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Zähne müssen das Stillen nicht stören

Schmerzen beim Stillen durch Zähne

8 Kommentare

Frage:
Hallo, meine Tochter ist 8 Monate und hat schon sechs Zähne…
Darunter leiden meine Warzenhöfe.

Irgendwie übt sie wohl zu viel Druck aus, sodass ich an der Stelle, wo die oberen Zähnchen auf die Brust treffen, beim Stillen entsprechende Schmerzen habe und sich nun auch offene Stellen herausgebildet haben.

Ich behandle die Stellen mit Muttermilch, aber es ist leider noch nicht besser geworden.

Was kann ich tun?
Oder muss ich jetzt deshalb abstillen, was ich eigentlich noch gar nicht möchte?
🙁

 
Antwort:
Abstillen ist sicher nicht erforderlich.

Abdrücke oder Wunden durch Zähne sind meist eine Frage der richtigen Positionierung.

Nach einer längeren Zeit des unproblematischen Stillens wird einfach häufig nicht mehr so auf eine gute Stillposition und ein gutes Anlegen geachtet, wie zum Beginn der Stillzeit.

Oft docken sich ältere Stillkinder auch bereits komplett selbsttätig an, was dann mitunter aber eben nicht mehr so optimal für die Brust und die Brustwarzen sein kann.

Wenn dann auch noch die scharfen, oberen Schneide- oder Eckzähnchen ins Spiel kommen, kann dies zu Schmerzen, Rissen oder Schnitten auf dem Warzenhof oder am Übergang vom Warzenhof zur Brustwarze führen (siehe auch Foto weiter unten).

Problematisch sind aber nicht die Zähne an sich, sondern meist ist der Kopf des Kindes an der Brust zu weit vorgebeugt.

Oder anders gesagt:
die Brustwarze liegt häufig vor dem Anlegen zu tief, also vor Kinn oder Mund, statt vor der Nase.

Wahrscheinlich hilft es schon, wenn Du die Position Deiner Tochter beim Stillen ein wenig veränderst, nämlich so, dass die Brustwarze vor dem Anlegen auf Höhe ihrer Nasenspitze liegt.

Wenn sie dann zum Andocken den Kopf etwas in den Nacken nehmen muss, kann sie den Mund weiter öffnen, somit mehr Brust erfassen und die oberen Zähnchen drücken nicht mehr auf die Brust.

Beim Stillen sollte dann ihre Nasenspitze nicht mehr direkt die Brust berühren, sondern frei sein.


Damit die Stellen besser abheilen können, kann es außerdem hilfreich sein, einige Zeit aus einer anderen Richtung anzulegen (also zum Beispiel an der rechten Brust von rechts, statt wie bisher von links und umgekehrt) oder jedes Mal die Richtung zu wechseln.

Zusätzlich kannst Du die Wunde mehrmals täglich nach dem Stillen mit hochgereinigtem Wollfett*, Multimam-Balsam, -Kompressen* oder einer anderen Wund- und Heilsalbe behandeln.

Wunde durch oberes Schneidezähnchen

Ich wünsche Dir baldige gute Besserung und angenehmes Weiterstillen, so lange wie es Dir und Deinem Kind gefällt.

 
Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Februar 2016
Beitragsbild: Two Teeth via photopin (license)
Foto: Regine Gresens, IBCLC

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

8 Kommentare

  1. Wahnsinn!!! Herzlichsten Dank für diesen Tipp! Seit Wochen bin ich kurz vor dem Abstillen meiner 14 Monate alten Tochter, weil sie mit ihren Zähnchen meine Brustwarze direkt dort, wo sie in den Warzenhof übergeht, rundum bis auf das pure Fleisch aufgerieben hat. Stillhütchen waren keine Hilfe. Ich stille nur noch 3 x am Tag, aber das bewusst und gerne. Mein letzter Versuch vor dem ungewünschten Stillende war diese Internetrecherche… Mit was für einem Erfolg!
    Die Brustwarze zur Nase vom Kind und das Andocken war sofort schmerzfrei!

  2. Guten Tag Frau Gresens, ich würde mich sehr über einen Rat freuen.
    Mein Sohn ist 9 Monate alt. Stillen war bis vor kurzem kein Problem. Seit 3 Monaten gibt es zusätzlich Brei, Obst und Gemüse, die Brust aber weiter nach Bedarf. Seit wenigen Wochen hat mein Sohn Zähne, inzwischen 5. Mein Problem: Er verlangt, teilweise vehement, nach der Brust und trinkt erst gut. Dabei kneift er mich allerdings seit Neuestem in die Arme, was ich durch festhalten oder wegziehen zu verhindern versuche. Dann beißt er nach einer Weile meist fest zu. Sage ich darauf „aua“, „nein“ und entziehe die Brust, weint er bzw. wird aggressiv, fuchtelt und kratzt. Ich versuche es mit Erklärungen, zeige deutlich, dass ich schmerzen habe und verärgert bin, ich bin auch schon mal aus dem Zimmer gegangen. Es nützt alles nichts. Heute habe ich ihm die Flasche gegeben, wenn er biss. Er hat sie gerne genommen und jeweils richtig viel und ruhig getrunken.
    Nachts stillen wir übrigens ruhig und entspannt im Familienbett.
    Was steckt dahinter? Will er mir zeigen, dass er die Brust nicht mehr möchte? Oder kann er nur seine Kraft nicht richtig einschätzen? Er beißt neuerdings auch beim Küssen. Wie kann ich ihm klar machen, dass beißen, Kneifen und kratzen weh tut, ohne die Brust dauerhaft zu entziehen?
    Ich habe sehr gern gestillt und möchte es einfach nicht so unschön enden lassen.
    Viele Grüße
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      ich weiß nicht, warum Ihr Sohn Sie beißt oder kneift. Aber soviel kann ich sagen: Er kann sich mit 9 Monaten noch nicht in Sie oder andere hineinfühlen. Er weiß also nicht, dass er Ihnen damit weh tut und tut es nicht mit Absicht.
      Einen Grund wird es aber natürlich geben, den gilt es für Sie zu erkennen. Möglicherweise reagiert er damit auf einen unzureichenden Milchfluss? Wenn er anschließend gerne die Flasche trinkt, ist er womöglich noch hungrig und es geht ihm an der Brust nicht schnell genug. Oder es gibt etwas Anderes, was ihm Stress oder Unbehagen bereitet, zu viel Ablenkung, eine unbequeme Position oder …? Vielleicht hat er auch einfach Schmerzen durch die einschießenden Zähne?
      Dass er Ihnen zeigen möchte, dass er die Brust nicht mehr möchte, halte ich eher für unwahrscheinlich, da dies in dem Alter meist noch nicht vorkommt und er gegen das Entziehen der Brust ja protestiert und nachts ruhig und entspannt trinkt. Meist gehen solche Phasen auch nach einiger Zeit von alleine vorbei.
      Aber natürlich sollten sie sich nicht von ihm weh tun lassen, sondern ihn ggf. von der Brust nehmen und ablenken oder frühzeitig und mehrmals die Brüste wechseln, damit er schneller wieder einen Milchspendereflex auslöst.
      Was genau jetzt Ihr Problem sicher lösen würde, kann ich leider auch nicht sagen. Aber vielleicht hilft Ihnen meine Antwort ja dabei, auf die richtige Spur zu kommen. Berichten Sie doch noch mal davon, wie es weitergegangen ist.
      Herzliche Grüße,.
      Regine Gresens

      • Liebe Frau Gresens,
        ganz vielen Dank für Ihre rasche Antwort! Ich habe einiges umgesetzt.
        Das Wichtigste war: Ich habe verstanden, dass er mir nicht absichtlich weh tut. Ich schimpfe nicht mehr, bleibe liebevoll aber nehme dann konsequent die Brust weg. Ich habe festgestellt, dass er manchmal schlicht keinen Durst hat, dass ich manchmal aber anscheinend auch zu wenig Milch habe. Das Wetter ist sommerlich, ich schwitze mehr, vielleicht deshalb. Tagsüber gibt es daher jetzt immer mal die Flasche, wenn die Brust nicht ausreicht.
        Gestillt wird jetzt immer möglichst im Bett, wegen der ruhigen Atmosphäre. Dabei halte ich ihn anders, offenbar möchte er nicht mehr so viel Tuchfühlung – das Kneifen ist weniger geworden. Und ja, Zahnschmerzen hat er auch ab und zu.
        Die Bedürfnisse meines Kindes ändern sich, ich bin diesmal so schnell nicht mitgekommen. Jetzt sind wir wieder mehr im Gleichklang. Und ich habe wieder gelernt, dass es wichtig ist, mich in diesen kleinen Menschen hineinzuversetzen.
        Ganz lieben Dank für Ihre guten Ratschläge! Ich freue mich riesig, dass es uns beiden wieder besser geht!
        Liebe Grüße
        Kerstin

  3. Liebe Frau Gesens,
    vielen Dank für die detaillierte Erklärung. Intuitiv habe ich das bislang auch so gemacht, sprich: wenn die Zähne beim Stillen in die Brust drückten, nochmal neu angelegt. Allerdings habe ich nicht bewusst darauf geachtet, dass die Brustwarze auf Höhe der Nasenspitze ist. Das beobachte ich mal.
    Meine Tochter stillt mit ihren 22 Monaten sehr selbständig.
    Liebe Grüße
    Sternie

  4. Und wenn das nicht hilft @anlegetechnik? Wir haben viel ausprobiert, diverse Stillberatungen, viele Positionsveränderungen, auch Kopfüber stillen, Gesichtsmassagen, Wärme,…
    Wir haben das Problem seit die Eckzähne da sind, also ca. seit einem halbes Jahr (mein Kind ist mittlerweile 2). Ich hab aufgegeben, beiße die Zähne zusammen, er stillt zum Glück schnell (ca 1 min pro Brust) und es ist nur schmerzhaft, nicht wund. Allerdings trauere ich dem entspannt Stillen sehr nach, wir hatten diese Zeiten sehr genossen, vorallem seit ich wieder arbeitete… Übersehe ich etwas?

    • Liebe Corinna,
      ich kann leider, ohne Euch beide beim Stillen zu beobachten und vielleicht auch den Mund Deines Kindes zu untersuchen, auch nicht sagen, woran es bei Euch trotz all der Beratungen und der Veränderungsversuche noch liegt.
      Jedenfalls ist es selten so, dass sich keine relativ einfache Lösung finden lässt.
      Manchmal liegt der Teufel im Detail und es könnte eine „winzige“ Veränderung sein, die den entscheidenden Durchbruch bringt. Ich wünsche es Euch jedenfalls.
      Alles Liebe, Regine

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