Schwieriger Stillstart und dann doch so wunderbar

Mein schwieriger Stillstart und dann doch so wunderbar

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Für mich stand schon vor der Geburt meiner Tochter fest, ich möchte stillen. Vorbild ist meine eigene Mutter und meine große Schwester, die auch jeweils lange gestillt haben.

Ich habe mich ein bisschen im Vorfeld informiert und bei meiner Hebamme einen Info-Abend zum Thema Stillen besucht. Ich dachte, das klappt schon…

Die Geburt war anstrengend, aber schön und mit einer Ausschabung verbunden, somit war ich sehr geschwächt.

Im Krankenhaus gab es zwar einen „Stillraum“, allerdings hatten die Schwestern dort nicht die Zeit wirklich auf einen einzugehen.

Mir wurde dazu geraten zuzufüttern, da meine Tochter groß und schwer war und die Aussage „Ihre Milch reicht dafür nicht!“ hat man mir bei der Entlassung nochmal mitgegeben.

Im Krankenhaus hat sie schon Flaschennahrung bekommen. Also sind wir erstmal in die Drogorie gefahren und haben uns komplett eingedeckt.

Meine Hebamme hatte bei den Hausbesuchen auch nicht super viel Zeit. Und ich war total verunsichert, da mein Kind langsam zunahm und ich sollte ein Stillprotokoll führen, was mich noch mehr unter Druck setzte.

10 Tage nach der Geburt bekam ich auch noch einen üblen Knutschfleck an der rechten Brustwarze von meiner Tochter verpasst, es waren unerträgliche Schmerzen.

Ich habe erstmal die rechte Brust nur noch abgepumpt, bis alles wieder verheilt war und ich wieder bereit war, rechts anzulegen. Ich hatte große Angst vor dem Schmerz.

Aber eines Tages nervte mich das Abpumpen nur noch und somit legte ich sie einfach an und es war wieder alles gut.

Ich dachte, jetzt ist alles in Butter.
 

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Mutter und Baby

Einige Tage danach bekam ich noch einen Milchstau und ich war einfach am Ende und kurz davor abzustillen.

Die Erfahrungen seit der Geburt hatten mich völlig aus der Bahn geworfen und ein kleines Menschlein forderte meine Aufmerksamkeit 24/7, dann noch die „Stillprobleme“, die mir echt einiges abverlangten.

Stillen empfand ich zu dem Zeitpunkt als eine Belastung. Meine Hebamme hat mir auch nur gezeigt, wie man im Sitzen stillt, da es bei ihr selbst im Liegen nicht geklappt hat. Also bin auch Nachts mit Kind aufgestanden und zur Couch gewandert.

Nach 3 Wochen habe ich die Flaschennahrung wieder beendet, da ich es als viel zu aufwendig empfand und Stillen einfacher ist.

Zudem habe ich dann auch erst verstanden, was es bedeutet, dass sich die Milchmenge dem Kind anpasst.

Im Nachhinein glaube ich auch nicht mehr, dass das Zufüttern unbedingt nötig war, weil meine Tochter sonst nicht satt geworden wäre.

Nun ist meine Tochter bereits 20 Monate und ich stille immer noch nach Bedarf.

Ich habe es als Erleichterung empfunden als die Hausbesuche der Hebamme vorüber waren und wir erst mal richtig Zeit zum Kennenlernen hatten nach der Verletzung an der Brustwarze und dem Milchstau.

Im Liegen stillen haben wir dann selber irgendwann erkundet. Und damit waren auch die Nächte für alle entspannter.

Ich habe auch erst nach den ganzen kleinen Still-Problemchen genug Vertrauen und Sicherheit verspürt, mich voll auf das Stillen einzulassen.

Ich empfinde es als Geschenk und ich denke, es ist unheimlich wichtig, dass es zu dem Thema Stillen noch mehr Zuspruch und Hilfe für Mütter gibt.

Mein Mann war und ist immer ein großer Unterstützer beim Stillen gewesen und ohne ihn hätte ich wahrscheinlich nach dem Milchstau aufgegeben. Dafür schätze ich ihn sehr als meinen Vertrauten und als liebevollen Papa.

Seit ich Mutter bin, habe ich erst lernen müssen auf meine Intuition zu hören und zu vertrauen.

Viele Leute habe eine eigene Meinung zum Stillen und ich war teilweise total verunsichert von allen „gut gemeinten Ratschlägen„.

Meine Tochter zeigt mir den Weg und ich gehe mit, begleite und behüte sie bei der Entdeckung auf den Pfaden unserer Erde.

Liebe Grüße
Johanna

Originalbericht einer Mutter, September 2018
Foto: timsamoff Corrine & Mom via photopin (license)

 

Liebe Johanna, toll, dass Du Dich so auf das Stillen eingelassen, Dich von Anderen nicht mehr verunsichern lässt und gelernt hast, auf Deine Intuition zu hören und Dich von Deiner Tochter leiten zu lassen. Gratulation dazu!!
Ob das Zufüttern in der ersten Zeit wirklich nötig war oder nicht, lässt sich im Nachhinein nicht mehr beurteilen. Manchmal ist es auch einfach vorübergehend unumgänglich, um das Kind ausreichend mit Nahrung zu versorgen, während an der Steigerung der Muttermilchmenge gearbeitet wird.
~ R. Gresens

 

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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Facebook, Pinterest und Youtube.

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