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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Nach ein paar Tagen lassen die Schmerzen beim Stillen nach

Nach ein paar Tagen wird es besser

2 Kommentare

1. Kind – geboren in der Uni-Klinik

  • Geburt per Kaiserschnitt nach 17 Stunden „normaler Geburt“.
  • Wegen Infektionsangst nach grünem Fruchtwasser kein Anlegen im Kreißsaal, Kind zur Beobachtung auf die Kinderstation.
  • Rückverlegung des Kindes ca. 24 Stunden nach der Geburt.
  • Erstes Anlegen im Sitzen im Bett, Kopfteil wird einfach auf die benötigte Höhe hochgestellt ohne Rücksicht auf Schmerzen, Kissen auf den Bauch, Anlegen im Wiegegriff trotz Schmerzen auf dem Bauch.
  • Anlegen rechts klappt rasch gut, links ist sehr schmerzhaft. Allgemeine Aussage: „Das tut anfangs weh, es lässt nach ein paar Tagen nach.“ Andere Mütter auf dem Gang bestätigen diese Aussage.
  • Nach wenigen Tagen Milchstau und beginnende Entzündung links, wird mit sehr schmerzhafter Brustmassage und Abpumpen sowie Kühlen mit Quark und Wärme vor dem Stillen schnell in den Griff gekriegt.
  • Stillen links bleibt problematisch, das Kind erwischt die Brustwarze nie richtig, die Warze wird schorfig und schmerzhaft, das Stillen verkrampft.
  • Mit Stillhütchen werden die Schmerzen nur leicht besser, die Angst etwas weniger, weil das Anlegen schneller klappt.
  • 9 Monate bleibt das Stillen mit Stillhütchen links die einzige Möglichkeit und dauerhaft schmerzhaft, wenn auch im erträglichen Rahmen.

2. Kind – geboren im babyfreundlichen Krankenhaus

  • Geburt per Kaiserschnitt nach 5 Stunden „normaler Geburt“.
  • Baby liegt beim Vater auf der Brust im Kreißsaal, während die OP beendet wird.
  • Erstes Anlegen ca. 1,5 – 2 Stunden nach der Geburt, weil ich noch stark zittere nach den Medikamenten.
  • Kind bleibt mit Rooming-In sofort bei mir im Bett.
  • Erstes Anlegen auf Station in der Nacht in Seitenlage, die Position, die ich schon alleine einnehmen kann, die am wenigsten schmerzhaft ist und bei der ich weiterdösen kann.
  • Eigene Einstellung: Stillen kann ich ja noch und am Anfang tut es ja sowieso weh. Jetzt Freude, dass es schon in Seitenlage alleine klappt und ich nicht immer die Schwester rufen muss für jeden kleinen Handgriff.
  • Schwestern bitten darum, dass ich jemanden von jeder Schicht einmal beim Anlegen dazu rufe, damit sie sehen können, dass es klappt. Damit sind sie zufrieden und bestätigen jedes Mal, dass es richtig ist. Aussage: „Die Schmerzen lassen nach ein paar Tagen nach.
  • Am 2. Post-OP-Tag lege ich auch im Sitzen an. Die Schmerzen nehmen zu.
  • Am 3. Post-OP-Tag schießt nachts die Milch ein, die Kühlung mit Kohlblättern hilft aber wunderbar.
  • Tagsüber kommt irre viel Besuch, es geht mir ja auch erstaunlich gut, ich lade alle ein, alles „funktioniert“ ja gut und die Schmerzen in der Brust werden schon nachlassen, wenn die Warze abgehärtet ist.
  • Mittlerweile ist der Schmerz beim Ansaugen so stark, dass mein ganzer Körper ca. 15 – 20 Sekunden total verkrampft, weil es sich wie ein Messer anfühlt. Nach dieser Zeit lässt der Schmerz so weit nach, dass ich langsam entspannen kann. Eine Schwester beobachtet dies und ich bekomme Magnesium-Tabletten, damit ich die Muskeln besser entspannen kann. Die Anlegetechnik wird weiter als richtig betrachtet, der Schmerz werde in ein paar Tagen oder Wochen nachlassen. Es dauert eben bei jedem unterschiedlich lange.
  • Am 4. Post-OP-Tag breche ich morgens weinend im Stillzimmer zusammen, weil ich nicht weiter weiß vor Schmerzen. Ich möchte mein Baby am liebsten in die Ecke schmeißen, weil es meiner Meinung nach so stark saugt, dass es in 3 – 6 Minuten die Brust leer hat. Füttern möchte ich es jedenfalls nicht mehr. Beide Brustwarzen sind leicht blutig.
  • Die zuständige Schwester erklärt mir das Abpumpen, ich füttere mein Baby mit Magensonde am Finger und Spritze. Abpumpen alle 3 Stunden, danach Baby füttern.
  • An der Milchmenge liegt es nicht, da kommt genug Milch, am 5. Tag „schaffe“ ich 110 ml. Die Aussage lautet: „Möglichst viel Milch produzieren, das Baby muss zunehmen. Sein Gewicht ist leider in den letzten 24 Stunden gesunken, obwohl es vorher schon zugenommen hatte.“ Aber ich will doch morgen nach Hause, denn viele sagen, Zuhause geht alles entspannter, da klappt auch das Stillen wieder.
  • Die zuständige Schwester ist trotz sehr knapper Zeit bei vollkommen überbelegter Station sehr bemüht um mich und meine Bettnachbarin, die nach einem Kaiserschnitt die gleichen Probleme entwickelt, so dass wir in der letzten Nacht wechselweise zum Abpumpen gehen. Die geschlafene Zeit reduziert sich auf 2 Stunden.
  • Die Schwester bietet an, jederzeit einen neuen Anlegeversuch mit mir zu unternehmen, drängt mich aber nicht dazu. Sie bestätigt, dass es Zuhause dann oft besser klappt, kennt meine Nachsorge-Hebamme Regine und weiß mich bei ihr in guten Händen. So steht trotz der Gewichtsstagnation des Babys der Entlassung nichts im Weg. Ich will erst Zuhause wieder anlegen, meine Nachsorge-Hebamme hat doch mal gesagt, Stillen tut nicht weh.
  • 6. Post-OP-Tag: Wir werden entlassen. Die Brustwarzen haben sich etwas erholt, tun nicht mehr dauerhaft weh, sind aber beide noch verschorft. Mit Abpumpen und Füttern komme ich gut zurecht, muss mir die Zahlen (Abpumpmengen, -zeiten, Stillmengen, -zeiten) aufschreiben, damit das Baby nicht abnimmt.
  • Zum Glück kommt meine Nachsorge-Hebamme ca. 1,5 Stunden, nachdem ich Zuhause angekommen bin. Wir legen gemeinsam an, nach einer Technik, die ich noch nie bei irgendwem, geschweige denn bei mir, gesehen habe. Und es tut tatsächlich nicht weh – trotz noch leicht gereizter Brustwarzen. Im Gegenteil, es fühlt sich eher an, wie eine wohlige, entspannende Brustmassage.
  • Alleine traue ich mich noch nicht anzulegen, da die Technik ein Einführen der Brustwarze „mit Schmackes“ verlangt und das schaffe ich noch nicht. Die Angst vor dem Schmerz ist noch zu groß.
  • Am 7. Post-OP-Tag legen wir erneut gemeinsam an. Es tut wirklich nicht weh. Die Brustwarzen sehen wieder normal und erholt aus, kein Schorf, kein Bluten, keine Hautabschürfungen. Ich kann es nicht fassen, dass ich beim 1. Kind 9 Monate Schmerzen vollkommen unnötig ertragen habe.
  • Die nächsten zwei Anlegeversuche klappen auch gut, aber nachts, selber schon etwas müde, klappt es nicht. Ich werde nervös, das Baby wird nervös, ich bekomme den Vorhof unterhalb der Brustwarze nicht richtig in den Mund. Die Angst vor dem Schmerz ist noch so groß, dass ich lieber wieder abpumpe und füttere, auch wenn es länger dauert.
  • Nach 2 – 3 Tagen Üben klappt das Anlegen aber immer besser. Schmerzen habe ich überhaupt nicht mehr. Ich bin so glücklich, dass ich allen von dieser tollen Anlegetechnik erzählen möchte.

Reaktionen von „stillerfahrenen“ Freundinnen

  • „Ach, das tut wirklich gar nicht weh?“
  • „Technik? Ich habe keine Technik. Ich habe mir bei anderen abgeschaut, dass man soviel von der Brustwarze reinstopft wie möglich und so hat es immer geklappt.“
  • „Gezeigt hat mir da niemand was. Im Gegenteil, ich habe meiner Bettnachbarin beim Anlegen geholfen, nachdem ihr nach Kaiserschnitt das Baby auf den Bauch gelegt wurde mit dem Kommentar: Jetzt legen Sie doch mal an!“.

Originalbericht einer Mutter
Foto: jeff.snodgrass via photopin cc

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Google+.

2 Kommentare

  1. Hallo Regine,

    auch ich möchte Dir gerne meinen schwierigen, schmerzhaften und oftmals verzweifelten Weg hin zum stillen schreiben.
    Unser Kleiner wurde mit 2600g nach einer unglaublich komplizierten ss am 25.11.2013 geboren. Ich war sehr oft stationär wegen wiederkehrender Blutungen mit unklarer Ursache. Während der gesamten ss musste ich fast ausschließlich liegen. Später kamen noch vorzeitige Wehen und eine ss Vergiftung dazu. Die Geburt war heftig, da das CTG pathologisch war und der Wehentropf leider ohne Schmerzmittel zum Einsatz kam.
    Kurz nach Geburt wurde das erste Mal angelegt, jedoch mir kaum etwas erklärt von der Hebamme.
    Am nächsten Tag habe ich ihn gerade gestillt (bisher jedoch noch ohne Milcheinschuss), als einige Kinderärzte ins Zimmer kamen. Sie erzählten der Kleine habe eine schwere Neugeboreneninfektion und müsse sofort auf die Intensivstation. Sie nahmen ihn von der Brust und mir weg auf Station. Durch die Intensivstation konnte ich ihn nur zu gewissen Zeiten kurz anlegen. Alle vier Stunden bekam er eine Flasche. Um endlich Milch zu bekommen habe ich im KH tags und nachts alle 2-3 Stunden abgepumpt. Weiterhin nur 5-10ml.
    Als er eine Woche später nach Hause durfte haben wir nicht viel anderes gemacht als anlegen, anlegen, anlegen. Schliesslich klappte es ganz gut. Jedoch unter Schmerzen, die immer mehr wurden. Meine Nachsorgehebamme hat mich kaum unterstützt und keine Anlegetechniken gezeigt. Sie sagte nur ich solle nicht so oft anlegen. Max. alle 3 Stunden. Meine Brustwarzen schmerzten immer mehr und nach drei Wochen zu Hause „befahl“ mir meine Hebamme zuzufüttern, da er nicht genug zunahm. Verzweifelt fütterte ich ab da zu. Legte noch öfter an und stillte zusätzlich mit Brusternährungsset. Trotzdem wurden die Schmerzen irgendwann so schlimm, dass ich in ein Stück Stoff beissen musste, um nicht zu schreien. Auch wenn mir jeder geraten hat abzustilllen, mein Mann hat mich in dem Willen weiterzustillen immer unterstützt. Die Nachsorgehebamme sagte nur die Warzen seien wund da ich ihn viel zu oft anlege. Mehr Hilfe bekam ich nicht.
    Die Woche später (unser Sohn war mittlerweile acht Wochen alt) konnte ich einfach nicht mehr. Ich habe nur noch geweint und hatte Angst vor jedem anlegen.
    Mein Mann hat mich dann in ein Krankenhaus gefahren was 1 Stunde entfernt ist. Jedoch mit angegliederter Stillambulanz.
    Die Stillberaterin hat mich und meine Brüste gesehen und sofort die Oberärztin angefunkt. Sie hat mich direkt stationär aufgenommen. Diagnose dort:
    1. Raynaud-Syndrom
    2. schwere Pilzinfektion der Brustwarzen und der gesamten inneren Milchgänge/ Pilzmastitis
    3. aufgrund der wochenlang andauernden nicht erkannten Pilzinfektion hatte sich noch zusätzlich eine bakterielle Infektion gebildet

    Ich war zehn Tage stationär. Aufgrund der massiven Schmerzen sollte ich ausschließlich abpumpen und Pre beifüttern. Die Stillberaterin riet mir abzustillen, da die Schmerzen einfach zu stark seien. Ich wollte jedoch unbedingt weiterstillen und habe abgepumpt. Medikamente bekam ich gegen das Raynaud Syndrom. Eine antibiotische Salbe gegen die bakterielle Infektion und Tabletten gegen die Pilzinfektion. Außerdem Schmerzmittel die normalerweise bei Krebspatienten eingesetzt werden. Als nach drei Tagen keine Besserung eingetreten ist wurde mir ein Pilzmedikament per Tropf gegeben. Das war der Durchbruch und ich merkte endlich das es besser wurde. Bei Entlassung eine Woche später konnte ich auf einer Seite schon wieder anlegen und sogar den Kleinen schon wieder kurzfristig ins Tragetuch nehmen. Durch die Schmerzen und die Medikamente ist meine Milchproduktion massiv eingebrochen.
    Mittlerweile ist unser Kleiner sechs Monate alt. Er bekommt schon Gläschen und Brei und gleichzeitig stille ich so viel wie noch nie zuvor. Völlig schmerzfrei.
    Ich bin stolz, dass wir so weit gekommen sind und möchte allen Frauen Mut machen: stillen muss und darf nicht schmerzhaft sein und selbst schwierige Stillbeziehungen können schön und erfüllend sein.

    Liebe Grüsse
    Stephanie

    • Hallo Stephanie,
      Danke für diesen Bericht.
      Oh ja, da hast Du wirklich allen Grund stolz auf Dich zu sein!!
      Deine Geschichte zeigt aber auch sehr deutlich, dass es überhaupt nicht sinnvoll ist, Schmerzen beim Stillen auszuhalten und darauf zu warten oder zu hoffen, dass sie irgendwann von selber besser werden.
      Stattdessen sollten immer schnellstmöglich die Ursachen für die Schmerzen herausgefunden werden. Denn je früher die Ursache gelöst wird, desto schneller kann das Stillen wieder genossen werden und desto weniger Folgeprobleme müssen auch noch gelöst werden, wie z.B. ein Rückgang der Milchproduktion oder eine bakterielle Infektion wie in Deinem Fall.
      Ich wünsche Dir, dass Ihr das Stillen jetzt aber noch recht lange weitergenießen könnt.
      Herzliche Grüße,
      Regine Gresens

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