Stillen ist mehr als Ernährung an der Brust

Mehr als Ernährung mit der Brust!

Keine Kommentare

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC, 2000
Wenn Sie erst seit kurzem Mutter sind, werden Sie vielleicht der Meinung sein, dass Sie Ihr Baby in den ersten Wochen „mit der Brust ernähren“ und dabei Ihre Brust eher als eine mit Haut überzogene Flasche betrachten.

Vielleicht machen Sie sich Sorgen, weil Sie die Milliliter nicht ablesen können und fragen sich, ob Ihr Baby auch wirklich genug bekommt.

Sie werden feststellen, dass Sie selbst sagen: „Sie kann noch nicht wieder hungrig sein, sie hat gerade erst etwas getrunken!“.

Sie werden davon überzeugt sein, dass eine Uhr ein essentieller Bestandteil der „Brusternährungs-Ausstattung“ ist, und wenn Sie so sind, wie einige von uns, dann führen Sie ein Tagebuch über die „Fütterungen“ und nehmen die Zeit mit einer Stoppuhr!

Nach einiger Zeit kann es passieren, dass Sie sich nicht mehr erinnern können, wann sie zuletzt „getrunken“ hat oder für wie lange; und es macht Ihnen nichts aus.

Sie werden nicht mehr wissen, wie oft sie in der Nacht wach wurde, weil Sie sich einfach nur zu ihr umgedreht und Ihre Brust angeboten haben und dann wieder eingeschlafen sind.

Sie werden keine Ahnung haben, wie oft Sie Ihr Baby jeden Tag an die Brust legen.

Es ist einfach die leichteste Art Mutter zu sein. Sie „ernähren es nicht mehr mit der Brust“; Sie bemuttern Ihr Baby an Ihrer Brust. Sie stillen!

Eine Stillbeziehung ist eine kurze, nicht wiederkehrende Zeit in Ihrem Leben.

Nach den ersten paar Wochen des Kennenlernens dieses kleinen Fremden und des Gewöhnens an die Mutterschaft, werden Sie feststellen, dass Sie glücklicher sind, wenn Ihr Baby bei Ihnen ist, als wenn es nicht bei Ihnen ist und dass Ihr Bedürfnis „raus zu kommen“ mehr ein Bedürfnis nach Unterhaltung ist, als von Ihrem Baby zu entfliehen.

Da es gestillt wird, ist es einfach mit ihm unterwegs zu sein – keine extra Flaschen, keine baumelnden Schnuller, kein Flaschenkühler, damit die künstliche Säuglingsnahrung nicht sauer wird.

Sie werden merken, dass es wunderbar auf Ihre Hüfte passt oder in ein Tragetuch und Sie werden herausfinden, dass es viel weniger schreit, wenn es in Ihren Armen ist.

Sie können entdecken, dass sich zum Stillen hinzusetzen, Ihnen hilft, einen schlechten Tag „abzumildern“. Das liegt nicht nur daran, weil Sie dafür eine Pause einlegen. Die Hormone, die beim Stillen produziert werden, helfen Ihnen tatsächlich mit Stress besser zurecht zu kommen.

Sie werden sehen, dass Sie beide so viele gute Gründe zum Stillen haben – einen Schmerz oder Schrecken zu lindern, es behutsam in den Schlaf zu begleiten, es zu beschäftigen, während Sie telefonieren – und Ihr Baby ist dadurch fast nie wirklich hungrig und hat einen Grund weniger zum Schreien.

Nach ein paar Monaten wird Ihr Baby Sie anlächeln, wenn Sie stillen, und vielleicht dabei Ihr Gesicht streicheln. Aber wenn es lächelt, läuft ihm die Milch aus dem Mundwinkel heraus und es wird sich wieder an die Arbeit machen müssen.

Ihre frühesten Spiele miteinander sind vielleicht beim Stillen – „Kuckuck-Spielen“ hinter Ihrer Bluse oder „Babys-Zehen-in-Ihren-Mund-Stecken“.

Eines Tages werden Sie es anschauen, wie es gerade in Ihren Armen an der Brust eingeschlafen ist und Sie werden wissen, dass Sie ihm eine der größten Kostbarkeiten des Lebens geben.

Wenn Sie beide lange genug stillen, kann es Ihnen sogar sagen, wie wunderbar es ist: „Mama, deine Mimis sind die Gutsten auf der Welt!“.

Schließlich wird es für Ihr Kleines Zeit für andere Dinge, aber wie einmal ein gerade abgestilltes Kind seiner Mutter befriedigt sagte: „Mami, deine Milch reicht mir bis in alle Ewigkeit.“

„Brust-Ernährung“? Nein, Stillen!

Original: Better Than Breast Feeding! von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens IBCLC, Juli 2004
Foto: koalie via photopin cc

Veröffentlicht von: Regine Gresens

Hallo, ich bin Regine - Mutter, Hebamme, Still- & Laktationsberaterin IBCLC, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG) und Autorin. Ich helfe Dir, als Mutter Dir selbst und Deinem Baby zu vertrauen, entspannt und erfolgreich zu stillen und Euren eigenen Weg zu gehen. Du findest mich auch auf Pinterest, Facebook, Twitter, Youtube und Google+.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.