„Gut Anlegen“ – Der Video-Online-Kurs für stillende Mütter und für Schwangere, die sich auf das Stillen vorbereiten möchten

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Mit mir im Reinen konnte ich gut „Nein“ sagen

Von Cindy |
2014 ist meine Tochter geboren und dass ich sie stillen werde, stand sowieso fest. Leider habe ich mich vorher so gut wie gar nicht informiert.

Auch der Stillkurs, den ich vor der Geburt besuchte, war nicht sehr hilfreich und bereitete mich auf die kommenden Probleme nur mäßig vor.

Nach der Geburt im Krankenhaus wurde meine Tochter mir erst nach drei Stunden angelegt, den Kreißsaal hatten wir da schon längst wieder verlassen.

Die Hebamme nahm meine Brustwarze, drückte den Kopf des Kindes gegen meine Brust und siehe da, sie trank…

Wahrscheinlich das einzige Mal so richtig während des Krankenhausaufenthaltes; sie musste aber nach 15 min die Seite wechseln. Das macht man schließlich so…

Es war mir im KH nur noch sehr schwer möglich sie anzulegen und das Stillen wurde ein einziger Krampf.

Sie müssen den Kopf so halten!
Das Stillkissen muss aber anders liegen!
Sie sollten aufrechter sitzen!
Hier haben Sie ein Stillhütchen…
Sie müssen aber die drei Stunden einhalten!

Es gab viele Ratschläge, die nicht halfen und mich immer mehr verzweifeln ließen.

Als ich dann mit einem hungrigen Baby zur U2 musste, war ich am Boden zerstört. Die Ärztin schaute mich an und meinte: „Stillen Sie einfach erstmal, dann machen wir den Hörtest.“

Und als es nur mich, meine Tochter und einen Stuhl gab, war es plötzlich ganz einfach. Ich stillte sie, als hätten wir nie etwas anderes getan.

Natürlich lief von da an nicht alles problemlos, auch zu Hause verbrachte ich manchmal 1/2 h bis ich sie richtig angelegt hatte. Aber ich wusste ja, dass ich es kann.

Und ich glaube, ein bisschen ließ mich auch meine Faulheit durchhalten. Ich konnte mir dieses Prozedere mit den Fläschchen einfach nicht vorstellen…

Über die Länge der Stillzeit habe ich mir selbstverständlich auch keine Gedanken gemacht.

Schon zum 1. Geburtstag kamen die ersten Fragen, wie lange das noch gehen soll.

Ab dem 2. Geburtstag habe ich dann einfach nicht mehr darüber gesprochen, da es auch von der Familie immer weniger Verständnis gab.

Ich war mir sicher, sie würde sich abstillen, wenn es soweit ist. Und ich genoss diese innige Zeit nur für uns beide wirklich sehr.

Als sie 2 1/2 Jahre war wurde ich wieder schwanger und stillte weiter, es gab sogar eine Zeit, in der ich dachte, sie würde aufhören – hat sie aber nicht.

Manchmal gab es tagelange Pausen, aber richtig Schluss war nie.

Also informierte ich mich über das Tandemstillen und bereitete mich diesmal besser darauf vor.

Nach der Geburt des 2. Kindes stillte ich meine große Tochter genau 2 Tage.

Ich konnte einfach nicht fassen, wie unglaublich groß sie ist und fand es wirklich unangenehm, sie noch an meiner Brust zu haben. Ich wollte sie nicht mehr stillen.

Am Vorabend ihres dritten Geburtstages sprach ich mit ihr darüber und wir beschlossen, dass ihr Geburtstag der letzte Tag ist, an dem sie stillen wird.

Und was soll ich sagen, das Abstillen war überhaupt kein Problem.

Nach ihrem Geburtstag fragte sie zwar noch danach, aber ich war nach 3 Jahren Stillzeit im Reinen mit mir und konnte guten Gewissens „Nein“ sagen.

Sie liebt es nach wie vor, meine Brüste anzufassen und mit ihnen zu kuscheln, aber Stillen ist kein Thema mehr.

Selbst wenn ihr kleiner Bruder stillt, ist sie kein bisschen eifersüchtig und war es auch nie.

Also vertraut eurem Gefühl und traut euch, Pläne über Bord zu schmeißen, wenn es für euch und euer Kind richtig ist.

Langes Stillen lohnt sich und der richtige Punkt zum Abstillen wird sich zeigen.

Ich freue mich auf viele weitere Stillberichte.

Viele Grüße,
Cindy

Originalbericht einer Mutter, Februar 2018
Foto: Cindy

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Regine Gresens

Regine Gresens

Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.
Regine Gresens

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Hebamme, Berufspädagogin, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG), Autorin und Mutter. Ich helfe Dir dabei, Deinem Baby und Dir selbst zu vertrauen und Euren eigenen Weg zu gehen.

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3 Kommentare

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  1. Ach schön, dass du auch von den Startschwierigkeiten sprichst.
    Gerade beim ersten Kind glauben viele Mamis, dass sie als einzige Schwierigkeiten haben aber ich glaube es geht fast allen so.
    Bei meiner ersten Tochter war es auch so. Als sie dann 15 Monate alt war, würde ich wieder schwanger und wir stillten auch weiter.
    Einen Tag nach ihrem zweiten Geburtstag und etwa 6 Wochen vor der Geburt der zweiten Tochter habe ich ihr erklärt, dass es einfach zu schmerzhaft ist und ich nicht mehr stillen möchte.
    Wir aber nach der Geburt weiter machen können.
    Sie sagte OK und die Sache war durch.
    Als ihre Schwester kam, hat sie noch einmal gefragt und ich habe ihr auch eine Brust angeboten aber sie konnte es nicht mehr und nun erzählt sie allen, dass sie keine Milch mag, weil sie nur für kleine Babys sei ?

  2. Mir geht es gerade genauso.
    Unser Großer wird im August 3 und im Juli kommt der Zweite.
    Im Moment stillt er wieder mehr… ich bin gespannt, wo die Reise hin gehen wird, einfach abstillen, weil ein Zweites kommt, konnte ich nicht.

  3. Danke für den Text! Ich stille meinen Sohn (2 Jahre und 1 Monat) nach wie vor und bekomme im Mai das zweite Kind. Bisher hat es sich noch nicht richtig angefühlt abzustillen, sodass ich mich innerlich auf Tandemstillen eingestellt habe – und das mit einer gehörigen Portion Respekt und auch Angst vor dieser Aufgabe. Ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken. Der Text bestätigt mich darin, durchzuatmen und auf mein Gefühl zu hören. Wird schon werden! Liebe Grüße!

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