein Sohn ist am 10.4.2017 geboren. Es war eine natürliche Geburt nach Einleitung, er kam schwer raus, wir haben es aber ohne „Hilfe“ geschafft.

Eigentlich war eine Hausgeburt geplant, aber das Fruchtwasser wurde weniger und so wurde ich bei ET+7 ins KH geschickt.

Leider habe ich mich während der Schwangerschaft null über das Stillen informiert. Ich dachte, das läuft ganz von alleine.

Da ich nun aber, nach drei Tagen Einleitung und drei Stunden Badewanne plus einer weiteren Stunde Kreißsaal, nicht von meiner geplanten Geburtshebamme geschult wurde, sondern von der diensthabenden Hebamme mit kurz Anlegen und Stillhütchen abgefertigt wurde, fing es gleich miserabel an.

Er hat die Brustwarzen nicht richtig fassen können und hat viel geschrien. (Mittlerweile denke ich, der Stress beim kurzen Steckenbleiben im Geburtskanal war einfach zu ermüdend.)

Plötzlich hatte ich auch eine Mitbewohnerin im Zimmer und das laute Schreien meines Kindes war mir „peinlich“.

Mir ging es schrecklich. Ich kam nicht zur Ruhe.

Immer wenn ich gerade eingenickt war, kam entweder mein Sohn oder es wurden die Rollläden hochgefahren/Essen gebracht/Visite gemacht. Alle zwei Stunden Action.

Und dazwischen alle 1-2 Stunden Geschrei von meinem Sohn.

Dann meine Eltern und andere Besucher. Während diesem Besuch habe ich eine Stunde lang versucht anzulegen. Erfolglos…

Es kam jedes Mal eine andere Schwester.

Die eine hat sogar gesagt, ich soll ihn nicht streicheln beim Stillen. Stillen wäre Essen und streicheln kann ich ihn sonst. Erschreckend…

In der Nacht kam dann die erste Flasche HA-Nahrung. Leider hatte ich mich ja nicht vorher informiert und wusste nicht, dass das völlig unnötig war.

Der Milcheinschuss kam daheim. Meine Hebamme hat mit mir erfolgreich die entstandene Rhagade behandelt und die Stillhütchen verbannt.

Alles lief soweit. Nur mein Milchspendereflex war sehr sehr heftig.

Ich lief sehr stark aus und hab daher viele verschiedene Stilleinlagen und BHs gebraucht. Der Milchspendereflex tat auch immer mehr weh.

Dann hatte ich eine Antibiotikum-Behandlung gegen Darmbakterien und daraufhin Pilzinfektionen (Soor) meines Sohnes, meiner Brustwarzen und eventuell der Milchgänge. Der Milchspendereflex war sehr sehr schmerzhaft.

Es dauerte lange, bis ich die Stillberaterin in meiner Stadt fand und mit Pilzmitteln behandelt wurde.

Doch parallel ergab sich eine zweite Diagnose: Hashimoto.

Das ist eine Schilddrüsenkrankheit. Ich befand mich in einer starken Unterfunktion.

Daher auch die Infektanfälligkeit. Muskelkrämpfe können auch davon kommen.

Seit ich also gegen den Soor mit Fluconazol behandelt wurde und Schilddrüsenhormone einnehme, habe ich keine Schmerzen mehr.

Allerdings hatte ich parallel die Milchmenge mit Salbeitee eingeschränkt und eine Zeitlang nur noch nachts gestillt, weil mein Sohn, als er die Zähne oben bekam und auch gleich die daneben, diese mit Vorliebe in meiner Brust vergraben hat.

Nach drei Wochen war jedoch klar, er möchte wieder mehr an die Brust und ich habe es zugelassen und war angenehm überrascht. Ich hatte keine Schmerzen mehr, nur ab und zu ein leichtes Ziehen und die Milchmenge, welche teilweise austritt, ist so gering, dass ich ohne Stilleinlagen klarkomme.

Aber genug Milch habe ich auf jeden Fall trotzdem noch. Erst vorletzte Woche war mein Sohn krank und hat fast nichts essen wollen (er ist jetzt 11 Monate alt) und ich konnte ihn wieder fast voll stillen (ab und zu hat er noch Weintrauben oder Orangen gegessen).

Ich bin sehr froh, dass es jetzt so unkompliziert läuft und kann Allen mit Problemen nur raten, sich an Fachpersonal zu wenden!

Es lohnt sich! Denn ich finde, es gibt nichts Natürlicheres, Günstigeres, Besseres und Unkomplizierteres als Stillen!

Ich möchte mich herzlich für diese Seite bedanken! Sie hat mir immer Mut gemacht und tut es heute noch!

Liebe Grüße
Franziska

Originalbericht einer Mutter, März 2018
Foto: F. Jacobs

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

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