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Nach drei Wochen klappte es auch ohne Stillhütchen

1 Kommentar

Unsere Tochter erblickte in der 36+5 SSW per Not-Sectio das Licht der Welt (mit Vollnarkose mitten in der Nacht, weil wegen einer Uterusruptur keine Zeit für eine Spinalanästhesie war).

Leider ging es unserer Kleinen sehr schlecht. Sie atmete nicht und musste 5 Minuten mit Maske beatmet werden. Ihre Apgar Werte waren 4-5-8 und sie musste direkt in eine 70 km entfernte Kinderklinik verlegt werden.

Ich wurde erst 36 Stunden später verlegt. Durfte nicht stillen, denn sie bekam Nahrung über eine Sonde.

Nach gut 40 Stunden habe ich zum ersten Mal abgepumpt. Vorher wollte ich nicht, ich fühlte mich schlecht und hatte mein Kind nicht bei mir, so hatte ich es mir schließlich nicht vorgestellt.

Am 3. Tag durfte ich abends zum ersten Mal anlegen. Es klappte so gut und ich war stolz.

Jede 2. Mahlzeit ging es so. Anschließend und alle 3 Stunden zwischendurch pumpte ich ab.

Am 4. Tag wurde ich entlassen und musste mein Baby 75 km entfernt zurücklassen. Es waren keine Begleitbetten mehr frei.

Ab Tag 6 wollte sie die Brust nicht. Mit der Flasche kam sie aber auch nicht zurecht. Ständig verschluckte sie sich und die Geräte piepsten.

Drei unendliche lange Wochen ging es so. Ich pumpte Tag und Nacht im 4-Std.-Rhythmus ab und war frustriert.

Zuhause beschloss ich direkt: „So will ich es nicht. Mir wurde alles genommen und das Stillen werde ich mir erkämpfen..“

Leider kam meine Hebamme nie. Vielleicht waren wir uninteressant nach so langer Krankenhauszeit?

Also wurden die Stillhütchen besorgt. Mit ihnen klappte es von Tag zu Tag besser.

Flaschen wurden bis auf ein oder zwei Mahlzeiten verbannt. Denn Milch hatte ich mehr als genug.

Aber so richtig glücklich war ich nicht. Vor allem Nachts empfand ich es sehr unpraktisch mit den Stillhütchen.

Ich ließ sie „andocken“ und sobald die Brustwarze in „Form“ war, nahm ich das Hütchen weg.

Mit drei Wochen nahm mein Baby ohne Stillhütchen die Brust. Es war sooo toll.

Ich war so stolz und ich muss sagen, ohne die Unterstützung meines Mannes, der immer bemüht war, sich in den Stillphasen um die zwei älteren Kleinkinder zu kümmern, damit ich Ruhe habe, hätte es nicht geklappt.

Wir hatten wunderschöne 10 Monate Stillzeit. Zwar mit 2-3 schwierigen Situationen/Phasen, aber die Mühen und die Geduld haben sich gelohnt.

LG, Steffi, 27

Originalbericht einer Mutter, Mai 2017
Foto: Jacko 999 Give me a hug via photopin (license)

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin.
Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht.
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Ein Kommentar

  1. Hallo Steffi, danke für diesen tollen Bericht, hatten auch einen sehr schwierigen Stillstart und wenn mein Mann nicht gewesen wäre, hätte ich es nie geschafft. Leider hatte ich nicht sehr viel Milch, es reichte meistens. Leider war es nach 6.5 Monaten vorbei, mein kleiner ging 3 Tage nicht an die Brust.

    Lg isi

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