Stillen ist mehr als Ernährung an der Brust

Normal ist ein sehr beängstigendes Wort

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Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC
Du hast wahrscheinlich schon häufig gehört, dass gestillte Babys „gesünder“ sind. Und dass sie weniger Krankheiten haben.

Oder dass sie eine „besondere“ Beziehung zu ihren Müttern haben.

Vielleicht sogar, dass sie dazu tendieren, „klüger“ zu sein.

Einige dieser Gründe haben vielleicht sogar dazu geführt, dass Du Dich entschieden hast zu stillen.

Das Beängstigende ist, keine der Aussagen ist wirklich wahr.

Stillen ist vielmehr die Ernährungsmethode, für die menschliche Säuglinge geschaffen sind.

So wie sie dazu geschaffen sind, Luft zu atmen oder zu laufen, wenn sie älter sind.

Stillen ist nichts außergewöhnliches oder Besonderes.

Stillen ist einfach nur …normal.

Gut, also Stillen ist normal.

Was ist so beängstigend daran?

Ja, wenn Stillen normal ist, was passiert, wenn ein Baby nicht gestillt wird?

Die beängstigende Wahrheit ist … es besteht eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, dass es krank wird als Säugling, in der Kindheit sowie auch als Erwachsener.

Seine Lebenserwartung ist ein wenig kürzer und sein IQ ist ein bisschen niedriger.

Seine Beziehung zu seiner Mutter ist anders.

Kurz gesagt, es leidet darunter, keinen normalen Start ins Leben gehabt zu haben.

Du kennst wahrscheinlich gestillte Menschen, die kränker sind als viele mit Flaschennahrung ernährte Menschen. Stillen ist keine Garantie.

Es ist wie mit der Hefe beim Brotbacken: Jeder Laib wird ein bisschen anders, auf Grund von verschiedenen Temperaturen, Feuchtigkeit, Zeit und Kneten.

Aber wenn man bei einem bestimmten Laib einen Teil der Hefe weglässt, wird es nicht so gut aufgehen, wie es könnte.

Hier ist ein Teil der beängstigenden Liste

Nicht gestillte Menschen haben statistisch häufiger:

  • eine schlechtere Sehkraft
  • einen geringeren Intelligenzquotienten
  • Blinddarmentzündung
  • Brustkrebs
  • Hernien
  • Diabetes
  • Krebs im Kindesalter
  • weniger gut ausgebildete Nerven
  • eine kleinere Thymusdrüse als Kind
  • ein schwächeres Immunsystem
  • Probleme mit Cholesterin
  • emotionale Probleme
  • Magen-Darm-Störungen
  • Allergien
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen
  • ein höheres SIDS-Risiko

Frauen, die nicht stillen, haben statistisch häufiger:

  • Brustkrebs (vor der Menopause)
  • stärkere Unsicherheit
  • geringeres Selbstwertgefühl
  • Osteoporose
  • Gebärmutterhalskrebs
  • weniger Freude an der ersten Elternschaft

Es gibt etwa 13.000 Studien, die zeigen, welche Probleme mit der Flaschenernährung zusammenhängen.

Aber warum hast Du davon bisher noch nichts gehört?

Vielleicht hat jemand gedacht, dass es zu beängstigend für Dich wäre, dass Du Dich schuldig fühlen würdest, dass es Dich nicht interessieren würde oder dass es wirklich nicht so wichtig ist.

Aber ist es Dir nicht lieber, es jetzt zu wissen, anstatt es später herauszufinden?
Stillen. Es ist einfach nur normal.

Original: „Normal“ Is A Very Scary Word von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, März 2004
Foto: koalie via photopin cc

 

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Ein Baby wird gestillt

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest und Youtube.

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