„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Schmerzen beim Abpumpen von Muttermilch

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC |
Das Entleeren der Brüste mit einer elektrischen Milchpumpe sollte nicht weh tun.
Was kannst Du tun, wenn das Pumpen für Dich schmerzhaft ist?

  1. Wärme und massiere Deine Brüste vor dem Abpumpen leicht, um Deinen Milchspendereflex auszulösen.
     
    Auch während des Abpumpens fördert eine leichte Massage Deinen Milchfluss zusätzlich.
  2. Fang mit schnellen, schwachen Pumpzügen an.
     
    Babys beginnen normalerweise mit einigen leichten Saugzügen an der Brust zu trinken.
     
    Stell die Pumpe ebenfalls so ein, dass sie zu Beginn schnell und nur schwach pumpt, damit Deine Brustwarzen sich an den Pumpvorgang gewöhnen können und der Milchspendereflex ausgelöst wird.
  3. Stell während des gesamten Pumpvorgangs die Pumpe auf eine möglichst niedrige Saugstärke ein. 
     
    Du gewinnst die meiste Milch beim Abpumpen, wenn die Pumpe auf der höchsten, für Dich noch angenehmen Stufe arbeitet. Das heißt, dass das Pumpen für Dich weder unangenehm oder sogar schmerzhaft sein sollte.
     
    Stell Dir vor, Du müsstest mit einem Strohhalm trinken, an dem vorher so stark gesaugt wurde, dass er ganz flach gedrückt ist und nun keine Flüssigkeit mehr hindurch läuft.
     
    Genau das Gleiche kann mit Deinen Milchgängen passieren, wenn Du mit einem zu hohen Vakuum pumpst.
     
    Mit einer zu starken, unangenehmen Pumpstärke abzupumpen, ist nicht notwendig oder sinnvoll, da Du dabei nicht mehr Milch gewinnst.
  4. Passe die Pumpgeschwindigkeit an.
     
    Die Brustwarzen sind nicht dazu geschaffen, langanhaltendes Saugen ohne Pausen mit Nachlassen der Saugstärke auszuhalten.
  5. Stell sicher, dass die Pumpe richtig eingestellt ist, für die Art und Weise, in der Du sie benutzt.
     
    Zum Beispiel kann die Einstellung zum Doppelpumpen (gleichzeitiges Entleeren beider Brüste) wunde Brustwarzen verursachen, wenn Du damit nur einseitig pumpst.
  6. Benutze ein Gleitmittel.
     
    Benetze die Brusthaube oder Deine Brust mit ein wenig Olivenöl. Das bringt Dir vielleicht genau die Feuchtigkeit, die Du benötigst, um das Abpumpen für Dich angenehmer zu machen.
  7. Creme Deine Brustwarzen ein. 
     
    Vor allem dann, wenn Du momentan eher wenig Milch hast, kann das Pumpen Deine Brustwarzen irritieren.
     
    Verteile nach dem Pumpen etwas Lanolin* (Wollfett) auf Deinen Brustwarzenspitzen und schau, ob es Dir hilft.
  8.  

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    Abgepumpte Milch

  9. Überprüfe die Pumpe an sich.
     
    Auch die beste Pumpe kann irgendwann einmal kaputt gehen.
     
    Das technische Konzept einer elektrischen Milchpumpe ist allerdings relativ simpel und es könnte ein einfaches und schnell lösbares Problem hinter Deinen Schmerzen beim Pumpen stecken.
     
    Gehe dafür mit dem Kundendienst des Pumpenherstellers oder mit einer erfahrenen Stillberaterin, die häufigsten Fehlerquellen Deiner Pumpe durch.
  10. Wechsel die Größe der Brusthaube.
     
    Wenn Du, trotz einer qualitativ hochwertigen Mietpumpe und einer niedrig eingestellten Pumpstärke, Probleme beim Pumpen hast, kann das daran liegen, dass Deine Brustwarzen oder das umliegende Brustgewebe eine andere Brusthaubengröße erfordern.
     
    Für hochwertige Pumpen gibt es heute Brusthauben in unterschiedlichen Größen.
     
    Wenn Deine Brustwarzen oder die Haut Deiner Warzenhöfe in dem schmalen Teil der Haube reibt oder Deine Brustwarzen nach dem Pumpen geschwollen oder bläulich verfärbt sind, lass Dich von einer Fachperson beraten, die für Deine Pumpe Brusthauben in verschiedenen Größen* anbietet und Dir helfen kann, die für Dich richtige Größe herauszufinden.
  11. Wechsel die Pumpe.
     
    Eine qualitativ hochwertige Klinik- oder Mietpumpe funktioniert für fast alle Mütter gut.
     
    Günstigere Pumpen funktionieren für manche Frauen, aber definitiv nicht für alle!
     
    Pumpen, die von Flaschen- oder Flaschennahrungsherstellern angeboten werden, sind im Allgemeinen keine gute Wahl. Denn diese Firmen machen ihre Gewinne nicht mit dem Stillen.
  12. Lass Dich von Deinem Arzt untersuchen, ob Du eine Infektion der Brustwarzen hast.
     
    Eine Infektion der Brustwarzen mit Pilzen oder Bakterien kann das Pumpen, trotz hochwertiger Pumpe, richtiger Einstellung und passender Haubengröße, für Dich schmerzhaft machen.
  13. Lass Dich von Deinem Arzt auf allergische Reaktionen untersuchen.
     
    Dies ist zwar sehr selten. Aber manche Mütter reagieren allergisch auf Pumpe A und nicht auf Pumpe B, während andere allergisch auf Pumpe B und nicht auf Pumpe A reagieren.

Original: „If Pumping Hurts“ von Diane Wiessinger, IBCLC, 2008
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2013
Foto: Wencke g (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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