Stillkinder.de

Intuitives Stillen – leicht gemacht

Du bist hier: Stillkinder.de > Berichte > Schwerer Start > Schlechtes Gedeihen durch Stillhütchen

Schlechtes Gedeihen durch Stillhütchen

2 Kommentare

Liebe Frau Gresens,
nach langer Zeit möchte ich mich nun auf diesem Wege bei Ihnen bedanken.
Sie kamen 3 Wochen nach der Geburt unseres Sohnes zu uns. Ich stillte bis dahin mit einem Stillhütchen,
der Kleine hatte Bauchweh beim Trinken, sein Geburtsgewicht hatte er gerade so mit Mühe und Not erreicht und ich hatte mittlerweile zu wenig Milch.

In der Theorie sah alles so einfach aus. Der Kleine wollte weiterhin morgens und abends stundenlang gestillt werden. Selten fand ich die Zeit, um für jede zugefütterte Flasche extra abzupumpen. Meist weinte ich bei jeder Zufütterung, hatte ich doch wieder „versagt“ und immer noch nicht genug Milch. Und da heißt es so schön, machen Sie sich keinen Stress.

Ich trank jeden Tag 1 L Stilltee und nach 3 Wochen blieb die übliche zusätzliche Flasche am Abend weg. Siehe da, es ging auch ohne, er schlief 7 Stunden durch. Seit der Zeit hatte ich nie wieder das Gefühl „ich hätte zu wenig Milch“. Irgendwann war er so kräftig, dass er eine Brust in 6 – 7 Minuten leer trinken konnte und dann reichte ihm einige Tage später sogar eine Brust, um satt zu werden. Nun trinkt er mal eine Seite leer, mal beide, mal in 6 – 7 Minuten, mal in 15 Minuten und auch die Abstände können unter 3 Stunden liegen. Nachts schläft er manchmal durch und dann mal wieder mit 1 – 2 Nachtmalzeiten.

Dank Ihnen haben wir das Stillproblem bewältigt und dabei war ich jede Woche kurz davor aufzugeben. Nun habe ich gar keine Probleme mehr, ich habe jederzeit und überall (auf der Wiese, im Himbeerfeld) genug für unseren Sohn zu trinken.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die Hebammen, die für die Nachsorge zuständig sind, besser auf die Stillprobleme vorzubereiten? Ohne meine Freundin, die mich zum Weiterstillen überredete und mir nahe legte, wie hilfreich eine Stillhebamme sei, hätte ich vermutlich heute gar keine Milch mehr und dabei habe ich genau das getan, was mir meine Hebamme gesagt hat. Die Milch abpumpen und mit der Flasche zu trinken geben (da er so krampfte beim Trinken und ich dadurch zu sehr genervt und verunsichert war), wenn ich zu wenig habe, könne ich ja zufüttern. Zufüttern ohne nochmals die Brust zu stimulieren, führt aber zum Abstillen.

Auf dem Foto (oben) ist er 12 Wochen alt und wog ca. 13 Pfund. Er gedeiht prächtig und dafür möchte ich Ihnen danken. Falls sich dieser Brief dafür eignet auch anderen Frauen Mut zu machen, so gebe ich ihn dafür frei.

Mit freundlichen Grüßen, Sabine N. 
Originalbericht von Sabine N.

 

Haben Sie selbst eine schwierige Situation mit Ihrem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchten Sie Ihre Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreiben Sie mir doch Ihren eigenen Bericht!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Liebe Sabine,
    danke für deinen Bericht! Auch ich habe mit dem Stillhütchen schlechte Erfahrungen gemacht – leider hatte ich niemanden, der mir gesagt hätte, dass das Stillen mit Hütchen über kurz oder lang zum Abstillen führt…
    Im Zuge einer Brustentzündung mit Abszess war ich drei Tage stationär als meine Tochter zwei Wochen alt war. Ich bekam auf der Klinik ein Hütchen, da sie die Brust nicht mehr fassen konnte, da sie zu geschwollen und hart war. Niemand sagte mir, dass ich nur möglichst kurz damit stillen sollte, eine Stillberaterung habe ich leider nicht aufgesucht, da es dann ja wieder ‚funktioniert‘ hat bzw. habe ich die Schwierigkeiten, die ich hatte, nicht mit dem Hütchen in Zusammenhang gebracht…
    Als ich das Hütchen dann weggelassen hatte, war die andere Brust längst Johannas Lieblingsbrust geworden, und die ehemals kranke Brust hatte bereits während der Behandlung begonnen, abzubauen, was ich jedoch auf die Entzündung selbst zurückführte. Ich habe versucht, die Milchproduktion in der Brust wieder aufzubauen, jedoch hat Johanna die Brust mal genommen und dann wieder nicht, ich hatte wieder einen Stau und traute mich immer weniger anzulegen, und so kam eines zum anderen…
    Am Christtag vergangenen Jahres, da war meine Tochter drei Monate alt, hat meine Tochter zum letzten Mal an der Brust getrunken. Wir stillen nun mit einer Brust, wofür ich dankbar bin, der Verlust meiner zweiten Stillbrust schmerzt jedoch. Hätte ich gewusst, was ich heute weiß, hätte sich dies vermeiden lassen, deshalb bin ich für solche Berichte wie deinen sehr dankbar, auf die ich jedoch zu spät gestoßen bin…
    Kerstin

  2. Super Artikel.
    Ich selbst habe 12 Monate mit Stillhütchen von Medela gestillt. Davon 7 Monate voll. Es funktioniert. Keineswegs gäbe es zu wenig Milch. Mein Wonneproppen ist gut gewachsen.
    Im Freundeskreis habe ich mehrfach mitbekommen, wie falsche Hebammenzufütterungstipps zum Abstillen geführt haben. Echt schade sowas.
    Mir selbst hat am besten mein Wille, ein gutes Buch und das Internet geholfen. Unser Stillbeginn war nicht einfach. Notkaiserschnitt, 2 Nächte getrennt dank der Neo, Zufütterung und Schnulli, Rat ein 2 Tage altes Baby nach dem Stillen zu wiegen… und ein angewachsenes Zungenbändchen… Mit Pumpe und anlegen, anlegen, anlegen, lief es dann zu Hause ganz bald, ganz super. Auch bei meinem 2.Kind, diente mir das Internet und mein fester Wille. Denn den normalen Weg kannte ich ja auch noch nicht. Ohne Stillhut stillen wir nun seit 4 Monaten ohne Probleme. Trotz Schnulli am 5.Lebenstag.

    Gute Beratung, keine unsinnigen Tipps und der eigene Wille sind sehr wichtig.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Ja, ich möchte auch gleich den Stillkinder-Newsletter abonnieren, um zu erfahren, wenn es hier etwas Neues gibt.