Stillkinder.de

Intuitives Stillen – leicht gemacht

Du bist hier: Stillkinder.de > Berichte > Stillprobleme > Mein Abschied vom Stillen…
Mein Abschied vom Stillen…

Mein Abschied vom Stillen…

3 Kommentare

Mein Sohn ist am 03.05.17 leider per Kaiserschnitt zur Welt gekommen (heute genau vor 6 Monaten).
Das Stillen wurde im Krankenhaus schlecht bis gar nicht unterstützt (aufgrund von Personalmangel).

Dann bekam mein Zwerg, nachdem ich nach vielen kläglichen Versuchen blutige Brustwarzen hatte, die Flasche. Ich wollte aber unbedingt stillen.

Also erhielt ich eine elektronische Milchpumpe. Ich pumpte mich nach und nach qualvoll in die Milch.

Und tatsächlich es klappte immer besser. Tagsüber stillen und zur Nacht ’ne große Flasche PRE.

Stillberaterin, Bockshornkleesamen, Malzbier und Stilltee bis zu Stillöl sowie Powerpumping brachten leider nie die Milch, die mein Zwerg forderte.

Dann bekam ich auch noch eine Mastitis. 3 Tage mit Fieber und Schmerzen ohne Ende.

Ich gab nicht auf. Ich wollte stillen.

Es klappte mit dem Stillen plus dem Zufüttern aus der Flasche und ich gab mich zufrieden und war stolz.

Dann nach ca. 4 Monaten, das nächste Problem – ich musste ins Krankenhaus zur Blinddarm-Operation.

Auch hier pumpte ich fleißig weiter und nahm sogar fast einen Liter Muttermilch mit nach Hause, den ich in den drei Tagen abgepumpt hatte, (einen Teil musste ich wegen der Vollnarkose verwerfen).

Anm. d. Red.:
Eine Stillpause oder ein Verwerfen der Muttermilch wegen einer Vollnarkose ist nicht notwendig. Sobald eine Mutter nach einer Narkose wieder in der Lage ist, ihr Kind anzulegen, darf sie stillen.
Siehe dazu auch Embryotox.de.

Gott sei Dank, nahm mein Sohn, als ich ihn endlich wieder hatte, wieder die Brust. (Er war bei meinen Eltern in einer anderen Stadt geblieben und hatte nur seine Flasche bekommen.)

Ich war so stolz auf uns.

Nach 5 Monaten fing mein Baby immer an zu weinen und sich von der Brust weg zu strecken, wenn ich ihn stillen wollte.

Ich war soweit, dass er fast 4 h nix bekam, damit ich ihn stillen konnte. Vergebens :'(

Anm. d. Red.:
Das ist oft so. Denn ein superhungriges Baby geht meist nicht besser, sondern vor lauter Ungeduld leider sogar schlechter an die Brust.

Ich rief wieder die Stillberaterin an und sie gab mir ganz klar die Antwort „Stillstreik…“

Ich pumpte also wieder ab, stellte mit Erschrecken fest, dass ich am Tag mit sechsmal Abpumpen gerade einmal auf 80 – 100 ml kam und hoffte immer wieder neu, ihn anlegen zu können. Das war die reinste Tortur und ich war soooooo unglücklich.

Ich pumpte weiter und weiter. Die Milch wurde nicht wieder mehr. Ich weinte und war verzweifelt…

War es nun endgültig vorbei?! Meine mühselig erkämpfte Stillbeziehung…

Ja, das ist – und war – sie.

Ich habe heute morgen die Milchpumpe zurückgeschickt und meine Stilltees verkauft.

Ein Wehmutstropfen bleibt mir – morgens im Halbschlaf lässt er sich noch stillen. Heute biss er allerdings zweimal zu…

Ich weiß nicht, was ich morgen früh mache.

Aber eines weiß ich ganz genau – es hat sich gelohnt zu kämpfen… für jeden Tropfen der aus dieser Gott verdammten Brust in den Mund meines Sohnes kam.

Ich möchte kein Lob – ich möchte anderen Frauen Mut machen.

Kämpft mit und für Eure Stillbeziehung. Sowas bekommt ihr nie wieder mit diesem ^euren^ Baby.

Ich wünsche allen Stillerinnen und ihren Babys nur das Beste!!!

Eine mittlerweile entschlossene Mama – denn alles hat seine Zeit 😉

Nun geht es an die Beikost

Originalbericht einer Mutter, November 2017
Foto: RebeccaVC1 Baby L – 6 months old via photopin (license)

 

Hast Du selbst eine schwierige Situation mit Deinem Baby erfolgreich bewältigt?
Und möchtest Du Deine Erfahrungen gerne hier mit Anderen teilen?
Dann schreib mir doch Deinen eigenen Bericht!

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Regine Gresens ist Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Sie hilft Müttern, sich selbst und ihrem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und ihren eigenen Weg mit dem Baby zu gehen, auch wenn die Welt es ihnen schwer macht. Folge ihr auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

3 Kommentare

  1. Hört sich an, als würde ich es schreiben. Danke!!

  2. Es kommt mir so bekannt vor… Kaiserschnitt nach langem Wehenkampf, Zufüttern in KH, erst nach 6 Monaten die Milchpumpe zur Apotheke zurückgebracht, Stillstreik, Flasche… Wut und Schuldgefühle, gut gemeinte Ratschläge, „jeder kann stillen“, und noch mal von vorne an – eigentlich hätte ich viel früher aufgeben müssen…
    Aber beim 2. Kind alles anders: Hausgeburt , Vollstillen, LZ-Stillen 🙂
    Ich wünsche dir auch diese 2. heilende Erfahrung.

  3. Dein Beitrag ist spannend und es motiviert auf jeden Fall.
    Das macht stolz bestimmt. Du hast gekämpft mit gutem Gewissen! Tolle Frau! Wenn doch die blinden Mütter auch mal ihre Augen öffnen könnten..

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.