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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Abgepumpte Muttermilch

Schmerzen beim Abpumpen von Muttermilch

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2008
Das Entleeren der Brüste mit einer elektrischen Milchpumpe sollte nicht weh tun.
Was können Sie tun, wenn das Pumpen für Sie schmerzhaft ist?

  1. Wärmen und massieren Sie Ihre Brüste vor dem Abpumpen leicht, um Ihren Milchspendereflex auszulösen. Auch während des Abpumpens fördert eine leichte Massage Ihren Milchfluss zusätzlich.
  2. Fangen Sie mit schnellen, schwachen Pumpzügen an. Babys beginnen normalerweise mit einigen leichten Saugzügen an der Brust zu trinken. Stellen Sie die Pumpe ebenfalls so ein, dass sie zu Beginn schnell und nur schwach pumpt, damit Ihre Brustwarzen sich an den Pumpvorgang gewöhnen können und der Milchspendereflex ausgelöst wird.
  3. Stellen Sie während des gesamten Pumpvorgangs die Pumpe auf eine möglichst niedrige Saugstärke ein. Sie gewinnen die meiste Milch beim Abpumpen, wenn die Pumpe auf der höchsten, für Sie noch angenehmen Stufe arbeitet. Das heißt, dass das Pumpen für Sie weder unangenehm oder sogar schmerzhaft sein sollte.
    Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit einem Strohhalm trinken, an dem vorher so stark gesaugt wurde, dass er ganz flach gedrückt ist und nun keine Flüssigkeit mehr hindurch läuft. Genau das Gleiche kann mit Ihren Milchgängen passieren, wenn Sie mit einem zu hohen Vakuum pumpen. Mit einer zu starken, unangenehmen Pumpstärke abzupumpen, ist nicht notwendig oder sinnvoll, da Sie dabei nicht mehr Milch gewinnen.
  4. Passen Sie die Pumpgeschwindigkeit an. Die Brustwarzen sind nicht dazu geschaffen, langanhaltendes Saugen ohne Pausen mit Nachlassen der Saugstärke auszuhalten.
  5. Stellen Sie sicher, dass die Pumpe richtig eingestellt ist, für die Art und Weise, in der Sie sie benutzen. Zum Beispiel kann die Einstellung zum Doppelpumpen (gleichzeitiges Entleeren beider Brüste) wunde Brustwarzen verursachen, wenn Sie damit nur einseitig pumpen.
  6. Benutzen Sie ein Gleitmittel. Benetzen sie die Brusthaube oder Ihre Brust mit ein wenig Olivenöl. Das bringt Ihnen vielleicht genau die Feuchtigkeit, die Sie benötigen, um das Abpumpen für Sie angenehmer zu machen.
  7. Cremen Sie Ihre Brustwarzen ein. Vor allem dann, wenn Sie momentan eher wenig Milch haben, kann das Pumpen Ihre Brustwarzen irritieren. Verteilen Sie nach dem Pumpen etwas Lanolin (Wollfett) auf Ihren Brustwarzenspitzen und schauen Sie, ob es Ihnen hilft.
  8. Überprüfen Sie die Pumpe an sich. Auch die beste Pumpe kann irgendwann einmal kaputt gehen. Das technische Konzept einer elektrischen Milchpumpe ist allerdings relativ simpel und es könnte ein einfaches und schnell lösbares Problem hinter Ihren Schmerzen beim Pumpen stecken. Gehen Sie dazu, mit dem Kundendienst des Pumpenherstellers oder mit einer erfahrenen Stillberaterin, die häufigsten Fehlerquellen Ihrer Pumpe durch.
  9. Wechseln Sie die Größe der Brusthaube. Wenn Sie, trotz einer qualitativ hochwertigen Mietpumpe und einer niedrig eingestellten Pumpstärke, Probleme beim Pumpen haben, kann das daran liegen, dass Ihre Brustwarzen oder das umliegende Brustgewebe eine andere Brusthaubengröße erfordern. Für hochwertige Pumpen gibt es heute Brusthauben in unterschiedlichen Größen. Wenn Ihre Brustwarzen oder die Haut Ihrer Warzenhöfe in dem schmalen Teil der Haube reiben oder Ihre Brustwarzen nach dem Pumpen geschwollen oder bläulich verfärbt sind, lassen Sie sich von einer Fachperson beraten, die für Ihre Pumpe Brusthauben in verschiedenen Größen anbietet und Ihnen helfen kann, die für Sie richtige Größe herauszufinden.
  10. Wechseln Sie die Pumpe. Eine qualitativ hochwertige Klinik- oder Mietpumpe funktioniert für fast alle Mütter gut. Günstigere Pumpen funktionieren für manche Frauen, aber definitiv nicht für alle! Pumpen, die von Flaschen- oder Flaschennahrungsherstellern angeboten werden, sind im Allgemeinen keine gute Wahl. Denn diese Firmen machen ihre Gewinne nicht mit dem Stillen.
  11. Lassen Sie von Ihrem Arzt untersuchen, ob Sie eine Infektion der Brustwarzen haben. Eine Infektion der Brustwarzen mit Pilzen oder Bakterien kann das Pumpen, trotz hochwertiger Pumpe, richtiger Einstellung und passender Haubengröße, für Sie schmerzhaft machen.
  12. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt auf allergische Reaktionen untersuchen. Dies ist zwar sehr selten. Aber manche Mütter reagieren allergisch auf Pumpe A und nicht auf Pumpe B, während andere allergisch auf Pumpe B und nicht auf Pumpe A reagieren.

Original: If Pumping Hurts von Diane Wiessinger, IBCLC, 2008
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2013
Foto: Wencke g (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

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