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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Muttersein – so vieles wird in Zweifel gezogen

24 Kommentare

Ich will mal so anfangen: Ich bin sicher keine klassische Übermutter. Kinder wollte ich zwar, fühlte mich aber viele Jahre nicht reif, nicht geduldig genug dafür.

Mit 38 endlich traute ich mich. Und wurde sofort im ersten Monat schwanger.

Ich wusste so gut wie nichts über Geburt und Säuglingsalter.

Also deckte ich mich erst einmal mit Lesestoff ein. Bücher wie “Kinder verstehen”* und “Gestillte Sehnsucht” haben mir sehr geholfen, meinen Weg zu finden.

Ich kann nicht sagen, dass mir mein Umfeld wirklich Steine in den Weg gelegt hätte, aber zumindest eine Menge Zweifel gesät.

Bei der Gyn hieß es, ich sei wegen des Alters eine Risikoschwangere (trotz Traumschwangerschaft) und sollte besser im Klinikum mit angegliederter Kinderklinik entbinden.

Meine Hebamme verteilte Broschüren zum Thema Stillprobleme…

Es kam mir vor, als würde erst einmal pauschal davon ausgegangen, dass ein Großteil der Frauen Schwierigkeiten hat, natürlich zu gebären und anschließend zu stillen.

Das verunsichert!

Zum Glück bin ich meinem Bauchgefühl gefolgt und entschied mich, um der “Massenabfertigung” im Klinikum zu entgehen, für ein kleines Kreiskrankenhaus. Meine Wünsche wurden dort zwar teilweise, so glaube ich, belächelt, aber man stellte sich darauf ein.

In der Nacht vom 22. Juni lag ich in den Wehen und wurde von der diensthabenden Hebamme fürsorglich betreut.

Am frühen Morgen erblickte Sophia das Licht der Welt und die folgende Stunde verlief, wie ich es mir gewünscht hatte.

Die Hebamme ließ die Nabelschnur auspulsieren, Sophia wurde mir direkt auf den Bauch gelegt, wo sie dann nach etwas Verschnaufpause an meiner Brust zu trinken begann.

Anschließend kamen wir auf unser Familienzimmer, in dem mein Mann gleich die Betten aneinander schob, sodass Sophia die nächsten vier Nächte zwischen uns schlafen durfte. Zwar wurden wir mehrfach gefragt, ob wir unsere Kleine nicht lieber ins Babybett legen wollten, aber dabei blieb es.

Auch Tee und Schnuller wurden uns angeboten, zum Glück wusste ich von den Stillproblemen, die daraus entstehen können, und legte Sophia lieber sofort an, wenn sie weinte.

So kam dann auch am dritten Tag der Milcheinschuss.

Ich glaube, dass uns dieser gute Start in unserer Stillbeziehung sehr geholfen hat.

Aber – alle diese kleinen Dinge sind aus meiner Initiative entstanden und nicht durch das Krankenhauspersonal, das es doch heutzutage eigentlich besser wissen sollte.

Zu Hause wollte Sophia in den ersten Wochen sehr häufig gestillt werden, nachts circa alle zwei Stunden, tagsüber oft schon nach weniger als einer Stunde.

Da ich sie nicht weinen lassen konnte, kam sie, so oft sie wollte, an die Brust. Immer wieder bekam ich zu hören, dass sie doch “nur” nuckeln wolle. Als ob dieses Bedürfnis nicht wichtig wäre.

Das Gleiche beim Tragen. Sophia bestand auf “ihr Recht als Tragling” nach ständigem Köperkontakt.

In den ersten Monaten konnte ich sie absolut nicht ablegen, sie schlief entweder auf meinem Schoß oder neben mir, dicht an mich gekuschelt.

Hier wurde die leise Kritik schon lauter. “Das Kind muss sich doch an sein Bettchen gewöhnen”.

Auch das Thema Beikost hat uns beschäftigt. Mit sechs Monaten habe ich angefangen, ihr selbstgemachte Gemüsebreie anzubieten. Sie saß bei uns mit am Tisch und hatte Freude an ihrer neuen Kost und vertrug alles gut.

Doch sie isst bis heute nur ganz kleine Mengen und liebt weiterhin ihre Muttermilch.

Anfangs hatte ich Angst um ihren Eisenspiegel, inzwischen weiß ich, dass viele Stillkinder erst spät “richtig” essen und dass die Muttermilch sie gut versorgt.

Heute ist Sophia acht Monate alt, trinkt weiterhin hauptsächlich Muttermilch und schläft weiterhin nur an meiner Brust ein.

Allein schlafen mag und kann sie noch nicht und schläft nur ruhig, wenn ich neben ihr sitze oder liege bzw. wenn sie beim Spazieren gehen in der Trage sitzt.

Natürlich ist das manchmal anstrengend, aber sie ist ja auch noch so klein.

Ich habe verstanden, dass es gut und normal ist, wie sie ist und genieße die Nähe mit ihr jeden Tag aufs Neue.

Die vielen guten Bücher und Stillkinder.de haben mir geholfen, den Druck raus zu nehmen.

Ich lasse sie in ihrem Tempo wachsen und habe dafür ein sehr ausgeglichenes, fröhliches Baby, das selten weint und sich sofort mittels Brust beruhigen lässt.

Was ist daran falsch?
Warum wird das noch immer kritisch beäugt?
Warum wird von einem kleinen Baby so viel verlangt?
Warum ist der natürliche Umgang mit dem Baby vielen so suspekt (als ob man einen Säugling erziehen müsste)?
Und warum geistert noch immer eine veraltete Geburtshilfe und Säuglingspflege durch die Krankenhäuser?

Wie viele Frauen sind weniger stur als ich und lassen sich im Krankenhaus verunsichern und passen sich dem an, was “Experten” zum Stillen, Füttern, Schlafen… zu sagen haben?
Dabei könnte es so viel leichter sein.

Ich habe es gern natürlich und ich möchte mich in mein kleines süßes Menschlein einfühlen. Ich weiß, dass Sophia diese unmittelbare Nähe von mir braucht.

Und ich bin sehr froh, dass wir diesen, unseren Weg eingeschlagen haben und dass mein Mann voll hinter uns steht.

Wir kennen keine durchwachten Nächte und kein untröstlich weinendes Baby.

Ich finde nicht, dass wir es so schwerer haben. Ich finde, wir haben es leichter!

Ganz herzliche Grüße,
Ela

Originalbericht einer Mutter, Februar 2016,
Foto: G.N.

 

* Affiliate-Link: Stillkinder.de erhält eine kleine Provision, wenn Du dieses Produkt über den Link kaufst, für Dich entstehen dabei keine höheren Kosten. Ich empfehle hier nur, was ich selber getestet oder gelesen habe und für gut und sinnvoll halte.

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Google+.

24 Kommentare

  1. Liebe Regine, schön zu lesen. Ich bin genauso „stur“ wie Du. Unser Kleiner ist jetzt so gut wie ein Jahr alt und wir halten alles genauso wie ihr. An den Bedürfnissen des Babys orientiert. Und wenn ich das so lese, scheinen diese dann doch bei fast allen Babys gleich zu sein. Jetzt werde ich auch von vielen Seiten langsam drangsaliert, wann ich denn abstillen wolle. Tja, er isst nicht besonders viel und liebt seine Mamamilch. Ich werde ihm diese wohl kaum verweigern. Und bevor er hungert…. Und genau das frage ich mich dann auch…. wieso sollte ich anders als nach meinem Instinkt und seinen Bedürfnissen handeln? Merkwürdig diese Ansichten. Danke für deinen mich weiterhin bestärkenden Text. Immer gut zu wissen da draussen sind noch mehr Mütter wie ich.

  2. War bei uns fast genauso 🙂 man muss einfach machen was einem gut tut alles kann nichts muss. Sehr schön geschrieben 🙂

  3. Liebe Ela,
    dieses Thema beschäftigt mich auch oft. Ich hab das Gefühl, das jeder das Bedürfnis verspürt, irgendeinen Kommentar abzulassen. Manchmal ist das gar nicht böse gemeint, die Leute denken einfach nicht darüber nach, was sie schwätzen oder was das in einem bewirkt. Ich hab meinen Sohn eineinhalb Jahre gestillt. Ich musste mir sogar sagen lassen, dass er erst Zähne bekommt, wenn ich abstille. Er hat erst mit 14 Monaten Zähne bekommen. So ein Quatsch! Stillen ist ein Muss, aber wenn man länger als ein Jahr stillt, wird man schräg angeschaut. Mein Sohn wollte das ganze erste Lebensjahr nur Busen. Oft musste ich mir anhören, dass er doch gar nicht mehr satt wird. Ich hab dann das Thema Stillen gemieden. Und ihn nur zu Hause oder im Hintergrund gestillt. Ich hatte es einfach satt, mich immer rechtfertigen zu müssen oder komische Blicke zu ernten, weil ich ihn immer noch stille. Mit eineinhalb wollte er dann nicht mehr. Ich hatte da auch schon wieder einen großen Babybauch, war ihm wahrscheinlich zu ungemütlich. Er knetet aber bis heute meinen Busen zum Einschlafen. So fleißig, dass mir dabei immer die Milch einschießt : )
    Mach dir nicht so viele Gedanken über das Thema Schlaf. Da gibt es zu viele Mythen. Das kommt alles von allein. Die meisten Eltern wollen es einfach zu früh. Dein Kind schläft allein ein, wenn es bereit ist, genauso ist es mit dem Durchschlafen. Was wir irgendwann gemacht haben, um ein bisschen Privatsphäre zu haben, wir haben ihn ein Juniorbett gekauft mit Absturzleiste, zum Einschlafen kuscheln wir uns zu ihm. Dann schläft er ein paar Stunden und krabbelt dann nachts zu uns ins Bett, das wir uns gerade zu viert teilen. Das ist ein Kompromiss mit dem wir alle leben können.

    An Monika: wir haben irgendwann angefangen, dass Papa ihn auch mal ins Bett bringt, dann gab es verdünnte Kuhmilch aus einem Becher und ein ganz tolles Buch, das es nur gab, wenn Papa ihn ins Bett bringt. Dann konnte ich aus dem Haus, wenn ich ihn ins Bett gebracht hab, gab’s Busen. So hat er das voll akzeptiert. Ich hab ihm immer erzählt, dass mein Busen gerade leer ist und er deshalb vom Papa Milch bekommt. Schien im wohl plausibel. Er hat dann verständnisvoll genickt. Kinder sind doch manchmal so zuckersüß.

    Liebe Grüße
    Vanessa

  4. Hallo liebe Ela und all die anderen fleißigen Mitschreiberinnen,
    auch mich hat dein Beitrag bestärkt und ermutigt, so weiter zu machen wie bisher. Wir stillen jetzt auch schon fast 9,5 Monate, aller Unkenrufe zum Trotz. 8 Monate voll, seit wenigen Wochen gibt es etwas Beikost vom Familientisch mit (blw). Meinen Sohn bekam ich mit 35 Jahren, mittlerweile bin ich 36. Ein biblisches Alter zum Kinderkriegen, wenn man den Ärzten und Vorsorgeuntersuchungen Glauben schenken mag. Unsere Stillbeziehung hat von Anfang an funktioniert, auch weil ich unbefangen und entspannt an das Thema herangegangen bin. Nur eine Sache stand vor der Geburt für mich fest, ich versuche auf Schnuller und Nuckelflasche zu verzichten. Und siehe da, es klappte die ganze Zeit bis heute ohne Brustersatz. Wobei sich meine Schnullersammlung sehen lassen kann. Alles Mitbringsel von Familie und Freunde. Mein Sohn ist dadurch ein wunderbar ausgeglichenes Kind, lässt sich auch sofort an der Brust beruhigen und wird viel getragen, was auch dazu beiträgt. Mit ein bißchen Wehmut blicke ich nun auf die schöne Zeit des Treibens und der gemeinsamen Ruhe zurück, denn in anderthalb Monaten fängt für uns beide die Eingewöhnung in der Krippe an. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir beide das schaffen werden und gestillt wird natürlich weiter. Liebe Grüße, Claudia und Matteo 🙂

  5. Ich liebe diese Seite, habe hier viel Mut erlangt, um zu tun, was mein Bauch mir sagt. Doch ich habe eine Frage, ich muss leider wieder arbeiten, wenn mein kleiner ein Jahr alt ist. Aber wie soll es da klappen, kann ich ihn dann früh und abends stillen, kommt er damit zurecht… Diese Gedanken machen mich verrückt und davor habe ich auch Angst. Habt ihr Erfahrungen dazu?

    • Frag doch mal bei rund-ums-baby.de im Expertenforum bei Biggi und Kristina nach. Dort bekommst Du auch noch mal ganz viel Rückversicherung. Es geht alles, wenn wir es wollen!

    • Liebe Conny!
      Ohne die weiteren Kommentare gelesen zu haben: Mach Dir keine Sorgen. Clara ist jetzt 18 Monate alt und ich gehe seit Mitte Januar wieder arbeiten und sie nach sanfter Eingewöhnung in die Krippe. Und ich stille noch immer. Es regelt sich! Nur eines habe ich bei der Eingewöhnung beachtet: Während meines „Beisitzens“ in der Gruppe habe ich sie nicht angelegt, sondern ihr zu trinken gegeben bzw geben lassen. Sobald ihre Zeit um war und wir gegangen sind, hat sie sich noch in der Krippe während des „Abholens“ bei mir stillen dürfen. So geht es noch heute. Ansonsten stille ich weiter nach Bedarf. Nachts stille ich auch noch. Das zehrt natürlich an den Kräften. Aber dagegen nutze ich jedwede Gelegenheit zum Ausruhen. Dafür bleibt der Haushalt aufs Nötigste beschränkt. Und das muss reichen. Auf alle Fälle ist Arbeit und Krippe nicht zwingend ein Abstillgrund!!
      Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg!!

  6. Danke für diesen tollen Beitrag.
    Meine kleine Maus wird bald 4 Monate und wird auch noch voll gestillt.
    Nach anfänglichen abendlichen Dauerstillen haben wir uns daran gewöhnt, im Bett zu stillen und nach einiger Zeit ist sie so abends schnell eingeschlafen. Allerdings habe ich mir jetzt immer Sorgen gemacht, da viele im Umkreis auch sagen, dass sie so niemals ohne Mama einschlafen wird. Aber bis jetzt ist mir das egal und ich genieße es, ihr und mir auf so einfache Weise Ruhe zu gönnen.
    Dafür schläft sie dann in der Nacht meist auch 8-9 Stunden am Stück. Und tagsüber habe ich meist ein sehr fröhliches und freundliches Kind, welches da aber auch sehr gerne an die Brust möchte. 😉 🙂

  7. Liebe Ela,

    uns ging es ähnlich. Mein erstes Kind kam, als ich 41 war, per Hausgeburt komplikationsfrei zur Welt und konnte auch sofort stillen.

    Heute ist die kleine Maus, immer mit sehr kurzen Stillabständen, gute 4 Jahre und liebt es immer noch, das Stillen. Sie kann ohne zu stillen schlafen, aber zum Mittagsschlaf genießt sie es noch, einschlafzustillen. Danach mache ich, was immer ich machen will, und sie sagt Bescheid, wenn sie mich braucht. Nachts schlafen wir fast immer alle gut zusammen im Schlafzimmer, sie im offen neben das Ehebett gestellten Kinderbett. Sie schläft mit ihrem Papa ein, nachdem sie gestillt hat. Alle sind damit zufrieden, zumindest wir. Aber es gibt wohl kaum jemanden in unseren Familien, der oder die nicht unkt und kritisiert. Interessanterweise meinen alle, dass wir unser Kind betüdeln, es uns ausnutzen würde und wir nicht zu unserem Recht kämen.

    Was für ein Unsinn!

    Erst hieß es:
    Sie muss lernen, selbst einzuschlafen, sonst kann sie sich nie von der Brust lösen. Und siehe da – sie kann es doch!

    Wenn du sie immer trägst, kann sie ja nicht lernen, sich zu bewegen.
    Und siehe da: Sie begann, mit 3 Monaten durch die Wohnung zu rollen, wenn sie mal auf dem Boden war, robbte früh, krabbelte früh, stand früh.

    Wenn du sie immer trägst, kann sie sich ja nie von dir lösen.
    Und siehe da: Mit 2 wollte sie unbedingt zum Spielkreis, auch ohne Mama, Hauptsache Kinder. Sie hatte dort von allen anwesenden Kindern die wenigsten Ablösungsprobleme, eigentlich sogar keine. Sie ist mit weniger als 2 Jahren schon mit einer Freundin unterwegs gewesen, wenn ich mal einen Termin hatte, und verbrachte problemlos mal einen Tag mit ihrem Papa, wenn ich segeln gehen wollte.

    Wenn du immer gleich springst, wenn sie „Piep“ macht, verwöhnst du sie, und dann wird sie immer so fordernd sein.
    Und siehe da: Sie ist ein fröhliches, selbstbewusstes, sehr kompromissfähiges Mädchen und hat eine hohe Sozialkompetenz. Wie konnte das bloß passieren – oder passierte es nicht trotz, sondern weil wir bedürfnisorientiert mit ihr umgingen? Könnte möglicherweise doch was dran sein an unserem Weg?

    Du musst mal die Stillabstände verlängern, sie stillt doch viel zu oft.
    Ich habe es damals nicht besser gewusst und mich beeinflussen lassen. Wir stillten dann knapp alle 2 Stunden, und das war nicht gut: Sie bekam einen Knick in der Wachstums- und der Gewichtsentwicklung. Also stillte ich dann bis zum Abwinken mehrere Wochen lang den ganzen Tag, und siehe da: Sie entwickelte sich bestens!

    Wenn du nachts immer stillst, wird sie nie lernen, durchzuschlafen.
    Ein Wunder! Sie schläft durch, seit sie 18 Monate alt ist. Ganz ohne Geschrei und Drama. Wie ist das möglich?

    Euer Kind „verarscht“ euch, das haben auch die anderen alle gesagt (nach dem Familientreffen, auf dem unsere Tochter etwas gesundheitlich angeschlagen und daher ein bisschen bedürftiger als sonst war). Ich muss sagen, dieser Kommentar hat mich sehr verletzt. Sie ist ein aufgewecktes, fröhliches Kind, macht gern Späße, genau wie wir, und warum sollte sie das auch nicht tun?

    Wenn du sie immer stillst, kann sie sich ja nie von dir lösen!
    Sie geht, seit sie 3,5 ist, in einen wunderbaren Kindergarten, in dem es selbstverständlich ist, sanft einzugewöhnen, Mama bleibt, so lange das Kind es braucht, auch wochenlang, wenn es sein muss, und siehe da: Keine Loslösungsprobleme! Nach zwei Wochen war sie dort angekommen und vertraut und trennte sich ganz leicht. Eher hatte sie mal Probleme, abgeholt zu werden, weil sie noch mit ihren Freunden spielen wollte. Sie liebt ihren Kindergarten. Besonders krass fand ich, dass sie schon nach wenigen Tagen im Kindergarten kein Problem hatte, einen Tag mal vorher zu einer anderen Mutter gebracht zu werden, die sie dann zusammen mit ihrem eigenen Kind mitnahm. Im Gegenteil – sie fand das toll!

    Wenn ihr immer mit ihr schlaft, wird sie sich nie an ihr eigenes Bett gewöhnen.
    Ich bin sicher, dass sie sich irgendwann entscheidet, im eigenen Bett zu schlafen. Wenn sie soweit ist. Aber warum sollten wir sie verbannen? Wahrscheinlich wäre dann vor allem mein Mann ganz unglücklich, weil ihm sein Kind neben ihm fehlt. 😉

    Wenn du sie nicht bald abstillst, wird sie nie richtig essen.
    Siehe da: Nach langer Zeit des „Vogelpickens“ (außer in Wachstumsschüben, da wurde den ganzen Tag rund um die Uhr regelrecht „gefressen“) begann sie im Laufe des dritten Lebensjahres langsam immer mehr Mengen zu essen, unabhängig vom Stillen, und heute kann sie einem manchmal die Haare vom Kopf fressen. Wie dann noch die Tankladung Stillen nach dem Mittagessen reinpasst, ist mir manchmal schleierhaft. Alles ganz ohne Drängen und Zwang. Und, was sie von vielen Kindern im selben Alter unterscheidet: Sie ist neugierig auf neues Essen, probiert alles!
    Merkwürdig! Wie konnte das nur passieren, so ganz ohne unsere Einwirkung? Sollten Kinder tatsächlich selbstbestimmt in der Lage sein, die Basics (essen, schlafen, Kuschlbedarf) ganz von selbst zu regeln? Man staunt!

    Es hagelt immer Kritik. Und jetzt, mit vier, sehen alle, wie gut sich unser Kind entwickelt hat, ohne es im Falle von Trotzanfällen auszusperren, zwangsweise ins eigene Bett zu schicken oder abzustillen. Und obwohl sie alle erfreut feststellen, was für ein zauberhaftes Wesen wir da haben, hagelt es weiter. Ist das nicht merkwürdig?

    Viele Menschen in unserer Gesellschaft sind so geprägt vom Erziehungswahn, dass sie das Vertrauen in die Kinder verloren haben, und das schon in der Schwangerschaft.

    Toll, wenn Du hier, Ela, und viele andere, die auch hier geschrieben haben, die Fähigkeit zur Verbindung mit dem Bauchgefühl und euren Kindern nicht verloren haben!

    Ich wünsche euch weiterhin alles Gute! Dein Kind hat sich eine wunderbare Mama ausgesucht!

    Liebe Grüße

    Silke

    • Das klingt ja vom äußeren Einfluss wie bei uns oft. Schrecklich, was andere immer meinen dazu äußern zu dürfen. Schön, dass ihr das genauso handelt, wie ihr es tut. Klingt nach einer wundervollen Elternkindbeziehung und einem glücklichen Kind. Wir halten es genauso. Alles Gute

  8. Hallo und lieben Dank fuer euer nettes Feedback.
    Es tut gut zu hoeren, dass man nicht allein auf weiter Flur ist.
    Ich lebe derzeit in Sizilien und hier gehen die meisten Frauen schon nach 3 Monaten wieder arbeiten und die Kinder werden komplett fremd betreut.
    Ich bin also der „Alien“ und es fehlt an gleichgesinnten Muettern fuer den Austausch. Umso wichtiger fuer mich, dass es den wenigstens im Netz gibt.
    In einer Sache bin ich unsicher und mich wuerden eure Erfahrungen interessieren. Sophia kann allein nicht schlafen und wird sofort wach, wenn ich nur kurz den Raum verlasse. Sie schlaeft deshalb bei uns auf dem Sofa neben mir ein und wenn wir ins Bett gehen wird sie im Halbschlaf umquartiert.
    Fuer mich ist das momentan so ok und das Familienbett wollen wir die naechsten Jahre weiter praktizieren, aber ich mache mir Gedanken, wie es ist, wenn sie aelter wird. Ich wuerde schon gern ab und zu einen Film gucken oder etwas im Haushalt erledigen. Also ist der Sofaplatz auf Dauer vermutlich nicht ideal. Waren eure Suessen auch so? Ab wann konnten sie den Abend allein im Schlafzimmer schlafen? Verwaechst sich das von selbst?

    Ich freue mich auf eure Antworten
    Lieben Gruss aus Sizilien
    Ela

    • Hallo,
      Ist für dich liebe Ela vermutlich schon zu spät aber vielleicht hilft meine Erfahrung anderen.
      Hab meine kleine Caroline die ersten Monate auch nur herumgetragen und sie schlief nur auf oder neben mir und sobald ich sie weglegen wollte wurde sie wach. Mein Umfeld riet mir natürlich auch, ich MUSS DEM KIND ALLEINE SCHLAFEN LERNEN grrr wenn ich nur dran denke stellt es mir die haare auf. Ich wollte sie gar nicht weglegen. Ich glaub ICH brauchte ihre Nähe genau so sehr wie sie meine.
      Als es für mich ok war sie los zu lassen konnte ich sie auch einmal zu beginn in ein bettchen im selben Raum stellen. Und später dann auch für ein paar stunden wenn sie fest schlief in einen anderen Raum. Aber was ich damit sagen will ist, dass es ganz problemlos funktionierte als ich selbst innerlich soweit war. Sie schläft nach wie vor im Beistellbett und kommt in der Nacht zu mir rüber und holt sich die Nähe und “Mimi-Milch“ die sie braucht und ich darf dazwischen auch kurze Zeit auf dem Bauch liegend genießen.
      Ich wollte trotz anderer Ratschläge so viel Nähe mit meinem Kind ausleben wie möglich und hatte dann fast ein schlechtes Gewissen weil ich sie auch einmal weglegen wollte. Jetzt weiß ich aber dass es das wichtigste ist, dass man sich als Mutter wohl fühlt bei dem was man tut, ganz egal wie viel man sein kind trägt, stillt oder sonst was. Die Kids spüreb wenn wir uns von außen verunsichern lassen.
      Danke das es auch das Gegenteil, die Ermutigung gibt!!
      Lg Bernadette

  9. Liebe Ela,

    vielen Dank für deinen ermutigenden Kommentar. Ich gebe dir zu 100% Recht. Schade, dass Frauen/Mamas heutzutage so sehr unter Druck gesetzt werden von allen Seiten, und leider in Krankenhäusern nicht mehr so betreut werden, wie es „natürlich“ ist. Natürliche Geburt, kuscheln mit dem Baby, schlafen im Familienbett, stillen nach Bedarf vom Baby – das alles haben mein Mann und ich von Anfang an durchgezogen, weil wir es wollten! Und kaum einer hat keinen „blöden“ Kommentar dazu abgegeben!

    Kleine Ermutigung meinerseits zum Thema Stillen:
    Unser 15 Monate alter Sohn wird von Anfang an gestillt, soviel er möchte und wann er möchte, mal als Ernährung, mal als Trostpflaster, mal als Einschalfhilfe, die ersten 12 Monate im Familienbett, und jetzt seit 3 Monaten im eigenen Bett. Dafür muss Mama eben Mal eine zeitlang nur für Ihr Baby da sein und kann abends nicht weggehen, bin da zwar unter allen Müttern, die ich kenne, eine Aussenseiterin, aber was soll’s, dafür bin ich Mama geworden, damit ich (und meine Brüste) eben für mein Baby da sind. Auch jetzt mit 15 Monaten schläft er meistens abends nur an meiner Brust kuschelnd ein (mittags teils auch im Kinderwagen, Auto oder alleine), dafür aber gleich nach ca. 3-5 Minuten und ganz süß und selig. Er schläft wie ein Murmeltier, mittags und nachts. Nachts zwar mit 2-3 Unterbrechungen (ab und zu muss man doch mal an Mama’s Brust andocken), aber er schläft ca. 12 Stunden. Und wacht gesund und munter auf;) – das kennen wenige Mütter in meinem Bekanntenkreis!

    Ich kann nur jeder Mama einen Rat geben: „Du weißt am besten, was gut für dich und dein Baby ist – Klapp die Ohren zu bei gut gemeinten Ratschlägen (außer natürlich im Krankheitsfall vom Kinderarzt o.ä.), sie sind eben nur gut gemeint und oft nicht das richtige für dich und dein Baby“

    Mamas, lasst euch nicht verunsichern;)
    (Ich hab es leider ab und zu zugelassen, leider)

    Eure Tina

  10. Hey Ela du sprichst mir hier aus der Seele! Meine Cecilia ist jetzt 5 Monate alt und ich stille sie voll und trage sie viel.

    Diese ganzen, man muss schon sagen, „dummen“ Ratschläge… da wird mir ganz schlecht. Und diese nicht vorhandene Einsicht von deren Seite, uns frische Müttern einfach selbst machen zu lassen. Es ist schlimm.

    Ich muss mich auch heute noch gegen meine Schwiegereltern wehren, die mir ständig einreden wollen, ich solle meinem Baby Tee geben, damit es nicht so oft an die Brust will. Da frage ich mich…wen stört das? Also ich habe mich noch nie beschwert?! Wie kommt die liebe Schwiegermutter darauf?…Da sieht man doch….es ist überhaupt nicht deren Angelegenheit, sich da in irgendeiner Weise einzumischen!!!

    Und das sollten sich alle Mamas denken!!!
    Einfach selbst machen und bei Unklarheiten nachfragen…aber am besten eine gute Hebamme 😉

    Liebe Grüße von
    Christina & Cecilia (5 Monate)

  11. Liebe Ela,
    gerade habe ich noch darüber nachgedacht, wie ich meinem Sohn mit 6 Monaten beibringen soll, alleine ohne Stillen und ohne in meinen Armen zu schlafen. Wir haben leider schon das Problem, dass er Abends einmal wach wird und 20 – 30 Minuten brüllt. Deswegen hab ich mir gedacht, ob er damit besser schlafen würde. Aber das ist auch wieder so eine Idee, weil man es von allen Seiten gesagt bekommt. Er schläft einfach am liebsten bei mir und ich fühle mich dabei auch wohl. Du hast völlig recht. Warum soll ich das ändern?
    Vielen dank für deinen Beitrag,
    Sandra

    • Hallo Sandra,
      ich hatte die gleichen Zweifel, aber ich sehe einfach, dass sie diese unmittelbare Naehe derzeit braucht. Wahrscheinlich sind auch da die Babys unterschiedlich veranlagt. Ich glaube, auch wenn ich natuerlich nur von meiner Maus sprechen kann, dass es die Sache verschlimmern wuerde, wenn ich ihr die Brust zum Einschlafen entzoege. Sie ist einfach noch nicht so weit. Wenn du unter der Situation nicht leidest, dann lass dir nichts einreden. Gross wird er von allein! 😉
      Schoen, dass es den Internetaustausch gibt. Mich staerkt es, wenn ich lese, dass ihr es auch nicht anders macht 🙂
      Liebe Gruesse
      Ela

  12. Danke liebe Ela!
    Du bist auf dem richtigen Weg, das ermutigt mich!
    Mein Sohn ist fast 1 1/2 und ich stille ihn nach wie vor nach Bedarf und va zum Einschlafen und auch Nachts, wo er neben mir bzw. irgendwo zwischen uns schläft. Wir haben ein Familienbett mit Mann und noch unserer 3-jährigen Tochter. Ja, genau sie wird bald vier und hat sowohl das gemeinsame Schlafen in einem Bett als auch das lange Stillen überlebt 😉
    Es ist wirklich schade, dass wir eher die seltenen sind- aber va ist es schade für die Kinder, deren Mütter sich nicht trauen auf ihr Herz zu hören, entgegen der geläufigen Meinung.
    Danke für deine Offenheit und mein ganzer Respekt, dass du schon beim ersten Kind so klug und mutig entschieden hast.

  13. Hallo Ela,
    es tut so gut, zu hören, dass es Frauen gibt, die ihren Instinkten und Bauchgefühlen folgen. Unser Kleiner ist mittlerweile 9 Monate alt und schläft mit mir im Laufe der Nacht doch neben mir, anstatt in seinem Bettchen. Ich stille ihn im Liegen und seitdem ich das mache, fühle ich mich viel ausgeruhter und kraftvoller als zu Beginn der Stillzeit. Schnuller hat er bis heute nicht, weil er ihn immer ausgespuckt hat. Der Brei wird auch irgendwie akzeptiert.
    Unsere Babys wissen ganz genau, was ihnen gut tut und was nicht. Also hören wir sie doch einfach an und horchen in uns Mamas hinein.
    Liebe Grüße, Caroline

  14. Hallo Ela,
    Beiträge wie Deinen hätte ich gerne in meiner Schwangerschaft gelesen. Dann wäre ich auch bei manchem stur(er) gewesen. So habe ich mich die ersten 6 Monate doch immer wieder verunsichern lassen und war von Zweifeln geplagt.
    (Beikost, Familienbett, Tragen, Stillen nach Bedarf – die Standardthemen halt)
    Zum Glück habe ich doch irgendwann zu mir gefunden und fühle mich jetzt mit manchem richtig wohl.
    Leider hadere ich oft mit mir, dass ich es hätte ändern können von Beginn an.

  15. Hallo Ela,

    wir haben ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Alle redeten auf uns ein. Es war schrecklich. Man will ja alles richtig machen. Zum Glück habe ich eine Traumhebamme, welche mich super unterstützt und aufgebaut hat. Meine Maus ist jetzt 1 1/2 Jahre alt. Ich gehe seit einem halben Jahr wieder arbeiten und sie in die Kita. Sie stillt noch mit mir nach Bedarf und schläft weiterhin bei uns im Schlafzimmer. Teilweise in ihrem Bettchen, teilweise bei uns. Ganz wie sie mag. Jetzt kommt langsam die Zeit, in der sie immer weniger stillen möchte und nachts besser schläft. Auch nimmt sie immer mehr Essen an. Alles kommt zu seiner Zeit. Sie macht das schon.

    Ich bin gestärkt aus der Situation heraus gegangen. Und freue mich, dass wir unseren Stiefel durchgezogen haben. Ich fühle mich glücklich, sie so liebevoll aufziehen zu dürfen.

    Liebe Grüße

    Stefanie mit Josi

    Ps: Wir haben Josi bis ca. 14 Monate getragen. Dabei hat sie sich super beruhigt.

  16. Liebe Ela,
    danke schön für Deinen Mut, die Dinge so offen und ehrlich auszusprechen! Mir ging es vor knapp drei Jahren genauso wie Dir und auch ich habe ausschließlich auf meinen Bauch gehört. Mein Sohn schläft auch heute, mit fast drei Jahren am liebsten an der Brust ein. Ja, ich stille ihn noch immer. Und obwohl er im eigenen Bett, im eigenen Zimmer schläft, schläft er selten eine ganze Nacht allein. Als er ein Baby war, hat er auch nur ganz nah bei oder auf mir geschlafen. So what! Du machst das genau richtig. Höre auf Deinen Bauch und Deine Tochter, Ihr seid ein unschlagbares Team! Liebe Grüße, Monika

    • Hallo Monika,
      Ich habe meine erste Tochter auch drei Jahre gestillt bis sie sich selbst von ein auf den anderen Tag abgestillt hat. Meine zweite Tochter ist jetzt fast zwei und auch sie stille ich noch. Ich hätte jetzt nur eine Frage an euch: Könnt/konntet ihr abends weggehen? Tagsüber ist das hier nämlich kein Thema, aber wenn es auf den Abend zugeht, gestaltet sich das sehr schwierig. Das war bei der Großen auch so und ging dann erst, als sie sich abgestillt hatte. Wie handhabt ihr das? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!

      Viele Grüße, Miriam

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