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Intuitives Stillen – leicht gemacht

Mein Baby kriegt es einfach nicht hin!

2 Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ein Baby anfangs das richtige Andocken und Saugen an der Brust anscheinend nicht hinkriegt.

Während Ihr Baby lernt, wie es geht, müssen Sie dafür sorgen, dass …
1) es genug Nahrung bekommt;
2) Ihre Milchproduktion in Gang kommt;
3) Sie von einer Stillexpertin unterstützt werden und
4) zuversichtlich bleiben!

Ihr Baby wird lernen, wie es geht, genau wie die folgenden Babys es gelernt haben.

Emily kriegte es einfach nicht hin. Sie hat nach der Brustwarze gesucht, aber sie schien nicht zu begreifen, wie das Andocken funktioniert. Wie fast alle Babys, die nicht an der Brust trinken, konnte sie hervorragend an einem Finger saugen.

Ihre Mutter verbesserte ihre Stillposition und begann ihre Milch mit einer elektrischen Milchpumpe abzupumpen, um sicher zu stellen, dass ihre Milchproduktion ansteigt, unabhängig davon, ob Emily bald anfing zu stillen oder nicht. Sie fütterte Emily zusätzlich künstliche Säuglingsnahrung mit der Flasche, um ihre noch immer niedrige Milchmenge auszugleichen.

Während der nächsten paar Wochen probierte sie unterschiedliche Stillpositionen, ein Stillhütchen, eine Ernährungssonde und zum Schluss hörte sie einfach für eine Woche ganz auf immer wieder zu versuchen sie anzulegen. „Hör zu, Emily“, sagte der Vater zur Tochter, „Jeder auf der Welt saugt. Es gibt keinen Grund, warum Du es nicht auch kannst.“

Noch ein paar Tage mit dem Stillhütchen und Emily begann zu stillen. Es dauert noch einige Zeit, bis sie es vollständig beherrschte, also pumpte ihre Mutter weiter und bot ihr eine Abendflasche an. Nach sechs Wochen waren die künstliche Säuglingsnahrung und die Pumpe nicht mehr notwendig.

Daniel kriegte es einfach nicht hin. Er versuchte immer wieder anzudocken und gab dann frustriert auf.

Nach nur einem Besuch von einer Laktationsberaterin haben Daniel und seine Mutter es „zusammen hingekriegt“. Es war nur eine Frage der richtigen Stillposition.

Timothy kriegte es einfach nicht hin. Seine Mutter hatte „ideale“ Brustwarzen und reichlich Milch, aber Timothy konnte anfangs nicht angedockt bleiben.

Obgleich sie manchmal 275 ml bei einer Sitzung abpumpen konnte, war es, nachdem Timothy gelernt hatte anzudocken, so, dass er saugte und saugte und nicht einen Tropfen schluckte!

Während des ersten Monats wurde seine Stillfertigkeit besser und er begann gelegentlich zu schlucken. Mit sieben Wochen war Timothy meistens ziemlich geschickt an der Brust.

Seine Mutter pumpte noch ein paar Wochen für eine Extra-Abendflasche, aber dann fing Timothy an diese zu verweigern. Der Junge, der anfänglich nicht wusste, wie er stillen sollte, mochte am Schluss keine Flaschen mehr!

Laura kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter konnte sie endlich mit Hilfe eines Stillhütchens anlegen. Zu Beginn gab sie zusätzlich abgepumpte Muttermilch in einer Flasche.

Aber Lauras Mama war bald in der Lage voll zu stillen, obwohl Laura mit Hütchen angelegt wurde. Nach sechs Wochen Stillen mit Hütchen und gelegentlichem Anbietens der Brust ohne das Hütchen war Laura in der Lage ohne Hütchen an der Brust ihrer Mutter zu trinken.

(Achtung: Bei manchen Müttern führt die regelmäßige Benutzung eines Hütchens ohne zusätzliches Pumpen zu einem Rückgang der Milchmenge. Verwenden Sie ein Stillhütchen nur unter Anleitung einer Stillexpertin.)

Ali kriegte es einfach nicht hin. Sie ging in den ersten Tagen gut an die Brust, trank aber nicht gut, bekam daher nicht genug Flüssigkeit und verweigerte letztendlich die Brust.

Ihre Mutter pumpte, fütterte sie mit der Flasche und probierte immer wieder sie anzulegen. Ohne Erfolg. Ali schrie nur oder schlief jedes Mal, wenn ihr die Brust angeboten wurde und hatte anscheinend keine Idee, wie sie die eher flachen Brustwarzen in den Mund nehmen sollte.

Nach fünf Wochen wechselte ihre Mutter zur Fingerfütterung mit einer Ernährungssonde, um sie von der Flasche zu entwöhnen und an das Gefühl von Haut zu gewöhnen.

Ein paar Tage später, vorausgesetzt sie wurde gefragt und nicht gezwungen, begann sie ein Stillhütchen mit einer Sonde zu akzeptieren, über die sie künstliche Säuglingsnahrung erhielt.

Nach ein paar Tagen mit dem Hütchen, fing sie einfach an zu stillen, erst an einer Seite, dann an beiden. Und so blieb es dann.

Minda kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter hatte große, weiche Brüste mit Brustwarzen, die kein bisschen hervorstanden. Mindas Mama probierte viele Positionen, ein Stillhütchen und das Füttern mit einer Flasche.

Aber nach fünf Wochen war sie soweit aufzugeben. Als letzte Chance versuchte sie noch eine Ernährungssonde an der Brust und wie sich heraus stellte, schien dies das „Hier-Andocken-Signal“ zu sein, nach dem Minda gesucht hatte.

Es folgte eine weitere Woche mit Hochs und Tiefs, bis Minda zuverlässig und ohne Probleme stillte.

Alex kriegte es einfach nicht hin. Er kämpfte und schrie an der Brust und die Milchmenge seiner Mutter wurde sehr gering. Seine Mutter fütterte ihn mit einer Ernährungssonde am Finger und wechselte zwischen dem Füttern am Finger und dem Anbieten der Sonde an der Brust. Sie benutzte eine Handpumpe und ergänzte ihre geringe Milchmenge mit Säuglingsnahrung.

Mit etwa vier Wochen ging Alex zeitweilig an die Brust. Plötzlich fiel bei ihm der Groschen. Seine Mutter fuhr fort ihn mit der Sonde zuzufüttern, während ihre eigene Milchmenge anstieg.

Ab dem Tag, an dem er richtig anfing zu stillen, lag Alex in den Armen seiner Mutter wie ein anderes Baby – entspannt und zufrieden, als hätte er das Paradies gefunden. Alex liebte es ein stillendes Baby zu sein.

Lisa kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter sorgte mit einer Mietpumpe und Becherfütterung dafür, dass sie gut ernährt wurde. Es war eine entmutigende erste Woche, mit viel verschütteter Milch und der Anstrengung des Pumpens. Aber am Ende der Woche war Lisa ein absolutes Stillbaby.

Brandon kriegte es einfach nicht hin. Er hatte keine einzige gute Stillmahlzeit in der Klinik und konnte überhaupt nicht andocken, nachdem sie Zuhause waren, weil die Brüste seiner Mutter so gespannt waren.

Sie benutzte eine Mietpumpe, um ihre Brüste weich zu machen, und mit etwas Hilfe bei der Stillposition, dockte Brandon an und stillte wunderbar. Ohne die Unterstützung der Laktationsberaterin und mit Brüsten, die immer noch sehr voll waren, hatten sie wieder Schwierigkeiten.

Aber sie pumpte weiter und gab Brandon ihre Milch mit einer Pipette, wenn er nicht stillen konnte. Nach ein paar Tagen war die anfängliche Schwellung der Brüste vorbei und das Stillen war einfach.

Shira kriegte es einfach nicht hin. Sie suchte, zog dann eine Grimasse und schob die Brustwarze ihrer Mutter weg. Nach einer Woche des Probierens und Füttern von abgepumpter Muttermilch mit der Flasche, begann ihre Mutter ein Stillhütchen zu verwenden.

Während der nächsten Woche stillte Shira mit dem Stillhütchen und genoss es gewöhnlich, musste aber mit der Flasche zugefüttert werden. Manchmal verweigerte sie das Hütchen.

Dann begann ihre Effizienz mit dem Hütchen sich zu verbessern und sie fing an die nackten Brüste ihrer Mutter manchmal für einen Teil der Mahlzeit zu akzeptieren.

An einem Morgen, als sie etwa zwei Wochen alt war, wirkte sie auf ihre Mutter „verändert“ . Und von da an stillte sie gut.

Bruce kriegte es einfach nicht hin. Er konnte anscheinend die Brust seiner Mutter nicht in seinen Mund ziehen und dort halten.

Nach ein paar Tagen gelang es ihm mit einem Stillhütchen zu stillen, aber er wurde ebenfalls mit abgepumpter Muttermilch in Flaschen zugefüttert.

Tag für Tag verging und seine Mutter fragte sich, ob sie jemals das Hütchen und die Flaschen loswerden könnte, aber einen Tag bevor er vier Wochen alt war, fing er plötzlich im Badezimmer einfach an zu stillen. Einfach so!

Was die Mütter dieser Babys gemeinsam hatten, waren Tränen, Entschlossenheit, viel Hautkontakt mit ihren Babys und Unterstützung von einer erfahrenen Stillexpertin.

Jedes Paar ging einen anderen Weg zum Stillen. Manche Babys lernten es schnell, andere brauchten dazu lange, frustrierende Wochen.

Aber all diese Babys schafften es letztlich, das Stillen zu genießen. Und all ihre Mütter sagen, es war die Mühe wert.

Original: My Baby Just Doesn’t Get It von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2004
Foto: Djuliet via photopin cc

Wenn das Anlegen für Sie und Ihr Baby bisher schwierig war und ist, könnten die Infos und Tipps aus meinem Video-Kurs „Gut Anlegen“ hilfreich für Sie sein.
 
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Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann kannst Du mir über Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube, Google+ und natürlich hier auf dem Blog folgen.

2 Kommentare

  1. Hallo

    Ich habe Eva am 12.9.2014 entbunden. Sie hat das Undinesyndrom. Heißt:ist tracheotomiert und atmet im Schlaf nicht. Ich pumpe nach wie vor ab und ernähre sie damit voll. Leider wehrt sie sich an der Brust. Hat in ihrem gesamten Leben zwei mal im Abstand von mehreren Wochen getrunken. Das war es. Wenn ich versuche Eva anzulegen wälzt sie sich unruhig hin und her, egal ob mit oder ohne Stillhütchen. Ich nehme für die versuche immer viel Zeit, mache es, wenn ich alleine und entspannt bin… Haben Sie noch eine Idee?

    Danke

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