Schmerzen beim Stillen sind nicht normal

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Zwar klagen heute viele Mütter zu Beginn der Stillzeit über schmerzende Brustwarzen und etwa 1/3 der Mütter hat in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt wunde Brustwarzen.

Aber nur weil es so oft vorkommt, ist es noch lange nicht „normal“ und unumgänglich!
Denn Stillen sollte nicht schmerzhaft sein!

Ich kann Ihnen aus meiner persönlichen Stillerfahrung und meiner langjährigen Beratungstätigkeit versichern: Es ist nicht normal und in Ordnung, wenn Ihre Brustwarzen beim oder nach dem Stillen schmerzen, bluten, gerötet oder geschwollen sind.

Auch sollten sie keine Blutergüsse, Hautabschürfungen, Bläschen, Einrisse oder krustige Beläge aufweisen.

Was ist denn normal?

In der Schwangerschaft und in den allerersten Tagen nach der Geburt wird eine leichte Empfindlichkeit der Brustwarzen zwar als „normal“ angesehen. 

Dies sollte aber wirklich nur eine leichte Empfindlichkeit in den ersten 2 – 3 Tagen nach der Geburt sein, die nach ein paar Tagen (maximal 1 Woche) wieder vergeht.

Manche Mütter spüren jedoch noch nicht einmal diese Art der Empfindlichkeit, sondern stillen von Anfang an schmerzfrei.

Warum Schmerzen beim Stillen nicht richtig sind?

Heftige Schmerzen und wunde, blutige Brustwarzen können nicht zum Stillen dazu gehören.

Sonst würde es heute nicht mehr rund 5500 verschiedene Säugetierarten geben, zu deren Ordnung der Primaten (Herrentiere) auch wir Menschen gehören.

Stattdessen hätten schon die ersten Säugetiere vor 225 Millionen Jahren nicht überlebt, sondern wären gleich wieder ausgestorben.

Denn keine Tiermutter würde es lange ertragen, sich gegen ihren Instinkt und ihre Reflexe von ihren Jungen die Zitzen unter Schmerzen blutig saugen zu lassen.

Auch die Zusammensetzung der Frauenmilch lässt darauf schließen, dass häufiges Stillen für Menschen normal ist, was mit heftigen Schmerzen dabei sicher nicht zu vereinbaren wäre.

Säugetiere werden aufgrund ihres Säugeverhaltens in 2 Gruppen eingeteilt:
1) Tiere mit großen Zeitabständen zwischen Mahlzeiten (typischerweise: Nesthocker), z.B. Rehe oder Ratten. 

Die Muttertiere verbringen viel Zeit mit der Futtersuche und säugen ihre Jungen nur 1 – 2x am Tag. Daher haben sie eine Milch mit einem hohen Fett- und Eiweißgehalt.

2) Tiere mit kurzen Zeitabständen zwischen Mahlzeiten, sogenannte Dauerstiller (typischerweise: Nestflüchter, Traglinge).

Die jungen Nestflüchter, z.B. Fohlen oder Kälber, halten sich ständig in der Nähe des Muttertieres auf und trinken bis zu 40mal am Tag an ihrem Euter.

Und die Milch für Traglinge, z.B. Affen sowie Menschen, enthält relativ viel Milchzucker (für ein schnelles Gehirnwachstum), wenig Eiweiß (für langsames Körperwachstum und geringe Nierenbelastung) und wenig Fett.

Der niedrige Fettanteil und der geringe Energiegehalt werden durch die häufigen Mahlzeiten ausgeglichen.

So weiß man aus Beobachtungen, dass Menschenaffen (Primaten, z.B. Gorillas, Orang-Utans oder Schimpansen) und Mütter bei Naturvölkern, die als Jäger und Sammler umherziehen und ihre Babys ständig am Körper tragen, mehrmals in der Stunde stillen.

Dadurch erhält das Baby immer wieder kleine Portionen, die seine Verdauung nicht unnötig belasten.

Was ist Schmerz?

Aus biologischer Sicht ist Schmerz ein Sinnessystem mit Überlebenswert, das in der Evolution frühzeitig und universell angelegt wurde.

Weil Schmerz für unser Überleben so wichtig ist, ist er die stärkste aller Empfindungen. Er kann nicht ignoriert werden und das aus gutem Grund: Schmerz ist immer ein Warnsignal zu unserem Schutz gegen schädliche Einflüsse.

Nicht zuletzt: Schmerz ist das wichtigste Symptom der meisten Erkrankungen. Warum sollte es beim Stillen etwas anderes sein?

Schmerz ist immer ein Signal unseres Schadensfrühwarnsystems!!!

Wichtig ist noch zu wissen, dass Schmerzfühler (Nozizeptoren), die das Schmerzsignal zum Rückenmark und zum Gehirn leiten, einen vergleichsweise starken Reiz benötigen, um erregt zu werden.

Und, dass sich die Schmerzfühler nicht an den dauernden Schmerz gewöhnen, sondern immer empfindlicher werden und sogenannte „schlafende“ Schmerzrezeptoren in der unmittelbaren Umgebung erregen. 

Somit verstärken sie den Schmerzreiz und es kommt  an der Schmerzstelle zu einer Entzündung des Gewebes.

Außerdem führt auch die Erwartung von Schmerzen zu einer verstärkten Wahrnehmung von Schmerzen.

Was bewirken Schmerzen beim Stillen?

Wiederkehrender Schmerz bedeutet für den Organismus zunächst vor allem Stress und führt zur Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalinfamilie).

Diese setzen erstens Energien frei, die für Kampf, Schutz oder Flucht benötigt werden, damit das Individuum, aber auch die Art, überleben kann.

Diese Überlebensaktivitäten haben immer Vorrang vor anderen Aktivitäten, wie z.B. Essen, Schlafen, Geschlechtsverkehr, Gebären und Stillen, die zwar auch wichtig sind, jedoch für eine Weile zurückgestellt werden können. 

Daher verhindert die Ausschüttung von Stresshormonen zweitens auch die Ausschüttung der für das Stillen notwendigen Hormone, wie Oxytozin, Prolaktin und Endorphinen.

Schmerz löst außerdem eine unwillkürliche motorische Flucht- bzw. Reflexreaktion aus. Das Baby wird schnell wieder von der Brust genommen. 

Meist nimmt die Mutter auch eine Schutz- und Schonhaltung ein, d.h. sie legt das Baby ängstlich zögernd an die Brust, so dass es nicht genug Brust erfassen kann.

Und sie versucht aus Selbstschutz Stillmahlzeiten zu vermeiden oder zu verkürzen.

Dadurch erhält es weniger Muttermilch und auch die Milchproduktion wird weniger angeregt.

Weiter verursachen Schmerz und Stress körperliche Begleitreaktionen, wie z.B. Anspannung, beschleunigter Puls, Veränderungen bei Blutdruck/Atmung, Schwitzen, kalte/feuchte Hände, Verdauungsstörungen, reduzierte Immunabwehr und damit einhergehend ein höheres Risiko für Infektionen.

Damit dieses lebenswichtige Alarmsignal nicht überhört wird, ist Schmerz zugleich auch Emotion.

Und zwar ein eindeutig unangenehmes Gefühl, das abhängig von seiner Intensität und Dauer, mit Angst, Schrecken, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Depressivität oder Gereiztheit und eventuell sogar mit Aggression verknüpft ist.

Da der Stress den Milchfluss verzögert, nehmen Frustration, Unsicherheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Mutter immer mehr zu.

Auch ihre Liebesgefühle und Freude an dem Baby sind vermindert und es werden weitere Stresshormone ausgeschüttet.

Selbst im Denken der Mutter kommt es zu einer Reaktion auf die Schmerzen. Es kann zu Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Gedankenkreisen und ab einer gewissen Intensität zur völligen Fokussierung auf den Schmerz bzw. dessen Linderung kommen.

Die Mutter kann das Stillen dann nicht mehr genießen, sondern überlegt sich Alternativen und denkt sogar daran abzustillen.

Wie wirkt sich der Schmerz auf das Baby aus?

Dies alles geht an dem Baby natürlich nicht spurlos vorbei. Es kann die Anspannung und Angst der Mutter vor dem schmerzhaften Stillen emotional spüren und reagiert darauf, indem es z.B. kürzer trinkt.

Durch die reduzierte Ausschüttung von Oxytozin, Prolaktin und Endorphinen erhält das Baby weniger Muttermilch und gleichzeitig mehr mütterliche Stresshormone (Adrenalin, Kortisol).

Dadurch reduziert sich ebenfalls seine eigene Immunabwehr und macht es anfälliger für Infektionen.

Zudem erhält es weniger Liebeshormone mit der Muttermilch und wird unruhig, hektisch, leichter erregbar und weint vielleicht vermehrt.

Da es auch weniger Milch bekommt, wird es möglicherweise nicht satt und kann sich beim und nach dem Stillen nicht entspannen.

Außerdem verliert es mehr Gewicht und nimmt schlecht zu, was wiederum Unsicherheit, Frust und Stress der Mutter erhöht. Ein Teufelskreis oder eine sich steigernde Stress-Spirale setzt ein.

Die Ursachen für Schmerzen beim Stillen

In 80% der Fälle ist eine ungünstige Anlegetechnik die Ursache.

Seltener liegt es an Besonderheiten im Mundraum oder falschem Saugen des Kindes. Auch Infektionen der Brustwarzen mit Bakterien oder Pilzen (Soor), Gefäßkrämpfe (Vasospasmus) oder ein überstarker Milchspendereflex sind eher seltenere Ursachen.

Wenn Sie Schmerzen beim Stillen haben, überprüfen Sie bitte immer als Erstes das Anlegen Ihres Babys!

Denn glauben Sie mir, das „A“ und „O“ des Stillens ist gutes Anlegen.

Wie Sie Ihr Baby gut anlegen, erkläre und zeige ich Ihnen Schritt für Schritt in dem Video-Kurs „Gut Anlegen“.

Helfen Ihnen diese Tipps nicht binnen kürzester Zeit, d.h. innerhalb von wenigen Stunden, dann benötigen Sie wahrscheinlich eine persönliche Stillberatung.

Zögern Sie nicht sich schnellstmöglich qualifizierte Hilfe zu suchen. Je früher Sie das tun, desto schneller lässt sich das ursächliche Problem lösen und desto eher können Sie anfangen, das Stillen zu genießen.

Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2012
Foto: Shandi-lee via photopin cc

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

18 Kommentare

  1. Zu diesem Thema mache ich mir häufig Gedanken in meinen Beobachtungen als Hebamme! Ich habe immer ein bisschen Schwierigkeit mit der Aussage: Stillen darf nicht schmerzhaft sein. Das Feedback von den Frauen im Wochenbett ist oft: „Ich hab gelesen, es darf nicht weh tun. Ich mach es falsch. Wenn es weh tut, dann passiert ja …“ Das baut unglaublich Druck auf und oft landen Frauen an dem Punkt eine schlechte Mutter zu sein. Tatsache ist ja leider, dass viele Mütter geschmerzt sind. Ich denke die Ursachen sind multifaktoriell: der erwähnte BH, generell eine hohe Anspannung, Übermüdung und dadurch schlechte Konzentrationsfähigkeit beim korrekten Anlegen (wenig Ruhe und Unterstützung/Entlastung von außen im Frühwochenbett-zu Hause und auch auf Wochenstation), evtl. Medikamentengabe bei der Geburt, gestörtes Bonding postpartal, natürlich auch häufig eine suboptimale Anlegetechnik etc. Noch dazu ein hoher Druck, dass man möglichst schnell wieder fit und die „Alte“ sein soll. Oft erlebe ich auch, dass die Kinder am Anfang einfach sehr oft noch starke Verspannungen haben und einfach ihren Mund noch nicht weit öffnen können. Sehr selten verläuft eine Geburt leider ohne Interventionen. Und noch dazu fehlen uns die Vorbilder: wie selten sehen wir jemandem beim Stillen zu. Und auch kommen wir aus einer wenig gestillten Generation. Die Sache mit dem „kopieren“ ist also auch schwierig.
    Ich denke man sollte hier viel früher ansetzen: Druck raus nehmen, sich gut organisieren für ein erholsames ruhiges Wochenbett, informieren, motivieren. Heutzutage ist es ja vielleicht doch normal, dass Frauen Schmerzen haben können? Ich denke Frauen brauchen in diesem Fall ein gutes Konzept an die Hand und eine tolle Betreuung durch ihre Hebamme und ggf. eine Stillberaterin und aber vor allem auch Unterstützung und Entlastung durch ihr Umfeld. Diese Seite mit tollen Tipps ist garantiert für viele auch eine gute Unterstützung!

  2. Hallo Frau Gresens,
    ich schreibe Ihnen hier weil ich im Moment auch etwas hilflos bin. Ich stille meinen Sohn jetzt seit knapp 14 Monaten. Schmerzen hatte ich eigentlich nie, nur in den ersten Tagen waren meine Brüste etwas empfindlich und gereizt. Jetzt nach über 13 Monate beginnt meine linke Brustwarze so sehr zu schmerzen, dass es fast unerträglich wird, wenn er trinkt. Ich stille ihn seit dem 3. Monat immer im Wechsel also eine Mahlzeit linke Seite nächste Mahlzeit rechte Seite.
    Tagsüber bin ich Vollzeit auf Arbeit und abends, nachts und früh stille ich ihn. Geschwollen ist meine linke Brust nicht, es fühlt sich beim Trinken an, als ob er mir das innere herauszieht. Vom Gefühl her müsste meine Brust blutig aussehen aber ich sehe gar keine Entzündung oder ähnliches! Was kann das denn sein? Ich würde gern noch ein paar Monate weiter stillen.. Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen.
    Viele Grüße
    Isabelle

    • Hallo Frau Georgi,
      schmerzende Brustwarzen, die nach schmerzfreier Stillzeit auftreten, entstehen meistens durch eine Pilzinfektion. Aber ohne Ihre Brustwarzen zu sehen und Sie beim Anlegen zu beobachten, kann ich es nicht wirklich diagnostizieren, das werden Sie sicher verstehen können.
      Lassen Sie vom Arzt einen Abstrich machen und eine Pilzkultur ansetzen. Ggf. müssten Sie Ihre Brustwarzen mehrmals täglich nach dem Stillen mit einer Nystatinsalbe behandeln und auch schauen, ob Ihr Sohn auch einen Soor im Mund hat und behandelt werden muss.
      Alles Gute,
      herzliche Grüße,
      Regine Gresens
      Soorinfektion in der Stillzeit

  3. Hallo.
    Ich habe das Problem beim Stillen, dass sich meine Brustwarzen nicht aufstellen, sondern immer flach sind. Ich stille mit Hütchen und es schmerzt sehr.
    Beim Abpumpen aber nicht.
    Was kann ich machen?
    Lg

  4. Ihre Hinweise, Tipps und Ausführungen sind bis jetzt schon sehr hilfreich und aufbauend gewesen. Vielen Dank dafür!!!
    Unser Problem scheint zu sein, dass es doch eine falsche Saugtechnik ist. Denn mein Kind beißt meine Brüste leer! AAAAUUAAA!
    Nach der Geburt wurden wir getrennt und es wurde 2 Tage zugefüttert. Ich fing einen Tag nach der langen Geburt an es jedesmal anzulegen, bevor es das abgepumpte Kolostrum und die Zusatzmilch alle 3h bekam. Nun sind wir schon seit 5 Wochen zu Hause und die Brustwarzen waren nach 1 Woche wund und grindig. Es ist besser, doch die Spitzen sind dauergereizt, rot und dick.
    Dann haben wir ihre Seite gefunden. Endlich ein Hoffnungsschimmer.
    Die bessere Anlegetechnik probieren wir seit einer Woche aus. Resultat ist ein gefrustetes, ungeduldiges Kind, weil ich es abnehme sobald es zu sehr schmerzt.
    Nun endlich habe ich verstanden, dass es die Kiefer zusammenpresst. Saugen ist kein Problem.
    Wie bringt man dem Kind bei, die Kiefer NICHT mehr zusammenzupressen? Seit 2 Tagen halte ich den Mittelfinger zwischen seinen Kiefer und Brust und drücke den Kiefer auf, wenn es saugt. Auch in den Pausen drücke ich weiter auf. Wenn es nur saugt, mit wenig beißen, lobe ich es. Wenn es wieder beißt, nehme ich es ab und sage energisch „Nein!“. Manchmal frustet es das ständige An und Ab noch mehr, und es beißt bei jedem Anlegen neu zu. Natürlich ist so der Winkel zwischen Brust und Kiefer/Köpfchen nicht ganz ideal, aber ich habe weniger Schmerzen und die Warzen erholen sich langsam. Ich kann mich nur entspannen, wenn es mal ne Weile gut klappt. Schweißausbrüche habe ich bei jedem Anlegen.
    Gibt es noch andere Möglichkeiten? Alle Stillberaterinnen und Stillcafés haben Sommerpause oder finden erst in 2 Wochen statt.

    • Hallo Kats,
      ohne Sie beide beim Anlegen zu sehen und den Mundraum Ihres Babys zu untersuchen, kann ich wenig dazu sagen.
      Vielleicht hat es eine erhöhte Grundspannung und Verspannungen im Kiefergelenk?
      Wenn Sie es tatsächlich schon optimal anlegen, könnte Ihnen vielleicht noch ein Osteopath, Physiotherapeut oder auch Logopäde helfen, das Beißen zu reduzieren.
      Eventuell könnte auch ein verkürztes Zungenbändchen das Problem sein?
      Mehr dazu hier: https://www.stillkinder.de/hat-mein-baby-ein-zu-kurzes-zungenbaendchen/
      Dann wäre ein Kinderarzt, Zahnarzt oder Kieferchirurg der richtige Ansprechpartner.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Regine Gresens

      • Hallo Frau Gresens,

        das Kleine trinkt immer besser. Dank der Berichte hier, hatte ich Mut weiterzumachen und die Schmerzen zu ertragen.
        Der Tipp mit dem Ostheopathen war sehr gut. Es saugt nun besser.
        Das eigentliche Problem, was schlecht zu sehen war, ist, dass es die Lippen nicht so ausstülpt, wie es sollte. Das Kleine ist scheinbar sehr angespannt. Geholfen hat nur das Herausstülpen der Lippen mit dem Finger. Und anlegen, wenn es gerade aufwacht. Je länger ich warte, desto ungeduldiger wird es. Dann kneift es gerne die Kiefer zusammen.
        Die Zugabe von abgepumpter Muttermilch, als es einfach zu sehr schmerzte, verursachte zusätzlich, dass das Mausl schmatzt. Bei der Flasche hat das ja auch geholfen, dass wieder mehr Milch kommt…
        Ansonsten haben wir ab und zu auch schöne Momente. Endlich! Mit Geduld immer weiter.

        Danke, dass Sie diese tolle Seite führen!
        Herzliche Grüße, Kats

  5. Das ist ja alles schön in der Theorie. Aber wiiie kompliziert kann das „richtige Anlegen“ denn sein, wenn es so vielen Frauen trotz intensiver Hebammen-WB-Betreuung wochenlang anscheinend nicht gelingen mag, diese richtig auszuführen? Und dann geht’s plötzlich?
    Bei mir hat es ca. 5 Wochen gedauert, bis ich ganz schmerzfrei stillen konnte. Waren meine (sonst so kompetente) Hebamme und ich so unfähig?

  6. Das ist alles sehr einleuchtend und hat bei mir und meinem Baby auch bisher gut funktioniert. Aber: Seit sich mein Zyklus wieder eingestellt hat (nach 13 Monaten) stille ich über zwei Wochen schmerzfrei und dann zwei Wochen unter starken bis sehr starken Schmerzen vom Eisprung bis die Periode vorbei ist. Es ist zum Teil wirklich unerträglich. Trotzdem bin ich noch nicht so weit, das Stillen von meiner Seite zu beenden, auch wenn mein Sohn schon 20 Monate alt ist. Gibt es in diesem Fall auch Abhilfe?

    • Ich könnte mir vorstellen, dass es an einer suboptimalen Anlege- oder Saugtechnik liegt, die nach dem Eisprung den dann empfindlicheren Brustwarzen einfach Schmerzen bereitet. Was genau verändert oder verbessert werden könnte, kann ich leider nicht sagen, ohne Sie und Ihr Baby gesehen zu haben. Möglicherweise ließe es sich aber schon auf Fotos oder einem Video vom Anlegen erkennen.

      • Das ist ja toll! Vielen Dank für die schnelle Antwort. Kann es das Stillen im Liegen sein? Egal, ob er auf meinem Bauch liegt, oder wir eng aneinander gekuschelt nebeneinander liegen, ist es dann schmerzhaft. Im Sitzen stillen wir nur in Notfällen tagsüber. Also entnehme ich Ihrer Antwort, dass es auch in dieser Zeit nicht schmerzhaft sein sollte. Dann muss ich wohl weiter üben. 🙂 Ich werde es gleich heute Nacht probieren zu ändern.

        • Ja, im Liegen ist es oft am schwierigsten das Kind gut anzulegen und ältere Kinder „bedienen“ sich häufig bereits völlig selbständig, aber eben nicht immer so, wie es für die Mama auch angenehm ist… Viel Glück und berichten Sie mal, ob es sich bessert. 🙂

          • Hallo Frau Gresens,
            endlich will ich mal berichten. Leider ist unsere Stilltechnik nicht besser geworden. Inzwischen krümme ich mich vor Schmerzen und fürchte das Andocken jedes Mal von Neuem. Erschwerend kommt hinzu, dass ich in der 6. Woche schwanger bin. Jetzt bin ich in Sorge, dass die Schmerzen nun während der Schwangerschaft durchgängig bleiben, wenn ich weiterstille und das mit der Technik nicht in den Griff bekomme. Bisher hörte es ja immer mit der Periode auf. Meine Hebamme meint, ich solle jetzt ernsthaft über Abstillen nachdenken, die neue Schwangerschaft bräuchte jetzt die Kraft, die ich beim Stillen verliere. :/ Wenn die Schmerzen nicht wären, würde ich allerdings gern weiter stillen. Es ist ja nur noch abends und mittags zum Einschlafen, nachts vielleicht einmal und morgens nach dem Aufwachen. Zwischendurch nur wenn er sich richtig weh getan hat zur Beruhigung. Ich wüsste ganz ehrlich momentan nicht, wie ich ihn sonst zum Einschlafen kriegen sollte. Ich weiß auch nicht, an wen ich mich wenden soll, denn sowohl Frauenärztin als auch Hebamme (Kinderarzt sowieso) finden schon lang, dass ich abstillen soll.

          • Inzwischen bin ich in der 13. Woche und es wird nicht besser. Ich muss immer beim Andocken nach Luft schnappen und versuche dann die Schmerzen zu veratmen, was mehr schlecht als recht funktioniert. Mein Sohn ist jetzt fast zwei und hat z. Z. eine sehr kuschlige Phase. Es tut mir immer sehr leid, dass ich mein Wimmern nicht besser unterdrücken kann. Wir liegen Bauch an Bauch oder er auf mir drauf. Er weiß, was er mit seiner Zunge machen soll und reißt den Mund schön weit auf. Ich stütze seinen Rücken immer mit seiner Decke, so dass er mir nicht wegrollen kann, wenn er das anfängt oder gar zieht, sich wegdrückt oder versucht auf den Bauch zu drehen, ändern sich die Schmerzen nicht, sondern bleiben auf dem gleichen Level. Also entweder läuft hier was ganz verkehrt oder ich muss mich einfach damit abfinden, dass meine Brüste nun so empfindlich sind. Ich hatte schon vor, nächstes Jahr Tandem zu stillen, aber so weiß ich nicht, ob ich bis dahin durchhalte.

          • Hallo Anne,
            es ist schwierig hier etwas zu antworten, ohne Sie und Ihr Kind beim Stillen sehen zu können.
            Normalerweise lässt die Empfindlichkeit der Brustwarzen im Laufe der Schwangerschaft wieder etwas nach. Es könnte aber auch sein, dass Sie vielleicht eine Pilzinfektion auf den Brustwarzen haben.
            Ich würde Ihnen daher empfehlen, sich noch einmal zur Sicherheit vor Ort an eine Still- und Laktationsberaterin zu wenden. Adressen finden Sie : hier und hier.
            Ich drück die Daumen, dass es bald angenehmer wird.

  7. Ich denke, dass auch die Tatsache, dass die Brustwarzen der Säugetiere grundsätzlich ständig an der frischen Luft sind (und von Geburt an waren), „besser“ durch die „Abhärtung“ für das Stillen gerüstet sind, als die ständig geschützten Brustwarzen der heutigen Frauen, die selten Sonne, Regen und sonstiges kennen, da diese grundsätzlich durch BH´s und diverse Stofflagen verdeckt sind.

    PS.: Habe noch nie ein Reh, Hund oder anderes Säugetier mit BH gesehen…

    LG

    • Ja, so wird es gerne dargestellt.
      Brustwarzen müssen auch empfindlich sein, damit durch das Saugen des Babys der Milchspendereflex beim Stillen ausgelöst wird.
      Vielleicht sind sie auch durch das ständige BH-Tragen tatsächlich noch etwas empfindlicher. Trotzdem sollten sie niemals beim Stillen schmerzen und schon gar nicht wund werden. Und sie müssen und sollten auch nicht, wie früher leider oft empfohlen, durch Bürstenmassagen etc. für das Stillen vorbereitet und „abgehärtet“ werden.

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